Donnerstag, 30. Dezember 2010

Fischers Fritze oder des Karpfens Schleudertrauma

Wie jedes Jahr war nun wieder die Zeit gekommen den alljährlichen Festtagskarpfen vom Fischer zu holen. Das Versprechen meiner Katrin blieb diesmal jedoch aus. Wir zwei wollten jedes Jahr den Karpfen mit dem Rad holen. In diesem Jahr hatte sie wohl Bedenken gegenüber der zugeschneiten Wege und wie Recht sie hatte. Ich zog also am Vormittag (gegen 12.00 !!!) los, um unsere Festtagsnahrung zu jagen oder besser nur zu sammeln. Jagen werden andere vor Ort. Ersteinmal musste ich auf der Straße fahren. Hier war es zwar etwas unsicher aber man konnte hier besser fahren als auf den ungeräumten Bürgersteigen. Ich kam dann ganz gut bis zum "Rad- und Wanderweg", welcher mich nach Hütten führen sollte. Normalerweise führt dieser Weg schnurgerade an der Wohnbebauung vorbei. Der begehbare Teil dieses 2,50 Meter breiten Radweges verlief in einer prächtigen Schlangenlinie und war nur noch 30 bis 50 cm breit. Mit großer Mühe kämpfte ich mich diese Huckelpiste entlang und hoffte auf ein schnelles Ende. Doch es kam schlimmer: Der Weg war zu Ende. Nur ein paar Fußspuren zeugten von den Versuchen hier hindurch zu kommen. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Plötzlich sah ich über diese Schneewehen jemanden mit seinen Langlaufski. Sagen wir mal es war mehr ein Versuch dort zu fahren. Also entschloss ich mich kurzum den Acker zu benutzen. Hier fuhr ich auf jeden Fall besser. Der Schnee lag hier zwar auch sehr hoch, jedoch gab es hier keine Verwehungen. Ich musste natürlich auch hier in einem von Menschenfuß geschaffenen Pfad entlang schleichen. Ich hatte es aber irgendwann geschafft auf den Hauptweg zum Bauerngehöfft zu kommen. Dieser tolle Bauer hatte hier eine Winterstraße geschaffen wie man sie sich als Autofahrer wünscht. Kein Salz, kein Matsch aber dennoch breit und super zum fahren. Hier konnte ich dann auch endlich loslegen. Jetzt wurde mir richtig warm. Angekommen beim Fischer im Hütter Wohld steckte ich mein Bike in den Schnee (Fahrradständer gabs ja nicht mehr) und suchte mir einen Todeskandidaten aus. Bepackt mit 1,5 Kilo Frischfleisch juckelte ich nun noch mal durch den Wald, denn jetzt einfach nur nach Hause wollte ich noch nicht. Also zeigte ich dem toten Genossen noch einmal die schöne kalte Welt. Ja kalt war es wirklich. Als ich losfuhr standen -11°C an der Anzeigetafel, aber ich empfand es nicht so schlimm. Gut eingepackt machte ich mich ans Werk und durchkämmte den Hütter Wohld. Fast angekommen an der Lieblingsrodelbahn so mancher Kinder aus der Gegend hörte ich sie schon kreischen (die Kinder). So kehrte ich noch mal kurz um und fuhr ungesehen zum Startplatz der Schreihälse. Die zwei machten ein Gesicht als hätten sie noch nie ein Fahrrad gesehen. In Ruhe stellte ich meinen Sattel tiefer und ließ meinen Gegner losfahren. Hinab ging es dann mit Volldampf dem Schlittenkind hinterher. Ich muss ehrlich gestehen, so schnell war der Schlitten dann doch nicht. Dem Karpfen war wohl auch ordentlich übel geworden, es gab noch mal ein kleines zucken von ihm und dann war Ruhe. 
Leider war es nicht die tolle Radtour geworden. Immer wieder musste ich absteigen oder wurde abgestiegen. Sobald der kleine Trampelpfad von mir verlassen wurde ging es in den Tiefschnee und von dort ging es meistens nicht weiter. Eigentlich wollte ich wieder die Wiese runterfahren. Doch hier war der Schnee so tief, dass es mir nicht mal gelang normal auf das Rad zu steigen und ein Stück zu fahren. Nach den Versuchen schaute in die Ferne und die Sonne schickte ihre Strahlen zur Erde, nur nicht zu dem Punkt wo ich gerade stand. Also ein Stück zurück und den Pilgerweg hinauf. So kam ich auch nach Althof. Dort oben endlich angekommen machte ich ein paar schöne Fotos, verschickte MMS und machte ein kleines Päuschen. So langsam wurden jedoch die Fußspitzen kalt. Ich nahm meinen Kumpel wieder auf die Schulter und dann ging es schnell hinab mit tiefem Sattel in Richtung Althof. Der Weg war hier nicht so schlecht wie eigentlich gedacht, jedoch kam ich nicht so recht in Schwung. Ich folgte dem Weg der ebenfalls nur schulterbreit war hinab ins Tal. Kurz vor dem Schafbauern verließ ich in unaufmerksamer Weise den Weg um ein paar Zentimeter und fuhr in ein paar Fußstapfen hinein. Bei dieser Geschwindigkeit kann das böse enden. Tja, das dachte ich noch und dann hob sich das Hinterrad langsam an. Trotz blitzartiger Gewichtsverlagerung und einer Vollbremsung ließ sich jetzt nicht mehr viel machen. Das Vorderrad steckte tief im Schnee. Jetzt drückte ich mich selbst zur Seite weg, um nicht direkt über den Lenker zu gehen. Zack. Der Karpfen und ich rutschten noch zwei Meter durch den Schnee. Das blöken der Schafe hatte ich dabei völlig überhört, nein ich hatte es ignoriert. Ich schaute mich um. Keiner hatte es gesehen. Apputzen, aufsitzen ohne nach dem Karpfen zu schauen. Der sollte jetzt wirklich tot sein. Zumindest hatte er sich noch eine Gehirnerschütterung geholt. Ohne weitere Umwege zog es mich gen Heimat und ich war froh endlich wieder in der Wohnung zu sein. 

Ich wünsche Euch allen (Katrin natürlich auch) einen guten Rutsch ins neue Jahr. Gruß Christoph

Montag, 6. Dezember 2010

Eiszeit

Endlich hat der Tag begonnen an dem ich wieder mit dem Team fahren werde. Dazu Schnee und frostige Temperaturen die mich heute erwarten werden (Heute = 03.Dezember). Der Weg zum Treffpunkt war katastrophal. Eine Mischung von Amateur-Loipe, Schlittenreitern und Hundefreunden machten mir die Fahrt mehr als schwer. Doch um so näher ich dem Startpunkt kam, desto besser wurde der Weg. Ich spürte den eisigen frostigen Wind im Gesicht. Meine Maske tat ihren Dienst genauso wie der warme Tee auf dem Rücken. Mir ging es also sehr gut und ich freute mich auf den Rest des Teams, doch ich wurde enttäuscht. Am Treffpunkt wartend machte ich einige Wintersportler aus, die in den Hütter Wohld fuhren, doch der Ärger kam. 2 Mann des letzten Restes hatten abgesagt. Angst vor Schnee? Ich machte mich also allein auf den Weg und änderte kurzum meine Route. Ich wollte schnelle Abfahrten, doch dies erforderte lange Anfahrtswege über verschneite Wege. Die nahm ich heute in Kauf, musste mich aber ins Zeug legen da Katrin zu Hause mit einem leckerem Rippenbraten wartete. Also ging es mit schnellen Pedalumdrehungen zu den ersten Hügeln. Ab dort begann das Schieben. Ich stapfte durch den Schnee. Fahren war hier abseits der Hauptwege so gut wie unmöglich. Oben angekommen dachte ich über die erste Abfahrt nach wie sie sein wird. Wird es Komplikationen geben? Mit Spaß, Schwung und Vorsicht stürzte ich mich hinunter. Dieser kleine Trail hat es im Sommer wegen seiner Wurzelpassagen in sich und ist mit Vorsicht zu genießen. Doch heute hatte ich keine Schwierigkeiten. Etwas abseits konnte ich neben der gedachten Wegeslinie abfahren. Der Schnee staubte, flog durch die Luft und mir ins Gesicht. Mit einem Lächeln und einem lauten "Huuuuiiiiii" kam ich unten an. Verdutzt schauten mich zwei Parkbänkler an als hätten sie noch nie ein Bike im Schnee gesehen. Schön blöd. Weiter ging es in Richtung Althof mit seiner tollen Wiese. Doch vorher bekam ich immer wieder die Langläufer in meinen Blick und dann waren sie wieder verschwunden. Sie waren in der Phase, in der ich schieben musste, einfach zu schnell für mich. 

