Samstag, 27. Juli 2013

Hitze, Schweiß und Muskelschmerz

Wir hatten uns zusammen mit Holger, Maria und den Kindern um 10.00 Uhr am Bahnhof verabredet. Es sollte heute zum Pfaffenstein gehen. Das war wohl Annikas Wunsch dorthin zu wandern. Erst einmal mussten wir mit den Autos bis Pfaffendorf fahren, um von dort die Wanderung zu beginnen. Es war noch nicht einmal halb elf und die Sonne gab wirklich ihr Bestes. 30° C zur Vormittagszeit war schon echt der Hammer. Wir liefen noch über freies Feld und waren froh den Fuß des Pfaffensteins erreicht zu haben. Hier begann eine schattenreiche Wanderung über das Nadelöhr hinauf zum Gipfel. In den kleinen Schluchten wurde es auch mal etwas frischer. Trotz der Hitze machte es trotzdem riesigen Spaß. Das Nadelöhr wurde spielend „durchflogen“. Der Aufstieg war bewältigt. Wir besuchten „Die Schildkröte“ und den „Opferkessel“. Für so manchen war die Überwindung am „Opferkessel“ sehr groß hier stehen zu bleiben und in die Ferne zu schauen. Es ging dann zur Gaststätte, welche im Preis sehr berauschend war, aber bei einigen Gerichten nicht den Hauch der Preisvorstellung hatte. Dafür wurde anderen Gästen gezeigt wie man unsicher die Teller balanciert und dabei die komplette Soße vom Teller verschwinden lässt. Hätten wir nichts gesagt, dann wäre auch keine Soße mehr gekommen. Marias Nudeln waren ein echter Berg, Katrins Schweinebraten hat geschmeckt und reichlich Soße kam ja auch noch, mein Schnitzel waren dann zwei mit Kartoffeln ohne Soße und Holgers Semmelnknödeln mit Schickimicki obendrauf war wohl das Geld nicht wert. Die Kinder hatten wohl das einzige Gericht, dass gut aussah, aber so recht hat es ihnen nicht geschmeckt. Dafür gingen die Teller später reih um und jeder naschte die Reste mal vom anderen Teller. Das ging dann auch. Die bestellten Himbeerbrausen waren kühl, aber die Apfelschorle war warm wie die gefühlte Schattentemperatur. Da hatten wir von der Baude auf dem Papststein schon besseres gesehen.
Als wir dann fertig waren zeigte ich den Kindern vom Turm noch Dresden, Pirna und die Steine, die wir an unserem ersten Wandertag besucht hatten. Tja, der Turm: Kinder 0,50 € und Erwachsene 1,00 €. Ich bezahlte dann den ermäßigten Sandsteinjägerpreis mit Pfaffensteinführungsrabbat in die Kasse des Vertrauens: 0,10 €. Immerhin, denn andere hatten nichts bezahlt. Den Turm hatten andere erbaut. Die Landschaft steht schon seit Jahrhunderten so rum und Pflege hat der Turm auch schon lange nicht gesehen. Annika und Christian stürmten die Treppen hinauf. Sie wollten die Stufen zählen. Ich nahm immerhin zwei Stufen auf einmal und verzichtete auf das Zählen. Es war mir egal. Nur nicht aus den Augen lassen. Die beiden waren schon weit voraus. Ich hörte nur immer tap tap tap und die Zählerei von weitem. Ich wurde langsamer. Nach 119 Stufen endlich das Ende. Gefühlte 20  Sekunden und 300 Stufen steckten in den Beinen. Die Kinder standen sportlich am Ausgang zum Balkon. Wir gingen zweimal herum und dann waren die Kinder schon wieder zum Abmarsch bereit. Das Thermometer auf der Nordseite des Turms verriet mir die 38,5 °C. Los runter! Immer inneren war es angenehm und so ließ ich mir Zeit.
Wir zogen dann zur Barbarine und zur schönsten Aussicht auf der Südseite des Pfaffensteins. Maria lief durch die enge Spalte als alle hindurch waren. Holger rieb den Sandstein glatt und die Kinder fanden es toll. Katrin hatte bis jetzt nur am Opferkessel etwas schiss, aber sonst hatten wir keine Komplikationen. Nach der kompletten Übersicht tobten die Kinder hinab und die Erwachsenen gingen hinunter. Jetzt an der Kreuzung trennten sich die Wege. Wir gingen wieder Richtung Parkplatz und die Tessiner gingen weiter zur Festung Königstein. Wie man später hörte waren sie erst wieder 19.00 Uhr zu Hause. Und das bei der Hitze.
Wir schafften es indes in den kühlen Einkaufsmarkt, um unseren alljährlichen Fleischeinkauf zu tätigen. Alles war getätigt und wir zogen mit den Rädern noch einmal los und fuhren zur Buschmühle. Immer wieder machten wir Halt. Wir schauten uns die Händler an und hatten uns teilweise etwas mehr vorgestellt. Beim Buschmüller angekommen sahen wir die kalte Wurst und eilten dann langsam zurück. Jedoch hatten die anderen Stände jetzt dichtgemacht. Nichts mehr los. Gar nichts. Sollte ich nicht mehr zu meiner Bratwurst kommen? Tatsächlich, Bratwurst gibt’s dann nur wieder zu Hause. Es gab Pizza und einen Long Drink bei Mario. Lange haben wir dort gesessen und den Urlaub noch einmal passieren lassen.
Schön war´s. Bis zum nächsten Jahr. Ciao.


