Heute haben wir es tatsächlich etwas ruhiger angehen lassen. Nach dem gestrigen Garteneinsatz wurde erst einmal ausgeschlafen. Anschließend gab es ein ausgiebiges Frühstück – genau so, wie sich das im Urlaub gehört.
Dann stellte sich die große Frage:
Wo soll's heute hingehen?
Nach kurzer Beratung stand der Plan fest: Mit dem Personenaufzug hinauf nach Ostrau und von dort eine schöne Runde über die Ostrauer Scheibe bis zur Hohen Liebe und anschließend hinunter zum Flößersteig.
Kaum waren wir ein paar Schritte auf dem Weg zur Fähre unterwegs, durfte ich allerdings schmunzeln. Vorgestern hatte ich mich ja bereits mit meiner Vergesslichkeit zum Affen gemacht – heute war Katrin an der Reihe.
Plötzlich blieb sie stehen.
„Mein Handy...“
Also wieder zurück.
Kaum war das Handy eingesammelt, kam der nächste Geistesblitz:
„Das heiße Wasser!“
Also nochmals zurück, Wasserkocher an, Thermosflaschen gefüllt und anschließend im Eiltempo wieder hinunter zur Fähre.
Ich musste schon ein wenig grinsen. Geteiltes Leid ist eben halbes Leid.
Mit der Fähre ging es nach Bad Schandau und weiter zum Personenaufzug.
Am Aufzug angekommen, trafen wir auf den Herrn des Aufzugs. Nach seiner Art zu urteilen, war er nicht nur der Wächter, sondern vermutlich auch Hausmeister, Geschäftsführer, Chefingenieur und Mitkonstrukteur in Personalunion. Entsprechend bestimmt erklärte er uns, dass unsere Wochenkarten hier selbstverständlich nicht gültig seien. Es folgte ein ausführlicher Vortrag darüber, wer der Betreiber sei, warum das so wäre und überhaupt...
Wir zwei zückten kurzerhand die Handys, riefen die Tarifinformationen auf und zeigte ihm schwarz auf weiß, dass unsere Wochenkarten sehr wohl auch für den Aufzug gelten.
Mit Katrin ist da nicht zu spaßen. Und die Friedenspfeife hatte Katrin bestimmt nicht dabei.
Der gute Mann wurde plötzlich ganz ruhig, schaute noch einmal durch seine Luke und meinte schließlich:
„Da muss ich mich wohl mal informieren.“
Na bitte.
So konnten wir doch noch unsere – nicht gerade günstigen – Wochenkarten sinnvoll nutzen.
Oben angekommen ging es über die Ostrauer Scheibe in Richtung Hohe Liebe und später hinunter zum Flößersteig.
Heute war die Hitze allerdings eine echte Herausforderung. Es war gar nicht einmal extrem heiß, aber die Luft stand förmlich im Wald. Schon nach kurzer Zeit war uns beiden ins Gesicht geschrieben, wie warm uns inzwischen geworden war.
Zum Glück hatte ich Wechselklamotten dabei.
Man schleppt ja schließlich gern zusätzliches Gewicht durch die Sächsische Schweiz...
Nachdem wir den Garten in Krippen gestern praktisch in einen vorzeigbaren Zustand versetzt hatten, gab es dort heute natürlich nichts mehr zu tun. Also blieb uns nichts anderes übrig, als wieder wie die Bekloppten durch die Sächsische Schweiz zu marschieren. Rauf über die Steine, runter über die Steine und immer in der Hoffnung, dass wenigstens die Bremsen und Mücken heute mal frei haben würden. Pustekuchen – die warteten offenbar schon auf uns.
Es gibt wirklich kaum etwas Schöneres, als bei sommerlichen Temperaturen mit einem 9-Kilo-Rucksack, einer Kamera samt dem größten Teleobjektiv meiner Sammlung und komplett durchgeschwitzten Klamotten durch den Wald zu stapfen. Zwischendurch immer die Hoffnung, dass hinter der nächsten Kurve endlich ein kühles Lüftchen wartet – Fehlanzeige.
Als wäre das noch nicht genug gewesen, mussten wir am Ende der Tour natürlich auch noch der Kirnitzschtalbahn hinterherrennen.
Warum gemütlich zum Bahnhof laufen, wenn man die letzten Reserven auch noch in einen Zielsprint investieren kann?
Geil... einfach geil!
Nach rund 11 Kilometern war dann endgültig Feierabend.
Denkste. Einmal die Straße überquert und schon blieb sie stehen, nein nicht die Zeit, Katrin blieb an einem Sperrmüllhaufen stehen und wühlte darin rum. Aua, nicht schon wieder. Ich saß 20 Meter weiter weg und gehörte nicht dazu und schaute auch nicht hin. Irgendwann kam sie mit einem Lächeln im Gesicht und ihrer Ausbeute. Vom Räuchermännchen bis zum Modellauto.
Jetzt sind die Beine schwer, die Kleidung wieder trocken und wir freuen uns auf einen entspannten Abend.
Mal sehen, was der morgige Tag für uns bereithält. Erfahrungsgemäß endet ein geplanter Erholungstag bei uns ohnehin wieder ganz anders. Aber genau deshalb lieben wir unseren Urlaub.
Eure Sandsteinjäger