Unsere kleine Runde war heute in der Länge ähnlich, aber die
Höhen waren nicht so anstrengend. Die Hitze war nur in den Wäldern erträglich.
Gestern hatten wir die Karte gut studiert und sind zum Entschluss gekommen mit
dem Rad bis Königstein zu fahren und dort mit der Fähre übersetzen. Weiter dann
den Fahrradweg bis Rathen und wieder mit der Fähre rüber, um auf der anderen
Seite dann bis Wehlen zu fahren. Leider hatte ich meine gute Sonnenbrille nicht
auf, um die Leute zu beobachten. Hier sieht man die Leute, welche sonst am
Strand der Ostsee sich tummeln, nur jetzt halt angezogen in den unpassenden
Klamotten. Keine Scheu – frei nach dem Motto: Wer auffällt, fällt nicht auf.
In den Jahren zuvor sind wir immer ab Lohmen in das
Basteigebiet gestartet, heute sollte es ab Wehlen los gehen. Zuerst fuhren wir
den Weg hinauf, der immer gern als Abfahrt angepriesen wird. Locker kann man
diesen auch hinauf fahren. Zwar gilt es hier sich die Kraft gut einzuteilen,
aber er ist trotzdem gut machbar. An der Touri-Autobahn zur Bastei angekommen
erfrischten wir uns mit Wasser und fuhren dann zur Basteiaussicht. Es war noch
wenig los, denn Mittagszeit war noch nicht. Die meisten Busse werden hier zu
Mittag und zum Kaffee hochgetrieben. Also schienen wir noch Glück zu haben.
Tatsächlich waren es weniger Leute als gedacht.
Hier bekamen wir unser lecker Mittagessen in Form von „Weisbrot“
(nicht Weizenbrot – gibs angeblich hier nicht). Im Norden wird unser Weizenbrot
aus Weizen gemacht, aber woraus macht man in Sachsen denn das Weisbrot.
Dann ging es zurück. Jetzt kamen uns schon die Busse
entgegen. Gerade noch mal Glück gehabt. Über die Wiese bei angenehmen 33°
Celsius zogen wir nach Rathewald und dann weiter die Ziegenrückstraße zur
Schönen Aussicht. Hier hat man einen fantastischen Blick über den Gamrig zum
Lilienstein, zur Festung, zur Bastei und zum Rauenstein. Hier konnten wir auf
Grund des lauen Windes etwas länger verweilen. Vier ältere Einwohner mit tollem
norddeutschem Akzent. Sie kamen aus Niedersachsen und ließen sich von uns kurz
die sichtbaren Steine erklären. (Kennzeichen PE) Sie fanden die Gegend
wunderbar und fanden es toll was wir doch so unternehmen so lange wir das noch
können. Lange geschwatzt.
Es ging weiter die 15% Gefälle der Ziegenrückstraße hinab. Ich rief Katrin noch
zu einfach rollen zu lassen, doch da war sie schon weg und hatte sich mit 50,6
km/h in Kurve gelegt. Windschatten hatte ich keinen mehr und raste im Abstand
von 10 Metern hinter ihr her. Doch dann ging es ab in das Polenztal. Kurz vor
Waltersdorf ging es links in das Tal hinab. Polternd versuchte ich mein Rad
unter Kontrolle zu bekommen. 15-20% Gefälle über Sandsteinpflaster der alten
Version sind dann doch zu viel. Abwärts rollen ja, aber sobald man versuchte zu
bremsen stotterte mein Bock auf und ab. Ich war froh als ich im Tal war. Jetzt
ging es gemächlich an der Polenz entlang in Richtung Bad Schandau. An der
Polenz gab es noch eine kleine Wäsche.
Der Eisnerv an der Zunge zuckte immer mehr, umso dichter wir
an die Milchbar kamen. Endlich, ein Fitnessbecher förderte den Kalorienbedarf.
Heute wieder 37 Kilometer und bombenheiß.
Nachher geht’s zum Essen.
Eure Sandsteinjäger