Donnerstag, 11. September 2025

Birken, Borkenkäfer und Beinflaute

Heute war Wandern auf Sparflamme angesagt. Die Füße meldeten sich schon beim Frühstück mit einem leisen „Bitte nicht schon wieder!“ – also dachten wir uns: etwas Kleines, Leichtes. Aber wer in der Sächsischen Schweiz „leicht“ sagt, bekommt gerne mal 500 Höhenmeter gratis dazu. Willkommen im Fitnessstudio der Natur.

Also lieber auf Nummer sicher – und auf Altbewährtes. Der Panoramaweg mit dem Scharwändeweg ist wie die Lieblingsjeans: sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Erst mal mit der Kirnitzschtalbahn bis zum Beuthenfall – ein Klassiker, der nie aus der Mode kommt. Danach ging’s am Beuthenbach entlang bergauf. Klingt idyllisch, wäre da nicht der Borkenkäfer, der sich hier als Landschaftsarchitekt versucht hat. Der Wald? Kaum wiederzuerkennen. Der Weg? Ein schmaler Grat am Abgrund, gesäumt von Birken, die aussehen wie Teenager auf dem Weg zur ersten Klassenfahrt – jung, wild und überall.

Die Scharwiese oben ist dann wie ein Wellnessbereich für Wanderseelen. Der Blick? Affensteine, Kleiner Dom, Schrammsteine – ein Panorama, das selbst die müdesten Füße kurz vergessen lässt, dass sie eigentlich streiken wollten. Kaum Treppen, kaum Steigungen, dafür viel „Ahhh“ und „Ohhh“. Das Schonprogramm deluxe.

Natürlich hatte ich mein Stativ und das zweite Objektiv dabei – man weiß ja nie. Und siehe da: ein Falke im Sturzflug! Ich hab ihn erwischt. Also fotografisch. Ob das Bild was taugt? Wird sich am Rechner zeigen. Aber allein der Moment war schon ein Volltreffer.

Weiter ging’s über Mittelndorf nach Altendorf, wo uns ein Doppeldecker AN-2 im Vorgarten anlachte – als Ferienwohnung! Wer braucht schon Airbnb, wenn man in einem Flugzeug schlafen kann? Großartig in Szene gesetzt, fast wie ein Kunstwerk mit Propeller.

Dann zurück Richtung Bad Schandau. Die Füße? Inzwischen eher Brei als Bein. Die Sohlen summten kein Lied, sondern klagten eine Ballade. Am Schlossberg war Schluss mit lustig – wir wollten nur noch essen. Nach 9,5 Kilometern war das Mahl verdient und, wie man so schön sagt: oberlecker.

Und dann, als wäre der Tag nicht schon voll genug, das blaue Wunder auf der Fähre: zwei Eisvögel beim Fischfang. Die Kamera? Natürlich tief im Rucksack vergraben. Timing ist alles – und meins war heute auf Pause.

Und morgen? Morgen soll eine Oldtimer-Rallye durch Krippen rollen. Wenn alles passt, gibt’s wieder Fotos. Vielleicht diesmal mit Kamera außerhalb des Rucksacks.

Eure Sandsteinjäger 

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