Samstag, 30. Januar 2010

In falscher Mission


Na ja, Mission ist ein falscher Ausdruck. Es war mehr eine Befreiungsaktion. Schnee, Schnee, Schnee und nochmals Schnee. Seit langem habe ich nicht so viel Zeug gesehen. Doberan liegt in einer ungewöhnlichen Stille. Viele Menschen sind zu Fuß unterwegs und schauen sich dieses Spektakel, sofern es denn eines ist, aus der Nähe an. Wir haben ein paar Fotos ins Netz gestellt, für alle diejenigen die zwar Schnee kennen, aber uns nicht helfen können das Zeug vom Hof zu bekommen. Heute haben unsere Molli mit nur 3 Wagen gesehen. Hinterher fuhr unsere neue Schneefräse durch die Stadt. Einen tollen Blick bietet der Alex in völlig verschneiter Manier. Schneewehen selbst in der Stadt von einem Meter Höhe. Die Mollistraße war bis in die Vormittagsstunden nicht passierbar. Erst durch die Fräse wurde sie zugänglich gemacht. Gegen Mittag fuhr dann der Molli wieder nach Fahrplan.

Viele liebe Grüße aus dem sehr verschneitem Bad Doberan.
Eure Schneejäger

Samstag, 23. Januar 2010

Verstärkung

Die Sandsteinjäger haben "Zuwachs" in Form eines neuen Lastenesels bekommen. Die Geländegängigkeit auf Grund des hohen Gewichtes des "Fischer-Modells" ließ zu wünschen übrig. Zudem waren Werkstattaufenthalte und Servicereparaturen vor Ort nicht durchgeführt worden, so dass sich die Sandsteinjäger immer auf den Touren selbst helfen mußten. Der Kontrakt zwischen der Mietfirma wurde aufgelöst. Jetzt war das Team auf der Suche nach einem Trekking und Tourenmodell. Es sollte einfach zu handhaben und gut zu transportieren sein. Das Gewicht spielte eine große Rolle. Die Firma Steppenwolf wollte nicht mehr liefern und auch bei der Firma KTM gab es Lieferengpässe. Letztendlich stießen wir auf Kettler. Das leichte Aluminium-Modell besitzt eine 8-Gang Schaltung und eine Doppelbremse der Räder. Das Gewicht liegt bei 18 Kilo mit Lasten-Transport-Korb.
Viele weitere kleine Top-Details von Markenherstellern sind mit an Bord der kleinen neuen Maschine. Der Testeinsatz wird im Frühjahr auf Rügen erfolgen. Der Haupteinsatz findet dann im Juli 2010 wieder in den Bergen der Sächsischen Schweiz statt. Dort wird sie dann ihr Können unter Beweis stellen.

Gruß "Die Sandsteinjäger"

Sonntag, 3. Januar 2010

Es war Herbst, Ende Oktober und es sollte wieder mal so richtig losgehen. Der erste Einsatz in meiner noch eigentlich bestehenden Verletzungspause. Jedoch muss ich gestehen, dass ich immer noch einige Probleme an meinem Mittelfinger habe. Die Bänderdehnung und der Kapselriss sind noch nicht ausgestanden. Zudem kommen jetzt noch Fingernagelprobleme hinzu.

Und dann diese Kälte: 7,2° Celsius. Wie gesagt: Der harte russische Ostwind fühlte sich nach Winter an und biss sich in meine Ohren und an meinen Händen fest. Da tat der warme Tee am Rücken richtig gut. Mit schnellen Umdrehungen versuchte ich meine Beinmuskulatur warm zu machen und in Schwung zu bringen. Dies bedeutet aber in ungeübter Manier, dass man schnell zum Hochpunkt des Pulses gelangt. Ich war an diesem Tag noch nicht so fit. Da werde ich wohl noch eine Weile fahren müssen.

Die heutige schnelle Tour ging durch den mit Blättern übersäten Hütter Wohld, angefangen beim Fischer in Richtung Plattenweg. Der übelste Plattenweg den ich kenne mit knapp 2 Kilometern Länge und einer Steigung ohne Pause. Hin und wieder ein paar ruhige Meter, aber das hoppeln bergauf geht mächtig auf die Nüsse …. Heute wollte ich es aber wieder wissen und nahm daher diese Strecke unter die Räder. Von meiner Seite her habe ich diese mit Bravur bestanden. Da habe ich selbst gestaunt.

Wenn die Steigungen ein Ende haben und endlich die Lichtung zu sehen ist, dann geht rechts ein Weg ab, den ich den Brückenweg nenne. Dieser führt wieder in das Tal des „Hütter Wohld“ zu den oberen Teichen und zu einer Brücke. Diese quert einen Flusslauf und führt im Frühjahr Wasser zu den Teichen. Dieser Teil des Waldes ist mächtig mystisch. Der Wald, eine große Lichtung, diese große Brücke aus Baumstämmen.

Der zweite Weg vom Plattenweg aus (Moorweg) führt nach einer tollen Abfahrt zu den im Frühjahr überfluteten Bereichen. Hier ist ab Februar/März kein durchkommen mehr. Heute ging es noch, da der Boden die derzeitigen Wassermassen sehr gut vertragen und aufgenommen hat.