Die zwei waren jetzt mein Ziel. Ich wollte sie noch vor der Wiese einholen. Immer wieder hatte ich mit den Spuren im Schnee zu kämpfen, fuhr in Schneewehen und verlor wieder an Zeit. Die Hügel lief ich dann hinauf, denn ich bekam auch kalte Füße. Irgendwann hatte ich sie endlich während meiner Fahrt überholen können. Kurz kamen wir ins Gespräch. Die beiden älteren Erdenbürger mit ihrer Randsportart freuten sich das der Radsport selbst im Winter nicht ausstirbt und machten mir Mut für die weitere Strecke. Jetzt kam die Sonne raus und zeigte ihr breites Lächeln. Es war kein Lachen mehr, es war schon ein tiefes Grinsen. Ich hatte nun die Wiese erreicht und schoss noch ein paar Fotos. Nun ging es neben einer tiefen Loipe hinab ins "Tal". Der Spaßfaktor war wieder gestiegen und ich hatte mir gewünscht das mich hier jemand sehen könnte. Auf der Straße nach Hohenfelde kam ich wieder in Fahrt. Auf der frisch geräumten Straße zog ich zum Radweg nach Hohenfelde. Selbst der Radweg war befreit vom hohen Schnee, wurde aber langsam von Schnee und Wind wieder in die Natur integriert. Es sah aus als wenn der Schnee sich in den Weg hinein frisst. Mit schönen Abfahrten ging es dann in Richtung Bademühle. Dort fuhr ich wieder nach Stülow und von dort auf die Höhen Glashagen. Hier erwartete mich die lange Wiese, die sehr gern als Rodelberg genutzt wird, jedoch diesmal nicht so wie ich gedacht. Im Tiefschnee kam ich auf der originalen und alten Strecke nicht so recht in Fahrt. Die Schlittenspuren zeigten mir während der Fahrt die wahre Startlinie der Rodler. In der Mitte der eigentlichen Abfahrt geht es links steil bergauf bzw. bergab. Je nach Art des Betrachters. Sollte ich da hoch? Nur zum Spass? Einfach mal runterdonnern? Und ob. Ich schob im tiefen Schnee zwischen all den Schlittenspuren mein Bike hinauf. Bei Puls 150 war ich angelangt. Erstmal eine kleine Pause obwohl die Zehen wieder mal kalt wurden. Dann wurde der Sattel richtig tief gestellt, um das Gewicht nach hinten zu verlagern. Wie auf einem Downhillbike ging es hinab. Ohne treten einfach durch den Tiefschnee donnern. Ich fand es toll und wollte gleich nochmal, doch ich musste nun weiter. Die nächsten Hügel warteten auf mich. Sei es zum Schieben oder zum hinabfahren. 
Heute stand der Spaß und ein paar Fotos im Vordergrund. Solch Mischung von Sonne und Schnee erleben wir ja ganz selten und das zum Wochenende an dem man nach Lust und Laune wieder Kind sein kann.

Viele liebe Grüße
Christoph im Schnee

Samstag, 27. November 2010

Winterland

Heute morgen erwachte ich mit einem Wunsch: Hatte es über Nacht geschneit? Kann ich heute meine erste Winterlandtour im Schnee vollbringen? Mein Wunsch wurde war. Bei Minusgraden knapp unter Null fielen weiße Sterne vom Himmel und legten sich in die Natur. Alles war weiß und wunderschön. Die Sonne erhellte den Himmel und spiegelte sich im Schnee wieder. Auf meiner kurzen Tour kam der Spaß nicht zu kurz. Ich fuhr durch die "Wiesen" in Richtung Quellholz und durchquerte diesen kleinen Wald. Hier machte mir das gefrorene Laub unter dem Schnee etwas zu schaffen, denn die Erdschicht unter dem knisterndem Laub war sehr matschig. Der Grip an den Reifen reichte aber dennoch aus, um quer durch den Wald zu fahren und keine Angst haben zu müssen. In der MTS-Siedlung bekam ich aber dann das worauf ich keine Lust heute hatte. Ich versackte in einer Bagger-Spur an der Baustelle und beschmierte mein Rad mit einem Gemisch aus Erde und Lehm. Wirklich lecker. Es ging dann weiter in Richtung "Bademühle" und dann die Straße nach Stülow entlang. Hier traf ich zwei Gestalten von denen man meinen könnte, dass sie nicht mehr ganz allein sind. Aber um diese Zeit? Sie gingen die Straße entlang und konnten sich nicht entscheiden ob die linke oder rechte Seite des Plattenwegs glatter ist. Ich wechselte darauf hin immer wieder meine Spur, um an den zweien vorbei zu kommen. Und dann wechselten sie wieder die Spur. Als ich dann auf 20 Meter herangekommen war, waren beide Spuren besetzt und ich entschied mich für die goldene "weiße" Mitte. Hier knirschte und knisterte der Schnee. Sie bemerkten mich endlich und ließen mich mit den Worten "ganz schön glatt hier" passieren. Ganz schön glatt? Nach meiner Bremsprobe konnte ich dies nicht jedoch bestätigen. Es zog mich weiter durch Stülow in Richtung Glashagen. Von dort wollte ich dann endlich mal im Schnee den Berg hinab ins Quellental fahren. Wild zog ich meine Spur über den Abhang, um meine Anwesenheit im Schnee zu hinterlassen. Es war eine tolle "staubige" Abfahrt. Der Schnee hing sich an alle möglichen Teile fest. Ich ließ es richtig krachen, obwohl ich nicht die hohe Geschwindigkeit erreichen konnte. Der Schnee und die Wiese bremsten ein wenig ab. Aber es hat gereicht. Eine kleine Fotopause legte ich an der Quelle ein. Mein warmer Tee den ich in der Getränkeflasche hatte war nun schon kühl. Nicht mal mehr warme Gedanken konnte man sich machen. Weiterfahren und warm bleiben.
Von hier ging es dann den Teufelsberg hinauf, wo ich schon im Sommer meine Schwierigkeiten habe. Von daher hab ich mich gar nicht angestrengt, um mich hier hinauf zu quälen. Ich schob also den Hügel hinauf. Nach einer kurzen Rundumsicht bei Sonnenschein lockten mich die nächsten Abfahrten um so mehr. Doch was kam mir da entgegen? Die beiden Typen von vorhin schlichen durch den Schnee und waren ganz mit sich selbst und der glatten Umgebung beschäftigt. Haben die sich auch noch verlaufen? Als ich dann an den beiden vorbei fuhr enstand einer kleiner Dialog: "Immer noch ganz schön glatt hier", Ich: "Iss klar, glatt ...."  Das Winterland hat sie wohl doch überrascht als sie mit ein paar Promille von der Feier kamen. 
Jetzt ging es wieder an der "Bademühle" vorbei zum Quellholz. In der MTS-Siedlung wollte ich nochmal den Rodelberg fahren. Ich tat es mit Eifer und es machte riesigen Spaß mit 30 km/h durch den Schnee zu krachen. Es war nur leises Knacken des Schnee zu hören und hin und wieder mal des Krachen einer zerberstenden gefrorenen Pfütze. Durch die Gartenanlage ging es weiter zum Bahnhof, dann wieder durch die Wiesen nach Hause.
So kann der Winter bleiben.


