Mittwoch, 12. Juli 2017

Kaffee nur bei Sonne

Unsere eigene Vorhersage war besser als aller Onlineanbieter. Die kannst eh vergessen. In den letzten Tagen stimmte da gar nichts. Bis 12.00 Uhr sollte heute starke Bewölkung auftreten, dabei rechnete ich sogar mit leichtem Regen. So wurde unnötiges Zeug ausgepackt und wir nahmen unsere Regensachen mit etwas mehr Wechselwäsche. 
Wir fuhren wiedermal ein paar Stationen mit dem Bus. Wir wanderten durch das Polenztal. Durch die Regenfälle der letzten Tage war alles sehr aufgeweicht und glatt. Hinauf ging es dann durch den Wolfsschlucht auf den Hockstein. Oben empfing uns die Sonne und wir konnten unsere Wäsche trocknen. Eine ausgedehnte Pause ließ uns neuer Kraft verhelfen. Durch die Planänderung wanderten wir nun in Richtung Rathen über den Amselfall. Der Himmel zog sich zu, aber regnen wollte es noch nicht. Vorbei an der Rathewalder Mühle, die in einem unansehnlichen Zustand dort so vor sich stand und später am Amselfall, ließen wir das gute Wetter hinter uns und spazierten wetterfest in den Regen. Es sollte also doch kommen. Zwar 2 Stunden später, aber dann richtig. Wir waren indes richtig gut verpackt. Immer wieder kamen uns Menschen entgegen, die völlig überrascht waren. Bei einigen half der Regenschirm oder die wetterfeste Jacke. Andere mussten mit ihrem Strickpulli auskommen, der wahrscheinlich zum jetzigen Zeitpunkt so riecht wie ein nasser Hund. Wie ein Bernhardiner. Die Schuhe passend zum Pulli – Sandaletten. Da lief das Wasser auch gleich wieder raus und die Füße sind sauber. 
Nass von oben und unten waren auch die Besucher des Amselsees, die mit ihren Booten und Wassertretern auf dem See unterwegs waren. Teilweise versteckten die sich unter Bäumen und wollten abwarten. Das würde bei der Leihgebühr der Boote ganz schön ins Geld gehen, denn wir wissen wie lange es noch geregnet hat. Eigentlich wollten wir in Rathen noch ein Kaffee aufsuchen. Katrin hatte die Sucht nach Kuchen ausgesprochen. Viele Cafés waren überbesetzt oder gar geschlossen. Also ging es mit der Fähre in Rathen auf die andere Seite. Dort wollten wir unser Glück versuchen. Da „Geschlossen“, hier „Renovierung“. Das passt ja heute. Das letzte Restaurant vor der Bahn zog uns magisch an. Kaffeegedeck wurde angepriesen. Also nichts wie rein. Da der Starkregen nun allmählich nachgelassen hatte, wollten wir draußen unter einem Schirm sitzen. Wir machten uns es gemütlich. Nach uns trotteten ebenfalls durchnässte Wanderer ein, die nicht mit den dreckigen nassen Klamotten rein gehen wollten. Prompt kam der Kellner um die Ecke, schaute aus der Tür und meinte patzig: „Es regnet und es wird draußen nicht bedient.“ Da war er auch schon wieder weg. Ich glaub ich spinne. Da haben wir nicht lange überlegt und sind mit einer ebenfalls guten Bemerkung gegangen. Denn von seiner trockenen Umgebung zu unserer trocknen Umgebung waren es 3 Meter. Dazwischen leichte Tropfen feinsten Nieselregens. Wir waren nun ungefähr 20 Personen auf dem Deck. Pro Person ein Gedeck zu 5 Euro? Ich glaube es geht einigen schon wieder zu gut. Nicht ich bin auf Restaurants angewiesen, die Restaurants sind auf die Touristen angewiesen. Wenn ich eine Dienstleistung anbiete, kann ich diese nicht unterbrechen wenn das Wetter nicht passt. Sie werden platziert, aber nur bei schönem Wetter oder was? 
Wir sind dann ohne Kaffee und Kuchen zum Zug und dann nach Hause. Im Zug gabs ein Hanuta. Zum Abend ging es dann zum Essen in die Vereinsgaststätte. Hier ebenfalls. Die patzigste Kellnerin der Welt. Nur weil sie mit Stress nicht umgehen kann. Aber Hauptsache der Tag war gelungen und schön, trotz Regens.  
Eure Sandsteinjäger