Gesternabend hatten wir eigentlich eine andere Route für den
heutigen Tag geplant, jedoch kam mal wieder alles anders und das gleich
zweimal. Zunächst ging es zum Bahnhof. Unser Zug fuhr um 9.20 Uhr ab Schandau
in Richtung Sebnitz. Krumhermsdorf sollte unser Ziel sein und dann von dort aus
nach Hohnstein und zum Brandt. Am Bahnhof schnell die Tickets gelöst und dann
mitbekommen, dass unsere Fahrscheine auch bis Stolpen gültig wären. Im Zug also
Planänderung und Weiterfahrt bis Stolpen. So konnten wir die Strecke Ehrenberg
Hohnstein gänzlich streichen. Dieser Teil hätte uns wohl heute das Genick
gebrochen. Kein Baum, kein Strauch. Wir stiegen also in Stolpen aus und fuhren
dann auf „Bergers Höhe“ mit 530 Metern ü.NN. Das sind 30 Meter und dem
Zschirnstein, aber wir hatten hier eine andere Ausgangshöhe. Mit Panoramablick
auf die Burg Stolpen verließen wir das Blickfeld und düsten hinab in das
Polenztal. Der Weg durch das Polenztal hat zwei Teile: Teil 1 geht von Polenz
aus zur Bockmühle und der zweite Teil geht dann von der Bockmühle aus über die
Märzenbecherwiese zur Heeselichtmühle. An der letzten Mühle waren wieder die
Nacktbader in der kalten Polenz zu Gange. Hier machen bestimmt Kommunenkinder
Urlaub. Ihr wisst, die Enkel der 69er Bewegung. Bevor wir jedoch dort ankamen
durchlitt Katrin den zweiten Teil dieser besagten Strecke. Es ist nämlich der
schwierige Teil des Polenztales. Abfahrten mit tückischen Passagen, 40 cm
Wegbreite, Steine, Wurzeln und einem Abhang von 10 Metern. Der angedachte
Spielfilm wird es zeigen. Na, es wird wohl mehr eine Doku über die
Sandsteinjäger. Mir hat es riesigen Spaß gemacht. Katrin aber auch, obwohl sie
diesen Weg eigentlich gar nicht fahren wollte, bzw. sie hatte gedacht der
schwierige Teil befindet sich im ersten Teil. So kann man sich irren. Ich aber
auch.
Nach diesem tollen Wegstück bei der ich aus dem filmen gar
nicht raus kam, gab es hinter der Heeselichtmühle endlich unser verdientes
Brot. Zur Auffahrt nach Hohnstein brauchten wir Kraft. Wir umfuhren den ersten
Teil der Serpentinen, in dem wir einen Radweg nutzten der wieder mal steil nach
oben ging. Oben angekommen hatten wir noch zwei Schleifen zu überwinden und
endlich waren wir in Hohnstein angekommen. Wir suchten uns noch schnell ein
Abkürzung in Richtung Brandt und tobten dann durch die obere Ortschaft und
kamen schnell auf unsere Straße. Katrin war bedient. Der Schweiß lief ihr wie
mir den Rücken runter. Ich schob sie ein Stück wieder an und ab ging die Post.
Über den Brandtrücken und schön im Schatten rollten wir dem Ziel entgegen.
Ankunft, Hitze, tolle Sicht – bambam, da trifft uns der
Schlag 33°C im Schatten und die Temperaturen sollen noch steigen. Die ersten
Gewitter sind schon im Anmarsch und die Wolken kann man ganz gut beobachten wie
sie sich langsam auftürmen. Wir suchten uns ein Schattenplatz unter einem
Sonnenschirm. Der hatte aber nur direkt geschützt. Heiß war es trotzdem. Und
was bestellen sich die Leute hinter uns? Fischbrötchen und Currywurst. Das geht
doch nicht. Wir gönnten uns hingegen Eisschokolade vom Fass und Käsekuchen von
der Frosttheke. Die Rückfahrt ging nur bis zur Hälfte des Brandtrückens, denn
illegaler Weise nutzten wir einen Pfad durch den Wald, welcher nicht als Radweg
ausgeschildert ist. Daher hatten wir auch vorsichtshalber unsere Räder
geschoben. Plötzlich tauchte hinter uns ein Traktor der Forst auf. Ich hatte
ihn schon gehört und Katrin fuhr dann wie von der Tarantel gestochen den Hügel
hinauf und schob dann links auf den nächsten Pfad. Als wenn wir verfolgt
werden. Noch vor dem Traktor erreichten wir die Grenze bzw. den Weg außerhalb
des Nationalparks. Es ging hoch zur Napoleonschanze. Eigentlich war dieser „Umweg“
auch nicht in unserer Planung mit drin gewesen, aber dieser „Umweg“ gestaltete
sich ja auch mehr als Abkürzung. Nach der Erfrischung an der Napoleonschanze
ging es hinab über ein Feld. Unerschrocken düsten wir in Richtung Straße und
wirbelten reichlich Staub auf. Dann auf der Straße ging es noch mal an die
Grenze. Katrin fuhr vor mir. Mit teilweise über 50 Sachen ging es hinab nach
Porschdorf. Der Weg hinunter war erfrischend, doch in Porschdorf bekamen wir
wieder die volle Ladung Sonnenenergie. Ein paar mal treten und etwas rollen
lassen und endlich waren wir wieder zu Hause. 37 lange Kilometer haben uns
nicht gestresst. Wir hatten viel Erholung und die Tour hat uns wieder mal
gefallen. Jetzt langsam rollt die Gewitterfront auf uns zu und ich hoffe das
diese dann bis morgen ein Ende hat.
Eure Sandsteinjäger