Samstag, 27. Juni 2015

Jede Losung eine Niete



Der neue Tag musste geteilt werden. Micha hatte wieder Probleme mit dem Knie und so teilten sich die Gruppen in Adventure und in Live-Style. Katrin und ich wollten den benachbarten Kochofen besuchen. Wir fuhren bis zum Parkplatz und schlichen uns dann in den Wald. Leider empfing uns heute kein Serpentinen-Weg, es ging gerade über alle Anhöhen direkt in Richtung Spitze. Es war sehr anstrengend für uns beide und wir waren froh die Stöcke zu haben. Sie halfen schon die ganzen Tage, aber heute waren sie unersetzlich. Die Wurzeln waren feucht und die Steine etwas rutschig. Auf den Wegen lag dazu der Restmüll (sprich Losung) der Tiere, so dass wir richtig aufpassen mussten. Da wir im Wald waren hatten wir nur gemerkt wie es anfing etwas zu nieseln. Wie jedoch die heranrasende Regenfront in Wirklichkeit aussah, sahen wir erst auf dem Loskogel, der ersten Anhöhe mit Überblick. Die Regenfront kam über das Dachsteinmassiv hinweg in unsere Richtung. Noch knapp 100 Meter bis zur Straßen-Wege-Kreuzung, dem „Point of no Return“ wie man so schön sagt. Ab hier gäbe es dann kein Zurück mehr, es wäre somit die letzte Chance umzudrehen oder einen anderen Weg einzuschlagen. Ich sah die kleine Hütte eines Jägers. Wir schlugen uns bis dorthin durch. Ich sollte dann testen ob die Kiste beim betreten hält. Sie tat es und wir konnten den Pausenstand beziehen. Mit 2 Personen inklusive Rucksäcke und Montur war es schon etwas eng. Die Sitzfläche war gepolstert und die Wände waren mit Teppich beklebt. Zudem hatten wir eine Topaussicht auf den Dachstein, der nun immer dunkler wurde, bzw. fast gar nicht mehr zu sehen war. Mit „Ich sehe was was du nicht siehst“ waren nach kurzer Zeit alle Ressourcen verbraucht. Essen hatten wir auch nicht mehr. Wir beschlossen also uns fertig zu machen und die Heimreise über die Forstwege anzutreten. Karte plus GPS half uns in dieser Hinsicht sehr gut, da dieser Weg nicht ausgeschildert war.
Angekommen am Michaelaberghaus nahmen wir unsere kleine Hütten-Mahlzeit ein und fuhren dann noch mal nach Schladming, um geschlossene Geschäfte zu sehen und uns die Zeit sinnlos tot zu schlagen. Gegen 17.30 waren wir dann wieder zu Hause und wir genossen unseren Espresso am Berg.
Wir hatten also am Ende den Kochofen nicht erreicht und nur vom Heim aus gesehen wie sich die Wolken und der Regen vom Gipfel verzogen hatten. Tja, voll die Niete gezogen, aber dennoch Spaß gehabt. 
 
Eure Sandsteinjäger