Mittwoch, 30. Juni 2010

Reisefieber

Da ist es wieder - Das bekannte Reisefieber, das wohl jeder erleidet der eine große Tour vor sich hat. Letzten Samstag wuchs die Spannung sichtlich so stark an, dass man am liebsten gleich losgefahren wäre. Aber Arbeit geht vor. Leider.
Im Augenblick zeigt sich sogar das Wetter von seiner besten Seite und wir hoffen das es auch so bleibt. Vielleicht etwas kühlere Luft oder ein paar Wölkchen täten uns bei den Radtouren wohl, doch lieber so als schlechtes Wetter.
Die Dinge die wir in der letzten Woche erlebten und in den nächsten Tagen erleben werden, machten die Zeit vor dem Urlaub "kurz" und erträglich. Viel erlebt und viel zu tun bevor wir uns in den Urlaub verabschiedeten. Kurzum - Stress pur. Zudem am Donnerstag noch packen und schauen ob auch wirklich alles in den Wagen passt, denn diesmal sind zwei Räder an Bord. Die hinteren Autositze wurde komplett demontiert. Alles Unnötige musste raus. Die Krönung folgt am Freitag - Party mit Katrins Firma ab 19.00 Uhr bis Open End. Wir nutzen die Flucht jedoch gegen 23.30 Uhr, um gegen 0.00 Uhr im Bett zu liegen. Gegen 4.30 Uhr dann wieder aus den Federn. Abfahrt um 5.00 Uhr - Ankunft gegen 10.30 Uhr in Krippen.
Wir hoffen jedoch das die Zeit bis zur Abfahrt schnell vergeht und das alles so klappt wie es geplant wurde.


P.S. Sofern ihr Euch mit Kommentaren zu den Texten melden möchtet, schreibt diese bitte als "Anonym" und schreibt einfach nur euren Namen dazu. Oder ihr besitzt eines der Konten die ihr angeben müsst um einen Kommentar zu verschicken. Danke.

SJ

Donnerstag, 10. Juni 2010

I´ll be back


Heute überfiel mich wieder der Rausch des Waldes. Tolles Wetter und vor zwei Tagen hat es heftig geregnet. Ich hatte also die Gelegenheit diesen Tag zu nutzen und wieder neue Spuren im Wald zu hinterlassen. 13,5 km wunderbare Waldstrecke schrieen förmlich nach meinen Reifen. Sie wollten befahren werden, ich wollte gefordert werden. Jedoch wollte ich heute meine Kraft besser einteilen und gab mir zeitliche Ziele für ein paar Etappen vor. Vorbildlich zog ich durch die Wiesen in den Wohld hinein und begann den schwierigen Aufstieg über den Plattenweg. Wie immer zog ich dann in Richtung Brückenteich und die davor liegende Holzbrücke. An der nächsten Steigung hätte es mich fast aus den Latschen gehauen, nachdem ich stehen blieb und meine Klicks sich nicht lösen wollten. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor bis ich endlich erst die unnötige linke Seite und dann die brauchbare rechte Seite lösen konnte. Ich stand nun sicher in der Mitte des Hügels und durfte nun die letzten 5 Meter hinauf schieben. Aus diesem Fahrfehler sollte ich eigentlich lernen.
Weiter ging es über den engen Pfad, der einige Hindernisse besitzt, immer tiefer in den Wald. Freudig kam ich der ersten Zone vor dem Naturschutzgebiet entgegen. Das NSG beginnt dann sichtbar am Ivendorfer Weg. Vorab hätte ich mich fast wieder gelöffelt, da mein Hinterrad an einer Steigung auf Bucheckern keine Haftung mehr hatte und wegrutschte. Da stand ich und hatte wieder mal ein kurzes Stück zu schieben. Na wenn das heute so weiter geht…
Von Formschwäche konnte heute jedenfalls keine Rede sein. Ich war gut motiviert und bis jetzt hatte meine Pulsuhr noch nicht einmal angeschlagen. Die Pausen zwischen den Trainingstagen tun also sehr gut. Ideal für die letzten 22 Tage bis zur Reise in die Sächsische Schweiz. Mit den Gedanken im Urlaub genieße ich die anstrengende Fahrt auf den Pfaden, wo sich trockene Wege mit Modderlöchern abwechseln. Die Sonne zog ihre Bahn in Richtung Horizont. So langsam wurde es dunkel und wie von einem Faden gezogen, durchfuhr ich meine Bahn in Richtung Althöfer Wiese. Ganz ohne Pause hatte ich den Berg erreicht und ich war froh als ich endlich ein letztes Mal „oben“ war. Nun ging es über die Heuwiese. Dabei blieb natürlich alles freiliegende und freifliegende am Bike hängen. Noch in Althof selbst staunten die mir entgegenkommenden Dorfbewohner warum ich mich so getarnt hätte. In Doberan selbst fiel es mir auf, dass ich mit Dreck beklebt und mit Gras übersät war und befreite mich noch während der Fahrt von dem Zeug bevor ich in meine Straße einbog. Ich konnte ja nicht sicher sein wer mich noch sehen könnte.

