Dienstag, 26. Oktober 2010

Als Leader durch den Wald


An den letzten Wochenenden trafen sich die MTB Gemeinde bei schönstem Wetter zu einer kleinen Tour durch den Hütter Wohld. Eine kleine Tour mit 36 Kilometern Waldpiste wohlgemerkt! Die "Neuen" waren noch etwas langsamer. Daher hatten wir desöfteren längere Pausen für uns. Die Zeit nutzten wir für Fotos und langen Gesprächen. Für alle Beteiligten war es eine klasse Tour. Ich hatte den Jungs so einiges gezeigt was wir hier im Wald doch an Trails haben. Nächsten Tag jedoch ging es am späten Nachmittag für die Sandsteinjäger nochmal los. Eine kleine Sonntagspätnachmittagerholungsrunde über die Dörfer mit kleinem Endspurt durch den Wohld. Selbst hier hatten Katrin und Gitti mit ihren Citykraxlern riesigen Spaß. Und das in einem Wald, der an einigen Stellen mystisch aussieht und viel zu bieten hat. Jetzt wo die Blätter den Erdboden bedecken und wieder ein paar Sonnenstrahlen durch die Bäume huschen, wird es auch wieder ein wenig heller. Kühle Athmosphäre im Wald, doch in uns lachte das Bikerherz. Katrin und Gitti tourten mir brav hinterher. Doch die Zeit ist nun vorbei. In 4 kleinen Waldtouren tourte ich als Waldführer mit der MTB Gemeinde durch unsere Wälder. Doch nun schleicht sich doch langsam die kalte, dunkle und feuchte Jahreszeit ein und es fehlt teilweise die Lust. Die Lust? Die Sonne wärmt nicht mehr richtig und bei der Kälte zieht man sich etwas dicker an und dies ist störend: 1. Zudem müssen mehr Sachen gewaschen werden, 2. Die Klamotten sind etwas hinderlicher an den Beinen. Zwar geh ich nicht zum Tanz oder zur Aerobic-Stunde, aber dennoch sollte man auf dem Rad etwas beweglicher bleiben. Es gibt Fahrten bei denen ich mich ziemlich bekloppt anziehe. Lange Radhose und dann einen weite kurze drüber, welche die Oberschenkel etwas wärmt. Es muss aber echt bescheuert aussehen. Davon habe ich komischer Weise kein Foto für meine (unsere) lieben Leser.  Hoffentlich kommt bald der erste Schnee, dann kann ich wieder die Rodelbahn runter düsen und kleine Kinder erschrecken. Doch jetzt am Wochenende steht hier in Bad Doberan ein MTB Rennen an. Ich stehe jetzt zwischen Baum und Borke ob ich hier mitmache. Da sollt ich mich aber bis Donnerstag entscheiden. Da treten zwischen den Hobbyfahrern auch Lizenzfahrer an und ob das meine Liga ist, dass weiß ich nicht so genau. Obwohl mitmachen ja die Hauptsache ist. Soll ich mich trotzdem so verbraten lassen? Nein verheizen ist wohl das bessere Wort, aber einfach mitmachen....? Ja das wärs. Mal sehen was sich in den nächsten zwei Tagen so ergibt.

Euer Sandsteinjäger Christoph


Freitag, 8. Oktober 2010

Wo ist der Sommer?

