Wiedereinmal regnete es morgens pünktlich zum Abmarsch. Wir
standen vor der Tür der „Jungspunde“. Verdutzt wurden wir in unserer
Regenmontur angeschaut. Wenn Abmarsch ist, dann geht es auch los. Nach der
kurzen Zugfahrt stellten wir uns nochmal unter, um nicht komplett durchnässt zu
werden und dann gingen wir die gefühlten „tausend“ durchgeweichten Stufen
hinauf nach Reinhardtsdorf. Wir matschten den Feldweg entlang. Der Horizont war
in Wolken und Nebel getaucht. Es war ein tolles Schauspiel als wir die
Kaiserkrone erreicht hatten. So langsam machte sich dann auch die Sonne breit.
Wir machten eine lange Pause. Das tat meinem Knie auch sehr gut. Die Bandage
hielt leider nicht was sie versprach. Die Probleme hatte ich bei allen Stufen.
Die Rentnercombo ließ mich mit deren Gebrechen jedoch ziemlich alt aussehen.
Ich fühlte mich wie 90. Die Wanderstöcke hätte ich getrost als Krücken nutzen
können. Glücklicherweise hatten wir diesen Tag für unsere Neulinge als Testtag
deklariert und sind nicht gleich in die Vollen gegangen. Ich kämpfte mich also
durch.
Über Reinhardtsdorf ging es weiter zum Wolfsberg. Wieder hieß es Pause
machen. Da schon Kaffeezeit war, konnte ich endlich den Kuchen auspacken. Mit
dem restlichen Körnerbrot fütterten wir die dicken Karpfen an einem Teich. Die
Puller- und Rastpausen zusammen kamen mir sehr gut, verlängerte jedoch unsere
restliche Tageszeit. Irgendwann wollte man ja nochmal einkaufen und in die
Stadt mal bummeln, oder ganz einfach früher zu Hause sein. Eine kleine Ameise
erhörte mich wohl als ich wieder bemerkte, dass jemand wieder in die Büsche musste.
Nach der wehrhaften Attacke des kleinen Wiesenbewohners sah Katrin aus als
hätte sie sich einen Wolf gelaufen. Nach einer Stunde kamen wir wieder an eine
kleine Hütte. Dort kehrten wir ein, denn erstens hatten alle Kaffeedurst und
zweitens sollte ein Regenschauer bald aufkreuzen.
Wir entschieden uns für diese
Pause. Wolfgang badete seine Füße in einem zweier Goldfischbecken. Dem einen Goldfisch
ging es soweit gut und der andere verlor die Farbe. Ob und wiso, das sei mal dahingestellt.
Nach Eis, Kaffee und anderen Kalorien mussten wir im Nieselregen weiter. Meine
Sachen hatte ich alle dabei und konnte aus dem Vollen schöpfen. Für jede
Situation das passende „Kleid“. Wir gingen über den Krippenberg und Püschelweg
nach Krippen zurück und hatten am Ende wieder mal 12 Kilometer auf der Uhr. Für
die Einführung war das für unsere Neuankömmlinge gar nicht so schlecht. Alle
waren tapfer.
Eure Sandsteinjäger