Eure Sandsteinjäger 

Freitag, 26. Juli 2013

Falkenstein 38°


Der Wecker klingelte. Zum Aufstehen noch zu früh, viel zu früh. Ich drehte mich einfach um. Ich spürte meine Beine. So langsam war es doch zu viel. Wir hätten viel früher einen Wandertag einlegen sollen, um unsere Beine besser belasten zu können. Jetzt haben wir die Bescherung. Katrin scheuchte mich um viertel zehn aus der Koje. Nach langem hin und her konnten wir uns dann doch auf eine Wanderung einigen. Eigentlich wollten wir ja noch mit dem Rad los, aber so rechte Lust hatte ich gar nicht. Stattdessen verschoben wir unsere Pläne auf das nächste Jahr und planten eine Kurzwanderung für heute.
Es ging durch das Kirnitzschtal in Richtung Ostrauer Mühle. Hier führte uns der Weg in Richtung Wenzelweg. Wir liefen an der Ostrauer Scheibe vorbei und kreuzten den Fahrradweg, den wir immer als Einsteigertour nutzten. Wir kamen dem Falkenstein immer näher. Man spürte schon seine Macht die er von weitem zeigt. Vor Jahrtausenden war fest mit Schrammstein massiv verbunden. Welch Kraft muss er besitzen, sich von einem solch Massiv nur durch Wind und Wasser trennen zu lassen. Wir nahmen einen Bergsteigerpfad, welcher einmal rundherum um das Massiv führt. Viele Kletterer konnte man beobachten. Einige Rückkehrer berichteten von einer unerträglichen Hitze auf dem Falkenstein. Im Schatten hatten wir an verschiedenen Punkten bis zu 37°. Selbst im Wald hatte der Schatten keine Kühlung verabreichen können. Im Gegenteil, die Schwüle teilte ordentlich aus.
Wir aßen unser Brot und marschierten dann in Richtung Schrammtor. Von hier ging es dann den „Obrigen Steig“ zur Aussicht auf die Elbe und dann weiter hinab. Wir querten die Straße und gingen hoch in Richtung Schrammsteinbaude und weiter wieder hinauf. Wir wollten heute zur Emmabank und den Blick auf den Winterberg zum ersten Male sehen. Welch toller Ausblick, welch ruhige Ecke. Nach einer ausgiebigen Pause wanderten wir weiter nach Ostrau. Wir besuchten das Bergcafé mit seinem schönen Ausblick, der noch schöner hätte sein können wenn ein paar Bäume weniger den Hang säumen würden. Das Café selbst hatte nach dem Aussehen her seine besten Tage in den 50ern gehabt. Die Bedienung jedoch und das Essen waren eine Topangelegenheit. Die Sonne drückte weiter, obwohl es schon längst Nachmittag war. Wir verdrückten uns wieder in den Wald und schlenderten die Pfade hinab bis zur Kirnitzsch. Im Kurpark endete so unsere kleine Wanderung die sage und schreibe wieder mal 16 Kilometer in sich hatte. Nicht weit aber ein ewiges auf und ab, sowie die schweren Beine waren heute das, was uns begleitete und uns zu schaffen machte. Heute jedoch taten uns nur die Füße weh. Die Erholung ist gekommen.
 
