Der Wecker klingelte. Zum Aufstehen noch zu früh, viel zu
früh. Ich drehte mich einfach um. Ich spürte meine Beine. So langsam war es
doch zu viel. Wir hätten viel früher einen Wandertag einlegen sollen, um unsere
Beine besser belasten zu können. Jetzt haben wir die Bescherung. Katrin
scheuchte mich um viertel zehn aus der Koje. Nach langem hin und her konnten
wir uns dann doch auf eine Wanderung einigen. Eigentlich wollten wir ja noch
mit dem Rad los, aber so rechte Lust hatte ich gar nicht. Stattdessen
verschoben wir unsere Pläne auf das nächste Jahr und planten eine Kurzwanderung
für heute.

Es ging durch das Kirnitzschtal in Richtung Ostrauer Mühle.
Hier führte uns der Weg in Richtung Wenzelweg. Wir liefen an der Ostrauer
Scheibe vorbei und kreuzten den Fahrradweg, den wir immer als Einsteigertour
nutzten. Wir kamen dem Falkenstein immer näher. Man spürte schon seine Macht
die er von weitem zeigt. Vor Jahrtausenden war fest mit Schrammstein massiv
verbunden. Welch Kraft muss er besitzen, sich von einem solch Massiv nur durch
Wind und Wasser trennen zu lassen. Wir nahmen einen Bergsteigerpfad, welcher
einmal rundherum um das Massiv führt. Viele Kletterer konnte man beobachten.
Einige Rückkehrer berichteten von einer unerträglichen Hitze auf dem
Falkenstein. Im Schatten hatten wir an verschiedenen Punkten bis zu 37°. Selbst
im Wald hatte der Schatten keine Kühlung verabreichen können. Im Gegenteil, die
Schwüle teilte ordentlich aus.

Wir aßen unser Brot und marschierten dann in Richtung
Schrammtor. Von hier ging es dann den „Obrigen Steig“ zur Aussicht auf die Elbe
und dann weiter hinab. Wir querten die Straße und gingen hoch in Richtung
Schrammsteinbaude und weiter wieder hinauf. Wir wollten heute zur Emmabank und
den Blick auf den Winterberg zum ersten Male sehen. Welch toller Ausblick,
welch ruhige Ecke. Nach einer ausgiebigen Pause wanderten wir weiter nach
Ostrau. Wir besuchten das Bergcafé mit seinem schönen Ausblick, der noch
schöner hätte sein können wenn ein paar Bäume weniger den Hang säumen würden. Das
Café selbst hatte nach dem Aussehen her seine besten Tage in den 50ern gehabt. Die
Bedienung jedoch und das Essen waren eine Topangelegenheit. Die Sonne drückte
weiter, obwohl es schon längst Nachmittag war. Wir verdrückten uns wieder in
den Wald und schlenderten die Pfade hinab bis zur Kirnitzsch. Im Kurpark endete
so unsere kleine Wanderung die sage und schreibe wieder mal 16 Kilometer in
sich hatte. Nicht weit aber ein ewiges auf und ab, sowie die schweren Beine
waren heute das, was uns begleitete und uns zu schaffen machte. Heute jedoch
taten uns nur die Füße weh. Die Erholung ist gekommen.
Eure Sandsteinjäger