Samstag, 30. August 2014

Immer wieder Darß

Diese Tour hatten wir anders geplant und sollte eigentlich von Graal-Müritz über Barth wieder zurück nach Graal-Müritz führen. Ich konnte am PC die Route nachvollziehen und kam auf eine satte Strecke von 92 Kilometern. Das war heftig und ich schmiedete den Plan von Wieck aus mit der Fähre nach Bodstedt zu fahren und somit die Strecke um 20 Kilometer zu verkürzen. Zwar gab es keine Steigungen und schlechte Straßen, aber dennoch wollte ich keine Riesentour mit Micha unternehmen. Der würde mir noch zusammenbrechen und ich wäre schuldig.

So fuhren wir durch Graal-Müritz in Richtung Strand. Hier ging es weiter immer unterhalb der Düne. Die Ostsee konnten wir riechen aber nicht sehen. Anstatt das wir mal die Seite wechselten um auf das Meer zu schauen, jagten wir über den Radasphalt. Die Strecke war nicht voll, aber immer wieder hatten wir Probleme zu überholen. Selbst wenn man nebeneinander fährt kann man doch Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nehmen. Dann wird man auch noch schief angeschaut wenn man schneller ist als, und sich vorher bemerkbar macht. Damit aber muss man wohl leben solange es Touristen auf dieser viel besuchten Halbinsel geben wird. In Windeseile waren wir in Wustrow. Wir fuhren durch das alte Wohngebiet von Wustrow mit all seinen kleinen Häuschen und kleinen Gassen. Weiter ging es dann über den Deich nach Born. Von hier aus hatten wir einen tollen Blick auf den Bodden. Leichter Nieselregen begleitete uns bis nach Born. Ab hier schien dann die Sonne und heizte uns bis Wieck ein. Der Ort war gut gefüllt, aber trotzdem konnten wir uns noch frei bewegen. An einem Festplatz in Wieck war buntes Treiben angesagt und wir konnten hier unser Fischbrötchen genießen. Wir hätten auch schon ab Born die erste Fähre nach Bodstedt nehmen können, aber das war uns zu früh und so fuhren wie gesagt weiter nach Wieck. Dort erlebten wir den Spaß des Jahrhunderts. Zwar war ich mit zwei Kameras gut bestückt, jedoch waren wir beide so geschockt, dass wir es beide vergessen haben. Das wäre der Youtube-Knaller der Woche gewesen. Die Geschichte begann so, dass jemand mit seinem Zeesenboot ablegen wollte. Sein Boot lag genau an der Hafeneinfahrt. Praktisch gesehen, Motor an, ablegen, raus fahren und ab geht’s. Er machte nur einen bösen Fehler, auf den auch viele weitere folgten. Der Wind drückte in den kleinen Hafen und die Segel waren gesetzt. Zu guter letzt löste die Mitfahrerin das Seil am Bug. Gleichzeitig drückte der Wind in die Segel und das Boot drehte sich quer in die Hafeneinfahrt. Der Sonntagskapitän versuchte nun sein Schiffchen mit aller Gewalt wieder in die richtige Richtung zu bringen. Vollgas rückwärts und Ruder in die falsche Richtung – Vollgas vorwärts und Ruder wieder falsch. Er war dann so mit seiner Sache beschäftigt, dass er die Länge seines Bootes unterschätzte und mal rückwärts in ein anderes Boot fuhr. Vorwärts ebenso. Jetzt wurde es laut und die Scharen bewegten sich zum Ufer, um zu zusehen wie der Depp im Hafen seine Schüssel versenkt und vorher seine Schnecke über Bord schmeißt. Dreimal noch fuhr er gegen andere Schiffe. Der Wind hatte es nun geschafft (er auch), dass sein Boot nun am Ende des Hafens angelangt war. Mehrere male wurde er aufgefordert seine Segel herunter zu nehmen und es dann zu versuchen. Er machte sich dann auf und Frauchen ging an Steuer. Das war dann der Gau, denn sie ließ den Kahn dann gleich ohne Gas zu geben direkt in den Nachbarn ballern. Jetzt wurden an Land Wetten angenommen ob er es noch heil aus dem Hafen schafft, ob er überhaupt einen Schein hat, bzw. das es nicht mal sein Boot sei. Mit einem Kopfschütteln betraten wir unsere Fähre und konnten dann später sehen wir es wirklich geschafft hatte das Boot aus dem Hafen zu kriegen. Da nun später auch starker Regen aufkam und der Wind für ihn sehr ungünstig stand, denken wir heute noch an ihn. Er wird es an diesem Tag sicherlich nicht mehr in den Hafen geschafft haben.
