Sonntag, 6. Juni 2010

Weg ohne Ziel

Na ja, ein Ziel gab es heute schon und das war das eigene Heim. Aber über welchen Weg sollte dies heute geschehen. Zur Auswahl standen heute ein Weg über Retschow der durch das Heidenholz führt, sowie der Weg durch den Hütter Wohld am Brückenteich vorbei. Die Route wollte ich kurzfristig ändern bzw. neu bestimmen – „Bitte biegen sie rechts ab“ oder „Bitte wenden“. Ich war mein eigenes Navi. Selbstbestimmung ist das Schlagwort. Warum nicht mal wieder selber Entscheidungen treffen? Auch wenn man sich verfahren hat – weiter geht’s, irgendwo muss ja Schluss sein. Irgendwo endet der Weg und wenn es in einer Sackgasse ist.
So zog ich von dannen und obwohl die Temperatur bei 22° C lag, erfrischte mich der Wind sehr. Anfangs war es sogar unangenehm kühl auf der Haut. Doch in den Sonnenbereichen konnte ich mich dann wieder aufwärmen.
Heute, so dachte ich, wird keiner meinen Weg kreuzen. Da lag ich aber richtig falsch. Den Anfang machten 2 typische Hundegassigeher, die den 5 Meter breiten Weg für sich und 3 ihrer pinkelnden Freunde brauchten und sich später für die Ausbremsung entschuldigten. Auf selber Strecke dann ein paar Rad-Ausflügler die sich richtig quälten den Plattenweg im Wohld hinauf zu kommen. Da ich mal wieder den Anfang zu stark angegangen war, pustet ich schon sehr, und kam der kleinen Kolonne aber zu schnell nahe. Ich wollte diese erst auf einer Geraden überholen. Doch ehe ich mich versah schoben die ersten, die Anderen wurden daraufhin langsamer, dann sprang der Eine wieder auf. Ruck-Zuck saß ich denen schon im Nacken und das kurz vor dem Fuße eines Berges. Jetzt oder nie. Bevor wieder einer vom Rad springt und ich dann vielleicht drüber fahren müsste, zog ich jetzt mit aller Macht vorbei bzw. ich holte den benötigten Schwung. Der Puls sprang schon in den 160er Bereich – gleich wird Schluss sein – ich fühlte es schon im Oberschenkel – zu wenig Sauerstoff – und das am Berg. Endlich war ich dabei vorbei zu ziehen. Ich musste nun weitermachen bis ich um die nächste Ecke war, dann konnte ich erst wieder durchschnaufen. Das hatte oben angekommen viel Kraft gekostet. Dann waren auch schon die ersten Fußgänger zu sehen, die im Familienschritt (Vadder stapft voraus und Mudder hält die artigen Kinder in Schacht) meinen Weg kreuzten. Jedenfalls war kein Grund zum klingeln mehr, denn die hatten mich auf Grund meines Schnaufens schon früh bemerkt und machten artig für mich Platz. Ich jedoch bog rechts ab und verschwand in der Waldidylle so schnell wie sie mich auch bemerkt hatten. Danke... *grins*
Weiter ging es in Richtung Brückenteich wo die bösen Tiere gehaust hatten. Schon von weiten sind die Spuren der Eisentiere zu erkennen, die sich Tag für Tag durch den Wald kämpfen und mehrere Tonnen Holz pro Tag als Nahrung brauchen. Zeit zum freiwilligen Absteigen oder zum „Aufdiefressepacken“. Immer weiter ging es in den Wald, immer tiefer in das Gehölz, immer entfernter aus dem Gebiet der Eisentiere. Schnell schlängele ich mich über die 20 cm breiten Wege der Biker und finde mich gut zurecht. Irgendwann kreuze ich den Ivendorfer Weg und den Totenweg. An letzterem kurze Fotosession und ein Blick in die Runde: da, tatsächlich haben sich hierhin welche verirrt. 

Etwa 150 Meter von mir entfernt fuchtelten die Beiden mit der Radwanderkarte umher und zeigten in alle Himmelsrichtungen. Das ist ne ernste Sache dachte ich, überlegte kurz und fuhr den zwei Profis entgegen. Ich malte mir schon aus das es Sachsen sind, obwohl die bei diesem Wetter eher am Strand sind als im Wald. Als die Beiden dann mich fragen wollten, bot ich schon meine Hilfe an, denn wer sich im Hütter Wohld verirrt, fährt am besten die gleiche Strecke zurück und versucht es anders oder gar nicht. Der erste Blick: Voll ausgestattet und teurer Trekkingräder, alles dabei was man als Radwanderer haben muss. In guten 10 Minuten erklärte  ich den zweien den Wohld und den Weg nach Ivendorf, inkl. Umleitung bei Staugefahr und auf welche Baustellen zu achten ist. Alles Weitere wollte der Typ, der auch bei Rose.de bestellt, dann so machen wie ich gesagt hatte. Zudem sprachen die Beiden auch ein gutes Hochdeutsch. Das war dann natürlich eine tolle Erkenntnis für den Tag, nichts falsch gemacht zu haben.
Langsam und schnell näherte ich mich dem Ausgang des Wohlds, zog über die frisch gemähte Althöfer Wiese. Zum Schluss lockte noch einmal wieder das Cepelingehölz. Der Spurt führte mich zum Bahnhof, durch die Wiesen und dann nach Hause.

15 schöne Kilometer in 1 Stunde Fahrzeit.

Ein Sandsteinjäger mit neuem Logo