Eure Sandsteinjäger 

Donnerstag, 25. Juli 2013

Familienbande hoch hinaus


Heute war ein besonderer Tag. Mit Annika, Christian, Holger und Maria unternahmen wir eine Wanderung. Abgeschätzt waren ca. 16 Kilometer die heute zu bewältigen waren. Heute Nacht hatte es zum ersten male nach langer Zeit geregnet. Es regnete bis in den frühen Morgen hinein, so dass wir schon fast Angst bekamen diese Tour streichen zu müssen. Gegen 9 Uhr nieselte es noch ein wenig, doch zur Abfahrtszeit war alles wieder gut. Mit der Fähre ging es zum Bahnhof und von dort zurück zum Täpigsteig und dann hoch nach Kleinhennersdorf. Im Wald herrschte eine leichte Tropenwärme, so dass wir alle gut „erwärmt“ auf der Anhöhe ankamen. Im Blick hatten wir die Steine die wir heute erklimmen wollten. Die meisten versteckten sich noch etwas hinter den Wolken, aber man merkte, dass die Sonne sie vertreiben wollte. Das erste Ziel war der Kleinhennersdorfer Stein mit seinen Höhlen. Annika und Christian liefen immer voraus. Sie mussten wohl ordentlich Energie getankt haben. Jeder Felsen war eines ihrer Ziele. Egal wie hoch und wie schwierig, sie bestiegen jeden und hüpften von Fels zu Fels. Die erste Höhle wurde inspiziert. Marias Angstschweiß schien sich zu legen. Nun tobten Annika, Christian und ich durch die Felsenlandschaft. Ich hatte jetzt auch die Erlaubnis bekommen. Auf der Suche nach der nächsten Höhle folgten wir dem Instinkt des Jägers und Sammlers. Gesucht und gefunden. Wie die Mäuse in einem Käse streiften wir durch die Höhle und kletterten am Ausgang wieder heraus. Alle machten nun den Spaß mit und so verließen wir den Stein in Richtung Gohrisch. Wir wanderten unterhalb des Pappsteins (eigentlich Papststein, ein Wanderer hatte sich verlesen) entlang mit freiem Blick auf das Örtchen Pappdorf (sprich Papstdorf). Dieser Weg war noch leicht, aber was alle noch erwartete war nicht von Pappe, sondern die Falkenschlucht die zum Gohrisch führte. Da hatten wir echt nicht zu viel versprochen. Im Gegenteil, für die Kinder hätte es noch länger dauern dürfen und für Maria gar nicht anfangen sollen. Diese kleine enge Schlucht mit den Treppen und Stufen, die teilweise auch ganz schön duster ist, kann einem schon das Wasser in die Augen treiben. Aber dann sieht man noch weniger. Ich schnappte mir die Kinder und ließ Katrin für sich allein, Holger passte indes auf Maria auf, damit sie keinen Blödsinn macht. Oben angekommen stand ich mit den Kindern da und wartete auf den Rest. Maria stieg als erstes aus der Schlucht und warf mir einen Blick zu, der irgendwas bedeutete zwischen: „das zahl ich Dir heim“ und „schau her ich habs geschafft“. Sie konnte wieder lachen. Weiter ging es zur Aussicht. Ich sollte nun vorgehen und die Kleinen hinterher. Ich natürlich gleich auf den erstbesten Gipfel und die Kleinen hinterher. Uhiii, nun musste ich zur Strafe wieder hinten gehen und hätte fast von Maria die Ohren lang gezogen bekommen.
Auf der Plattform hatten wir durch das tolle Wetter einen guten Blick in das Landesinnere. Bis hier kletterten wir noch ein wenig, denn die alten Stufen wurden alle beseitigt. Jetzt musste ich wieder als erstes hoch, um zu sehen wie man dort hochkommt. Ich erzählte von einem Waldbrand den ich sehen könnte und von einem Hubschrauber. Die Kinder waren aus dem Häuschen und stellten sich auf einen kleinen Stein. Zwei beherzte Frauen griffen instinktiv zu und hielten die Kinder. Holger und ich sahen dem Treiben zu, wie Maria und Katrin die Kinder immer wieder an sich rissen. Immer wieder wollten sich die Zwei lösen, aber es half nichts. Sie wurden gebändigt. Eigentlich müssen Annika und Christian morgen blaue Flecke haben. Später sind sie dann zur Aussichtsplattform gekommen und haben dann alles sehen können. Ganz genau, jedenfalls wurden sie dabei nicht so durchgeschüttelt. Jetzt versteh ich auch Annika, als sie sagte: „Zieh nicht so, ich kann nichts sehen.“
An der Überdachung auf der Ostseite konnten wir eine Frau begeistern, die für uns mehrere Aufnahmen auf 3 Kameras machen wollte. Das tat sie gern und besserte sich von Schnappschuss zu Schnappschuss. Wir zeigten allen noch mal den Weg den wir zum nächsten Stein gehen werden und es ging hinab zum Fuße des Gohrisch und gleich wieder hinauf zum Pappstein, äh Papststein. Viele viele Stufen, zur Freude aller Beteiligten, begleiteten uns auf den Gipfel. Hier machten wir eine ergiebige Pause und genossen den Ausblick bei schönstem Sonnenschein. Als alle etwas gestärkt waren, machten wir uns auf den Weg hinunter in Richtung Papstdorf. Die Kinder hielt jetzt nichts mehr. Sie liefen vor und versteckten sich, liefen vorbei und huschten in den Wald, liefen vor usw. Hier war wohl reichlich Energie vorhanden, dabei hatte ich auf mein Navi geschaut und mit erschrecken festgestellt, dass wir bis jetzt schon weit mit den Kilometern drüber waren als geplant. Von Papstdorf aus ging es hinab zur Liethenmühle. An der Liethenmühle tauchten Christian und ich im Krippenbach die eigene Rübe mal ins eiskalte Wasser einer zugeführten Quelle. Da zog sich sie Schläfe zusammen, aber man hatte wieder alle beisammen. Das tat gut, aber leider nur für den Kopf. Die Füße taten schon so leicht weh. Da wir zu früh an der Mühle waren und noch keinen Hunger verspürten, ließen wir diese einmalige Gaststätte links liegen und wanderten hinab nach Krippen, setzten dann mit der Fähre über und fuhren als Abschluss mit dem Aufzug hinauf und wanderten dann in den Kurpark. Hier sollte noch mal gekneippt werden. Beim Kneippen an der Kirnitzsch im Kurpark von Bad Schandau hielt ich es leider nicht lange aus. Holger, sowie die Kinder standen im Wasser und ließen sich die Füße verkühlen. Das tat schon beim zusehen weh. Katrin patschte etwas länger als ich in einer Pfütze und Maria schaute zu. Da Seeluft hungrig macht gingen wir gleich danach bei „Mario“ essen und füllten uns die Leiber rund. Toller Tag und tolles Wetter. Tolle Gemeinschaft auf 22 Kilometern über drei Steine.


