... und nie wieder könnte man sagen, sofern man mit dem Rad unterwegs ist. So ohne war dann die letzte und "leichteste" Tour dann auch nicht mehr. Gleich nach der Haltestelle Ulbersdorf, wo wir den Zug verlassen hatten, ging es wie so oft den ersten Hügel hinauf in den Ort Ulbersdorf. Dieser erstreckt sich zudem auch noch über mehrere Hügelketten. Ich fühlte heute zum ersten mal meine Beine. Anfangs dachte ich dass meine Bremse irgendwo schleift, doch es war meine Kraft die so allmählich dem Ende entgegen geht. In der Nacht zu heute bekam ich auch noch Magen-Darm-Krämpfe. Wahrscheinlich hatte ich mich gestern überfressen. Heute Nacht half mir noch eine Wärmflasche. Das heiße Wasser war so gut, dass ich meine Schmerzen gar nicht mehr spürte und ich mich dann auch wieder etwas strecken konnte. Egal, dass war heute Nacht. Auf der Tour war dann nicht mehr die Rede davon und ich kämpfte wie ein Tier unter wolkigem Himmel. Katrins Beine ließen heute auch schon nach. Zwar gab es keine Krämpfe, aber die Kraft fehlte am Ende gänzlich. Trotz dieser Voraussetzungen fuhren und schoben wir den nicht so gut ausgeschilderten Weg immer weiter hinauf zum Gickelsberg. Der Weg war ab Lohsdorf als Reitweg und als Rundweg ausgeschildert. Nach kurzen Fahrten ging es wieder hinauf. Jetzt kam auch noch die Sonne raus und bratzte uns von oben so richtig einen auf die Rübe. Boah - voll himmlisch und tierisch heiß. Die Sicht in die Ferne war dementsprechend grottenschlecht. Irgendwo auf der Karte und kurz vor dem Ziel hielten wir es für angebracht ein Päuschen zu machen, um den Angriff auf den Gipfel gestärkt aufzunehmen.
Ein Glück das wir etwas gegessen hatten. Auf einem Pfad zwischen Waldkante und Lichtung, getrennt durch einen Koppeldraht ging es später steil nach oben. Wenn ich schon mal steil in den Berichten erwähnt hatte, dann tut es mir Leid. Heute war steil auch richtig steil. Katrin wollte nicht, aber auf halben Wege nach oben "Nein" zu sagen ging dann auch nicht. Ich nahm mir ihren Bock und schob die 18 Kg nach oben. Katrin versuchte es mit meinem Bike. Als ich dann oben war ging ich zurück und holte Katrin mit Fahrrad ebenfalls ab. Endlich oben.
Die Sicht von oben war schön. Immerhin waren wir bei 414 Metern über HN angekommen. Leider war es sehr diesig und viele Berge konnte man nur noch als dunkle Flecken erkennen. Auch unseren gestrigen Schneeberg haben wir wieder gesehen. Wir aßen alles auf was wir an Proviant hatten und hatten schon bedenken wegen der "Abfahrt". Abschieb sollte man es nennen. Es ging leichter als Gedacht, zumal uns der Weg nun nicht mehr soweit vorkam. Ich hatte wieder Katrins Rad und fuhr dann auch den restlichen Teil des Berges hinab. Katrin schraubte wieder mal an meinem Sattel und fuhr mir hinterher. Sie bremste beim abfahren vorne wie hinten - abwechselnd. Später hatte sie mir erzählt das immer das Hinterrad hochkam und sie dann die andere Bremse benutzte. Bergab und vorne bremsen? Also wer diesen Kick braucht sollte sich am besten schon vorher ein paar Schmerztabletten reinpfeifen, damit der Schmerz dann gleich behoben werden kann. Endlich waren wir wieder am Fuße des Berges und hatten alles heil überstanden. Jetzt ging es durch den Ort Goßdorf hindurch und die Straße mit den 18% Gefälle hinunter. Was mich da wieder geritten hatte einem Touristentransporter im Windschatten zu folgen weiß ich bis jetzt immer noch nicht. Während der Transporter mit den zwei dicken Kindern dauernd bremste, kam ich immer dichter. Ich war teilweise sogar schneller und hätte überholen können, aber dann wäre der Windschatten futsch gewesen. Leider bog er später ab und wir zwei Radler fuhren nochmal an der Sebnitz lang. Es begannen die Beine schwerer und schwerer zu werden. Wir mussten noch nach Schandau rein und wollten einen Eisbecher essen, dann Wein und Fleisch kaufen. Als wir dann alles besorgt hatten, schaute Katrin auf die Uhr und meinte das die Fähre seit 3 Minuten weg sei. Die kriegen wir noch.
Also für die Unerfahrenen ist das so mit der Fähre: rechtselbisch hält die Fähre zweimal und linkselbisch einmal. Das heißt Krippen liegt links und Bad Schandau und Postelwitz liegen rechts. Die Fähre fährt von Bad Schandau nach Krippen (rechts nach links) und fährt dann gegenüberliegend nach Postelwitz (rechts) und dann wieder nach Krippen und dann zurück nach Bad Schandau.
Lange Geschichte kurzer Sinn. Wir also im Tempo nach Postelwitz, um dann mit der Fähre nach Krippen zu kommen. Katrin hatte ich dann noch gewaltig abgehängt. Sie war dann fix und fertig. Bei mir ging noch was - Fähre geschafft.
Sachen für die Heimreise sind dann gepackt. Jetzt gehts noch schnell zur Liethenmühle zum Abschlussessen.
Eure heimreisenden Sandsteinjäger
25 Km und 320 Höhenmeter