Gruß aus dem verschneiten Winterland in Doberan
von einem Sandsteinjäger

Montag, 8. November 2010

Jagd nach Laub

Heute (30.10.2010) zog ich gegen zehn Uhr wieder mir den Kumpels vom MTB Team los, um Spaß in den nassen Wäldern zu suchen. Es ging wie immer los an unserem Treffpunkt in Parkentin. Leider waren wir nur 5 Leute. Von daher trennt sich gleich die Spreu vom Weizen, d.h. schnell von langsam. Wenn mehrere Leute dabei sind gibt es einen Vorteil - man ist am Truppende nicht allein. Doch Anfangs ging  heute alles gut. Wir zogen durch unseren Wald der teilweise 5 cm Laubschicht hatte. Was darunter war lies sich immer schwer erraten. Man spürte es nur. Die Woche vorher hatte es ja sehr stark geregnet und der schwere Waldboden tat sein übriges dazu. Auf Tannennadeln mit Stollenreifen zu fahren ist ein graus. Wer es nicht kennt der sollte es mal probieren. Diese Art von Blättern ist kraftraubend. Dauernd schaut man nach ob man nicht einen Plattfuß hat.
Um so länger wir fuhren, um so größer wurde desöfteren der Abstand zur Fahrerspitzengruppe, doch diesen konnte ich dann vor meterlangen Schlammlöchern wieder wettmachen, da einige steckenblieben oder vorbeischieben mussten. Ich hatte meine Reifenwahl fürs Gelände heute gut gewählt. Vorn Fat Albert und hinten Nobby Nic. Der Breite Nobby bietet immer guten Vortrieb und der Fat Albert hält in allen Belangen immer treu seine Spur und gräbt sich auch mal in schlammige Löcher ein, um das Bike treu in der Spur zu halten. Nach den Schlammlöchern reinigt er sich selbst - dafür werde ich dreckig. Die Fahrer mit den Race-Reifen hatten da ihre Probleme. Ich sah aber auch schon nach den ersten Kilometern gut aus. Das war mir jedoch egal. Heute war Spaß angesagt. 
Die Tour ging dann weiter durch die Kühlung in Richtung Bastorf. Die Temperatur war heute ideal. Der Kampf gegen den Waldboden stieg stetig an. So langsam schlängelten wir uns über neue enge Pfade und dem Ziel Bastorfer Leuchturm immer näher kommend. Geschafft - als sehr dreckige Biker, kurz Schweine, traten wir in das Café. Vorher putzten wir uns natürlich ab und nahmen dann, unter Aufsicht der anderen Gäste, unsere Plätze ein. Wir bestellten Kuchen und Getränke die sehr viel Kohlenhydrate enthielten. Unser Bio-Student half bei den wichtigsten Entscheidungen in Sachen Biomasse und Verbrennung. Nach der Nahrungsaufnahme und der Entscheidung in welche Richtung gefahren wird, packten wir unsere Sachen und verließen das Lokal. Natürlich wurde hinter uns gleich gefegt und gewischt. Wir hinterließen aber dennoch einen "sauberen" Eindruck. Nun ging es in Richtung Kühlungsborn und dann in Richtung Heiligendamm. Jetzt sollte ich vorfahren da ich immer wieder zurückgefallen war und das Tempo nicht halten konnte. Zu langsam wollte ich auch nicht fahren und richtete mich auf ca. 20 km/h ein. 66 Kurbelumdrehungen brauchte ich für eine angenehme Kraftübersetzung. Das sollte erstmal reichen. Doch nach dem Pfützenspringen kurz vor Heiligendamm verließen mich meine Kräfte entgültig. Die Wadenkrämpfe hatte zwar nachgelassen, aber Krämpfe in den Oberschenkeln machten sich bemerkbar. Die Beine wurden schwer, schwerer, noch schwerer. Irgendwann funktionierte ich nur noch. Das Gel was mir noch angeboten wurden lehnte ich dennoch ab. Ich musste es so schaffen. Irgendwann kam dann Doberan in Sicht und die letzten, aber auch wirklich allerletzten Kraftreserven wurden mobilisiert. Nach 62 Kilometern und 600 Höhenmetern schleppte ich mich mit meinem treuen Gefährten und knappen 50 Kilo Dreck auf den Hof. Ich war fix und fertig. Jetzt noch schnell mein Bike waschen und dann ab auf die Couch.

Gute Nacht,
Euer Sandsteinjäger

Dienstag, 26. Oktober 2010

Als Leader durch den Wald


An den letzten Wochenenden trafen sich die MTB Gemeinde bei schönstem Wetter zu einer kleinen Tour durch den Hütter Wohld. Eine kleine Tour mit 36 Kilometern Waldpiste wohlgemerkt! Die "Neuen" waren noch etwas langsamer. Daher hatten wir desöfteren längere Pausen für uns. Die Zeit nutzten wir für Fotos und langen Gesprächen. Für alle Beteiligten war es eine klasse Tour. Ich hatte den Jungs so einiges gezeigt was wir hier im Wald doch an Trails haben. Nächsten Tag jedoch ging es am späten Nachmittag für die Sandsteinjäger nochmal los. Eine kleine Sonntagspätnachmittagerholungsrunde über die Dörfer mit kleinem Endspurt durch den Wohld. Selbst hier hatten Katrin und Gitti mit ihren Citykraxlern riesigen Spaß. Und das in einem Wald, der an einigen Stellen mystisch aussieht und viel zu bieten hat. Jetzt wo die Blätter den Erdboden bedecken und wieder ein paar Sonnenstrahlen durch die Bäume huschen, wird es auch wieder ein wenig heller. Kühle Athmosphäre im Wald, doch in uns lachte das Bikerherz. Katrin und Gitti tourten mir brav hinterher. Doch die Zeit ist nun vorbei. In 4 kleinen Waldtouren tourte ich als Waldführer mit der MTB Gemeinde durch unsere Wälder. Doch nun schleicht sich doch langsam die kalte, dunkle und feuchte Jahreszeit ein und es fehlt teilweise die Lust. Die Lust? Die Sonne wärmt nicht mehr richtig und bei der Kälte zieht man sich etwas dicker an und dies ist störend: 1. Zudem müssen mehr Sachen gewaschen werden, 2. Die Klamotten sind etwas hinderlicher an den Beinen. Zwar geh ich nicht zum Tanz oder zur Aerobic-Stunde, aber dennoch sollte man auf dem Rad etwas beweglicher bleiben. Es gibt Fahrten bei denen ich mich ziemlich bekloppt anziehe. Lange Radhose und dann einen weite kurze drüber, welche die Oberschenkel etwas wärmt. Es muss aber echt bescheuert aussehen. Davon habe ich komischer Weise kein Foto für meine (unsere) lieben Leser.  Hoffentlich kommt bald der erste Schnee, dann kann ich wieder die Rodelbahn runter düsen und kleine Kinder erschrecken. Doch jetzt am Wochenende steht hier in Bad Doberan ein MTB Rennen an. Ich stehe jetzt zwischen Baum und Borke ob ich hier mitmache. Da sollt ich mich aber bis Donnerstag entscheiden. Da treten zwischen den Hobbyfahrern auch Lizenzfahrer an und ob das meine Liga ist, dass weiß ich nicht so genau. Obwohl mitmachen ja die Hauptsache ist. Soll ich mich trotzdem so verbraten lassen? Nein verheizen ist wohl das bessere Wort, aber einfach mitmachen....? Ja das wärs. Mal sehen was sich in den nächsten zwei Tagen so ergibt.

Euer Sandsteinjäger Christoph


Freitag, 8. Oktober 2010

Wo ist der Sommer?