Eure Sandsteinjäger 
 

Mittwoch, 24. Juli 2013

Fischbrötchen und Currywurst

Gesternabend hatten wir eigentlich eine andere Route für den heutigen Tag geplant, jedoch kam mal wieder alles anders und das gleich zweimal. Zunächst ging es zum Bahnhof. Unser Zug fuhr um 9.20 Uhr ab Schandau in Richtung Sebnitz. Krumhermsdorf sollte unser Ziel sein und dann von dort aus nach Hohnstein und zum Brandt. Am Bahnhof schnell die Tickets gelöst und dann mitbekommen, dass unsere Fahrscheine auch bis Stolpen gültig wären. Im Zug also Planänderung und Weiterfahrt bis Stolpen. So konnten wir die Strecke Ehrenberg Hohnstein gänzlich streichen. Dieser Teil hätte uns wohl heute das Genick gebrochen. Kein Baum, kein Strauch. Wir stiegen also in Stolpen aus und fuhren dann auf „Bergers Höhe“ mit 530 Metern ü.NN. Das sind 30 Meter und dem Zschirnstein, aber wir hatten hier eine andere Ausgangshöhe. Mit Panoramablick auf die Burg Stolpen verließen wir das Blickfeld und düsten hinab in das Polenztal. Der Weg durch das Polenztal hat zwei Teile: Teil 1 geht von Polenz aus zur Bockmühle und der zweite Teil geht dann von der Bockmühle aus über die Märzenbecherwiese zur Heeselichtmühle. An der letzten Mühle waren wieder die Nacktbader in der kalten Polenz zu Gange. Hier machen bestimmt Kommunenkinder Urlaub. Ihr wisst, die Enkel der 69er Bewegung. Bevor wir jedoch dort ankamen durchlitt Katrin den zweiten Teil dieser besagten Strecke. Es ist nämlich der schwierige Teil des Polenztales. Abfahrten mit tückischen Passagen, 40 cm Wegbreite, Steine, Wurzeln und einem Abhang von 10 Metern. Der angedachte Spielfilm wird es zeigen. Na, es wird wohl mehr eine Doku über die Sandsteinjäger. Mir hat es riesigen Spaß gemacht. Katrin aber auch, obwohl sie diesen Weg eigentlich gar nicht fahren wollte, bzw. sie hatte gedacht der schwierige Teil befindet sich im ersten Teil. So kann man sich irren. Ich aber auch.
Nach diesem tollen Wegstück bei der ich aus dem filmen gar nicht raus kam, gab es hinter der Heeselichtmühle endlich unser verdientes Brot. Zur Auffahrt nach Hohnstein brauchten wir Kraft. Wir umfuhren den ersten Teil der Serpentinen, in dem wir einen Radweg nutzten der wieder mal steil nach oben ging. Oben angekommen hatten wir noch zwei Schleifen zu überwinden und endlich waren wir in Hohnstein angekommen. Wir suchten uns noch schnell ein Abkürzung in Richtung Brandt und tobten dann durch die obere Ortschaft und kamen schnell auf unsere Straße. Katrin war bedient. Der Schweiß lief ihr wie mir den Rücken runter. Ich schob sie ein Stück wieder an und ab ging die Post. Über den Brandtrücken und schön im Schatten rollten wir dem Ziel entgegen.
Ankunft, Hitze, tolle Sicht – bambam, da trifft uns der Schlag 33°C im Schatten und die Temperaturen sollen noch steigen. Die ersten Gewitter sind schon im Anmarsch und die Wolken kann man ganz gut beobachten wie sie sich langsam auftürmen. Wir suchten uns ein Schattenplatz unter einem Sonnenschirm. Der hatte aber nur direkt geschützt. Heiß war es trotzdem. Und was bestellen sich die Leute hinter uns? Fischbrötchen und Currywurst. Das geht doch nicht. Wir gönnten uns hingegen Eisschokolade vom Fass und Käsekuchen von der Frosttheke. Die Rückfahrt ging nur bis zur Hälfte des Brandtrückens, denn illegaler Weise nutzten wir einen Pfad durch den Wald, welcher nicht als Radweg ausgeschildert ist. Daher hatten wir auch vorsichtshalber unsere Räder geschoben. Plötzlich tauchte hinter uns ein Traktor der Forst auf. Ich hatte ihn schon gehört und Katrin fuhr dann wie von der Tarantel gestochen den Hügel hinauf und schob dann links auf den nächsten Pfad. Als wenn wir verfolgt werden. Noch vor dem Traktor erreichten wir die Grenze bzw. den Weg außerhalb des Nationalparks. Es ging hoch zur Napoleonschanze. Eigentlich war dieser „Umweg“ auch nicht in unserer Planung mit drin gewesen, aber dieser „Umweg“ gestaltete sich ja auch mehr als Abkürzung. Nach der Erfrischung an der Napoleonschanze ging es hinab über ein Feld. Unerschrocken düsten wir in Richtung Straße und wirbelten reichlich Staub auf. Dann auf der Straße ging es noch mal an die Grenze. Katrin fuhr vor mir. Mit teilweise über 50 Sachen ging es hinab nach Porschdorf. Der Weg hinunter war erfrischend, doch in Porschdorf bekamen wir wieder die volle Ladung Sonnenenergie. Ein paar mal treten und etwas rollen lassen und endlich waren wir wieder zu Hause. 37 lange Kilometer haben uns nicht gestresst. Wir hatten viel Erholung und die Tour hat uns wieder mal gefallen. Jetzt langsam rollt die Gewitterfront auf uns zu und ich hoffe das diese dann bis morgen ein Ende hat.


Eure Sandsteinjäger 

Dienstag, 23. Juli 2013

Hier kommt die Sonne

Nun ist wieder ein Tag vorbei und das Ende rückt leider immer näher. Das Wetter ist immer noch so schön und wir genießen jeden Tag. Heute jedoch waren die Beine schon etwas schwerer. Die Tour hatten wir so gelegt, dass ein Abbruch jederzeit möglich gewesen wäre. Ich nahm Rücksicht auf Katrin und sie auf mich. Ich möchte ja auch was erleben, dafür bekommt sie für von mir die versprochenen Ruhephasen und Schiebeeinheiten.

