Heute nahmen wir uns den Wachberg vor und zwar mit dem Fahrrad. Die Route lautete von Schandau durch das Kirnitzschtal bis zum Lichtenhainer Wasserfall und dann hinauf, hinauf, hinauf bis kurz vor den Ort Lichtenhain. Dann ging es weiter hinauf in Richtung Hexenbaum und Hohe Straße. Alles nur rauf rauf rauf. Da haben wir beide dann auch irgendwann mal geschoben. Die neuerdings teilasphaltierten Waldstraßen konnte man gut fahren, aber sobald der faustgroße Schotter hinzukam, liefen wir beide nebenher. Wir mussten knapp 400 Meter Höhe überwinden, um später endlich in den Genuss zu kommen hinab zu fahren. Mit so einigen Pausen in windschattigen Plätzen versuchten wir den Sommer zu genießen, sofern er denn da war. Die Temperaturen verliefen sich, ja sie verliefen sich im 15er Bereich. Da hatte man schon das eine oder andere dicke Jäckchen rausgeholt, wenn es mal abwärts ging und es in den gefühlten Frostbereich ging. Dabei tränten die Augen und leckte die Nase. Irgendwann kam auch mal wieder die Sonne raus und ging bergauf. Es wurde wieder gekeucht und geschoben.
Endlich kam Tomasov in Reichweite. Es war mehr als die Halbzeit, aber die Spitze des „Eisbergs“ (in zweierlei Hinsicht). Es folgte nun der Wachberg und wir durchfuhren den altbekannten Wald der keiner mehr war. Mondlandschaft mit einer leichten Überzuckerung von Birkenbäumen und Büschen. Würde man mich hier aussetzen, ich hätte nicht gewusst wo ich wäre und würde wahrscheinlich auf den Harz tippen. Hier stand eigentlich nichts mehr. Dieser Wald hat echt gelitten.
Pausentee auf dem Wachberg. Die Gaststätte hatte heute geschlossen, aber das war uns bekannt. Es ist leider nicht mehr so wie „früher“, wo es nur einen Tag in der Woche gab, der Geschäftsfrei war. Wir machten es uns auf der Bank gemütlich und wärmten uns am Kaffee und aßen unsere Reste und wollten diese Ruhe genießen. Stille wie im Märchenland, doch horch, wer kommt. Eine kleine Reisegruppe eines tschechischen Ferienlagers. Hui, da war Leben drin und die 8 bis 14 jährigen machten sich über den Spielplatz her und besetzten Kirche, Schule und alle anderen Häuser des Spielplatzes, aber wussten sich zu beschäftigen.
Wir indes machten uns auf den Rückweg über den Pfad nach Saupsdorf. Der Weg, der vor drei Jahren noch ein toller Weg war und zum wandern ideal, war nur noch schmaler Trail von 20 cm Breite mit nicht sichtbaren Wurzeln und Steinen. Man hat das Spaß gemacht. Mir stand das Wasser in den Augen und die Knie zitterten als ich im Dorf angekommen war. Jetzt ging es wieder zusammen mit Katrin den Asphalt hinab in das Kirnitzschtal, anfangs mit viel Schwung die der Straße und ihrer Neigung geschuldet war. Später dann musste ich ordentlich reintreten, um mit Katrin mithalten zu können. Im Tal hatten wir dazu noch ordentlich Gegenwind. Sobald ich dann ordentlich Vorsprung erzielen konnte, kam sie wieder an und klingelte und machte sich mit ihrer quitschenden Bremse bemerkbar, was dann in etwa hieß „wegen Dir muss ich bremsen, fahr schneller“.
Gegessen wurde in der Eiche. Morgen wird dann gewandert.
Eure Sandsteinjäger