Vom Wetter will ich keine Worte verlieren. Iris hatte
Wettervorhersagen-Verbot bekommen. Wir mussten es so nehmen wie es kommt. Und?
Strahlender Sonnenschein weckte uns. Ich hätte um 6 Uhr bereits aufstehen
können, verfiel jedoch wieder in den alten Trott und legte mich wieder hin.
Heute sollte es zum Dachstein gehen. Eine kleine Pause sollte uns gegönnt
werden, nachdem wir ja bis auf den Shopping-Tag, immer und viel unterwegs
waren. Jedoch gab es nicht nur die Umleitung zum Dachstein, es gab auch keine
Mitnahme mehr. Es war voll und wir wurden an der Mautstraße knallhart
abgewiesen. An der nächsten Info reservierten wir gleich für den nächsten Tag
vor. Jetzt kam aber Plan-B ins Spiel, welcher eigentlich nur für schlechtes
Wetter gedacht war. Jetzt am Ende des Tages dachte ich aber auch, dass dies
nichts für schlechtes Wetter gewesen sein würde. Wie schon gesagt, wir hatten
Top-Wetter und fuhren nach Schladming und nahmen die Seilbahn hinauf zur
Planei. Die geistige und moralische Anwesenheit einiger Mitfahrer schlachte ich hierbei nicht weiter aus. Den Gipfel der Planei umschifften wir auf der Ostseite und hatten dann
später gleich den Krahbergzinken im Blick. Welcher toller Rücken zeigte sich da.
Der Anmarsch etwas schwieriger als die Tage zuvor war trotzdem ein Genuss. In
mehreren Serpentinen zogen wir immer weiter auf die Spitze. Für die Ungeübteren
war es schon etwas schwierig heute, doch ich glaube der Spaß und die Freude am
Ziel überwiegte, auch wenn der Weg zurück ebenfalls hart war. Es ist halt
nichts Alltägliches.
An der letzten Bank vor dem Zinken war Pausentee befohlen
worden bevor es weitergehen sollte. Katrin bemerkte sofort die schwierige
Stelle zum Aufstieg. Über Steigeisen und einem Stahlseil ging es zur Spitze.
Beides hatte schon bessere Tage erlebt. Micha und ich bezwangen die Spitze und
trugen uns in das Gipfelbuch ein. Das Lenchen hatte versucht mitzukommen,
kehrte jedoch dann wieder um, nachdem sie die tollen Abhänge in ihr Kleinhirn
aufgenommen hatte. Nun mussten wir wieder diese schöne Stelle verlassen, da
unsere Talbahn ab 17.00 nicht mehr fuhr. Das wäre ein langer Marsch für uns
geworden. Ca. 2 Stunden bergab wollte dann keiner gehen. Also schnell aber
gesittet wieder zurück zur Bahn und dann hinab in das Tal nach Schladming. Wir
wollten zu dem noch grillen und angeln gehen.
Sofort als wir zu Hause ankamen
machte ich die Angeln fertig und wir gingen zum Teich. Mit einfachem Brot,
einer Wurfrute und einer Stippe bewaffnet spielten wir Jäger und Sammler. Die
Mädels schlichen hinterdrein und wollten nun auch zuschauen. Den ersten Biss
hatte ich kurz nach dem ersten Setzen der Angel. Bei Micha wurde ebenfalls
sofort Biss angezeigt. Und wie es kommen musste. Micha begann bereits mit
seiner Forelle zu kämpfen, während ich bereits immer noch von mehreren Forellen
geärgert wurde. Lena kam Micha mit dem Kescher zur Hilfe. In dieser Zeit konnte
ich ebenfalls zuschlagen und meine Beute an Land bringen. Zack, da lagen sie
vor uns. Zwei schicke Forellen, wobei meine etwas größer und kräftiger war. Es
war alles in diesem Augenblick wie früher. Ich war froh und glücklich. Wir
nahmen sie gleich aus und gingen nach Haus. Der Grill wurde angeheizt und wir
hatten alle noch einen schönen Abend.
Eure Sandsteinjäger