Es ging heute wieder mal die Elbe entlang. Wir fuhren bis Halbestadt und setzten dort nach Königstein über. Wir trafen dort auf eine Rentnerstaffel der rücksichtslosesten Gattung. Warum muss man sich an einer Fähre versuchen vorzudrängeln, obwohl man schon sieht dass die Fähre nicht alle mitnehmen würde? Warum kann ich nicht warten bis alle von der Fähre runter sind? Warum weiß ich eigentlich alles über MTB-Bereifung alles besser und warum habe ich diese Welt nicht eigentlich erschaffen. Die Fahrt mit der Fähre war kurz, aber was meine Ohren dort empfangen hatten kann man eigentlich nicht wiedergeben. Es ging wirklich um meine Bereifung. Am liebsten wäre ich vorher durch Scheiße gefahren, so hatte er meine Reifen betatscht. Ich wollte schon sagen das mein Bike keine Frau sei. Das war schon obszön. Die Fahrt war zu Ende und wir sahen, dass die andere Horde schon auf dieser Seite auf die langsamen gewartet hatte. Welch Glück, die hatten sich bestimmt was zu erzählen auf der langen Flussfahrt. Schnell weg. Katrin und ich zuckelten langsam los. Ich blickte mich um und was kam da angeschossen? Wie eine Horde wilder Bienen machten sie sich auf dem Radweg breit und versuchten nun den Asphalt zu vernichten. Jeder musste mal irgendwen in der Truppe überholen. Katrin legte den Turbo ein. Gang 8 und bei mir Kette rechts. Das so früh am Morgen. Die Beine waren schon so schwer und nun das noch. Wir bogen aber dann ab rauf nach Thürmsdorf. Wenn die uns hierhin verfolgen würden, dann war das alles nur ein Traum, denn diese Steigung in den Ort schiebt nur Katrin und fahre nur ich. Bei der Hitze leistete ich Katrin jedoch Gesellschaft und schob mit.

Irgendwann hatten wir dann auch dies alles bewältigt und machten eine große Pause an der schönen Aussicht oberhalb Thürmsdorfs. Hier ließen wir auch die Sachen trocknen.

Später am Eulenstein kam die nächste Pause dazu. Wir genossen die Landschaft, schauten einem Segelflieger zu und verschickten Postkarten.
Weiter ging es dann die schöne Abfahrt hinunter nach Weißig. Hier stand die Luft im Gegensatz zu etwas höher gelegenen Teilen. Am Rauenstein vorbei nutzen wir dann die hintere Abfahrt nach Pötzscha. Ich hatte wieder zu tun die steinerne Abfahrt hinunter zu kommen, aber dennoch geschafft. Wieder gab es eine Schlüsselstelle, bei der ich jedes Mal nicht so richtig weiterkomme. 
Da muss mir noch was einfallen. 

An der Fähre nach Wehlen konnten wir uns in den Schatten setzen und die Reste unseres Mittags verdrücken. Auf Grund der Hitze hat es nicht mehr so richtig geschmeckt. Schnell übergesetzt und die Flaschen noch mal an der Kirche mit frischem Wasser gefüllt. Das war schon so warm, da hätte ich mir einen Tee draus machen können.

Jetzt ging es zurück nach Rathen. Eine Eisschokolade war bitter nötig. Neben uns ein Pärchen aus Mannheim. Diese hatten dann am Tisch ein Paar aus Hessen bekommen. Was für Klugsch… Ich habe wenig Vorurteile, aber wenn ich nix weiß und nix kann, dann sollte ich besser ruhig bleiben. Die einen meinten sie machen ne Radtour zur Bastei. Da stellte sich heraus dass sie ihre Räder in Rathen angebunden hatten und hoch gelaufen seien. Sie wussten noch nicht mal, das man dort mit dem Auto hoch kann. Dazu steht ihr Auto in Wehlen 5 Kilometer von Rathen (wenn überhaupt) entfernt. Voll die fette Radtour in all zu engen Radhosen, welche 1990 vielleicht mal Mode waren. Er sah aus, als hätte er nur nen Schlüpper an. „Und der Osten kippt ja noch so viel Dreck in die Elbe. Die sieht ja noch so braun aus.“ , „Nee das kommt von den Tschechen, hier war doch grad die Flut.“ , „Tschechei? Ist das denn hier gleich?“ , „Ja mehr so in die Richtung.“ , „Ja und das kommt dann alles in Hamburg an.“ , „Flut? Ach das gibt’s hier auch?“ – Jetzt hätte ich am liebsten ne Schlägerei angefangen, aber ich machte mich lustig über 4 blöde Gestalten.

Katrin und ich fuhren dann durch Rathen hoch zur Straße zum Gamrig und spätestens hier war ich am Ende. Aber ich musste hoch, denn es waren mir zuviel Wanderer auf der Straße und das treibt natürlich an. Und wie kann ich Euch sagen. Am ersten Treffpunkt hätte ich fast k…. können. Weiter zogen wir nun nach Waltersdorf und dann zum Lilienstein. Geile Abfahrt und kurze steile Auffahrten. Ich schob Katrin an und half ihr mächtig. Hinter dem Lilienstein hatten wir noch mal eine staubige Abfahrt und ließen uns dann entgegen dem Strom an der Elbe hinauf gleiten. Zwei Steigungen noch und wir waren wieder kurz vor Schandau. Ich schob Katrin und motivierte sie, trieb sie an und gab ihr Mut. Sie hat zum ersten male diesen Hügel geschafft. Hut ab sag ich nur und das mit schweren Beinen und gar keiner Lust mehr ein Fahrrad zu bewegen.

Am Abend trafen wir noch meine kleine Schwester, nebst Familie im Kurparkstübl. Morgen nur eine kleine Tour unter der lieben Sonne.


Eure Sandsteinjäger 

P.S. Tschuldigung für die vielen Fehler. Berichtigung folgt.

