Was mich heute geritten hatte lässt sich nur schwer in Worte fassen. Das Wetter war ja außerordentlich schön und gegen 2 Uhr wurde es auch schon wieder dunkel. Dazu der Nieselregen und Windstärke 4 aus Nordwest. Das sind doch ideale Bedingungen um noch mal eine ausgiebige Neujahrstour zu unternehmen. Vorab kam ich noch meinen MTB-Kollegen bei der Abschlusstour ins Gespräch. Ich hätte doch am Winterpokal teilnehmen können. Ein paar Punkte hätte ich doch wohl schon zusammen bekommen. So meldete ich mich an und hatte dann auch gleich meine Fahrzeiten eingetragen. Zwischendurch kamen noch hier und da ein paar Einheiten zusammen.
So kam es also dass ich mich heute entschieden hatte noch etwas für mich und mein untenstehendes Punktekonto zu tun. Kurz vor 11 stieg ich also auf mein Rad. Vorher noch eine Ladung Öl aus der Dose auf alle beweglichen Teile und los ging es. Noch zeigte die Temperatur 17°C. Das wär doch schön, oder? Ich hatte es aber gerade angebaut und ich konnte zusehen wie es in den Keller ging. Bei 6°C pegelt es sich schließlich ein. Ich war schon am Münster und durchfuhr die schlammigen Wege in Richtung Kammerhof. Es war für mich der kleine spaßige Zubringer zum Radweg nach Rethwisch. Den Spaß konnte ich gut vertragen, denn ich wusste ja nicht was noch kommen sollte. Erstmal musste ich meinen Tritt finden. Die Musik im Ohr half mir den Gegenwind zu vergessen. Langsam fing es an zu nieseln an. An meiner Brille sammelten sich die Tropfen, vom Helm lief das Wasser am Schirm herunter, mein Gesicht war nass und kalt, die Jacke und die Hose hielten ab was sie versprachen – Wasser. Auf was hab ich mich hier eingelassen? Ich hoffte nur, dass kein starker Regen kam. Am Horizont machte sich etwas Helligkeit bemerkbar und ließ Hoffnung versprühen. Ich radelte immer weiter in Richtung Ostsee.
Ich war nun in Rethwisch angekommen und bog nach links in Richtung Börgerende. Jetzt hatte ich den Wind direkt von vorn. Der Sprühregen wurde etwas heftiger. Manchmal kam es mir vor, als sei es die Gischt von der Ostsee die gegen den Damm schlägt. Es war noch ein Stückchen bis zum „Heiligen Damm“ zu fahren und salzig war das Wasser auch nicht. Schweiß musste ich bei der Kälte auch ausschließen, also war es doch Wasser von oben.
Endlich Börgerende. Eine Joggerin und ein paar Rennradler kamen mir entgegen. Dazu noch Gassi-Geher. Mehr trauten sich nicht vor die Tür. Der Strand in Sicht. Nun noch die Strandstraße in Richtung Heiligendamm und die Hälfte wäre geschafft. Hinter dem Damm war es angenehm geschützt und der Regen ließ nun auch etwas nach. Trotz des lausigen Wetters waren jedoch viele Strandwanderer unterwegs, was mich ganz schön gewundert hatte. Na ja, im Sommer kannste hier nich loffen, weil hier allet belecht iss (O-Ton eines Urlaubers). Daher nutzen nun die Einheimischen ihren Strand solange sie wollen.
Ich machte unter Beobachtung noch ein paar Fotos und verließ die Schleuse in Richtung Heiligendamm. Hier war dann richtig Belegung, jedenfalls die Parkplätze waren voll. Ich steuerte weiter zum Radweg der mich nach Doberan zurück führen sollte. Ich machte mir jedoch noch Gedanken ob ich nicht lieber den Waldweg fahren sollte, den komplette Radweg oder vielleicht doch noch über Vorder Bollhagen und dann durch den Kellerswald? Ich entschied mich dafür noch einmal gegen den Wind zu fahren. Dazu kam noch bergauf – ich fuhr also nach Vorder Bollhagen und dann weiter zum Kellerswald. Es ging noch mal durch das „Alte Doberan“ und dann durch die Wiesen nach Hause. Ich war froh wieder zu Hause zu sein, aber überrascht über die Zeit die so schnell verging. Die Klamotten waren auch schon fast wieder trocken und mein Rad bekam noch eine Kurzwäsche mit der Gießkanne.
Euer Sandsteinjäger Christoph
Euer Sandsteinjäger Christoph