Freitag, 30. Dezember 2011

2 Karpfen unterwegs

Gestern war mir eigentlich nicht so nach Radfahren, doch versprochen war versprochen. Heute morgen zeigte sich der Tag von seiner besten Seite. Sonnenschein, ein paar dunkle Wolken am Horizont und der Wille nach Nahrung für den morgigen Mittagstisch zu jagen waren eine Mischung der man nicht wiederstehen kann. Punkt 10 Uhr stand auch mein Mitfahrer André auf der Matte. Wir zwei wollten also durch den Tag donnern und die Waldwege testen. Die letzten Tage hatte es ja fast endlos geregnet, so dass ich davon ausging, dass wir heute nicht trocken und sauber nach Hause kommen würden. Nach den ersten Einstellungen am Rad von André zogen wir in Richtung Fischer. Bereits jetzt tobten wir uns ein wenig aus, hielten uns aber auch etwas zurück. Immerhin wollten wir noch unter die zivilisierte Menschheit treten und dort normal in Erscheinung treten. 
Beim Fischer war es voll und während zwei Fischermännchen auf meine beiden Karpfen ein letztes mal eindroschen, machte André es sich gemütlich auf der Sonnenliege am Strand des Karpfenteiches. Trotz der 4°C war es in der Sonne sehr angenehm. 
Die 4 Kilo Karpfen waren schnell im Rucksack verstaut worden. Es ging über die Forstautobahn durch den Hütter Wohld zurück. Trocken sollte es auch hier nicht sein. Eine leichte dünne Schlammschicht lag auf den Wegen und machte Spaß. Wir fuhren teilweise schnell, fast zu schnell um die kalte Landschaft zu entdecken. Eher sahen wir die kleinen Punkte auf der Brille, die sich auch auf der Kleidung und im Gesicht breit machten, von den Rädern ganz zu schweigen. Etwas Gleichgültigkeit machte sich breit. Dreckig waren wir schon, was soll also noch passieren? Es ging auf und ab durch den Wohld. André gönnte sich eine kleine Pause und einen großen Schluck aus der Pulle bevor es wieder einmal hinab ging. Da ich die Strecke fast auswendig kenne sind mir auch die Gefahrenstellen bekannt. Die Gefahrenstellen lauteten heute lange schlammige Pfade die man schlecht erkennt. Meine Warnung vor diesen Dingern half nichts. André nahm es gelassen - einfach testen, einfach mal durch.
In Althof gab es noch eine kleine Fotosession mit uns beiden. Ein kleiner Schluck aus der verdreckten Pulle und weiter ging es. Natürlich mussten wir unten durch die "Wiesen" fahren. Loch an Loch - Pfütze an Pfütze. Ich machte es einmal vor wie man über eine drüber springt und dann mit Schwung in der nächsten landet. André zeigte mir dann wie man keine Pfütze auslässt und mit Geschick die trockenen Bereiche umfährt. Klasse.
Dann endlich raus aus den nassen Klamotten, rein in die warme Stube und vor die Glotze gesetzt wurde der restliche Tag faul verbracht. Die Bikes standen während dessen draußen im Regen. Schade für die Räder. Uns hat es jedenfalls Spaß gemacht.