Montag, 22. Juli 2013

Auf dem Ziegenrücken

Unsere kleine Runde war heute in der Länge ähnlich, aber die Höhen waren nicht so anstrengend. Die Hitze war nur in den Wäldern erträglich. Gestern hatten wir die Karte gut studiert und sind zum Entschluss gekommen mit dem Rad bis Königstein zu fahren und dort mit der Fähre übersetzen. Weiter dann den Fahrradweg bis Rathen und wieder mit der Fähre rüber, um auf der anderen Seite dann bis Wehlen zu fahren. Leider hatte ich meine gute Sonnenbrille nicht auf, um die Leute zu beobachten. Hier sieht man die Leute, welche sonst am Strand der Ostsee sich tummeln, nur jetzt halt angezogen in den unpassenden Klamotten. Keine Scheu – frei nach dem Motto: Wer auffällt, fällt nicht auf.
In den Jahren zuvor sind wir immer ab Lohmen in das Basteigebiet gestartet, heute sollte es ab Wehlen los gehen. Zuerst fuhren wir den Weg hinauf, der immer gern als Abfahrt angepriesen wird. Locker kann man diesen auch hinauf fahren. Zwar gilt es hier sich die Kraft gut einzuteilen, aber er ist trotzdem gut machbar. An der Touri-Autobahn zur Bastei angekommen erfrischten wir uns mit Wasser und fuhren dann zur Basteiaussicht. Es war noch wenig los, denn Mittagszeit war noch nicht. Die meisten Busse werden hier zu Mittag und zum Kaffee hochgetrieben. Also schienen wir noch Glück zu haben. Tatsächlich waren es weniger Leute als gedacht.
Hier bekamen wir unser lecker Mittagessen in Form von „Weisbrot“ (nicht Weizenbrot – gibs angeblich hier nicht). Im Norden wird unser Weizenbrot aus Weizen gemacht, aber woraus macht man in Sachsen denn das Weisbrot.
Dann ging es zurück. Jetzt kamen uns schon die Busse entgegen. Gerade noch mal Glück gehabt. Über die Wiese bei angenehmen 33° Celsius zogen wir nach Rathewald und dann weiter die Ziegenrückstraße zur Schönen Aussicht. Hier hat man einen fantastischen Blick über den Gamrig zum Lilienstein, zur Festung, zur Bastei und zum Rauenstein. Hier konnten wir auf Grund des lauen Windes etwas länger verweilen. Vier ältere Einwohner mit tollem norddeutschem Akzent. Sie kamen aus Niedersachsen und ließen sich von uns kurz die sichtbaren Steine erklären. (Kennzeichen PE) Sie fanden die Gegend wunderbar und fanden es toll was wir doch so unternehmen so lange wir das noch können. Lange geschwatzt.
Es ging weiter die 15% Gefälle der Ziegenrückstraße hinab. Ich rief Katrin noch zu einfach rollen zu lassen, doch da war sie schon weg und hatte sich mit 50,6 km/h in Kurve gelegt. Windschatten hatte ich keinen mehr und raste im Abstand von 10 Metern hinter ihr her. Doch dann ging es ab in das Polenztal. Kurz vor Waltersdorf ging es links in das Tal hinab. Polternd versuchte ich mein Rad unter Kontrolle zu bekommen. 15-20% Gefälle über Sandsteinpflaster der alten Version sind dann doch zu viel. Abwärts rollen ja, aber sobald man versuchte zu bremsen stotterte mein Bock auf und ab. Ich war froh als ich im Tal war. Jetzt ging es gemächlich an der Polenz entlang in Richtung Bad Schandau. An der Polenz gab es noch eine kleine Wäsche.
Der Eisnerv an der Zunge zuckte immer mehr, umso dichter wir an die Milchbar kamen. Endlich, ein Fitnessbecher förderte den Kalorienbedarf. Heute wieder 37 Kilometer und bombenheiß.
Nachher geht’s zum Essen.
 
