Mittwoch, 15. Juli 2020

Gut getimt (sprich: geteimt)

Früh aufstehen, die Sonne scheint auf den Balkon, Frühstücken und ab zur Fähre. Der heutige Plan ging voll auf wenn man den Zeitplan betrachtet. Der Bus brachte uns weit in das Kirnitzschtal. Dort hinten waren wir noch nie ausgestiegen. Und wieder was Neues. Es ging steil hinauf zu den Pohlshörnern auf ausgewaschenen Wegen und durch einen Wald den man beim Sterben zuschauen konnte. Man hörte es förmlich, da die immergrünen Nadeln im Takt auf den Boden fielen. Wie kleine Regenschauer. Die Nadeln hatten wir dann auch im Haar. Mit Klick, klick, klick bedeckten sie den Boden und das Umfeld. Ringsherum nur grüne Nadeln, aber äußerlich schien der Baum in Takt.
Das Kleine Pohlshorn hatten wir nun erklommen. Die Sicht war trübe und die Schlechtwetterfront schon in Sicht. Jedes Mal wenn wir bei den Pohlshörnern waren war das Wetter schlecht. Einmal überzog uns ein Sturm und Regenband, so dass wir die Aussichten nicht betreten hatten. Katrin hätte es weggefegt. Die Aussicht heute also mehr als schlecht. Am großen Pohlshorn war es dann auch nicht besser. Dafür waren der Auf- und Abstieg heute für uns eine Qual. Heute noch wollten wir was machen und das gute Wetter ausnutzen, aber in der Luft herrschte bereits eine hohe Luftfeuchte mit dem herannahenden Schlechtwetter, so dass wir bereits bei der Talfahrt schwitzten. Der Aufstieg zum Teichstein löste sich also in Luft auf. Vor 5 Jahren hätten wir den noch nebenbei mitgenommen.
Endlich ging es hinab, dorthin wo der TV-Ranger sein Quartier hat. Im Augenblick ganz schön abgerockt. Hier hatten wir dann unsere große Kuchenpause und trockneten die Sachen. Die neue Thermokanne zeigte mal wieder ihr können. Der Rest müsste jetzt noch warm sein – ich geh das gleich mal testen.
Mit dem Bus fuhren wir dann nach Hause. Dieser wurde dann von Station zu Station voller und voller. Katrin bekam auf ihrem Sitz schon fast Platzangst und atmete flach. Da merkt man das Autofahrerkind von damals. Ich als altes Busfahrerkind der Stadt Rostock weiß wie voll Busse werden können. Zu DDR Zeiten gingen meist mehr Fahrgäste in den Bus, als der Fahrgastraum Platz bot und zählte damit als erste Partnervermittlungsstätte.
Jetzt hat es, wie auch vorhergesagt, endlich mal wieder geregnet, reicht aber weitem nicht aus. Damit hatten wir unsere Zeit super eingeteilt und waren pünktlich zu Hause. Morgen soll es wieder unbeständig werden. Mal schauen was wir machen werden. Auf alle Fälle einen Schongang einlegen. Liebe Grüße in die Heimat..

Eure Sandsteinjäger 

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