Donnerstag, 3. Juli 2014

Symphonie des Grauens in Reihe 13

Nachdem es ja nun heute (ich schreibe im „Jetzt“ obwohl es schon „gestern“ war) etwas für das Gemüt werden sollte, hatten wir vor dem Theater eine Wanderung geplant. Wir wollten von Walthersdorf, da hatten wir dann auch unser Auto stehen lassen, zur Kleinen Bastei und dann zum Lilienstein wandern. 15 Kilometer in 4,5 h, dazu 600 Höhenmeter schien für uns auch machbar. Es war zwar warm, aber immer noch angenehm. Es ging vorbei an der Pferdewiese. Hier standen die Pferde für das abendliche Kulturprogramm der Felsenbühne und warteten auf Ihren Einsatz. Wir wanderten also zur Kleinen Bastei und dann hinunter nach Rathen. Von hier aus mussten wir den ganzen Weg zurück über den Kotteweg und später durch den Lottersteig hinauf zum Fuße des Lilienstein. Der Lottersteig trägt seinen Namen in aller Ehre. Unsere Frühstückspause nahmen wir dann mit Blick auf den Brandrücken. Jetzt begann der harte Teil, der Aufstieg über die Nordseite auf den Lilienstein. Katrin hatte da aber mächtig zu tun, nicht mit der Luft, sondern mit der Höhe. Das ist schon sehr eigenartig, denn beim letzten Male lief sie hier noch umher. An der Baude nahmen wir dann jeder eine Eisschokolade zu einem wahnwitzigen Preis. Egal, die Abkühlung tat dann etwas gut und wir begannen nach der kleinen Rundumwanderung auf dem Stein den Abgang über die Südseite und wanderten dann wieder in Richtung Walthersdorf. Hier wurde sich am Auto noch mal frisch gemacht und umgezogen. Es ging dann nach Rathen hinein. Hier durften wir dann wieder zu Abendbrot essen. Katrin wurde mit ihrem Wildgulasch nicht satt und knallte sich dann auch noch einen überbackenen Camembert auf die Rippen. Vorweg der halbe Liter. Satt war sie immer noch nicht, aber es geht so. Eine Wurst würde sie vielleicht noch vertragen können. Es war aber auch wirklich etwas wenig, wenn man die Portionen betrachtet. Wir machten uns auf zur Freilichtbühne. Es lief das Musical Dracula und ist wirklich empfehlenswert. Vielleicht sollte man aber etwas Vorwissen über die gesamte Geschichte mitbringen, oder sich das übliche Programmheft kaufen. Spät am Abend, es war schon dunkel, zogen wir dann in Richtung Parkplatz Walthersdorf zurück. Wir waren da nicht die Einzigen, die so nach Rathen gekommen waren. Der Rest fuhr aber mit der Fähre, also die allabendliche Prozedur – Fähre, drängeln, S-Bahn oder Auto, dann vom Parkplatz herunter kommen etc.
Das Stück war sehr gut, aber wenn die Schulklassen mit wirklich halb verblödeten Kindern auftaucht, die wirklich nicht wissen wie ein C aussieht und sie meinen sie sitzen in Block F oder Sätze benutzen wie: „der hat voll die scheiße Gesischt, mit so seine Pickel über der Auge“, oder „guck macht der jetzt voll die Prozess“. Dürfte man die Note 7 vergeben, er hätte sie sicherlich bekommen. Da hülft och keen Nachhilfeassi. Die Pfeifen waren aber zum Ende des Stückes ziemlich unruhig, wahrscheinlich mussten sie ins Bett oder die Windeln sollten gewechselt werden. Am Besten war die Szene hinter uns in Reihe 13 als einer meinte er könne die Multiplikation der 9 auswendig. Hammer, und fing auch an 9, 18, 27 … usw. (das war noch vor dem Stück) und stellte dabei originelle Dinge fest. Der  Clown M. fragt dann: „wass isch dass, eh was willst du“, der gut wesentlich bessere T. erklärte ihm die Situation, da sprach ein anderer Schüler S.: „eh 9 mal 17“, sein Nachbar M. rechnete nun auch und als die anderen Deppen die Frage wieder vergessen hatten, rechnete, nein, zählte M. immer noch. Böse kam eine Antwort von ihm als man ihn störte: „was störst du allder, bin schon bei 133, lass misch“. Soll ich euch was sagen, ich dachte er schafft es bis zum Ende der Vorstellung, aber mittlerweile hatte er es auch schon wieder geistig verdrängt und war dabei sich an einer Tüte Pistazien zu verschlucken.

In dem Sinne, esst langsam und lasst die 17 gerade sein.
Eure Sandsteinjäger