Eure Sandsteinjäger 

Sonntag, 21. Juli 2013

Hochgenüsse

Heute waren wir noch früher aufgestanden, denn der frühe Vogel hat eine Uhr. Auf der stand die Weckzeit 7.00 und Zugabfahrt 8.53 ab Bad Schandau. Für einige von Euch mag es Blödsinn sein, aber wir wollten und mussten. Zum einen waren es heute Temperaturen um die 30° und zum anderen die einzige und verfrühte Zugabfahrt auf Grund der Baustellen rund um Bad Schandau. Die zweite Abfahrt war dann gegen halb zehn vom Busbahnhof in Königstein. Von hier ging es mit dem Radbus weiter nach Rosenthal und dort sollte unser heutiges Abenteuer beginnen. Die Bustour war eine Qual. Gefühlte 100 Kinder in einem viel zu kleinen Bus, mit den aktuellen Gerüchen, bei einer Fahrt durch eine Saunalandschaft mit 1000 Kurven.
Hier wo der Radbus heute hielt war sonst schon die Hälfte unserer Tour zum Hohen Schneeberg geschafft, also hatten wir noch ordentlich Kraft für den heutigen Tag. Langsam und gemächlich ging es bergauf. Um nicht die ganze Zeit durch Sonne und über Asphalt zu brettern, kürzten wir gleich mal ab und surften über einen kleinen flowigen Trail.
Wie immer ging es vorbei an der alten Polizeistation, Hundegebell, Restaurants und Hotels bis zur Kreuzung „Auffahrt zum Hohen Schneeberg“. Triefend erreichte ich den ersten Pausenplatz und wartete auf Katrin, die fleißig schob und auch mal fuhr. Nach der ersten Trocknungsphase und dem Vorbeilassen der Massen, die alle auf den Berg wollten, ging es dann weiter bis zur nächsten Pause, der „Dresdner Aussicht“. Die Sonne brannte uns auf den Schädel, aber es war immer noch angenehm. Nach einer kleinen Pause unternahmen wir den Endspurt zur Spitze. Der Turm war uns heute egal, denn wir wollten den Trubel umgehen und bogen gleich rechts ab zu den malerischen Aussichten. Endlich Mittagspause. Das hatte wieder geschmeckt. Wir genossen die Sonnenstrahlen in der Mittagshitze. Es war wunderschön. Langsam machten wir uns für die Abfahrt über den Trail des Plateau fertig und fuhren zurück zur „Dresdner Aussicht“ und dann wieder hinab zur Kreuzung. Es ging weiter in den Ort hinein und weiter unseren Radweg in Richtung Jilove. Plötzlich hielt ein fetter Audi neben uns. Anfangs dachte ich, dass mich jetzt zwei Touris nach dem Weg fragen, aber weit gefehlt. Auf tschechisch bekam ich eine Frage gestellt. Da kam das Wort Jilove drin vor und das war die Stadt unterhalb des Schneebergs. Da konnte ich gut helfen, denn ich hatte die ganze Zeit vom Berg aus auf die Stadt gestarrt. Da wollen die hin. Verwundert schaute er mich an als ich wusste was er meinte und den zweien auch zeigen konnte wo es denn nun lang geht. 
Ab ging es für uns dann bergab mit 40 Sachen bis nach Maxdorf hinein. Wir bekamen fast Frost an den Füßen. Ab Maxdorf ging es über den Waldweg zum Böhmischen Tor. Ein schöner langer Pfad der ins irgendwo führte. Links und rechts ein Wiesenwald und entgegen kamen uns auf diesem Pfad ein Familie mit einem Anhänger der dauernd aufsetzte. Der war absolut nichts für diese Gegend.
Endlich waren wir da – Aufstieg zum Zschirnstein. Ja der musste jetzt auch noch sein. Mit mehr als 560 Meter hat man hier noch ordentlich zu strampeln. Ich half Katrin teilweise beim schieben. Nach einer knappen Stunde hatten wir es geschafft und machten es uns an der Aussicht gemütlich. Wir hatten noch etwas Proviant für uns und Katrin hatte plötzlich ihre Trinkblase leer gemacht. Zu gestern war dies ein riesiger Fortschritt, denn da hatte sie kaum die Hälfte geschafft.
Nun ging es auch mal wieder abwärts. Katrin spielte die Kamerafrau und filmte die Abfahrten über Steine und Geröll. Es ging weiter durch Kleingießhübel und direkt zum Essen. Wir hatten riesigen Hunger mitgebracht aus der Natur.
Morgen aber geht es etwas ruhiger zu, denn heute waren wieder 40 Kilometer auf der Uhr.


Eure Sandsteinjäger 

Samstag, 20. Juli 2013

Von der Mündung zur Quelle

Heute ging es zu einer besonderen Tour. 44 Kilometer durch die Böhmische Schweiz. Der Startpunkt war für uns heute der Fahrradbus, der uns nach Hinterhermsdorf bringen sollte. Bus mit Hänger und da sollten unsere Räder drauf? Anfangs hatte ich gezweifelt, denn ich hatte so einige Bilder gesehen wie dieser Hänger aussah. Wir wollten uns die Sache einfach mal anschauen und dann vor Ort entscheiden ob wir den Bus nehmen oder uns vielleicht eine andere Strecke aussuchen sollten. Der Bus kam um die Ecke und wir staunten nicht schlecht. Solch Hänger wollten wir nicht, aber er sah besser aus als der Schlechteste auf einer Abbildung der in der Stadtinformation hängt. Immerhin. Also aufladen und hinein in der überfüllten Bus. Der Bus musste aber auf Grund von Umleitungen im Kirnitzschtal über Sebnitz fahren und die Strecke hatte es in sich. Ob der Fahrer es teilweise vergessen hatte das er einen Hänger mitführte? Ich bekam Angst. Mein Rad steht bei 80 km/h einfach mal so auf einem Fahrradanhänger. Es ging auf und ab und durch die wildesten Orte. Nach einer ¾ Stunde Angst verließen wir den Bus an der Endhaltstelle. Alle Räder wurden wieder entladen und bekamen sicheren Boden unter die Stollen. Schon ging unsere Tour los. Sie sollte uns weit in die Böhmische Schweiz führen. Es ging runter zur Kirnitzsch und dann weiter zu Grenze. Wir fuhren aufwärts in Richtung Quelle, durchfuhren das wunderschöne Khaatal und kamen in Kyjov an der Quelle an. Es waren so an die 4 Restaurants und 4 Wohnhäuser plus einer Kapelle und die besagte Quelle. Die Kapelle war echt 1 Quadratmeter groß und ähnelte einem Stromkasten. Soooo groß.
Wir fuhren die Straße weiter nach Daubice, hätten aber vorher schon in Richtung Na Tokani abbiegen können. Im Nachhinein sage ich, dass wir es hätten machen sollen, denn es ging nur die Straße entlang. Zwar war diese wenig befahren und die Natur war schön, doch direkt durch den Wald zu düsen ist eben schöner. In Daubice selbst gab es einen Holzkünstler der alle Exponate inkl. drei alter Panzer und einer Bronzefigur aus der Stalinzeit in seinem Garten ausstellt und das kostenlos. Ja kostenlos. Katrin suchte nach der Schranke und nach dem Kassenhäuschen und ich schaute nach Aufsichtspersonal. Nichts zu sehen. Echt kostenlos.
Wie ein langer Faden zog sich unsere Straße in Richtung Na Tokani, was Balzhütte bedeute. Hier hatten die Jäger ihre Jagd nach dem Auerhahn während der Balzzeit begonnen und waren hier untergebracht. Gute Leistung, denn man hat jetzt erst wieder die ersten Auerhähne gesichtet.
Stetig ging es bergab über unsere Forstautobahn auf der es viel zu sehen gab. Jetzt am Wochenende war eh alles sehr gut gefüllt. Busse, Parkplätze und Radwege. Wir näherten uns jetzt wieder der Grenze und machten wieder mal Pause an einem See. Hier war es gemütlich und er lud zum verweilen ein. Unser Proviant war jetzt am Ende. Ein paar Radumdrehungen und wir waren wieder in der Heimat. Wieder fuhren wir an der Kirnitzsch entlang. An der Neumann Mühle machten wir kurz halt um einen Drink zu uns zu nehmen. Ich kaufte mir ein Extra-Neumann-Mühle-Shirt.
Es war heute ein toller und ruhiger Tag mittels Buszufuhr. Sonst hätte uns diese Tour wohl mächtig Kraft gekostet. Und wir wollen ja noch mehr. Also bis morgen.