Geile schnelle Tour (13 km in 53 Minuten, Höchstpuls 161)

Ein Sandsteinjäger


Sonntag, 6. Juni 2010

Weg ohne Ziel

Na ja, ein Ziel gab es heute schon und das war das eigene Heim. Aber über welchen Weg sollte dies heute geschehen. Zur Auswahl standen heute ein Weg über Retschow der durch das Heidenholz führt, sowie der Weg durch den Hütter Wohld am Brückenteich vorbei. Die Route wollte ich kurzfristig ändern bzw. neu bestimmen – „Bitte biegen sie rechts ab“ oder „Bitte wenden“. Ich war mein eigenes Navi. Selbstbestimmung ist das Schlagwort. Warum nicht mal wieder selber Entscheidungen treffen? Auch wenn man sich verfahren hat – weiter geht’s, irgendwo muss ja Schluss sein. Irgendwo endet der Weg und wenn es in einer Sackgasse ist.
So zog ich von dannen und obwohl die Temperatur bei 22° C lag, erfrischte mich der Wind sehr. Anfangs war es sogar unangenehm kühl auf der Haut. Doch in den Sonnenbereichen konnte ich mich dann wieder aufwärmen.
Heute, so dachte ich, wird keiner meinen Weg kreuzen. Da lag ich aber richtig falsch. Den Anfang machten 2 typische Hundegassigeher, die den 5 Meter breiten Weg für sich und 3 ihrer pinkelnden Freunde brauchten und sich später für die Ausbremsung entschuldigten. Auf selber Strecke dann ein paar Rad-Ausflügler die sich richtig quälten den Plattenweg im Wohld hinauf zu kommen. Da ich mal wieder den Anfang zu stark angegangen war, pustet ich schon sehr, und kam der kleinen Kolonne aber zu schnell nahe. Ich wollte diese erst auf einer Geraden überholen. Doch ehe ich mich versah schoben die ersten, die Anderen wurden daraufhin langsamer, dann sprang der Eine wieder auf. Ruck-Zuck saß ich denen schon im Nacken und das kurz vor dem Fuße eines Berges. Jetzt oder nie. Bevor wieder einer vom Rad springt und ich dann vielleicht drüber fahren müsste, zog ich jetzt mit aller Macht vorbei bzw. ich holte den benötigten Schwung. Der Puls sprang schon in den 160er Bereich – gleich wird Schluss sein – ich fühlte es schon im Oberschenkel – zu wenig Sauerstoff – und das am Berg. Endlich war ich dabei vorbei zu ziehen. Ich musste nun weitermachen bis ich um die nächste Ecke war, dann konnte ich erst wieder durchschnaufen. Das hatte oben angekommen viel Kraft gekostet. Dann waren auch schon die ersten Fußgänger zu sehen, die im Familienschritt (Vadder stapft voraus und Mudder hält die artigen Kinder in Schacht) meinen Weg kreuzten. Jedenfalls war kein Grund zum klingeln mehr, denn die hatten mich auf Grund meines Schnaufens schon früh bemerkt und machten artig für mich Platz. Ich jedoch bog rechts ab und verschwand in der Waldidylle so schnell wie sie mich auch bemerkt hatten. Danke... *grins*
Weiter ging es in Richtung Brückenteich wo die bösen Tiere gehaust hatten. Schon von weiten sind die Spuren der Eisentiere zu erkennen, die sich Tag für Tag durch den Wald kämpfen und mehrere Tonnen Holz pro Tag als Nahrung brauchen. Zeit zum freiwilligen Absteigen oder zum „Aufdiefressepacken“. Immer weiter ging es in den Wald, immer tiefer in das Gehölz, immer entfernter aus dem Gebiet der Eisentiere. Schnell schlängele ich mich über die 20 cm breiten Wege der Biker und finde mich gut zurecht. Irgendwann kreuze ich den Ivendorfer Weg und den Totenweg. An letzterem kurze Fotosession und ein Blick in die Runde: da, tatsächlich haben sich hierhin welche verirrt. 

Etwa 150 Meter von mir entfernt fuchtelten die Beiden mit der Radwanderkarte umher und zeigten in alle Himmelsrichtungen. Das ist ne ernste Sache dachte ich, überlegte kurz und fuhr den zwei Profis entgegen. Ich malte mir schon aus das es Sachsen sind, obwohl die bei diesem Wetter eher am Strand sind als im Wald. Als die Beiden dann mich fragen wollten, bot ich schon meine Hilfe an, denn wer sich im Hütter Wohld verirrt, fährt am besten die gleiche Strecke zurück und versucht es anders oder gar nicht. Der erste Blick: Voll ausgestattet und teurer Trekkingräder, alles dabei was man als Radwanderer haben muss. In guten 10 Minuten erklärte  ich den zweien den Wohld und den Weg nach Ivendorf, inkl. Umleitung bei Staugefahr und auf welche Baustellen zu achten ist. Alles Weitere wollte der Typ, der auch bei Rose.de bestellt, dann so machen wie ich gesagt hatte. Zudem sprachen die Beiden auch ein gutes Hochdeutsch. Das war dann natürlich eine tolle Erkenntnis für den Tag, nichts falsch gemacht zu haben.
Langsam und schnell näherte ich mich dem Ausgang des Wohlds, zog über die frisch gemähte Althöfer Wiese. Zum Schluss lockte noch einmal wieder das Cepelingehölz. Der Spurt führte mich zum Bahnhof, durch die Wiesen und dann nach Hause.

15 schöne Kilometer in 1 Stunde Fahrzeit.

Ein Sandsteinjäger mit neuem Logo