Also stapften wir nach einem kräftigen Morgenregen den sagenumwobenen Täppigtsteig (in Komoot steht er als Täppichtsteig) hinauf. Jedes Mal fragen wir uns: Was bedeutet eigentlich „Täppigt“? Klingt wie ein Teppich, den man ausrollt – aber steil. Vielleicht ist es auch einfach sächsisch für „Hoch da mit euch, ihr Wandersleut!“. Die Antwort bleibt mystisch, aber die Aussicht war es definitiv wert.
Mit frischen 12°C und einem Wind, der uns fast die Mütze vom Kopf pfiff, ging’s los. Die Sonne lugte schüchtern hervor, die Wolken verzogen sich langsam – außer an den Berghängen, wo sie offenbar Urlaub machten. Während der Winterberg noch in Nebel gehüllt war, präsentierten sich die Schrammsteine schon in voller Pracht. Ein Naturkino vom Feinsten.
Durch Kleinhennersdorf ging’s am Wildgehege vorbei, Richtung Papststein – aber halt! Der war gar nicht unser Ziel. Stattdessen bogen wir auf einen kleinen Pfad zur Hunskirche ab. Dort gab’s eine wohlverdiente Kaffeepause und einen kleinen Mittagstisch. (Kaffee + Aussicht = Glücksformel.)
Frisch gestärkt ging’s weiter zum Königsteiner Weg, der uns – nach spontaner Routenbesprechung – wieder zum Kleinhennersdorfer Stein führte. An der Kreuzung Suppelsgrund entschieden wir uns für den Pfad „Der Kessel“. Und ja, hier bist du wirklich allein. Ein Märchenwald wie aus dem Bilderbuch, mit Wegen, die Geschichten erzählen.
Der Pfad endete nahe der Aussicht auf den KHS (Kleinhennersdorfer Stein – wir kürzen das jetzt einfach, sonst wird der Text länger als die Wanderung). Bei ordentlich Wind und bester Aussicht gab’s nochmal heißen Kaffee und einen neuen Plan: rüber zum Kohlbornstein. Doch die Uhr war gegen uns, also nahmen wir den Abstieg durch die Formschlucht – was auch immer dieser Name bedeuten mag. Klingt nach Yogaübung, war aber einfach urig und schön.
Zurück in Kleinhennersdorf suchten wir Unterschlupf bei der Feuerwehr – nicht wegen eines Brandes, sondern wegen der nächsten Regenfront, die mit dramatischer Wolkenkulisse heranrollte. Regensachen an, raus – und zack, der nächste Schauer. Also wieder zurück unter die Überdachung. Nach fünf Minuten: Sonne! Und die begleitete uns bis zur Liethenmühle, wo wir unser Abendbrot frühzeitig begannen. Forelle und „Au foir“ – wie immer, perfekt.
Nach einem kurzen Smalltalk mit dem Wirt ging’s mit einer letzten Regenpause bis Krippen hinunter. Ende des Urlaubs. Die Wanderschuhe dürfen jetzt ruhen, die Erinnerungen nicht.
Ein kleines Fazit folgt in den nächsten Tagen – aber eines steht fest: Tschüss Krippen, du warst wild, nass und wunderschön..Eure Sandsteinjäger