Eure Sandsteinjäger 

Freitag, 19. Juli 2013

Der Klassiker

Der erste Tag mit einer Unternehmung sollte uns in Richtung des Bloßstocks, Wettinplatz und zum Kuhstall führen. So malte ich es mir jedenfalls aus. Es gab auch andere Varianten mit eventueller Verlängerung, dann aber ohne Kuhstallauffahrt. Hm, nöö das ging nicht.
So begannen unsere 29 Kilometer bei schönstem Sonnenschein und sengender Hitze mit der Auffahrt in Richtung Ostrauer Scheibe, welche wir aber links liegen lassen und vorher in das bekannte Gebiet der Schrammsteine einfahren und die Steigungen hochackern.
Das Klima im Wald war heute sehr angenehm. Nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm. Einfach topp Bedingungen. Die Schotterpisten waren gut zu befahren, waren aber auf den Abfahrten sehr tückisch. Die kleinen Steine bieten einfach keinen guten Halt bei hohen Geschwindigkeiten. Kurven zu schnell meistern zu wollen kann mit einem Sturz enden. So wie bei mir. Jedoch war ich in an eine Stelle geraten, die zumeist aus pulverisiertem Sandstein bestand. Ähnlich wie auf Seesand lässt es sich „super“ fahren, ähh ich meinte fallen. Weich und locker kam ich unten an, hatte aber dann die Schuhe und Socken voller Sand. Das Zeug läuft dann ja überall hinein.
Frisch gesäubert ging es weiter. Katrin hatte heute einen guten Lauf, sie hat einige Passagen besser genommen als im letzten Jahr. Lag es an der neuen Lenkereinstellung, an den neuen Pedalen oder an Ihr selbst, man(n) weis es nicht genau. Nur bei den neuen Bremsen meckert sie noch, aber das wird sich schon geben.
Die Königsdisziplin zum Kuhstall hat sie, so wie ich auch, besser gemeistert. Ich war mit dem Rad in 11 Minuten oben und sie in einer Kombination aus schieben und fahren in sagenhaften 16 Minuten. Oben angekommen haben wir bemerkt, dass nun schon mehr Radfahrer den schönen Kuhstall für sich entdecken. Leider aber immer mehr Elektroradler, die sich wie Bolle fühlen. Egal wir müssen es wohl akzeptieren. Wir haben jedenfalls einen Vorteil – wir brauchen unseren Akku nur in der Kneipe füllen.
Nach der schönen Auszeit oben ging es wieder rasant ab ins Tal und in Richtung Unterkunft, wo wir beide uns noch einen improvisierten Memory-Früchteeisbecher gegönnt haben, aber trotz der Improvisation war es lecker.
Viel zu schnell verging der Tag heute, aber der morgige wird umso besser mit einer neuen Strecke. Wir werden im „Böhmischen“ die Balzhütte besuchen. 
Na dann ….

Gruß, die Sandsteinjäger

Donnerstag, 18. Juli 2013

Vor dem ersten Hahnenschrei

Tag eins begann heute um 3.45 Uhr. Es wird auch immer früher. Eigentlich wollten wir heute um 5 abfahren, um so der heißen Morgensonne entgehen zu können. Es war dunkel und ich warf mich aus dem Bett. Essen und fertigmachen – ab ging die Post. In 5 Stunden waren wir dann endlich hier. Vorbei mit dem Fernweh. Endlich wieder angekommen. Urlaub, Freiheit und die Seele baumeln lassen.
Wir ließen den Tag auch mal Tag sein und stressten uns überhaupt nicht. Unser Zimmer bezogen wir schon gegen 13.00 Uhr und wurden auch herzlich aufgenommen. Über uns herrschte die Müdigkeit, welche uns bis zum Abend auch nicht mehr losließ. Es wurde Abend und wir aßen Riesenschnitzel neben einer Familie aus Berlin (sprich Balihn). Es wurde wahnsinnig lustig – für uns jedenfalls. 
Den Rest des Riesenschnitzels hatten wir uns einpacken lassen. 1 Kilo mit einer Motorsäge abgetrenntes Schweinefleisch. Hammerviel und voll fett. Egal, es wurde bis kurz vor dem ersten Brechreiz verschlungen. Außer einem selbstgeschmierten Autobahnsnack und einem kleinen Kuchen gab es heute nichts. Es wurde auch Zeit. Ich habe geschlungen. Jetzt torkeln wir ins Bett und grüßen die liebe Heimat.

Katrin & Christoph