Ja, wo ist dieser denn geblieben. Verkrochen hat er sich. Statt das die Sonne lacht, hat Petrus das Wasser wieder laufen lassen. Und das über mehrere Tage hinweg. Ach was Rede ich: Wochen. So sahen ich und mein treuer Gefährte dann auch manchmal aus. Es war mir von Anfang an auch egal wie der Wald von innen aussieht. Hauptsache die Konsistenz des Waldbodens stimmt und der Grip ist super.
Neue Routen konnte ich mir zusammenstellen, nachdem ich eine Woche zuvor schon mit ein paar anderen Leuten wieder durch den Wald geradelt war. Der Regen von den vorhergehenden Tagen tat natürlich sein Bestes. Wurzeln wurden so rutschig, dass ich Bekanntschaft mit dem Erdboden machen musste. Schön ging es über den Lenker. Fast wie in Zeitlupe lösten sich meine Klicks an den Schuhen aus den Pedalen während ich schon mit den Gedanken an meine unsanfte Landung war. Nichts passiert und weiter ging es. Es war eine Tour von 30 km bergauf und bergab, Pfützen, Modder und Schlamm. Herrlich. Nun war der Boden nicht mehr so hart wie im Sommer, der eh keiner war.
Natürlich war Katrin nicht so begeistert das ich Touren mit dem MTB Team MV mache. Die versprochene Rerikfahrt wollte sie unbedingt einhalten und so kam es auch das wir beide eine Tagestour nach einer regnerischen Woche unternahmen. Es ging wie immer durch die Kühlung. Da ich wusste das ich mich nicht in eine Gaststätte setzen werde, fuhr ich etwas "rücksichtsvoller" durch den Wald. Und der war lang, sehr lang sogar. Los gehts ja hinter Reddelich. Hier beginnt der Wald gleich mit ner tollen Abfahrt. Hier tobten wir an ein paar Pilzsuchern vorbei. Der Windsog zog denen die Pilze aus dem Korb und den Wegedreck auf meine Sachen. Die Abfahrt hinter dem Klonstein trieb mir den Angstschweiß in die Hose. Es ging Abwärts mit knapp 45 km/h. Leichte Spurrinnen links und rechts die sich immer verschnitten hatten. Ich fuhr links. Die Spur wurde immer ruppiger. Plötzlich wurde diese tiefer und eine zweite Spur führte in diese hinein. Ich dachte an Bremsen und tat dies achtern. Durch den welligen Boden stand jedoch mein Hinterrad immer wieder kurz in der Luft und neigte beim bremsen schnell zum blockieren. Ich hatte Angst hier durch die Luft zu gehen. Nun hielt ich das Rad noch starr fest, stellte mich etwas auf die Pedale um Druck nach hinten zu bringen und spannte den Körper so an, dass das Rad und ich nur noch "eins" waren. Ja, wir waren eins. Eng verschmolzen mit dem Aluminium zeigte ich meinem Bike nur durch leichtes Wippen des Oberkörpers die Richtung. Es fuhr mit mir immer weiter bergab. Ich hatte es im Griff. Zuerst ein wildes Pferd und nun gezähmt. Wir fuhren auf etwas zu. Es hatte die Größe eines Gartenteiches mit 8 Metern Durchmesser. Mein Pferd wollte doch jetzt nicht etwa springen? Einen Bunny-Hopp kann ich, aber keine 8 Meter weit. Tief ging es in den Sattel und ich zog nun endlich die Reisleine. Dann gings rechts vorbei mit kleiner Schikane. Geschafft, doch von Katrin nichts zu sehen. Sollte sie es etwas geschafft haben sich in der Fahrrinne zu legen? Nach einer Weile kam sie dann, begutachtete mich und meinte das ich teilweise schon etwas komisch gefahren bin. Weiter ging es dann in Richtung Bützower Keller. Hier hätten wir gleich rechts abfahren sollen und fuhren erstmal geradeaus, um später den tollen Trail zurück zu kommen und dann abzubiegen. Hier konnte ich dann zeigen warum ich Stollen drauf habe und lange Fahrtraining hatte. In Perfektion meisterte ich einige Schwierige Passagen. Mein Rad hingegen wurde schwerer und schwerer. Überall machten sich Modderteile breit. Ich fand das es toll aussah. Katrin indes nahm bei Abfahrten die andere Spur oder fuhr sehr weit hinter mir, denn die Stücken lösten sich schnell von den Reifen. Selbstreinigung nennt sich das. Der Spaß hörte jedoch vor Rerik wieder auf. Lange Pause, lange nichts - Zeit zum erholen. Zurück ging es dann über Kühlungsborn und Heiligendamm. Hier lagen in den Wäldern noch sehr stark vertreten die Überreste von Petrus seinen Machenschaften. Mit Geschick und Übung durchfuhr ich die Meisten. Ich wollte Spaß.
3 Wochen später startete ich jedoch die Tour in ähnlicher Form mit einem Mitstreiter der MTB Bewegung. Wir erkundeteten neue Wege in unserem Wald, von dem wir meinen ihn schon zu kennen. Jetzt langsam kann man sich ein genaues Bild machen. Am Abend hatten wir nach 4,5 Stunden Fahrzeit 64 Km auf der Uhr. Meine Beine schmerzten sehr und mir wurde auf der Tour des öfteren gesagt, dass dies mein Alter sei und nicht das Rad, das Wetter oder sonstiges. Zugegeben es war so. Morgen steig ich wieder ein. Eine Tour von knapp 25 Km steht bevor bei ca. 15°C und Sonnenschein.


Ein Sandsteinjäger