Dienstag, 25. September 2012

Solo zu zweit


Heute hatten wir die Mädels, auch auf eigenen Wunsch, nach Dresden geschickt, um sich dort einmal auszutoben. Katrin und ich derweilen wollten mal eine eigene Tour aufstellen. Gestern Abend wussten wir noch nicht so richtig wo es hingehen sollte, dennoch kam uns der Gedanke die eigentlich alljährliche Einsteigertour mal wieder stattfinden zu lassen. Es ging also hoch zur Ostrauer Scheibe, dann über den Wenzelweg an den Schrammsteinen vorbei in Richtung Felsenmühle. So lautete unser Programm.
Wir fuhren also über die Bad Schandauer Brücke und weiter nach Postelwitz bis hin zum Abzweig nach Ostrau hoch. Es begann schon mit Ampelverkehr an einer 18% Steigung und das noch im Kurvenbereich. Während ich also voraus fuhr kam Katrin etwas langsamer hinterher. Nach diesem kleinen Teilstück geht es stetig bergauf. Unsere Shirts verstauten wir wieder in den Rucksäcken. Unter der Jacke wurde es ganz schön warm, obwohl man diese auch immer wieder vertragen konnte. Immer weiter ging es hinauf. Endlich kam der Abzweig des Wenzelweges, der uns in das Schrammsteingebiet führt. Leider steigt auch dieser Weg stetig an und bringt einen zur Verzweiflung – „Warum nur“?
Ein Fahrradtausch half Katrin dann etwas weiter. Während ich mich hinauf plagte, fuhr Katrin seelenruhig davon. Endlich hatten wir die erste Kuppe erreicht. Von nun an sollte es ruhiger, mit ein paar kleinen Ausnahmen, weitergehen.

Die Sonne schien durch ersten entlaubten Baumwipfel und konnte so den Boden erreichen. Sie heizte teilweise richtig kräftig ein, denn der starke Wind war hier nicht mehr zu spüren. Langsam schien uns der Hunger zu erreichen. Der erste Rastplatz weit unterhalb des Carolafelsen war uns immer bekannt, doch leider standen hier keine Bänke mehr. Die Natur oder die Forst hatten hier ihr Bestes getan (oder auch nicht). Es hieß also weiterradeln bis zum Abzweig Kuhstall/Kleiner Winterberg. Dort fanden wir einen schönen Sonnenplatz und aßen alles auf. Wir hatten mächtigen Hunger. Es wurden Fotos gemacht und Angeber-Emails verschickt, die mich in Sommerkluft liegend in der Sonne zeigen. Welch eine Wohltat.
Viele Einheimische waren unterwegs, um die letzten Sonnenstrahlen und das gute Wetter des Septembers zu nutzen. Das schlechte Wetter des Sommers hatten sie ja an der Ostseeküste in ihrem Urlaub schon erlebt. Da freut es jetzt besonders, dass man im Herbst noch was unternehmen kann. Kurzum, in den Wäldern tummeln sich viele Wanderer. Es ist also ganz schön voll.
Es ging weiter mit unserer kleinen Tour. In den kleinen Tälern, die an den Wegesrändern Bachläufe führen und wo selbst am Tage nur 10 Minuten die Sonne scheint war es bitterkalt. Selbst unter meiner Jacke zog eine leichte Briese durch die Lüftungsöffnungen hindurch. 10°C Grad zeigte mein Navi an. Vorher hatten wir 20°. Wir fuhren schneller, um noch schneller unten am Felsenmüller zu sein. Oh, war das wieder schön als uns eine leichte warme Briese um die Ohren fegte.
Die Richtung stand fest. Es ging die Straße hinunter zum Lichtenhainer Wasserfall und weiter nach Hause. Wir waren gut im Tritt. Kurz bevor der Abzweig zum Kuhstall abgeht fragte Katrin: „Und, jetzt noch hoch zum Kuhstall?“ Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich überlegte kurz und fragte zurück ob sie denn noch in der Lage ist dort hoch zu kraxeln. Der Angeberei wegen sagte sie: „ja, ich will“. Es ist nämlich so schön dort oben mit dem Rad anzukommen während einige Wanderer keuchend den Gipfel erreichen und staunend auf uns schauen. Heute war ich 10 Minuten unterwegs. Katrin kam 4 Minuten nach mir an. Wir nahmen uns einen Sonnenplatz und ließen die schöne Aussicht auf uns wirken. Leider hatten wir keinen Proviant mehr. So verließen wir den Platz und fuhren dem Tal mit Höchstgeschwindigkeit entgegen. Die Strecke war schwer zu befahren, so dass ich behutsamer als sonst abfahren musste. Viel grober Schotter lag vereinzelt herum und störte in den Kurvenbereichen. Die Ideallinie zu finden war echt schwierig, aber mit den Jahren lernt man sie zu kennen. Wieder einmal waren wir im Tal angekommen. Es ging nun nach Bad Schandau zurück. Ich merkte, dass Katrin ein Lauf hatte. Sie wurde immer schneller, so dass man denken konnte als wäre sie hinter etwas her, als würde sie noch was wollen.
Das Eis im Memory hatte sie angezogen wie ein Magnet. Dort war es geschützt und die Sonne schien wieder mit voller Kraft. So hatte das Eis doppelt so gut geschmeckt und das hatten wir uns verdient. Nach 38 Kilometern waren wir dann auch wieder zu Hause und machten uns fertig zum Abendessen.


Eure Sandsteinjäger