Wir hatten uns zusammen mit Holger, Maria und den Kindern um
10.00 Uhr am Bahnhof verabredet. Es sollte heute zum Pfaffenstein gehen. Das
war wohl Annikas Wunsch dorthin zu wandern. Erst einmal mussten wir mit den
Autos bis Pfaffendorf fahren, um von dort die Wanderung zu beginnen. Es war
noch nicht einmal halb elf und die Sonne gab wirklich ihr Bestes. 30° C zur
Vormittagszeit war schon echt der Hammer. Wir liefen noch über freies Feld und
waren froh den Fuß des Pfaffensteins erreicht zu haben. Hier begann eine
schattenreiche Wanderung über das Nadelöhr hinauf zum Gipfel. In den kleinen
Schluchten wurde es auch mal etwas frischer. Trotz der Hitze machte es trotzdem
riesigen Spaß. Das Nadelöhr wurde spielend „durchflogen“. Der Aufstieg war
bewältigt. Wir besuchten „Die Schildkröte“ und den „Opferkessel“. Für so
manchen war die Überwindung am „Opferkessel“ sehr groß hier stehen zu bleiben
und in die Ferne zu schauen. Es ging dann zur Gaststätte, welche im Preis sehr
berauschend war, aber bei einigen Gerichten nicht den Hauch der
Preisvorstellung hatte. Dafür wurde anderen Gästen gezeigt wie man unsicher die
Teller balanciert und dabei die komplette Soße vom Teller verschwinden lässt.
Hätten wir nichts gesagt, dann wäre auch keine Soße mehr gekommen. Marias Nudeln
waren ein echter Berg, Katrins Schweinebraten hat geschmeckt und reichlich Soße
kam ja auch noch, mein Schnitzel waren dann zwei mit Kartoffeln ohne Soße und
Holgers Semmelnknödeln mit Schickimicki obendrauf war wohl das Geld nicht wert.
Die Kinder hatten wohl das einzige Gericht, dass gut aussah, aber so recht hat
es ihnen nicht geschmeckt. Dafür gingen die Teller später reih um und jeder
naschte die Reste mal vom anderen Teller. Das ging dann auch. Die bestellten
Himbeerbrausen waren kühl, aber die Apfelschorle war warm wie die gefühlte
Schattentemperatur. Da hatten wir von der Baude auf dem Papststein schon
besseres gesehen.
Als wir dann fertig waren zeigte ich den Kindern vom Turm
noch Dresden, Pirna und die Steine, die wir an unserem ersten Wandertag besucht
hatten. Tja, der Turm: Kinder 0,50 € und Erwachsene 1,00 €. Ich bezahlte dann
den ermäßigten Sandsteinjägerpreis mit Pfaffensteinführungsrabbat in die Kasse
des Vertrauens: 0,10 €. Immerhin, denn andere hatten nichts bezahlt. Den Turm
hatten andere erbaut. Die Landschaft steht schon seit Jahrhunderten so rum und
Pflege hat der Turm auch schon lange nicht gesehen. Annika und Christian
stürmten die Treppen hinauf. Sie wollten die Stufen zählen. Ich nahm immerhin
zwei Stufen auf einmal und verzichtete auf das Zählen. Es war mir egal. Nur
nicht aus den Augen lassen. Die beiden waren schon weit voraus. Ich hörte nur
immer tap tap tap und die Zählerei von weitem. Ich wurde langsamer. Nach 119
Stufen endlich das Ende. Gefühlte 20 Sekunden
und 300 Stufen steckten in den Beinen. Die Kinder standen sportlich am Ausgang
zum Balkon. Wir gingen zweimal herum und dann waren die Kinder schon wieder zum
Abmarsch bereit. Das Thermometer auf der Nordseite des Turms verriet mir die
38,5 °C. Los runter! Immer inneren war es angenehm und so ließ ich mir Zeit.
Wir zogen dann zur Barbarine und zur schönsten Aussicht auf
der Südseite des Pfaffensteins. Maria lief durch die enge Spalte als alle
hindurch waren. Holger rieb den Sandstein glatt und die Kinder fanden es toll.
Katrin hatte bis jetzt nur am Opferkessel etwas schiss, aber sonst hatten wir
keine Komplikationen. Nach der kompletten Übersicht tobten die Kinder hinab und
die Erwachsenen gingen hinunter. Jetzt an der Kreuzung trennten sich die Wege.
Wir gingen wieder Richtung Parkplatz und die Tessiner gingen weiter zur Festung
Königstein. Wie man später hörte waren sie erst wieder 19.00 Uhr zu Hause. Und
das bei der Hitze.
Wir schafften es indes in den kühlen Einkaufsmarkt, um
unseren alljährlichen Fleischeinkauf zu tätigen. Alles war getätigt und wir
zogen mit den Rädern noch einmal los und fuhren zur Buschmühle. Immer wieder
machten wir Halt. Wir schauten uns die Händler an und hatten uns teilweise
etwas mehr vorgestellt. Beim Buschmüller angekommen sahen wir die kalte Wurst
und eilten dann langsam zurück. Jedoch hatten die anderen Stände jetzt
dichtgemacht. Nichts mehr los. Gar nichts. Sollte ich nicht mehr zu meiner
Bratwurst kommen? Tatsächlich, Bratwurst gibt’s dann nur wieder zu Hause. Es
gab Pizza und einen Long Drink bei Mario. Lange haben wir dort gesessen und den
Urlaub noch einmal passieren lassen.
Schön war´s. Bis zum nächsten Jahr. Ciao.
Eure Sandsteinjäger
