Heute begann die erste Radlertour mit unseren Neulingen. Es
sollte uns in die Richtung des Liliensteins ziehen. Über Rathmannsdorf und
Porschdorf ging es dann hinauf über die Wiesen zum Bockstein. Sonne pur und Rückenwind
waren unsere Begleiter. Er half uns die schwierigen Passagen besser zu
meistern. In den geschützten Ecken war es sehr warm. So ging es los mit „Jacke
aus“, dann fingen die Mädels wieder an zu frieren an „Jacke an“. Ich kannte das
Schauspiel weil es nicht das erste Mal ist. Das Schlimme daran war, dass sie
nie ein Mittelmaß gefunden hatten. Egal, mir selbst war warm und das war auch
gut so. Dabei sollte es auch bleiben.
Oberhalb Porschdorfs fanden wir uns wieder auf einer
riesigen Fläche unterhalb des Brand´s mit einer der schönsten Aussichten. Den
Lilienstein hatten wir nun schon fest im Blick, doch es war noch eine kleine
Strecke zu fahren. Bis Waltersdorf war es nicht mehr weit. Schnell noch die
Straße entlang. Aber halt. „Schnell“ wäre gut gewesen. An eine Durchfahrt war
gar nicht zu denken. Der Schrumpelampfelbaum direkt an der Straße hatte es
Nette angetan. Sie pflückte sich einen ganzen Beutel voll. Der Baum an sich sah
nicht mehr so gesund aus. Es werden seine letzten Jahre werden, sofern er nicht
vorher von einem Schneeräumfahrzeug weggeräumt oder vom anliegenden Grundstücksbesitzer
abgesägt wird.
Wir hatten es geschafft dann weiter ohne nennenswerte
Aufenthalte durch Waltersdorf durchzukommen und in Richtung Lilienstein zu
fahren. An der nächsten Gartenkolonie nahm ich mir erstmal Zeit einen
schmackhaften Apfel aus einem verlassenen Garten zu räubern. Hier konnte ich
ohne schlechtes Gewissen und mit Bedacht an meine Gesundheit kraftvoll zu
beißen. Bei dieser kleinen Pause bemerkten die Mädels (Nette und Gitti) das wir
bereits die Hälfte der Strecke hinter uns. Die fanden das gar nicht gut. Es
fehlte an Anspruch? Sie waren noch nicht geschafft? Upps. Wir wollten doch
erstmal sehen wie sie sich anstellten. Hauptsächlich beim Fahrrad schieben
scheint etwas Training abgebracht. Das mussten wir erstmal beobachten. Und wir
müssen sagen, dass sich die Mädels tapfer geschlagen haben. Schön geschoben ist
halb gefahren.
Dann kam die tolle Abfahrt bis runter an die Elbe. Ich sah
die tollen Gesichter als sie hinunter kamen. Das hatte Spaß gemacht. Schon
waren wir unten an der Elbe. Nun ging es den Radweg bis Halbestadt und dann
weiter bis Bad Schandau.
Kurz vor Prossen kommen noch zwei schöne Kanten. Ich hätte
nicht gedacht, dass alle diesen Hügel schaffen würden. Zwar mit Hilfe von „Schieben“,
aber oben ist oben.
Als wir dann Rathmannsdorf durchfahren hatten und Schandau
in Sicht kam, meinten Gitti und Nette das wir noch was anderes machen könnten.
Katrin schlug dann vor: Hoch zur Ostrauer Scheibe weiter über den Wenzelweg, an
der Wildwiese links ab und wieder runter ins Kirnitzschtal. „Tja, schaffen
vielleicht – aber wie?“ meinte ich. Am Ende brechen uns die zwei noch durch und
es war die letzte Tour. Zudem wollen sie morgen in die große Stadt zum shoppen.
Die kommen nie wieder mit uns mit. Es wurde also vertagt. Stattdessen haben wir
uns darauf geeinigt das wir eine Zusatztour mit dem Rad machen werden und eine
Wandertour verwerfen. Wohin die gehen wird wissen wir schon.
Bevor wir heute jedoch noch nach Hause kamen, musste
Nettchen noch einkaufen. Um Himmelswillen – und jetzt kein Auto dabei. Sie kam
mit Beuteln und Tüten wieder raus als hätte uns zu morgen das gesamte Frühstück
gefehlt. Marschverpflegung für eine Woche. Dabei wollte sie nur 1x Cola und 1x
Schwarzbrot holen. Die Massen wurden dann schnell auf 3 Bikes verteilt (ich hab
ja nix zum tragen) und rüber ging es nach Krippen.
Danach schlupften wir in unsere Ausgehsachen und gingen
wieder in Schandau fett essen.
Toller Tag und tolle kurze Tour. 23 Kilometer.
Viele Grüße der sonnenverwöhnten Sandsteinjäger