Ja, wo ist dieser denn geblieben. Verkrochen hat er sich. Statt das die Sonne lacht, hat Petrus das Wasser wieder laufen lassen. Und das über mehrere Tage hinweg. Ach was Rede ich: Wochen. So sahen ich und mein treuer Gefährte dann auch manchmal aus. Es war mir von Anfang an auch egal wie der Wald von innen aussieht. Hauptsache die Konsistenz des Waldbodens stimmt und der Grip ist super.
Neue Routen konnte ich mir zusammenstellen, nachdem ich eine Woche zuvor schon mit ein paar anderen Leuten wieder durch den Wald geradelt war. Der Regen von den vorhergehenden Tagen tat natürlich sein Bestes. Wurzeln wurden so rutschig, dass ich Bekanntschaft mit dem Erdboden machen musste. Schön ging es über den Lenker. Fast wie in Zeitlupe lösten sich meine Klicks an den Schuhen aus den Pedalen während ich schon mit den Gedanken an meine unsanfte Landung war. Nichts passiert und weiter ging es. Es war eine Tour von 30 km bergauf und bergab, Pfützen, Modder und Schlamm. Herrlich. Nun war der Boden nicht mehr so hart wie im Sommer, der eh keiner war.
Natürlich war Katrin nicht so begeistert das ich Touren mit dem MTB Team MV mache. Die versprochene Rerikfahrt wollte sie unbedingt einhalten und so kam es auch das wir beide eine Tagestour nach einer regnerischen Woche unternahmen. Es ging wie immer durch die Kühlung. Da ich wusste das ich mich nicht in eine Gaststätte setzen werde, fuhr ich etwas "rücksichtsvoller" durch den Wald. Und der war lang, sehr lang sogar. Los gehts ja hinter Reddelich. Hier beginnt der Wald gleich mit ner tollen Abfahrt. Hier tobten wir an ein paar Pilzsuchern vorbei. Der Windsog zog denen die Pilze aus dem Korb und den Wegedreck auf meine Sachen. Die Abfahrt hinter dem Klonstein trieb mir den Angstschweiß in die Hose. Es ging Abwärts mit knapp 45 km/h. Leichte Spurrinnen links und rechts die sich immer verschnitten hatten. Ich fuhr links. Die Spur wurde immer ruppiger. Plötzlich wurde diese tiefer und eine zweite Spur führte in diese hinein. Ich dachte an Bremsen und tat dies achtern. Durch den welligen Boden stand jedoch mein Hinterrad immer wieder kurz in der Luft und neigte beim bremsen schnell zum blockieren. Ich hatte Angst hier durch die Luft zu gehen. Nun hielt ich das Rad noch starr fest, stellte mich etwas auf die Pedale um Druck nach hinten zu bringen und spannte den Körper so an, dass das Rad und ich nur noch "eins" waren. Ja, wir waren eins. Eng verschmolzen mit dem Aluminium zeigte ich meinem Bike nur durch leichtes Wippen des Oberkörpers die Richtung. Es fuhr mit mir immer weiter bergab. Ich hatte es im Griff. Zuerst ein wildes Pferd und nun gezähmt. Wir fuhren auf etwas zu. Es hatte die Größe eines Gartenteiches mit 8 Metern Durchmesser. Mein Pferd wollte doch jetzt nicht etwa springen? Einen Bunny-Hopp kann ich, aber keine 8 Meter weit. Tief ging es in den Sattel und ich zog nun endlich die Reisleine. Dann gings rechts vorbei mit kleiner Schikane. Geschafft, doch von Katrin nichts zu sehen. Sollte sie es etwas geschafft haben sich in der Fahrrinne zu legen? Nach einer Weile kam sie dann, begutachtete mich und meinte das ich teilweise schon etwas komisch gefahren bin. Weiter ging es dann in Richtung Bützower Keller. Hier hätten wir gleich rechts abfahren sollen und fuhren erstmal geradeaus, um später den tollen Trail zurück zu kommen und dann abzubiegen. Hier konnte ich dann zeigen warum ich Stollen drauf habe und lange Fahrtraining hatte. In Perfektion meisterte ich einige Schwierige Passagen. Mein Rad hingegen wurde schwerer und schwerer. Überall machten sich Modderteile breit. Ich fand das es toll aussah. Katrin indes nahm bei Abfahrten die andere Spur oder fuhr sehr weit hinter mir, denn die Stücken lösten sich schnell von den Reifen. Selbstreinigung nennt sich das. Der Spaß hörte jedoch vor Rerik wieder auf. Lange Pause, lange nichts - Zeit zum erholen. Zurück ging es dann über Kühlungsborn und Heiligendamm. Hier lagen in den Wäldern noch sehr stark vertreten die Überreste von Petrus seinen Machenschaften. Mit Geschick und Übung durchfuhr ich die Meisten. Ich wollte Spaß.
3 Wochen später startete ich jedoch die Tour in ähnlicher Form mit einem Mitstreiter der MTB Bewegung. Wir erkundeteten neue Wege in unserem Wald, von dem wir meinen ihn schon zu kennen. Jetzt langsam kann man sich ein genaues Bild machen. Am Abend hatten wir nach 4,5 Stunden Fahrzeit 64 Km auf der Uhr. Meine Beine schmerzten sehr und mir wurde auf der Tour des öfteren gesagt, dass dies mein Alter sei und nicht das Rad, das Wetter oder sonstiges. Zugegeben es war so. Morgen steig ich wieder ein. Eine Tour von knapp 25 Km steht bevor bei ca. 15°C und Sonnenschein.


Ein Sandsteinjäger

Montag, 16. August 2010

Nachbericht Sommer 2010

Wie versprochen möchte ich Euch einen kleinen Nachbericht liefern, der unsere kleine Unternehmung in der Sächsischen Schweiz betrifft. Leider ging dieser wundervolle Urlaubseinsatz viel zu schnell zu Ende. Die Verletzung von Katrin hatte uns zwar psychisch und physisch kurz nach hinten geworfen, wussten aber damit umzugehen. Trotz des Umstandes haben wir trotzdem viele Kilometer geschafft und auch die Höhenmeter hatten so einiges zu bieten. Sicherlich war es teilweise sehr warm zu der Zeit, was uns aber nicht daran halten sollte unsere eigenen Prüfungen zu bestehen. Wir hatten einen Auftrag.
Wieder einmal hatten wir mit dem Wetter sehr viel Glück. Zwar warfen uns die Temperaturen der Tage von über 30°C für einen Tag nach hinten, konnten dies aber nach dem Ruhetag wieder ausmerzen. Viele neue Wege und alt bekanntes haben wir erreicht und aufgeklärt, so dass wir am Ende auf 361 Kilometer gekommen sind. Hinzu kamen auch noch etliche Höhenmeter die ich jetzt ausrechnen werde.

Und jetzt hat uns seit Wochen der normale Rhythmus des Alltags wieder. Nun kann ich wieder weiterhin mit Wald-Kilometern dienen und muss diese aber fast immer allein bewältigen. Zudem regnet es seit Wochen. Die Sonne haben wir schon lange nicht mehr den ganzen Tag gesehen. Hin und wieder wage ich mich dann mal in den Wald, um die Konsistenz der Waldböden zu testen. So langsam sammeln sich in einigen Bereichen schlammige Löcher und ich kann nur sagen: "sehr empfehlenswert". Der Boden ist nun mit Himmelsflüssigkeit so getränkt, dass es sich in einigen Bereichen anfühlt als habe man einen Platten. Es gibt einfach keinen Vortrieb am Rad. Abwärts sei dann immer vorsicht geboten, denn böse Schlammlöcher stellen sich mir öfters in Weg und lassen mich nicht vorbei. So bin ich gezwungen hindurchzufahren. Von Aquaplaning kann ich nicht mehr reden, ich nenne es Dirtplaning (sprich: "Dörtplänning", Übersetzt: Schmutzglätte). Selbst ein leichtes Querstellen des Lenkers um aus der Gefahrenzone zu schlittern, bringt gar nichts. Schon mal längs in einer Pfütze gelegen? Bis jetzt hatte ich so ziemliches Glück und die Waschmaschine die Arbeit ;-)

Aber nebenbei fanden Katrin und ich auch Zeit für eine lange Cruiserrunde durch die entfernte Gegend um Doberan. Selbst hier gibts Bereiche wo wir noch nie waren. Jedoch werden solch Abendrunden immer weniger werden. Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen und die Helligkeit am Abend zwischen den Bäumen ist dementsprechend gut. So werden sich die Touren auf die Wochenenden beschränken und die werden dann durch schlechtes Wetter und Wanderer mit Kind, Kegel und Hund im Hütter Wohld gestört werden. Da muss ich wieder höllisch aufpassen und mich anpöbeln lassen.

Zwei große Einsätze stehen den Sandsteinjägern in diesem Jahr noch bevor. Einer davon soll nach Rerik gehen. Zu dieser Tour werden die Teilnehmer streng getestet und unter die Lupe genommen ob sie für weitere Einsätze geeignet sind. Die erreichten Dienstgrade im Jahre 2006 von Annett und Gitti (Sanitätsoffizier bzw. Feldwebel) müssen unter Beweis gestellt werden.
Die zweite Tour der Aufklärer wird über die Insel Poel gehen.

