Mittwoch, 2. Juli 2014

Damenwahl

Katrin hatte heute wieder mal eine grandiose Idee. Ihre beliebte Steilstrecke von Königstein nach Thürmsdorf hinauf. Vorab mussten wir jedoch an der Elbe bis nach Halbestadt fahren. Wir setzten dann über und Katrin begann später ihre Leidenstour bei einer 12% Steigung. Ist schon heftig wenn man ihren Bock schieben muss. Oben in Thürmsdorf angekommen fuhren wir diesmal nicht in Richtung Weißig und Rauenstein, sondern gleich zu den Bärensteinen. Irgendwie wollten wir uns da durchschlängeln. Es war jedoch nicht sicher ob es Stufen geben würde. Und was kommt? Richtig, Stufen. So änderten wir schnell die Richtung und schlugen den nächsten Pfad ein. Dieser wiederum machte auf Grund seines älteren Daseins einen gepflasterten Eindruck. Sandsteinbrocken vor ca. 200 Jahren als Straße oder Weg gedacht und somit gut befahrbar. Später ging es quer über Wiesen am Waldesrand vorbei. So umfuhren wir die Bärensteine und konnten beide zusammen erstmals in dieser Pracht so sehen. Weiter ging es in das nächste Örtchen Nauendorf. Jetzt hatten wir die Wahl. Den ersten Weg waren wir schon mal in entgegen gesetzter Richtung gegangen. Der sollte es nicht sein. Katrin meinte darauf hin wir nehmen den zweiten, obwohl da noch die Straße wäre. Da wir noch genug Asphalt heute bekämen, schlug ich den Damengrund vor. Hört sich nach frisch gewischten und gefliesten Waldboden mit Handlauf an. Wenn möglich auch beleuchtet. Nix da, die ersten Hundert Meter waren geschlagene Sandsteinblöcke die dann schnell in Stufen endeten. Einige Stufen fehlten gänzlich, der Weg war ausgewaschen. Grandioses Domizil für waghalsige Biker. Ich war mit dem ersten Schwung schon sehr weit gekommen und wartete auf Katrin. Die wiederum fühlte sich nicht wohl auf ihrem ausgesuchten Weg. Es ist nicht verboten hier mal lang zu „radeln“ und sofern ich selbst immer noch Rücksicht auf Wanderer nehme ist doch alles in Ordnung. Es kamen uns wirklich welche entgegen und da machten wir fein Platz.
Die Strecke endete dann in Pötzscha, wo wir nach Rathen übersetzten, uns ein Eis gönnten und dann durch den Uttewalder Grund zur Bastei hinauf fuhren. Warum wir immer wieder zur Bastei fahren, ist uns eigentlich unverständlich. Dauernd nörgeln wir über diese Touri-Burg, aber selber fahren wir mit den Bikes bis zum Aussichtspunkt. Aus Angeberei vielleicht? Mag sein, aber der Zug sollte spätestens in diesem Jahr abgefahren sein, da so einige mit den Rädern oben waren. Die Meisten jedoch mit der Energie aus gut gefüllten Akkus.
Wir zogen auch schnell wieder weiter und nutzten die Bastei nur zur schnellen Einkehr bzw. Durchreise. Weiter ging es über das Feld bis nach Rathewalde, um dann in die Ziegenrückenstraße mit ihren tollen Abfahrten einzubiegen. Die Kameras liefen wieder mit und zeigten spektakuläre Asphaltraserei von zwei Sandsteinjägern, die ihrem Namen alle Ehre machten. Leider nahm diese Tour in Waltersdorf ein schnelles Ende, wir mussten rechts abbiegen und nahmen einen kleinen Wanderweg der uns nach Prossen führte. Hatten wir so noch nie gemacht und sollte nicht in Vergessenheit geraten. So waren wir dann auch schnell wieder nach ein paar Pedalumdrehungen in der Heimat und konnten den Tag wieder mal als gelungene Aktion im Blog vermerken. Fazit ist auch, dass Katrin öfters mal Radwege suchen solle, dann hab ich mehr Spaß. Es ist ja nicht das erste Mal mit Damenwahl.

In dem Sinne,
Eure Sandsteinjäger