Heute waren wir noch früher aufgestanden, denn der frühe
Vogel hat eine Uhr. Auf der stand die Weckzeit 7.00 und Zugabfahrt 8.53 ab Bad
Schandau. Für einige von Euch mag es Blödsinn sein, aber wir wollten und
mussten. Zum einen waren es heute Temperaturen um die 30° und zum anderen die
einzige und verfrühte Zugabfahrt auf Grund der Baustellen rund um Bad Schandau.
Die zweite Abfahrt war dann gegen halb zehn vom Busbahnhof in Königstein. Von
hier ging es mit dem Radbus weiter nach Rosenthal und dort sollte unser
heutiges Abenteuer beginnen. Die Bustour war eine Qual. Gefühlte 100 Kinder in einem viel zu kleinen Bus, mit den aktuellen Gerüchen, bei einer Fahrt durch eine Saunalandschaft mit 1000 Kurven.
Hier wo der Radbus heute hielt war sonst schon die Hälfte
unserer Tour zum Hohen Schneeberg geschafft, also hatten wir noch ordentlich
Kraft für den heutigen Tag. Langsam und gemächlich ging es bergauf. Um nicht
die ganze Zeit durch Sonne und über Asphalt zu brettern, kürzten wir gleich mal
ab und surften über einen kleinen flowigen Trail.
Wie immer ging es vorbei an der alten Polizeistation,
Hundegebell, Restaurants und Hotels bis zur Kreuzung „Auffahrt zum Hohen
Schneeberg“. Triefend erreichte ich den ersten Pausenplatz und wartete auf
Katrin, die fleißig schob und auch mal fuhr. Nach der ersten Trocknungsphase
und dem Vorbeilassen der Massen, die alle auf den Berg wollten, ging es dann
weiter bis zur nächsten Pause, der „Dresdner Aussicht“. Die Sonne brannte uns
auf den Schädel, aber es war immer noch angenehm. Nach einer kleinen Pause
unternahmen wir den Endspurt zur Spitze. Der Turm war uns heute egal, denn wir
wollten den Trubel umgehen und bogen gleich rechts ab zu den malerischen
Aussichten. Endlich Mittagspause. Das hatte wieder geschmeckt. Wir genossen die
Sonnenstrahlen in der Mittagshitze. Es war wunderschön. Langsam machten wir uns
für die Abfahrt über den Trail des Plateau fertig und fuhren zurück zur „Dresdner
Aussicht“ und dann wieder hinab zur Kreuzung. Es ging weiter in den Ort hinein
und weiter unseren Radweg in Richtung Jilove. Plötzlich hielt ein fetter Audi
neben uns. Anfangs dachte ich, dass mich jetzt zwei Touris nach dem Weg fragen,
aber weit gefehlt. Auf tschechisch bekam ich eine Frage gestellt. Da kam das
Wort Jilove drin vor und das war die Stadt unterhalb des Schneebergs. Da konnte
ich gut helfen, denn ich hatte die ganze Zeit vom Berg aus auf die Stadt
gestarrt. Da wollen die hin. Verwundert schaute er mich an als ich wusste was
er meinte und den zweien auch zeigen konnte wo es denn nun lang geht.
Ab ging
es für uns dann bergab mit 40 Sachen bis nach Maxdorf hinein. Wir bekamen fast Frost an den
Füßen. Ab Maxdorf ging es über den Waldweg zum Böhmischen Tor. Ein schöner
langer Pfad der ins irgendwo führte. Links und rechts ein Wiesenwald und
entgegen kamen uns auf diesem Pfad ein Familie mit einem Anhänger der dauernd
aufsetzte. Der war absolut nichts für diese Gegend.
Endlich waren wir da – Aufstieg zum Zschirnstein. Ja der
musste jetzt auch noch sein. Mit mehr als 560 Meter hat man hier noch
ordentlich zu strampeln. Ich half Katrin teilweise beim schieben. Nach einer
knappen Stunde hatten wir es geschafft und machten es uns an der Aussicht
gemütlich. Wir hatten noch etwas Proviant für uns und Katrin hatte plötzlich
ihre Trinkblase leer gemacht. Zu gestern war dies ein riesiger Fortschritt,
denn da hatte sie kaum die Hälfte geschafft.
Nun ging es auch mal wieder abwärts. Katrin spielte die
Kamerafrau und filmte die Abfahrten über Steine und Geröll. Es ging weiter
durch Kleingießhübel und direkt zum Essen. Wir hatten riesigen Hunger
mitgebracht aus der Natur.
Morgen aber geht es etwas ruhiger zu, denn heute waren wieder 40 Kilometer auf der Uhr.
Eure Sandsteinjäger