Freitag, 26. Juli 2013

Falkenstein 38°


Der Wecker klingelte. Zum Aufstehen noch zu früh, viel zu früh. Ich drehte mich einfach um. Ich spürte meine Beine. So langsam war es doch zu viel. Wir hätten viel früher einen Wandertag einlegen sollen, um unsere Beine besser belasten zu können. Jetzt haben wir die Bescherung. Katrin scheuchte mich um viertel zehn aus der Koje. Nach langem hin und her konnten wir uns dann doch auf eine Wanderung einigen. Eigentlich wollten wir ja noch mit dem Rad los, aber so rechte Lust hatte ich gar nicht. Stattdessen verschoben wir unsere Pläne auf das nächste Jahr und planten eine Kurzwanderung für heute.
Es ging durch das Kirnitzschtal in Richtung Ostrauer Mühle. Hier führte uns der Weg in Richtung Wenzelweg. Wir liefen an der Ostrauer Scheibe vorbei und kreuzten den Fahrradweg, den wir immer als Einsteigertour nutzten. Wir kamen dem Falkenstein immer näher. Man spürte schon seine Macht die er von weitem zeigt. Vor Jahrtausenden war fest mit Schrammstein massiv verbunden. Welch Kraft muss er besitzen, sich von einem solch Massiv nur durch Wind und Wasser trennen zu lassen. Wir nahmen einen Bergsteigerpfad, welcher einmal rundherum um das Massiv führt. Viele Kletterer konnte man beobachten. Einige Rückkehrer berichteten von einer unerträglichen Hitze auf dem Falkenstein. Im Schatten hatten wir an verschiedenen Punkten bis zu 37°. Selbst im Wald hatte der Schatten keine Kühlung verabreichen können. Im Gegenteil, die Schwüle teilte ordentlich aus.
Wir aßen unser Brot und marschierten dann in Richtung Schrammtor. Von hier ging es dann den „Obrigen Steig“ zur Aussicht auf die Elbe und dann weiter hinab. Wir querten die Straße und gingen hoch in Richtung Schrammsteinbaude und weiter wieder hinauf. Wir wollten heute zur Emmabank und den Blick auf den Winterberg zum ersten Male sehen. Welch toller Ausblick, welch ruhige Ecke. Nach einer ausgiebigen Pause wanderten wir weiter nach Ostrau. Wir besuchten das Bergcafé mit seinem schönen Ausblick, der noch schöner hätte sein können wenn ein paar Bäume weniger den Hang säumen würden. Das Café selbst hatte nach dem Aussehen her seine besten Tage in den 50ern gehabt. Die Bedienung jedoch und das Essen waren eine Topangelegenheit. Die Sonne drückte weiter, obwohl es schon längst Nachmittag war. Wir verdrückten uns wieder in den Wald und schlenderten die Pfade hinab bis zur Kirnitzsch. Im Kurpark endete so unsere kleine Wanderung die sage und schreibe wieder mal 16 Kilometer in sich hatte. Nicht weit aber ein ewiges auf und ab, sowie die schweren Beine waren heute das, was uns begleitete und uns zu schaffen machte. Heute jedoch taten uns nur die Füße weh. Die Erholung ist gekommen.
 
Eure Sandsteinjäger