Heute hatten wir die Mädels, auch auf eigenen Wunsch, nach
Dresden geschickt, um sich dort einmal auszutoben. Katrin und ich derweilen
wollten mal eine eigene Tour aufstellen. Gestern Abend wussten wir noch nicht so
richtig wo es hingehen sollte, dennoch kam uns der Gedanke die eigentlich
alljährliche Einsteigertour mal wieder stattfinden zu lassen. Es ging also hoch
zur Ostrauer Scheibe, dann über den Wenzelweg an den Schrammsteinen vorbei in
Richtung Felsenmühle. So lautete unser Programm.
Wir fuhren also über die Bad Schandauer Brücke und weiter
nach Postelwitz bis hin zum Abzweig nach Ostrau hoch. Es begann schon mit
Ampelverkehr an einer 18% Steigung und das noch im Kurvenbereich. Während ich
also voraus fuhr kam Katrin etwas langsamer hinterher. Nach diesem kleinen
Teilstück geht es stetig bergauf. Unsere Shirts verstauten wir wieder in den
Rucksäcken. Unter der Jacke wurde es ganz schön warm, obwohl man diese auch
immer wieder vertragen konnte. Immer weiter ging es hinauf. Endlich kam der
Abzweig des Wenzelweges, der uns in das Schrammsteingebiet führt. Leider steigt
auch dieser Weg stetig an und bringt einen zur Verzweiflung – „Warum nur“?
Ein Fahrradtausch half Katrin dann etwas weiter. Während ich
mich hinauf plagte, fuhr Katrin seelenruhig davon. Endlich hatten wir die erste
Kuppe erreicht. Von nun an sollte es ruhiger, mit ein paar kleinen Ausnahmen,
weitergehen.
Viele Einheimische waren unterwegs, um die letzten
Sonnenstrahlen und das gute Wetter des Septembers zu nutzen. Das schlechte
Wetter des Sommers hatten sie ja an der Ostseeküste in ihrem Urlaub schon
erlebt. Da freut es jetzt besonders, dass man im Herbst noch was unternehmen
kann. Kurzum, in den Wäldern tummeln sich viele Wanderer. Es ist also ganz
schön voll.
Es ging weiter mit unserer kleinen Tour. In den kleinen
Tälern, die an den Wegesrändern Bachläufe führen und wo selbst am Tage nur 10
Minuten die Sonne scheint war es bitterkalt. Selbst unter meiner Jacke zog eine
leichte Briese durch die Lüftungsöffnungen hindurch. 10°C Grad zeigte mein Navi
an. Vorher hatten wir 20°. Wir fuhren schneller, um noch schneller unten am
Felsenmüller zu sein. Oh, war das wieder schön als uns eine leichte warme
Briese um die Ohren fegte.
Die Richtung stand fest. Es ging die Straße hinunter zum
Lichtenhainer Wasserfall und weiter nach Hause. Wir waren gut im Tritt. Kurz
bevor der Abzweig zum Kuhstall abgeht fragte Katrin: „Und, jetzt noch hoch zum
Kuhstall?“ Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich überlegte kurz und fragte
zurück ob sie denn noch in der Lage ist dort hoch zu kraxeln. Der Angeberei
wegen sagte sie: „ja, ich will“. Es ist nämlich so schön dort oben mit dem Rad anzukommen
während einige Wanderer keuchend den Gipfel erreichen und staunend auf uns
schauen. Heute war ich 10 Minuten unterwegs. Katrin kam 4 Minuten nach mir an.
Wir nahmen uns einen Sonnenplatz und ließen die schöne Aussicht auf uns wirken.
Leider hatten wir keinen Proviant mehr. So verließen wir den Platz und fuhren
dem Tal mit Höchstgeschwindigkeit entgegen. Die Strecke war schwer zu befahren,
so dass ich behutsamer als sonst abfahren musste. Viel grober Schotter lag
vereinzelt herum und störte in den Kurvenbereichen. Die Ideallinie zu finden
war echt schwierig, aber mit den Jahren lernt man sie zu kennen. Wieder einmal waren
wir im Tal angekommen. Es ging nun nach Bad Schandau zurück. Ich merkte, dass
Katrin ein Lauf hatte. Sie wurde immer schneller, so dass man denken konnte als
wäre sie hinter etwas her, als würde sie noch was wollen.
Das Eis im Memory hatte sie angezogen wie ein Magnet. Dort
war es geschützt und die Sonne schien wieder mit voller Kraft. So hatte das Eis
doppelt so gut geschmeckt und das hatten wir uns verdient. Nach 38 Kilometern
waren wir dann auch wieder zu Hause und machten uns fertig zum Abendessen.
Eure Sandsteinjäger