Dienstag, 7. Juli 2026

Kurze Brandrunde

Nachdem wir vorgestern bereits fleißig Kilometer gesammelt hatten, durfte heute natürlich der nächste frühe Start nicht fehlen. Urlaub ist schließlich dazu da, möglichst wenig auszuschlafen.

Mit dem Bus ging es zunächst ganz gemütlich ein Stück Richtung Brand. Diese angenehme Phase war allerdings schnell vorbei. Danach warteten die Brandstufen. Alte Bekannte sozusagen. 
Die hatten wir schon Anfang der 2000er einmal bezwungen. An vieles kann ich mich von damals nicht mehr erinnern. Eigentlich nur daran, dass es anstrengend war. Nach heute weiß ich wieder ganz genau, warum diese Erinnerung so nachhaltig geblieben ist.

Ich hatte mir unterwegs vorgenommen, die Stufen zu zählen. Eine hervorragende Idee – zumindest solange man nicht gleichzeitig versucht, den Berg hochzukommen. Irgendwann musste sich mein Gehirn entscheiden: atmen oder zählen. Es entschied sich glücklicherweise fürs Atmen. Mein Endstand lag irgendwo bei 840 Stufen. Ob das stimmt? Keine Ahnung. Vielleicht habe ich zwischendurch auch zweimal dieselbe Stufe gezählt oder drei komplett vergessen. Unter Sauerstoffmangel wird selbst einfaches Zählen zu einer wissenschaftlichen Herausforderung.

Kurz vor uns kamen Wanderer entgegen. Mit einem Grinsen meinten sie: „Ach, das ist aber eine ganz lustige Ecke mit den vielen Stufen.“
Wir schauten uns an und dachten nur: Wenn ihr wüsstet...
Denn die Herrschaften hatten noch knapp 600 Stufen bergab vor sich. Natürlich wünschten wir ihnen freundlich „Viel Spaß!“. Man muss die Menschen ja motivieren. Oder zumindest so tun.

Unser eigentliches Ziel war heute aber gar nicht die bekannte Brandaussicht. Die kennen wir schließlich schon. Uns zog es diesmal zur Aussicht an der Thümmelgrotte. Dort waren wir tatsächlich noch nie gewesen. Warum eigentlich nicht? Gute Frage. Zusammen mit dem Blick auf die Hafersäcke war das heute ganz klar das Highlight der Tour. Wieder einmal ein Beweis dafür, dass es selbst nach vielen Wanderjahren in der Sächsischen Schweiz noch Neues zu entdecken gibt.
Der Abstieg führte uns anschließend durch den Schulzengrund und über den Füllhölzelweg hinunter nach Rathen. Unten angekommen wartete die wohlverdiente Belohnung in Form eines Heidelbeereises.

Optisch war das allerdings... speziell.

Es sah aus, als hätte jemand eine Handvoll Schlümpfe frisch durch den Wolf gedreht und anschließend mit einem Hauch Minze verfeinert. Die Farbe war jedenfalls spektakulär. Geschmacklich gab es aber überhaupt nichts zu meckern – ganz im Gegenteil.

Nun lassen wir den Wandertag gemütlich ausklingen. Für heute Abend haben wir einen Tisch im Schlemmereck geplant. Nach gefühlt 840... oder 900... oder vielleicht doch 1.200 Stufen dürfte der Kalorienhaushalt jedenfalls ausreichend vorbereitet sein. Und falls nicht – morgen klingelt der Wecker bestimmt wieder früh.

Nachtrag zum Essen: Der Kalorienhaushalt wurde im Restaurant Franz ordentlich gefüllt. Dort haben wir auch vieles Neues erfahren, wenn es um die alten und neuen Dinge in Schandau geht. Der morgige Tag wurde geplant und wir schauen zufrieden zurück.

Eure Sandsteinjäger