Der neue Tag musste geteilt werden. Micha hatte wieder
Probleme mit dem Knie und so teilten sich die Gruppen in Adventure und in Live-Style.
Katrin und ich wollten den benachbarten Kochofen besuchen. Wir fuhren bis zum
Parkplatz und schlichen uns dann in den Wald. Leider empfing uns heute kein
Serpentinen-Weg, es ging gerade über alle Anhöhen direkt in Richtung Spitze. Es
war sehr anstrengend für uns beide und wir waren froh die Stöcke zu haben. Sie
halfen schon die ganzen Tage, aber heute waren sie unersetzlich. Die Wurzeln
waren feucht und die Steine etwas rutschig. Auf den Wegen lag dazu der Restmüll
(sprich Losung) der Tiere, so dass wir richtig aufpassen mussten. Da wir im
Wald waren hatten wir nur gemerkt wie es anfing etwas zu nieseln. Wie jedoch
die heranrasende Regenfront in Wirklichkeit aussah, sahen wir erst auf dem
Loskogel, der ersten Anhöhe mit Überblick. Die Regenfront kam über das
Dachsteinmassiv hinweg in unsere Richtung. Noch knapp 100 Meter bis zur Straßen-Wege-Kreuzung,
dem „Point of no Return“ wie man so schön sagt. Ab hier gäbe es dann kein Zurück
mehr, es wäre somit die letzte Chance umzudrehen oder einen anderen Weg
einzuschlagen. Ich sah die kleine Hütte eines Jägers. Wir schlugen uns bis
dorthin durch. Ich sollte dann testen ob die Kiste beim betreten hält. Sie tat
es und wir konnten den Pausenstand beziehen. Mit 2 Personen inklusive Rucksäcke
und Montur war es schon etwas eng. Die Sitzfläche war gepolstert und die Wände
waren mit Teppich beklebt. Zudem hatten wir eine Topaussicht auf den Dachstein,
der nun immer dunkler wurde, bzw. fast gar nicht mehr zu sehen war. Mit „Ich
sehe was was du nicht siehst“ waren nach kurzer Zeit alle Ressourcen
verbraucht. Essen hatten wir auch nicht mehr. Wir beschlossen also uns fertig
zu machen und die Heimreise über die Forstwege anzutreten. Karte plus GPS half
uns in dieser Hinsicht sehr gut, da dieser Weg nicht ausgeschildert war.
Angekommen am Michaelaberghaus nahmen wir unsere kleine
Hütten-Mahlzeit ein und fuhren dann noch mal nach Schladming, um geschlossene
Geschäfte zu sehen und uns die Zeit sinnlos tot zu schlagen. Gegen 17.30 waren
wir dann wieder zu Hause und wir genossen unseren Espresso am Berg.Wir hatten also am Ende den Kochofen nicht erreicht und nur vom Heim aus gesehen wie sich die Wolken und der Regen vom Gipfel verzogen hatten. Tja, voll die Niete gezogen, aber dennoch Spaß gehabt.
Eure Sandsteinjäger