Montag, 24. Mai 2010

Pfingsttreten durch die Kühlung

Kühle Pfingsten – so dachten wir über das Wochenende. Doch es sollte an dem Pfingstsonntag anders kommen. Die Sonne lachte uns bereits am Morgen ins Gesicht. Es sollte ein toller Tag werden. Nach dem Mittag sollte es losgehen mit Ziel Kühlungsborn.
Am Doberaner Wasserturm vorbei, fuhren wir durch den Kellerswald in Richtung Brodhagen, um dann eine Schneise in Richtung Reddelich zu schlagen. Der Wind nahm zu und blies uns auf den freien Strecken mächtig ins Gesicht. Die Sonne verhalf uns jedoch zum fröhlich sein und zum Pigmente haschen. Die Sandsteinjäger waren wieder einmal in die Freiheit geschickt worden, um sich austoben zu können. Der jüngste Spross der Fahrzeugflotte sollte zudem mal richtig getestet werden wie er sich über Stock uns Stein verhält.
Ab Reddelich ging es dann in Richtung Jennewitz. Hier begann auch der Einstieg in die Kühlung. Endlich wieder eine Abfahrt mit einigen Schikanen auf den Waldwegen – herrlich für mich, aber anstrengend für Katrin. Die schmalen Reifen und die langen Kurbeln waren des Öfteren ein Gefahrpunkt, aber dennoch meisterte sie ihre Sache mit dem neuen Rad wunderbar. Das Rad zeigte in den Steigungen seine Stärken in puncto Leichtigkeit und Schaltung. Und ich fühlte mich sauwohl, mit Tunnelblick zwischen den Bäumen hindurch zu rasen. Den Kick hatte ich schon lange vermisst.
In der Kühlung besuchten wir wie immer den Klothstein und den Kalkberg. Die Abfahrt zur Steineiche, welchen wir noch nie gesehen hatten, war schön. Jedoch hatte uns die Steineiche enttäuscht – nur ein Stein zwischen ein paar Buchen. Wir waren verletzt.
Der nächste Hügel wurde hinauf geschoben und machte diesen Weg noch mieser als er schon war. Nach der nächsten kurzen Abfahrt kam die tolle Aussicht auf die Ostsee, davor ein Rapsfeld und zu dessen Füßen lag Kühlungsborn. Durch KüBo wollten wir nun doch nicht mehr und so zogen wir dem Radweg folgend in Richtung Kühlung zurück, wollten aber dann wieder in den Wald hinein um nach Wittenbeck zu kommen. Und noch einmal ging es in steiler Abfahrt durch die Wildnis in das verschlafene Nest Wittenbeck, dort wo sich die High Society der Golfer bei schönem Wetter trifft, um ein paar Abschläge zu trainieren. Es zog uns aber gleich wieder rechter Hand quer über den Acker nach Steffenshagen und über Brodhagen ging es dann wieder zurück in die Heimat, mit kleinem Zwischenstopp bei Klaus mit vorher gehender rasanten Auffahrt durch die Baumstraße. Jetzt holte ich aber auch wahrlich die letzten Energiereserven aus den Beinen und war echt froh als dieser Hügel erklommen war. 
Ich ließ mir den entgegenkommenden Passanten gegenüber nichts anmerken und tat so als wenn es normal wäre mit 20 diesen Berg im Wiegetritt hochzufahren. Ich fühlte mich jedoch plötzlich hundeelend und meine Pulsuhr gab auch schon Alarm. Dies tat sie heute schon öfter, jedoch nur weil mein Puls zu ruhig war – also unterpulsierend. Kraftraubend war diese Tour heute nicht, aber doch schon im Trainingsbereich liegend. Es muss immer bedacht sein, dass wir in 39 Tagen loswollen. Die Zeit ist knapp.

Eure Sandsteinjäger

Mittwoch, 19. Mai 2010

Warm up

Heute einmal ein gedankliches Training, eine kleine Runde durch die Hirnzellen, denn normal biken kann man ja nicht bei dem Wetter gar nicht. Immerhin beschäftige ich mich mit meinen Touren, schaue hier und da mal ins Netz was die anderen MTB´ler so machen und mache meine Fahrradbestellungen fertig. Nebenbei glotze ich aus dem Fenster und sehe die Blasen auf den Pfützen. Es ist ja nicht so der Dreck, der mich Mitte Mai stört. Nein, es sind die Temperaturen um den Gefrierbrand herum. Obwohl ich mich eigentlich davor nicht schütteln müsste, denn im Januar war ich auch unterwegs und das bei Minus 10° und Schnee bis zum Knie. Warum denn nicht jetzt? Ich habe einfach die Sch… voll von dem Wetter. Mit der Anzahl der Monate sollten doch auch die Temperaturen steigen, außer von Oktober bis Dezember. Ich erwarte einfach von einem April und einem Mai, dass er mir vernünftige Grade bringt. Was denkt er sich eigentlich? Sämtliche Ausflüge der Sandsteinjäger konnten gestrichen werden. Aus Angst um meine Gesundheit habe ich nicht mal ein schlechtes Gewissen gehabt, meine Touren aus dem Kalender zu nehmen. Ich bin einfach nur sauer. Was bringt uns denn der Sommer? Wie sieht es in meinem Urlaub aus? Die Routen sind schon fast fertig und die Freude riesiggroß. Doch die Angst wächst.
Doch gestern war es wieder soweit. Ich bestieg meinen Kampfesel und versuchte mit einer Zeitvorgabe von 45 Minuten eine neue Waldstrecke zu probieren. Dies war nötig, da ich mir meine Kraft auf der alten Strecke immer zu meinen Gunsten sehr gut eingeteilt hatte. Dies ist nicht der Sinn einer Sache, um für den Sommer zu trainieren. Zwar ist mir die Strecke bekannt, jedoch am Anfang mit der größten Steigung sehr schwierig. Danach genieße ich eine wilde Abfahrt. Erhofft hatte ich mir jedoch eine feuchte und dreckige Strecke. Leider hatte der Waldboden das jetzt so erwartete Nass zu gut aufgenommen. Hin und wieder versuchte eine große Pfütze mir den Weg zu schneiden, aber ich hatte sie ausgetrickst. Was herauskam könnt ihr euch sicherlich denken.
Doch dann wurde die Zeit knapp und ich wollte unbedingt meine Zeit nicht überschreiten. In straffem Tempo durchzog ich den abendlichen Wald, der durch meine getönte Brille noch dunkler aussah als mir lieb war. Ich wollte schon mein Licht einschalten, doch für wen? Vielleicht hatte ich schon Angst vor dem wilden Förster der im Wald sein Unwesen treibt. Umsonst gibt es hier bestimmt nicht den Totenweg.
Nach all den Hügeln des Waldes fühlte ich mich kurz vor dem Ziel ausgelaugt. Bald sollte die Heimat wieder im Sichtfeld sein, aber aus den Schatten der Bäume war ich noch lange nicht heraus. Dann noch kurz über die tolle steile Wiese, durch Althof durch und die 30 Zone nicht beachtet und zack war ich wieder in den heimatlichen Hausreihen.
16 Kilometer Waldbahn in 45 Minuten (die müssen aber unterboten werden). Mal sehen wann dazu wieder Wetter und Zeit ist.
Ein Sandsteinjäger