Die ganze Woche über hatte ich mich schon auf diesen Tag gefreut, denn ich sollte etwas bekommen wonach ich schon eine ganze Zeit gesucht hatte. Ein neuer Laufradsatz mit Scheibenbremse inkl. allem Zubehör. Diesen bekam ich aber erst auf unserer vorerst letzten Tour des Jahres 2011 mit der MTB-Truppe von einem Mitfahrer. Egal was also am Wochenende für ein Wetter ist, die Fahrt findet statt.
Sonntagfrüh aus meinem süßen Schlaf gerissen schaute ich als erstes aus dem Fenster. Bedeckt, dunkel und es sah gewaltig nach Regen aus. Ich machte mich mit meinem Wagen auf zum Treffpunkt. Mit 14 Mann wollten wir heute durch die Wälder streifen. Schlammschlacht pur. Anfangs ließen wir jedoch die Waldstücke mit den Wurzelwegen aus. Es hatte ja die ganze Woche über geregnet und solch ein Risiko wollten wir dann so kurz vor Weihnachten nicht eingehen. Die Wurzeln sind bei diesem Wetter sehr gefährlich, auch deswegen weil sie sich unter dem Laub verstecken und man sie zu spät sieht. Da hilft auch keine starke Bremse. Da fällt man einfach. Wir nahmen also die Forstautobahn und zogen in Richtung Ivendorf und weiter nach Retschow. Es fing unterwegs leider richtig an zu regnen an. Der Wind kam aus Nordwest und die Handschuhe waren bald durch. Ganz leicht am Horizont zeichnete sich etwas Sonne ab und wir witzelten schon das wir sie sehen werden wenn wir beim Essen sind. In lockerem Tempo zogen wir unsere Bahn über die Straßen. Einfach nur mal mit der Truppe dahingleiten. Einfach toll.
In Retschow angekommen heulten an der Kreuzung 26 Bremsscheiben (13x2 - ich hab ja keine drauf) auf. Wir wurden aus dem Neubau total blöd angeschaut. Es war aber wirklich ein Höllenkrach. Ganz leicht angetippte und nasse Scheibenbremsen quitschen etwas bis sie wieder trocken sind. Es war ein tolles Schauspiel. Erst begann einer und alle anderen zogen dann nach. Es endete dann mit einem Lachen im Gesicht bei diesem Sch...wetter.
Kaum hatten wir das Dorf verlassen, fing es an zu Hageln an und ging dann über in einen kurzen Schneeschauer. Die Straße war weiß und das Geräusch welches wir verbreiteten klang komisch.
Unsere Wege trennten sich in Glashagen. Ich fuhr mit einigen den Trail durch das Quellental, die anderen suchten den Kick auf der nassen Wieseabfahrt. Jetzt war mir so einiges egal geworden, denn eigentlich wollte ich mich nicht dreckig machen. Doch so wie ich aussah hätte mir man das nicht abgenommen. Von daher tat ich ab jetzt noch mein Bestes. Das Quellental war eine Schlammwüste inkl. nasser Wurzeln und nassen Holzbrücken. An einigen Brücken stiegen wir ab. Das war es uns nicht wert so kurz vor Schluss sich noch mal zu löffeln. Dann ging es weiter mit Regen, Wind, etwas Modder und mehrerer schnellen Trails. Wie dreckig ich jetzt war interessierte mich nun gar nicht mehr. Der Spaß am heutigen Tage war doch in den Vordergrund gerückt. Die Handschuhe waren klatschnass und mein Finalgon begann an der Wade nun mit der nassen Hosse zu reagieren. Etwas zu spät meiner Meinung nach.
Jetzt ging es mit den anderen auf die Zielgerade zu - Froschklause. Die Sonne kam tatsächlich heraus und wärmte ein wenig das Gesicht. Das Spanferkel lag schon seit Stunden im Ofen und "wärmte" sich den Pelz. Seit gestern tot, machte es sich nun auf einem Tablet gemütlich und zeigte uns die angekohlten Ohren. Wir indess wechselten unsere Sachen und warteten auf die Freigabe der kleinen Sau. Wir ließen schlussendlich nur den Schädel übrig und feierten unsere eigene kleine Abschlusstour für das Jahr 2011 und blickten zurück. Was uns für das Jahr 2012 erwartet wissen wir noch nicht. Vielleicht zieht es uns ja gemeinsam mal in den Harz. Ich bin ja nun bestens mit meinen Bremsen ausgerüstet. Auf alle Fälle hol ich noch den Sylvesterkarpfen und zieh vielleicht doch noch mal meine Bahn über die Heimatstrecke.
Wir Sandsteinjäger wünschen Euch ein schönes Weihnachtsfest, eine schöne letzte Arbeitswoche und einen schönen Start in das Jahr 2012.
Eure Sandsteinjäger
