Freitag, 8. Juli 2016

Ein Tag voller Highlights



Wieder war es mal einer dieser letzten Tage. Wie so oft wollten wir noch mal einen Knüller setzen, einen Schlusspunkt, einen richtigen Burner, einen Brüller. Ich wollte in das Khaatal, Katrin wollte nochmal in die Schrammsteine, genau gesagt über den Gratweg. Katrin hatte gewonnen. Der Aufstieg über den Obrigensteig bis zum Schrammtor war gar nicht so beschwerlich, obwohl wir schon jetzt über 110 Wanderkilometer auf dem Buckel bzw. an den Füßen hatten. 
Der Weg war ziemlich leer, dass wir dachten man könne heute mal in ruhigen Zügen den Gratweg genießen. Im Gegenteil, um so höher wir kamen, um so voller wurde es auf den Wegen. Hinauf über den Wildschützensteig im Kletterakt. Katrin ging schon jetzt die Muffe. Doch der Knaller sollte ja noch kommen. Heute ließen wir die Schrammsteinaussicht aus und marschierten gleich weiter. 
Nach kurzer Verschnaufpause ging es dann endlich los. Anfangs ziemlich schnell, kamen wir dann an die erste Schlüsselstelle für Höhenängstige. Auf den Gratweg selbst standen 6 oder 7 Rentner, die sich uneinig waren ob man hier weitergehen könnte. Einige waren bedient, denn es war denen zu hoch und zu gefährlich, standen aber immer noch dort und gingen weder vor noch zurück. Die angebliche Reiseleiterin hatte keinen Plan mehr und suchte vergebens ihre anderen zurückgelassenen Schäfchen. Wer jetzt wo war, wer wohin wollte und wenn es so weitergeht hier oben sterben möchte, war Katrin eigentlich scheißegal. Sie wollte nur durch. Eigentlich geht Katrin bei solchen Aktionen immer vor, damit ich den Abstand der hinteren Drängler immer sehr groß halte. Dann fühlt sie sich sicherer. Wir wurden dann angesprochen ob wir durchwollten, wurden aber dennoch nicht durchgelassen. Dabei machte ich dann den ersten Schritt und ging vor. Der Weg wurde immer noch „versperrt“ und es wurde sich immer noch gestritten ob es denn nun weitergeht oder wieder zurück. Plötzlich neue Fragen: „ Kommt man von hier auch nach Postelwitz?“ Sie hatten doch ihre Reiseleiterin dabei, aber ich meinte freundlich: „Ja sicher, aber sie müssen dann auch wieder ein Stück zurück, denn der Wildschützensteig ist eine Einbahnstraße.“ Katrin wollte schon sagen, dass man von hier auch an die Ostsee kommt. Endlich wurden wir nach einem weitern Zwist der Gruppe durchgelassen. Von der Reiseleiterin war keine Spur mehr zu sehen. Vielleicht war es auch sie, die Angst und die Hosen voll hatte. Katrin´s Adrenalinhunger war damit für heute gestillt. An der Aussicht zur Breiten Kluft vorbei gingen wir zum Domerker. Eine Aussichtsplattform die nur als Pfad gekennzeichnet ist und nicht ausgeschildert ist. Welch Vorteil. Hier verweilten wir wieder sehr lange. Diese Aussicht braucht sich echt nicht verstecken. Wieder mal ein Geheimtipp für uns. Hinab ging es über das Sandloch, die Katrin leider nicht mehr so Erinnerung hatte. Steil an einer Holzleiter, ein paar kleine Angstgriffe in der Wand und nur ein 1 Meter bis zum Abgrund. Auf dem Video sieht es schon sehr lustig aus wie Katrin die Leiter rückwärts nimmt und nach dem Ende sucht. Am Ende stand ihr wieder mal Schweiß auf der Stirn. Ha, das war der zweite Kick zum heutigen Tage, den sie eigentlich nicht mehr wollte. 
Nun begann ein kleiner Spurt. Nur noch 1 Stunde bis zur Vorführung und Ostrau war noch weit. Wir wollten zur Falknerei nach Ostrau, denn dort begann um 16 Uhr eine Vorführung über seine Falken, Kautze, Eulen und Steinadler. Wir hatten es pünktlich geschafft und es war nochmal ein Highlight am heutigen Tage und für jeden zu empfehlen. Am Ende des Tages hatten wir dann schon wieder mal einen neuen Tagesrekord zu verzeichnen. Mit exakt 16 Kilometern und wieder mal 600 Höhenmetern waren wir jedoch nicht so geschafft wie die Tage zu vor. Vielleicht lag es bei mir daran, dass ich die doppelte Tragebelastung nicht hatte.

Eure Sandsteinjäger