Gruß
Euer Sandsteinjäger im Traningslager

Dienstag, 13. Juli 2010

Kläusis-Gedächtnis-Tour

Unsere heutige und letzte Tour für das Jahr 2010 begann mit bedecktem Himmel und schwüler Luft. Die Sonne wollte irgendwie - konnte aber nicht. Das sollte uns jedoch nicht hindern eine kurze Tour in Richtung "Neuer Wildenstein", also zum Kuhstall zu unternehmen.
Wir begannen in Bad Schandau und fuhren wieder einmal die Zauke nach Rathmannsdorf hinauf. Statt dann jedoch zur Kohlmühle hinunter zu fahren, bogen wir rechts ab und zogen nach Altendorf. Den Adamsberg ließen wir links liegen, um etwas Kraft zu sparen. Gestern hatten wir diese gewaltig "vergeudet". Man konnte es in den Gelenken oder sogar im Arsch spüren welch Anstrengungen wir in den letzten Tagen hier gehabt haben.
So sei es. Weiter ging es die Straße hinab nach Mittelndorf und dann wieder hinauf nach Lichtenhain. 
In Lichtenhain selbst gab es eine längere Rast mit Blick auf die Affensteine und den anderen Bergen. Jetzt sollte der Spaß wieder beginnen. Wir bogen in die Straße ein, die uns zum Kirnitzschtal bringen sollte. Mit viel Schwung und weniger als in 3 Minuten huschten wir am Bach entlang, der das Becken des Anscheißer-Wasserfalls füllt. Lichtenhainer Wasserfall nennt man diese Spektakel, dass sich viertelstündlich für ein paar Sekunden in die Tiefe schmeißt. Diese künstliche Ding ist nur für Touris die für 10 Minuten aus dem Bus steigen dürfen.
Weiter ging es für uns in Richtung Radweg Kuhstall. Für mich selbst ist es eine Art Bewältigungsprobe. Es sind gute 3 Kilometer mit ungleichmäßigen Anstiegen zwischen 9 und 12 %. Ich hatte diesen Weg schon einmal geschafft. Ich hatte aber auf der Hälfte der Strecke dann auf Katrin gewartet und so also Pause gehabt. Heute aber sollte es geschehen. Ich wollte diesen Weg auf leichtem Schotter bis oben schaffen. Sollte es wirklich gelingen?
Dieser Weg besitzt in den Kurven immer wieder eine Art Steigungsänderung, so dass man hier gewillt war nicht doch noch vom Rad zu springen. Ich wollte mich aber heute nicht selbst besch.... 
Mit klugen Sprüchen zu mir selbst hielt ich die komplette Strecke durch. Das Wasser lief mir sonst wo herunter, aber ich fühlte mich wohl. Von Wadenkrampf war nichts Spüren. Nur der Hintern tat mir ordentlich weh. Die Anstrengung ging in die Oberschenkel unterhalb des Hinternansatzes. Da schon mal nen Krampf bekommen? Zum Glück blieb auch der erspart. In guten 15 Minuten und 42 Sekunden hatte ich die 300 Höhenmeter überwunden bzw. bewältigt. Um Katrin machte ich mir keine Sorgen. Als ich oben gewartet hatte rechnete ich zurück, denn laut Hinweisschild müsste sie 10 Minuten nach mir ankommen. Dort stand nämlich geschrieben "25 Minuten Fußweg" bis zum Kuhstall. So war es dann auch. Ich hätte nun drunterschreiben können: "15 Minuten mit dem Rad". 
Nach der benötigten Ruhepause und Lockerungsübungen der Muskulatur ging es nun wieder hinab. Knapp 3 Minuten auf Schotterpiste sind ziemlich wagemutig, aber dennoch machbar. Hinauf und hinab geht da bestimmt noch etwas. Vielleicht im nächsten Jahr. 
Vom Kuhstall selbst haben wir für Klaus noch etwas mitgebracht. Da er so gern am Kuhstall und am Lichtenhainer Wasserfall war, musste es etwas aus dieser Region sein. Ein Stein, ein Sandstein den Katrin vorab schon ausgemacht hatte, steckte ich mir in den Rucksack. Anfangs erzählte sie mir von dem Stein den sie schon gesehen hatte als wir hinauf fuhren bzw. gingen. Diesen Stein sollte ich also mitnehmen? Gute 4 Kilo wiegt das Teil. Zu dem hatte sie noch zwei andere dabei. Alles schön sortiert und bereitgelegt. Na dann man los. Der Beutel mit den Steinen lag zwar gut im Rucksack, dennoch wünschte ich mir bald zu Hause zu sein. Schon lange hatte ich solch schweren Rucksack nicht mehr auf dem Rücken. Ich dachte an einen Stein, Katrin meinte einen Fels. Egal, der sollte es sein und so fuhr ich mit dem Geröll los, hinab ins Tal von Bad Schandau zum Eis essen und kurz nochmal bummeln gehen. Nebenbei kurze Pause am Kneipp-Becken. Hier konnte ich mich befreien und mich mal wieder gerade machen. Als wir zu Hause waren sah ich die Striemen und ich war froh endlich wieder in der Unterkunft zu sein.
Am Abend fuhren wir zum Abschluss noch einmal zur Liethenmühle und aßen unser Lieblingsessen.
Auch wenn unsere Tour heute nicht so lang sein sollte, bis zum Abend waren es doch wieder 39 Kilometer.

Eure wieder heimkehrenden Sandsteinjäger

P.S. Nachbericht über Kilometer und Höhenmeter folgt und interessiert uns ebenfalls brennend was wir da so hingelegt haben.









Montag, 12. Juli 2010

Höhenrausch und Staub im Nacken

Leider haben wir zu gestern doch keine Videos mehr einstellen können. Diese haben einen leichten Defekt in der Belichtung. Heute haben wir jedoch wieder alles richtig gemacht. Das Timing und Katrins Auswahl der Tour waren perfekt.
Heute war wieder mal eine Zugfahrt angesagt - klimatisiert natürlich. Die Fahrt ging bis zu unserem Ort Amtshainersdorf. Ich glaube hier sind wir schon öfters ausgestiegen. Die Station liegt mitten im Wald und es bedarf schon einer kleinen Reise, um in den eigentlichen Ort zu kommen. Zum Ort selbst wollten wir aber nicht. Es zog uns nur durch eine Eigenheimsiedlung hinauf zu den Hügeln oberhalb des Dorfes Hainersdorf (kurz vor Sebnitz). Hier im Wald beginnt ein auf und ab mit dem Panoramaweg in Richtung Süd-Ost, also der Sonne entgegen. Die Bäume der Wälder halfen uns jedoch die morgentliche Hitze gut zu überstehen. Immer wieder machten wir kurze Stopps. An einer Wiese mit tollem Blick zur Endlerkuppe machten wir unsere Frühstückspause und trockneten die Hemden. Es sollte weitergehen in Richtung Waldhäusl (so heißt hier fast jedes Hotel) und dann weiter über die Grenze nach Tomásov.
In Tomásov angekommen trauten wir unseren Augen nicht. Das was uns das Satellitenbild gezeigt hatte sollte doch Wirklichkeit sein. 4 Häuser und eine Kapelle - nein Kapellchen. Nicht mal größer als eine Garage, mit dem Gestühl von 4 Bänken zu je 2 Sitzplätzen und einem Bild der "Heiligen Maria".  Äußerlich immerhin wie eine Kirche wirkend. Man könnte denken, dass das Haus um das Bild gebaut wurde. Einfach putzig. Irgendwie hatte die Kapelle aber was. So etwas uriges, wie aus nem bösem Film. Ihr wisst was ich meine? Schaut euch das Foto genau an.
Weiter ging es nun durch den tschechischen Wald, den wir nicht so genau kannten. Auf der Karte schlängelte sich ein Weg mit Namen Diebstraße als Abkürzung durch den Wald. In der Karte als Pfad gekennzeichnet nahmen wir diesen in Anspruch. Es war einfach herrlich hier umher zu fahren. Wie gewollt kamen wir auch an unserer Kreuzung wieder raus und dieser Weg brachte uns wieder in Richtung Grenze. 
Jetzt war der Weifberg bereits an den Tafeln ausgeschrieben. Nur noch 10 Minuten Fußweg und unser Ziel sollten wir im dritten Anlauf endlich erreichen. Alle Jahre zuvor waren vergebens. Immer wieder hatten wir es versucht, jedoch hatte uns das Wetter jedesmal einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Noch ein paar Höhenmeter mit dem Rad und wir waren da. Angekommen auf 478 Metern war es neben dem Unger mit 537 Metern der zweithöchste Berg den wir bis jetzt mit den Rädern erreicht haben. Selbst die Bastei muss sich da hinten anstellen. 
Es fehlte nun noch der 36 Meter hohe Aussichtsturm der zu erklimmen war, um einen noch schöneren Ausblick zu haben. Die 173 Stufen meisterte ich trotz der vorhergehenden Strapazen. Es war wunderschön. Von hier aus kann man selbst bei guter Sicht die Ausläufer des Riesengebirges sehen. Luftlinie knappe 100 Kilometer. Nach unserer Mittagspause unterhalb des Turmes fuhren über das Schäferräummicht zur Emmabank, einer weiteren Erhöhung mit schönem Rundumblick und 416 Metern. Jetzt ging es hinab nach Hinterhermsdorf über Wald und Flur. Wir hinterließen nur eine Staubfahne bis wir im Wald dicht bei den "Oberen Schleusen" von Hinterhermsdorf waren. Es ging nun wirklich hinab. Knapp 200 Höhenmeter bis hinab in die Lindigtgründe, auf gleiche Ebene mit der Kirnitzsch. Mit knapp 40 km/h zogen wir ab und es flog der Schotter an den Rädern vorbei. 
Der Kirnitzsch nun folgend fuhren wir immer weiter durch den Nationalpark. An einer Stelle, an der "Unteren Schleuse", konnten wir uns ordentlich erfrischen. Hier sprangen wir in die Fluten, kühlten uns ab und holten uns ein paar Bremsenstiche. Immer weiter ging es an dem Bach entlang. Es ging nur hinunter. Kaum noch Anstrengungen im Tretbereich. Immer hinab ins Tal bis Bad Schandau endlich erreicht war. Wieder war eine Abkühlung fällig. Erst im Tretbecken von Dr. Kneipp und dann in der Mokkabar von Dr. Langnese.
Am Abend war dann wie immer der Besuch der Liethenmühle fällig. Damit standen dann auf dem Tacho 49,1 Kilometer.
Der Tag hat trotz des nicht so hohen Schwierigkeitsgrades doch sehr geschlaucht und sich in die Knochen gesetzt. Wir werden wohl erst morgen entscheiden welche Tour anstehen wird. Jedenfalls soll es wieder ein unvergessliche Tour werden, wie die des heutigen Tages.