Von hier ging es weiter hinab zum zweiten „Oberen Teich“. Erst nachdem ich mir zweimal etwas Luft ablassen musste, konnte ich die Hänge besser abfahren. Der weiche Boden mit den vielen Blättern und dem verstecktem Wurzelwerk war nur mit wenig Reifendruck zu befahren. Einige mal hatte ich schon bedenken, hier mit Affenzahn lang zu fahren. Zumal mir auch noch sehr viele Leute mit Hund und Hut entgegenkamen. Trotz meiner Rücksicht waren die älteren Spaziergänger nicht so erfreut über meine Fahrweise im Wald. Deren Blicke verrieten alles, sofern ich die Gesichtszüge mitbekommen hatte.

Und irgendwann war wieder eine Zeit der Pause angesagt. Früher brauchte ich kaum noch irgendwelche Zwischenstopps. Diese heutige Stunde hatte es aber doch noch in sich. Mein Puls war schon zweimal bei 166 angelangt. Ich brauchte also Flüssigkeit und einen Kohlenhydrate-Schub inklusive Koffein in Form eines Gels. Das Zeug ist so süß, als wenn man sich 7-8 After Eight Stücken in den Rachen schiebt, ein wenig kaut und auf den Pfefferminzgeschmack wartet. Dann kommt Koffein in Form vom Hauch eines abgestandenen Kaffees und das zusammen als Gel und Eiskalt. Ich hatte es zwar in der Tasche, aber das hatte nicht geholfen. Ein Glück das die Temperatur noch über 0 liegt, sonst hätte ich Lutschen müssen. Danach ein Trunk meines warmen Tees und alles war wieder schön. Na ja, bis auf das kalte Gefühl im Rachen, welches sich durch die Minze breitmachte. Wer kennt nicht das Gefühl von Einnahme der DDR Hustenperlen und Roter Brause. Ich kenne es und es war zu meiner Kindheit wie ne Droge. Einfach frei durchatmen für ein paar Stunden.

Aber was rede ich, die Zeit rannte und ich wollte nur eine Stunde unterwegs sein. Pünktlich zum Mittagessen zu Hause sein war die Devise. Auf dem Rückweg in Althof klingelte schon das Handy: „Wo bleibst Du, das Essen ist fertig“. Von dort an trat ich noch mal ordentlich in die Pedale und legte eine Spurt hin, den ich ohne Kraftverschleiß locker hinlegen konnte. Wahrscheinlich wirkte jetzt das Turbo-Gel. Puls 170 ! und in 3 Minuten zu Hause.

Fazit: Lockere große Grunde mit Streckenfindung und Schlussspurt
Fahrzeit 1 Stunde – 15 Kilometer Waldstrecke


Die letzte Tour im Jahre 2009 unternahmen Katrin und ich am 30. Dezember. Wir wollten den Karpfen holen. Wenn ich mir nicht wieder mal nen Platten geholt hätte, dann wäre es wohl noch ne schöne Jahresabschlusstour geworden, aber so trug ich mein Rad über die Hälfte der Strecke bei schönstem Wetter.

Am 3. Januar, also heute, bekam ich wieder Lust. Der Bock war geflickt und wartete auf seinen nächsten Einsatz. Die neuen Sachen und Fahrradteile wollte ich endlich ausprobieren. Zudem hat es in den letzten Tagen ordentlich geschneit und machte Bock auf mehr. Es fing am 1. Januar an und zog sich vorerst bis heute hin. Zwar schien heute keine Sonne, aber dennoch waren Temperatur und Umgebung einladend eine kleine Runde zu drehen.

Los ging es in Richtung Althof ohne größeren Plan. Ich wusste nicht was mich in den Wäldern erwartet. So fuhr ich die Straße entlang, was schlussendlich schwieriger war als im Wald. In Althof ging es in das Gehölz. Nach anfänglichen Schwierigkeiten die richtige Geschwindigkeit zu finden fuchste ich mich langsam ein und es machte nun richtig Spaß. Endlich mal keinen Schlitten ziehen. Immer nur bergauf und bergab abseits der Schlitten- und Fußspuren. Durch den Tiefschnee fuhr es sich wunderbar. Nur wusste ich nicht was unter dem Schnee sich befand. Das hätte tückisch werden können und war auch so. Wurzel und kleine Bäume sah ich gar nicht unter der fast 20 cm hohen Schneedecke. Die frostigen Temperaturen machten den Schnee schön pulvrig und ich hatte keine Angst, dass der weiße Wintersegen im Bike hängen blieb. So schnurrten mein Bike und ich durch die Wälder. Ich hatte riesigen Spaß, auch wenn ich zweimal schieben musste. Ich fuhr eine kleine Runde hinter dem Moorbad und dann ging es zurück über die Rodelpiste. Dieses steile Ding hatte heute meine Grenzen gezeigt. Jedoch war die Sicht heute viel besser als im Sommer. Die Rodler hatte die Strecke schon präpariert und dann kam ich. Den Sattel tief und den Bock fest im Griff. So ging es den Abhang hinab. Noch ein paar Kurven und ich hatte wieder Häuser in Sicht. 15 Minuten später war der Trip zu Ende und nun genieße ich noch immer die erste Schneetour mit meinem Bike.

9 Kilometer – 1 Stunde

Puls spürbar