Gruß ein Schlammsteinjäger

Montag, 19. Dezember 2011

Halali oder die Sau war schon tot

Die ganze Woche über hatte ich mich schon auf diesen Tag gefreut, denn ich sollte etwas bekommen wonach ich schon eine ganze Zeit gesucht hatte. Ein neuer Laufradsatz mit Scheibenbremse inkl. allem Zubehör. Diesen bekam ich aber erst auf unserer vorerst letzten Tour des Jahres 2011 mit der MTB-Truppe von einem Mitfahrer. Egal was also am Wochenende für ein Wetter ist, die Fahrt findet statt.
Sonntagfrüh aus meinem süßen Schlaf gerissen schaute ich als erstes aus dem Fenster. Bedeckt, dunkel und es sah gewaltig nach Regen aus. Ich machte mich mit meinem Wagen auf zum Treffpunkt. Mit 14 Mann wollten wir heute durch die Wälder streifen. Schlammschlacht pur. Anfangs ließen wir jedoch die Waldstücke mit den Wurzelwegen aus. Es hatte ja die ganze Woche über geregnet und solch ein Risiko wollten wir dann so kurz vor Weihnachten nicht eingehen. Die Wurzeln sind bei diesem Wetter sehr gefährlich, auch deswegen weil sie sich unter dem Laub verstecken und man sie zu spät sieht. Da hilft auch keine starke Bremse. Da fällt man einfach. Wir nahmen also die Forstautobahn und zogen in Richtung Ivendorf und weiter nach Retschow. Es fing unterwegs leider richtig an zu regnen an. Der Wind kam aus Nordwest und die Handschuhe waren bald durch. Ganz leicht am Horizont zeichnete sich etwas Sonne ab und wir witzelten schon das wir sie sehen werden wenn wir beim Essen sind. In lockerem Tempo zogen wir unsere Bahn über die Straßen. Einfach nur mal mit der Truppe dahingleiten. Einfach toll. 
In Retschow angekommen heulten an der Kreuzung 26 Bremsscheiben (13x2 - ich hab ja keine drauf) auf. Wir wurden aus dem Neubau total blöd angeschaut. Es war aber wirklich ein Höllenkrach. Ganz leicht angetippte und nasse Scheibenbremsen quitschen etwas bis sie wieder trocken sind. Es war ein tolles Schauspiel. Erst begann einer und alle anderen zogen dann nach. Es endete dann mit einem Lachen im Gesicht bei diesem Sch...wetter.
Kaum hatten wir das Dorf verlassen, fing es an zu Hageln an und ging dann über in einen kurzen Schneeschauer. Die Straße war weiß und das Geräusch welches wir verbreiteten klang komisch.
Unsere Wege trennten sich in Glashagen. Ich fuhr mit einigen den Trail durch das Quellental, die anderen suchten den Kick auf der nassen Wieseabfahrt. Jetzt war mir so einiges egal geworden, denn eigentlich wollte ich mich nicht dreckig machen. Doch so wie ich aussah hätte mir man das nicht abgenommen. Von daher tat ich ab jetzt noch mein Bestes. Das Quellental war eine Schlammwüste inkl. nasser Wurzeln und nassen Holzbrücken. An einigen Brücken stiegen wir ab. Das war es uns nicht wert so kurz vor Schluss sich noch mal zu löffeln. Dann ging es weiter mit Regen, Wind, etwas Modder und mehrerer schnellen Trails. Wie dreckig ich jetzt war interessierte mich nun gar nicht mehr. Der Spaß am heutigen Tage war doch in den Vordergrund gerückt. Die Handschuhe waren klatschnass und mein Finalgon begann an der Wade nun mit der nassen Hosse zu reagieren. Etwas zu spät meiner Meinung nach.
Jetzt ging es mit den anderen auf die Zielgerade zu - Froschklause. Die Sonne kam tatsächlich heraus und wärmte ein wenig das Gesicht. Das Spanferkel lag schon seit Stunden im Ofen und "wärmte" sich den Pelz. Seit gestern tot, machte es sich nun auf einem Tablet gemütlich und zeigte uns die angekohlten Ohren. Wir indess wechselten unsere Sachen und warteten auf die Freigabe der kleinen Sau. Wir ließen schlussendlich nur den Schädel übrig und feierten unsere eigene kleine Abschlusstour für das Jahr 2011 und blickten zurück. Was uns für das Jahr 2012 erwartet wissen wir noch nicht. Vielleicht zieht es uns ja gemeinsam mal in den Harz. Ich bin ja nun bestens mit meinen Bremsen ausgerüstet. Auf alle Fälle hol ich noch den Sylvesterkarpfen und zieh vielleicht doch noch mal meine Bahn über die Heimatstrecke.

Wir Sandsteinjäger wünschen Euch ein schönes Weihnachtsfest, eine schöne letzte Arbeitswoche und einen schönen Start in das Jahr 2012.
Eure Sandsteinjäger