Was ich jetzt mache? Es ist jetzt 22.14 und ich sitze auf dem Balkon im dunkeln und schaue verdutzt auf meine Tastatur. Innerlich denke ich aber an die Massenmail die ich mit dem Link der Webseite verschickt habe und bedanke mich bei den jenigen die unsere Touren verfolgen und sich auch mal gemeldet haben. Danke nochmal für die kleine Unterstützung. So macht es Spaß Texte zu verfassen.

Morgen ist leider der letzte Tag für uns hier in Krippen und es war wunderschön. Das Wetter hat mitgespielt und wir hatten super Laune und haben trotz der Hitze immer etwas daraus gemacht und ich geh jetzt ins Bett.

Der noch nicht schlafende Sandsteinjäger.






Sonntag, 11. Juli 2010

Über Stock, Stein und Wiesen

Heute verlief alles nach Plan. Der Wecker klingelte pünktlich um 8.00 Uhr. Die Getränke waren schon gestern vorbereitet und kühl gestellt. Es konnte also nichts passieren. Frühstück, fertig, los!
Mit dem Zug fuhren wir weit bis hinter Sebnitz hinaus. In Langenwolmsdorf enstiegen wir dem Zug. Au wei - man stelle sich den Wilden Westen vor: Bahnschiene, Zug kommt, Zug hält, 2 Mann steigen aus, kein anderer weit und breit zu sehen, Bahnhofshaus nicht besetzt und nicht mehr intakt. Es ist warm, nein heiß - hier wird vielleicht in den nächsten 100 Jahren mal ein Dorf oder eine Stadt enstehen, sofern die neuen Einwohner kommen und sich hier niederlasen möchten. Aber wir schreiben Wirklichkeit und verlassen schnell den Bahnsteig bevor die Räuber kommen.
Schnell radeln wir hinab ins nächste Dorf. Es heißt Polenz und hier hat die dörfliche Gemeinsamkeit bereits Einzug gehalten. Wir möchten aber uns damit nicht beschäftigen und suchen den Weg der uns an der Polenz entlang führt. Er soll uns an einigen Mühlen vorbei führen, die vor langer Zeit einst richtig zu tun hatten und später dann als Gastronomieeinrichtung der Konsumgenossenschaft nicht um ihre Existens fürchten mussten.
Erst breit, dann immer schmaler werdend, schlängelte der Weg durch den Wald und immer an der Polenz entlang. Immer sehr gut befahrbar. Er machte sehr viel Spaß. Mit kleinen leichten Steigungen kamen wir gut zurecht. Nur Baumwurzeln in den steilen Wegen ließen uns stoppen. Auch gab es 2 Passagen an der wir halt machen mußten, um die Räder hinauf zu tragen. Doch auch das wurde toll gemeistert. Und wieder schlängelte sich die Polenz nebenher und lud zum abkühlen ein. An den Wiesen der Märzenbecher vorbei, die leider nicht mehr blühten und über Stock und Stein fuhren wir an den alten Mühlen vorbei. Dann ging es weiter zur Rußigmühle. Hier fand heute ein Oldtimerrennen statt. Leider kamen wir etwas zu spät, konnten uns aber noch ein paar schöne Wägelchen anschauen.
Dann gings es hinauf nach Hohnstein. In einer langen Prozedur erreichten wir über den alten Hohnstein Weg die Stadt an der höchsten Stelle. Hier hatten wir richtig zu kämpfen. Der Vorteil bestand jedoch darin, dass wir bis jetzt nur im Schatten waren. In Hohnstein selbst schleckerten wir schnell ein Eis und fuhren dann, ärgerlicher Weise, am Waldbad vorbei. Es ging wieder mal hinauf und hinaus aus der Stadt
Über die alte Böhmische Glasstraße zogen wir mit Staub und Sonne im Nacken in Richtung Goßdorf, ebenfalls mit Waldbad ausgestattet. Am Gickelsberg vorbei eilten wir durch Goßdorf. Das Waldbad konnte uns nicht hindern die steilste Abfahrt von Gossdorf nach Kohlmühle zu nehmen. 18% Gefälle - einfach herrlich mit 55 km/h durch das Schattenreich des Waldes zu fahren. Leider asphaltiert...
In Kohlmühle angekommen gab es nur einen Ausweg aus diesem Tal zu kommen. Hinüber nach Porschdorf und dann weiter nach Rathmannsdorf.
In Bad Schandau schleckten wir wieder Eis und ließen uns nochmal die Sonne ins Gesicht scheinen.
Trotz brütender Hitze teilten wir uns unsere Kraft sehr gut ein und haben wieder 34 Km geschafft.

Viele liebe Grüße Eure Sandsteinjäger


Samstag, 10. Juli 2010

Hitzefrei

Der heutige Tag war echt zum schonen. Obwohl wir es eigentlich nicht so gedacht hatten. Gestern abend spät in den Federn gewesen und heute erst gegen 9.30 Uhr gefrühstückt. Das kann ja nix werden. Das gute am Morgen war der Wind, der uns auf Balkonien abkühlte. O.k., abkühlen kann man das bei diesem Wetter nicht nennen, aber es war noch angenehmer als vor der Tür.
Jedenfalls hatten wir uns einige Vorschläge gemacht, die jedoch auf Grund der Temperatur ins Wasser fielen. Ob mit dem Zug, Bus oder komplette Hin- und Rückfahrt mit dem Rad. Alles war zu anstrengend.
So hatten wir uns entschlossen noch eine Runde aufs Ohr zu hauen und die Mittagszeit abzuwarten. So gegen 14.00 Uhr waren wir soweit und machten eine kleine Tour zum Lichtenhainer Wasserfall. Straße auf und Straße wieder ab. Das waren immerhin auch 19 Km. 
Im Kirnitzschtal war es aber allemal angenehmer als die Tour durch den Wald. Zudem haben wir mal wieder Kraft getankt. Dies werden wir dann für morgen gut gebrauchen können. Da wollen wir dann wieder eine länger Tour unternehmen - frei nach dem Motto: bis der Schweiß den Arsch herunterläuft. Wo es genau hingeht wollen wir heute noch planen. Vielleicht gehts morgen früher los, um der Hitze etwas zu umgehen.