Wir indes machten nach einer halben Stunde auf der anderen Seite fest. Ich wurde mit meiner Helmkamera begutachtet als sei es wirklich immer noch etwas Außergewöhnliches. Ich machte dem Bootsmann jedoch klar, dass dies nur meine Zielvorrichtung sei, um Pedelecfahrer von der Bahn zu schießen. Er nickte wohlwollend ab.
Der Himmel zog sich langsam wieder zu und wir mussten nun auch noch gegen den Wind fahren, der aus Süd-Westlicher Richtung kam. Es dauerte ein Weilchen bevor wir richtig in den Tritt kamen. Problemlos konnten wir hier die Straßen befahren, ohne Angst zu bekommen überfahren zu werden. Was blieb uns auch übrig. Waldweg gab es erstmal nicht. Erstmal.
Es ging durch Neuendorf und weiter und weiter. An einem Hafen konnten wir, während es regnete, unser Mittagessen genießen. Kartoffelsuppe mit Würstchen.
Nun mussten wir auch weiter, denn die Zeit drängte. Zwar fuhren die Züge ab Graal-Müritz alle Stunde, aber der Zug um 19.00 Uhr musste geschafft werden. So schnurrten wir nun unsere Kilometer ab und kamen Ribnitz immer näher. Plötzlich eine Schlechtwetterfront vor uns, die wir genau ausmachen konnten. Sie kam genau auf uns zu. Wir bogen ab in Richtung Langendamm, einem ruhigen verschlafenen Ort und konnten uns hier in dem Vereinshaus unterstellen. Wir hatten jetzt wieder Pause und naschten unsere Provianttüten weg. Als es etwas heller wurde machten wir uns wieder auf, um dann doch noch in den Regen zu fahren. Wir warteten kurz und zogen uns um. Während dessen faselte Micha irgendwas von klingeln und großen Hupen. Mein Gott. Dem fehlte wohl etwas Abkühlung. Jetzt ging die Party richtig los. Anfangs ungemütlich, hinterließen wir nun unsere Spuren im nassen Asphalt. Dabei versuchte sich die Sonne zu zeigen. Der Horizont wurde heller und heller. Der Regen war warm und daher machte es uns auch nichts aus weiter zu fahren. Das Zentrum umfuhren wir jedoch wie schon besagt. Es ging direkt noch mal zum Saaler Bodden heran. Die Elektro-Musik aus Pütnitz wurde immer lauter. Irgendwann quälten wir uns auf den Panzerplatten entlang und entkamen so wieder dem Wald, der nur meinen nassen Bremsen zu schaffen machte. Das mischte sich nun mit feinem Sand und hobelte den Bremsstein glatt. So langsam aber bekamen wir es mit der Angst zu tun. Ich selbst wollte den Zug ab Graal-Müritz nehmen, wollte aber andererseits natürlich nicht auf diese tolle Landschaft am Saaler Bodden verzichten. Ich spreche also von der Umleitung, welche aber wiederum eine Umfahrung des Regenzentrums war. Was soll man sagen.
Jetzt kamen wir Ribnitz im vollen Tritt immer näher und als wir endlich durch waren, war uns eigentlich klar das wir den Zug um 8 nehmen müssten. Vielleicht hätte man es dann doch schaffen können, aber da waren ja noch die Mädels. Dessen Anruf kam ja prompt, als wir immer noch nicht zu Hause waren. Es wurde schon gewartet. Das brachte uns aus dem Tritt und dann kam noch die Bemerkung, dass angeblich der Zug um 8 nicht fährt. Ups. Sollte ich so dämlich sein? An alles hatte ich gedacht. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Die Mädels riefen wieder durch. Es war nun kein Konzept mehr drin. Kein Tritt kein Antrieb. Sie wollten uns nun abholen. Na ja, wenn es denn sein muss. Ich war mir aber völlig unsicher ober der Zug wirklich fuhr. Aber wenn da der Konjunktiv nicht sein würde. Angekommen in Graal-Müritz ca. 10 Minuten nachdem der Zug abgefahren war, machten wir uns gleich an die Abfahrtstafel und siehe da, der Zug sollte wirklich fahren. So hatte ich es mir gedacht. Während wir dann Scherze machten und die Mädels dann auch auf den Parkplatz fuhren, fuhr wiederum der Zug in den Bahnhof. Jetzt hatten wir wieder freie Wahl, obwohl der Micha liebend gern mit dem Zug gefahren wäre, er nahm jetzt das Auto das ihn bis vor die Haustür fuhr.

