Montag, 22. Juli 2013

Auf dem Ziegenrücken

Unsere kleine Runde war heute in der Länge ähnlich, aber die Höhen waren nicht so anstrengend. Die Hitze war nur in den Wäldern erträglich. Gestern hatten wir die Karte gut studiert und sind zum Entschluss gekommen mit dem Rad bis Königstein zu fahren und dort mit der Fähre übersetzen. Weiter dann den Fahrradweg bis Rathen und wieder mit der Fähre rüber, um auf der anderen Seite dann bis Wehlen zu fahren. Leider hatte ich meine gute Sonnenbrille nicht auf, um die Leute zu beobachten. Hier sieht man die Leute, welche sonst am Strand der Ostsee sich tummeln, nur jetzt halt angezogen in den unpassenden Klamotten. Keine Scheu – frei nach dem Motto: Wer auffällt, fällt nicht auf.
In den Jahren zuvor sind wir immer ab Lohmen in das Basteigebiet gestartet, heute sollte es ab Wehlen los gehen. Zuerst fuhren wir den Weg hinauf, der immer gern als Abfahrt angepriesen wird. Locker kann man diesen auch hinauf fahren. Zwar gilt es hier sich die Kraft gut einzuteilen, aber er ist trotzdem gut machbar. An der Touri-Autobahn zur Bastei angekommen erfrischten wir uns mit Wasser und fuhren dann zur Basteiaussicht. Es war noch wenig los, denn Mittagszeit war noch nicht. Die meisten Busse werden hier zu Mittag und zum Kaffee hochgetrieben. Also schienen wir noch Glück zu haben. Tatsächlich waren es weniger Leute als gedacht.
Hier bekamen wir unser lecker Mittagessen in Form von „Weisbrot“ (nicht Weizenbrot – gibs angeblich hier nicht). Im Norden wird unser Weizenbrot aus Weizen gemacht, aber woraus macht man in Sachsen denn das Weisbrot.
Dann ging es zurück. Jetzt kamen uns schon die Busse entgegen. Gerade noch mal Glück gehabt. Über die Wiese bei angenehmen 33° Celsius zogen wir nach Rathewald und dann weiter die Ziegenrückstraße zur Schönen Aussicht. Hier hat man einen fantastischen Blick über den Gamrig zum Lilienstein, zur Festung, zur Bastei und zum Rauenstein. Hier konnten wir auf Grund des lauen Windes etwas länger verweilen. Vier ältere Einwohner mit tollem norddeutschem Akzent. Sie kamen aus Niedersachsen und ließen sich von uns kurz die sichtbaren Steine erklären. (Kennzeichen PE) Sie fanden die Gegend wunderbar und fanden es toll was wir doch so unternehmen so lange wir das noch können. Lange geschwatzt.
Es ging weiter die 15% Gefälle der Ziegenrückstraße hinab. Ich rief Katrin noch zu einfach rollen zu lassen, doch da war sie schon weg und hatte sich mit 50,6 km/h in Kurve gelegt. Windschatten hatte ich keinen mehr und raste im Abstand von 10 Metern hinter ihr her. Doch dann ging es ab in das Polenztal. Kurz vor Waltersdorf ging es links in das Tal hinab. Polternd versuchte ich mein Rad unter Kontrolle zu bekommen. 15-20% Gefälle über Sandsteinpflaster der alten Version sind dann doch zu viel. Abwärts rollen ja, aber sobald man versuchte zu bremsen stotterte mein Bock auf und ab. Ich war froh als ich im Tal war. Jetzt ging es gemächlich an der Polenz entlang in Richtung Bad Schandau. An der Polenz gab es noch eine kleine Wäsche.
Der Eisnerv an der Zunge zuckte immer mehr, umso dichter wir an die Milchbar kamen. Endlich, ein Fitnessbecher förderte den Kalorienbedarf. Heute wieder 37 Kilometer und bombenheiß.
Nachher geht’s zum Essen.
 
Eure Sandsteinjäger