Eure schwitzigen Sandsteinjäger

Freitag, 9. Juli 2010

Schattenspringen

Laut Wetterbericht sollte heute wieder ein Tag werden, der einen Hauch von Sommer versprühen lässt. Und was für einen Hauch...
Eine ähnliche Tour hatten wir schon mal. Sie begann heute in Königstein. Von hier aus starteten wir in das höher gelegene Thürmsdorf. Bergauf hielten wir für einen kleinen Augenblick in den Schatten der Bäume, um uns ein wenig zu regenerieren. Wir nannten es sofort Schattenspringen und es sollte uns den ganzen Tag so begleiten.
In Thürmsdorf zogen wir wieder am Schloss vorbei, machten einen Schlenk durch eine alte Obstwiese und fuhren bei 10.000°C im Schatten den Malerweg bis Weißig entlang. Die Abfahrt des Malerweges brachte uns etwas Kühlung. Dann ging es hinüber zum Weg des Rauensteins. Unterhalb des Rauensteins in den Wäldern der beiden Bährensteine gab es jedoch zwar Schatten, aber im Wald stand die Luft. Teilweise konnte Katrin diesen Weg wegen der Steine und Wurzeln nicht fahren. Das Schieben trieb uns zusätzlich den Schweiß auf die Stirn, aber irgendwann hat man ja mal den Gipfel erreicht und es muss wieder runter gehen. So war es auch. Im Wald selbst und dann ab Naundorf ging es dann mit 14%igem Gefälle nach Pötzscha rein. Hier setzten wir dann mit der Fähre über nach Wehlen und versammelten uns am Markt. Erst mal ein Softeis und einen großen Schattenspender. Zusätzliche Abkühlung am Brunnen brachte neuen Schwung.
Auf Grund der Hitze hatten wir jedoch schon überlegt den Elberadweg jetzt schon zurück zu fahren. Der eigentliche Plan bestand ja eigentlich darin, dass wir nun von hier aus zur Bastei hochfahren. Die Bastei ist nicht weit, leider hätten wir den Weg über Lohmen gemusst oder die Abfahrtsstrecke durch den Uttewalder Grund nehmen müssen. So oder so - nur bergauf über mehrere Kilometer.
Und da, die Erlösung - ein Schild mit der Aufschrift "Basteikraxler". Geniale Idee, denn der Kraxler hat einen Hänger für Fahrräder mit bei und sollte uns nun nach oben befördern.
Hoffentlich sieht uns keiner. Mir war es schon etwas peinlich, doch ich wollte insgeheim zur Bastei, wollte aber auch gleichzeitig Rücksicht auf Katrin nehmen. Was tun? Da kam der Bus als tolle Alternative. 
Vorher machten wir dem Busfahrer klar das wir vor der Bastei austeigen möchten. Er ließ uns an der Abfahrt zum Uttewalder Grund raus. Von hier aus fuhren wir zur Bastei allein und selbstständig weiter und machten an der Basteiaussicht auf "dicke Hose". Tatsächlich wurden wieder gefragt ob wir hier die Strecke heraufgefahren waren. Was soll man da wohl sagen. Immer cool bleiben als sei die Bastei die einfachste Strecke der Welt. Zumal wir den Weg in den vorhergehenden Jahren ja schon geschafft haben.
Nach der Fotosession und der Angeberei zogen wir wieder los und zwar durch den Uttewalder Grund in Richtung Wehlen zurück. Von hier aus ging es über den Radweg nach Rathen und weiter über den Lottersteig, der sich super fahren läßt für mich, um dann mit der Fähre von Halbestadt nach Königstein überzusetzen. Der Zug war in der Hitze nun unsere letzte Hilfe. Wir wollten nicht mehr fahren, sondern gefahren werden. Zudem hatten wir heute abend noch eine Einladung. Die Zeit wurde auch knapp.
Ab 19.00 Uhr mussten wir schon bei Füssels sein, denn sie hatten uns zum Grillen eingeladen. Es war einfach super.  Wir haben lange erzählt und den Abend mit Glühwürmchen ausklingen lassen. Helmut hatte sie für uns ab 22.30 Uhr bestellt.

Fazit: Trotz der Hitze war es mal wieder ein toller Tag - 33 Km
Viele liebe Grüße, Eure Sandsteinjäger




Donnerstag, 8. Juli 2010

Komplikationen am Unger

Das wir heute die Tour zum Unger machen würden stand gestern schon fest. Katrins Schmerzen ließen nach, nur die Färbung nahm zu. So konnten wir diese Tour mit ruhigem Gewissen angehen.
Zuerst fuhren wir mit den Rädern bis nach Schandau zum Bahnhof, denn ab hier fuhr der Zug nach Sebnitz. Wir stiegen bei netten 26° um 11.00 Uhr aus dem Zug in Amtshainersdorf wieder aus. Wir wollten den kurzen Gehsteig-Weg in Richtung Unger nehmen. Angepriesen als Gehsteig sind hier so manche Wege, doch dieser war wirklich einer. Mehr als die Hälfte des Weges haben wir den Berg hinauf geschoben. Abwärts würden mir die 320 Höhenmeter vom Ort bis zur Berggaststätte auf dem Unger schon eher gefallen. Kurz vor dem Ziel machten wir eine längere Pause. Der erste Teil der Pause bezog sich auf essen und ausruhen. Der unfreiwillige zweite Teil bezog sich leider auf meine Hinterradbremse. Sie war fest und ließ sich nicht mehr lösen. Dies lag nicht an der Hydraulik (witzig), nein - am Bowdenzug waren drei einzelne Drähte gerissen und verkeilten sich in der Bremsleitung. Diese sprang daher nicht mehr in die Ausgangssituation zurück. Kein vor, kein zurück - Schlussfolgerung: FEST!
Da unsere Tour zur Napoleonschanze gehen sollte, blieb uns nichts weiteres übrig als in Hohnstein einzukehren und dort nach einem Fahrradgeschäft zu suchen. Das hieße also für mich: Keine Experimente, Bremse abklemmen und ab nach Hohnstein. Nur mit einer Frontbremse versteht sich. Teilweise gibt es Gefälle von 5 - 10%. Übung macht den Meister. Wir fuhren dann über  Ehrenberg in Richtung Hohnstein. Katrin war immer voraus. Ich musste mich auf die Geschwindigkeit konzentrieren. Bloß nicht zu schnell werden. Es gab Streckenabschnitte in denen Katrin deutlichen Vorsprung hatte. Während der  Abfahrt in das Nest Hohnstein freute ich mich bereits auf neue Bremszüge. Die Ernüchterung kam jedoch im Ort selbst, als uns gesagt wurde das es so etwas hier nicht gäbe. Also sollte jemand eine Geschäftsidee entwickeln wollen. Ein Fahrradgeschäft in Bad Schandau und Umgebung lohnt sich auf alle Fälle.
Und nun begannen Katrin und ich die Reparatur mit eigenen Mitteln auf dem Marktplatz vor der Jugendburg. In filigraner Kleinarbeit lösten wir die Aufgabe und die Knoten im Bremszug. Klaus sein altes BW-Taschenmesser schneidet sogar Draht und leistete mal wieder großen Dienst. Nach der Reparatur gab es noch ein Stückchen Eierschecke und dann ging es hinauf zur Napoleonschanze. Auf Grund der Steigung und des schmalen Pfades kamen wir nur langsam voran, sprich wir mussten schieben. 
Oben endlich angekommen legten wir uns in die Sonne und in den Schatten, vertilgten unsere letzte Nahrung, machten ein paar Fotos und dachten schon an den Abend. Ich hatte bereits jetzt schon wieder  guten Hunger. Vorerst mussten wir jedoch die Napoleonschanze, wie bereits im letzten Jahr, herunterfahren. Dann ging es über die steile Straße durch Porschdorf in Richtung Bad Schandau. Hier besorgte ich mir neue Bremszüge. Anschließend ging es nochmal zum Brunnen, um unsere anfänglichen Sonnenbrände zu kühlen. Die hatten wir uns trotz großer Vorsicht geholt. Ist aber noch lange nicht so schlimm im Vergleich zu dem, wenn Gitti aus der Sonne kommt.