 
MfG Christoph

Dienstag, 26. August 2014

Zwischendurch

Eigentlich wollten wir uns nach der ersten Urlaubsrunde noch mal melden, bzw. einen Post hinterlassen. Dazu kam es leider nicht mehr. Ich saß danach nicht mal mehr auf meinem Rad und habe es nur im Stall von links nach rechts geschoben (damit es so aussieht als wurde es bewegt). Endlich in der letzten Woche wollte ich mit dem Roybär noch eine Runde drehen. Keine Vorbereitung, kein Check am Rad, einfach losdüsen in Richtung Ostsee. Nach 200 Metern war dann auch Schluss. Nicht das es uns nicht mehr gut ging und wir völlig ausgepowert waren, nein, mein Hinterrad bewegte sich nicht mehr. Stillstand. Davor hatte es schön laut geknackt. Jetzt war es endlich wieder mal passiert. Auf einen größeren Schaden habe ich ja nun eigentlich noch gewartet. Es ging zurück in die Gagage. Von weitem näherte sich ein kleines Unwetter. Sollte das Glück sein? Vor kurzem schien noch die Sonne. Wir schafften es noch in die Garage. Erstmal setzen nach der Strapaze. Es fing an zu regnen an.
Das Hinterrad ließ sich nur schwer ausbauen, denn der Lockring hatte sich gelöst und verklemmt. Jedesmal wenn ich die Achse festzog, drückte ich den Lockring immer über das Gewinde drüber und so entfernte ich die ersten Ringe des Gewindes langsam aber sicher. Diese fand ich dann auch als Span wieder. Das Ding war hinüber. Aluminium ist ja besser weil leichter. So hatte ich mir das aber nicht vorgestellt. Ich stöberte den alten Lockring aus Stahl noch auf, reinigte alles schön und baute unter Aufsicht von Roy, der bereits bei der Flüssigkeitsaufnahme war, alles wieder zusammen. Das Rad wiegt nun 9 Gramm mehr. Das ist gerade so mit meinem Gewissen zu vereinbaren. Ich war aber immer noch nicht zufrieden. Alles knirschte und knackte. Das ich das vorher nicht mitbekommen habe wunderte mich sehr. Hier war der Dreck des Sandsteingebirges wieder zu finden. Ich nahm zu guter letzt die Spannrollen auseinander und reinigte und fettet diese. Eigentlich sollten es schon längst neue werden, doch diese sahen noch gut aus. Also 15 € pro Rolle gespart.
In knapp einem Monat geht es wieder los. Für eine Woche in unser Gebirge. Vorab jedoch werde ich selbst noch ein paar Runden drehen. Mit dem Michi geht es wieder auf große Fahrt. Nachdem er sein Rad gepimpt hat und nicht weiß wohin mit der ganzen Kraft, habe ich ihn zu einer Tour eingeladen. Es soll von Graal-Müritz auf den Darß gehen und dann weiter über Barth und Ribnitz-Damgarten zurück nach Graal-Müritz. Anfangs dachte ich das diese Tour eine gemütlich Runde werden würde. Wenn da der Konjunktiv nicht wäre. Tatsächlich soll diese Pipi-Runde 90 Kilometer haben und 77 Höhenmeter besitzen. Da wird nach 6 Stunden der Hintern ganz schön brennen. Da muss ich mein Rad noch etwas leichter machen. Nur wo? Die Reifen werde ich tauschen, schafft gut und gerne 500 Gramm bei den Schlappen.
Am Ende hoffe ich nur das wir gutes Wetter und wenigstens kein Wind haben, denn dieser wird uns mächtig ärgern können.

Ein Sandsteinjäger in Lauerstellung