33 Km bei Sommer, Sonnen, Sonnenschein 
Eure Sandsteinjäger




Mittwoch, 7. Juli 2010

Sie nimmts sportlich oder ein Nachmittag auf Krücken

Was soll ich heute schreiben? Als ich den Fuß heute früh gesehen hatte, machte ich mir große Sorgen. Blau und angeschwollen - dann lieber doch dreckig und geruchsintensiv. So ging die erste Tour heute ins Pirnaer Klinikum, wo Katrin sehr gut behandelt wurde. Es ging alles sehr schnell und die Diagnose lautete nach 45 Minuten: Distorsion li. OSG
Da wir schon gestern vorab eine medizinische Erstbetreuung vorgenommen hatten, verläuft die Verletzung ganz gut und ich mach mir weiter erstmal keine Sorgen. Doch um Katrins Kopf sollte man sich mal kümmern. Hier kommen Sprüche wie: "Morgen gehts dann weiter" und "Laufen kann ich nicht, aber Rad fahren schon". Sie nimmt es wirklich sportlich, sehr sportlich sogar. Da machen einige Weicheier nicht mehr mit. Und solange keine Bänder oder Gelenkkapseln in Leidenschaft gezogen wurden ist noch alles im gelben Bereich. Grün kann ich dazu leider nicht sagen.
Wir werden uns nachher fertig machen und in die Stadt fahren. Katrin hat lustige Krücken bzw. UA-Stützen bekommen. Passend zur Sommerfarbe 2010. Wie man also mit Stützen läuft, dass wird sie nachher lernen. In der ersten Testphase jedenfalls sah es schon gut aus, ist aber noch etwas verbesserungswürdig. 
So, die Sonne scheint und wir ziehen nachher los. Mal sehen wo wir heute unnütz unser Geld verplempern werden.
Bis heute abend.

Nachmittag auf Krücken


Wir sind eben gerade eingetrudelt. Haben den ganzen Nachmittag in Bad Schandau verbracht. Katrin kommt nun mit ihren Stöckchen ganz gut klar. Jedoch fehlt da die Geschwindigkeit. Ich versuche ja mitzuhalten, aber teilweise bekomme ich Angst im gehen einzuschlafen. Ihrem Fuß geht es jedoch schon besser. Die Färbung bezieht sich nun noch auf bestimmte Teile ihrer Quanten. Die Schwellung lässt auch etwas nach. Das Bein wurde heute komplett geschont. Morgen soll es aber ihrer Meinung nach wieder losgehen. Mal schauen, denn wir brauchen auch eine Strecke bei der man nicht so oft schieben muss. Die haben wir noch nicht gefunden. Katrin blättert noch im Kartenmaterial und ich schaue mal im Netz ob es ein paar leichte Routen gibt. Nachher soll es zum Public Viewing in die "Kegelbahn" gehen. Dort können wir auch unseren Magen füllen und dann gemeinschaftlich jubeln. Ich hoffe es zumindest obwohl ich nicht so überzeugt bin, das Spanien geschlagen werden kann.
Über die bis jetzt gefundene Leserpost bedanken wir uns recht herzlich bei den jenigen die unsere Seite verfolgen und sich auch gemeldet haben. Sei es über Kommentare oder im Gästebuch. Über die restlichen Leser sind wir arg enttäuscht - wir sind verletzt. Gebt euch bitte mal Mühe!

Also bis morgen und auf ein tolles Spiel.
Es grüßen Euch die Sandsteinjäger.

Dienstag, 6. Juli 2010

Geschwächt über den Rauenstein

Das der Regen heute unseren Plan durchkreuzt hat war nur ein kleines Übel, aber dazu später mehr. Jedenfalls war heute Weckzeit um 9.00 Uhr damit wir den Zug ab Krippen um 10.07 Uhr nach Königstein nehmen konnten. Es regnete jedoch aus Eimern und nach dem Frühstück war noch mal "Frühruhe" angesagt. Heute sollte es von Königstein aus über Thürmsdorf und dem Malerweg nach Weißig gehen und von dort aus über den Rauenstein nach Pötzscha. Der Weg zurück sollte je nach Lust und Laune entweder am Gamrig und am Lilienstein vorbeiführen oder direkt über den Elberadweg nach Bad Schandau zurück nach Hause. Das war unser Plan, denn die Strecke ist nicht so schwierig und sollte als Erholung dienen nach dem gestrigen Programm. Doch es kam alles anders. 
Gegen 12.00 Uhr schaute ich nach dem ersten Erholungsschlaf noch mal ins Netz um die Regenprognose abzuklären. Rechnerisch wäre alles um 14.00 Uhr vorbei gewesen. Gegen 13.30 Uhr, nach dem zweiten Schlaf, war noch leichter Nieselregen zu sehen und wir glaubten an die Prognose gegen 14.00 Uhr. Langsam machten wir uns bereit, vielleicht zu langsam. Im Rallytempo ging es nun zum Bahnhof nach Krippen. Noch 4 Minuten bis zur Zugabfahrt. Wir lagen gut in der Zeit. Nur noch mit den Rädern durch die Unterführung durch und rein in den Zug. Auf der Treppe dann ein Schrei und Stillstand der Brigade. Katrin war gerade mit dem Fuß umgeknickt. Das war´s dann wohl für heute. Ich selbst hätte wahrscheinlich alles hingeschmissen in dem Augenblick, doch als der Zug einfuhr meinte sie nur: "los schnell der Zug fährt gleich". 
Mit großen Schritten noch ein paar Stufen rauf und rein in den Zug. Ich hatte ihrem Gesicht aber angesehen, dass es ihr nicht gut geht. In Königstein selbst besuchten wir noch eine Apotheke und füllten unsere Mittel auf. Mit Bandage und Eisspray sollte die Tour jetzt weitergehen. So etwas von Kampfeswillen, einfach weitermachen zu wollen, habe ich selten erlebt. Hut ab, ich hätte nicht weitergemacht. Man muss ja wissen wo Schluss ist und das wäre bei mir hier der Fall gewesen. Der Rückzug war jedenfalls angeboten worden.
Über eine lange Steigung ging es von Königstein aus nach Thürmsdorf hoch. Vorbei am Penafall, einem unscheinbarem Wasserfall direkt an der Straße, weiter hinauf in den Ort mit einer alten Schlossanlage. Auf dieser Höhenlage hatte man eine ganz andere Sicht über die Gegend und zur Festung Königstein selbst. Es begann nun der Malerweg der sich hoch über der Elbe in das Dorf Weißig erstreckte. Vorbei an einem alten Mausoleum zogen wir über Wiesen, Wälder und Felder. Angekommen in Weißig erblickten wir den Rauenstein in seiner Schönheit. Hier wollten wir wieder rauf, um am anderen Ende des Rauensteins in wilder Manier hinunter zu fahren. Downhillqualitäten sind hier aber gefragt. Nach unserem Aufenthalt auf dem Rauenstein ging es eben diesen wilden Weg hinunter nach Pötzscha. Anfangs lustig, moddrig, feucht und befahrbar stießen wir auf das schwierige Ende. Anfangs kam ich noch klar, doch auch ich musste abbrechen, da ich meine Spur verlassen musste und auf den Felsen nicht weiterkam und mir mein Leben wichtiger erschien.
In Pötzscha angekommen zogen wir nun den Elberadweg in Richtung Rathen entlang und machten ein Pause auf der Klangterrasse. Nach dem ein paar Wolken meinten die Sonne verdecken zu müssen ging es weiter nach Königstein wo unsere Reise begann. Hier  setzten wir mit der Fähre über und fuhren auf der anderen Seite nach Bad Schandau rein, um dort gleich zu essen. Es war ja schon nach 19.30 Uhr. Im Café "Memory" ließen wir es uns noch mal gut gehen bevor wir die Reise nach Hause antraten.
Fazit: 29 Km bei angenehmen Temperaturen.

Eure Sandsteinjäger