Mittwoch, 24. Juli 2013

Fischbrötchen und Currywurst

Gesternabend hatten wir eigentlich eine andere Route für den heutigen Tag geplant, jedoch kam mal wieder alles anders und das gleich zweimal. Zunächst ging es zum Bahnhof. Unser Zug fuhr um 9.20 Uhr ab Schandau in Richtung Sebnitz. Krumhermsdorf sollte unser Ziel sein und dann von dort aus nach Hohnstein und zum Brandt. Am Bahnhof schnell die Tickets gelöst und dann mitbekommen, dass unsere Fahrscheine auch bis Stolpen gültig wären. Im Zug also Planänderung und Weiterfahrt bis Stolpen. So konnten wir die Strecke Ehrenberg Hohnstein gänzlich streichen. Dieser Teil hätte uns wohl heute das Genick gebrochen. Kein Baum, kein Strauch. Wir stiegen also in Stolpen aus und fuhren dann auf „Bergers Höhe“ mit 530 Metern ü.NN. Das sind 30 Meter und dem Zschirnstein, aber wir hatten hier eine andere Ausgangshöhe. Mit Panoramablick auf die Burg Stolpen verließen wir das Blickfeld und düsten hinab in das Polenztal. Der Weg durch das Polenztal hat zwei Teile: Teil 1 geht von Polenz aus zur Bockmühle und der zweite Teil geht dann von der Bockmühle aus über die Märzenbecherwiese zur Heeselichtmühle. An der letzten Mühle waren wieder die Nacktbader in der kalten Polenz zu Gange. Hier machen bestimmt Kommunenkinder Urlaub. Ihr wisst, die Enkel der 69er Bewegung. Bevor wir jedoch dort ankamen durchlitt Katrin den zweiten Teil dieser besagten Strecke. Es ist nämlich der schwierige Teil des Polenztales. Abfahrten mit tückischen Passagen, 40 cm Wegbreite, Steine, Wurzeln und einem Abhang von 10 Metern. Der angedachte Spielfilm wird es zeigen. Na, es wird wohl mehr eine Doku über die Sandsteinjäger. Mir hat es riesigen Spaß gemacht. Katrin aber auch, obwohl sie diesen Weg eigentlich gar nicht fahren wollte, bzw. sie hatte gedacht der schwierige Teil befindet sich im ersten Teil. So kann man sich irren. Ich aber auch.
Nach diesem tollen Wegstück bei der ich aus dem filmen gar nicht raus kam, gab es hinter der Heeselichtmühle endlich unser verdientes Brot. Zur Auffahrt nach Hohnstein brauchten wir Kraft. Wir umfuhren den ersten Teil der Serpentinen, in dem wir einen Radweg nutzten der wieder mal steil nach oben ging. Oben angekommen hatten wir noch zwei Schleifen zu überwinden und endlich waren wir in Hohnstein angekommen. Wir suchten uns noch schnell ein Abkürzung in Richtung Brandt und tobten dann durch die obere Ortschaft und kamen schnell auf unsere Straße. Katrin war bedient. Der Schweiß lief ihr wie mir den Rücken runter. Ich schob sie ein Stück wieder an und ab ging die Post. Über den Brandtrücken und schön im Schatten rollten wir dem Ziel entgegen.
Ankunft, Hitze, tolle Sicht – bambam, da trifft uns der Schlag 33°C im Schatten und die Temperaturen sollen noch steigen. Die ersten Gewitter sind schon im Anmarsch und die Wolken kann man ganz gut beobachten wie sie sich langsam auftürmen. Wir suchten uns ein Schattenplatz unter einem Sonnenschirm. Der hatte aber nur direkt geschützt. Heiß war es trotzdem. Und was bestellen sich die Leute hinter uns? Fischbrötchen und Currywurst. Das geht doch nicht. Wir gönnten uns hingegen Eisschokolade vom Fass und Käsekuchen von der Frosttheke. Die Rückfahrt ging nur bis zur Hälfte des Brandtrückens, denn illegaler Weise nutzten wir einen Pfad durch den Wald, welcher nicht als Radweg ausgeschildert ist. Daher hatten wir auch vorsichtshalber unsere Räder geschoben. Plötzlich tauchte hinter uns ein Traktor der Forst auf. Ich hatte ihn schon gehört und Katrin fuhr dann wie von der Tarantel gestochen den Hügel hinauf und schob dann links auf den nächsten Pfad. Als wenn wir verfolgt werden. Noch vor dem Traktor erreichten wir die Grenze bzw. den Weg außerhalb des Nationalparks. Es ging hoch zur Napoleonschanze. Eigentlich war dieser „Umweg“ auch nicht in unserer Planung mit drin gewesen, aber dieser „Umweg“ gestaltete sich ja auch mehr als Abkürzung. Nach der Erfrischung an der Napoleonschanze ging es hinab über ein Feld. Unerschrocken düsten wir in Richtung Straße und wirbelten reichlich Staub auf. Dann auf der Straße ging es noch mal an die Grenze. Katrin fuhr vor mir. Mit teilweise über 50 Sachen ging es hinab nach Porschdorf. Der Weg hinunter war erfrischend, doch in Porschdorf bekamen wir wieder die volle Ladung Sonnenenergie. Ein paar mal treten und etwas rollen lassen und endlich waren wir wieder zu Hause. 37 lange Kilometer haben uns nicht gestresst. Wir hatten viel Erholung und die Tour hat uns wieder mal gefallen. Jetzt langsam rollt die Gewitterfront auf uns zu und ich hoffe das diese dann bis morgen ein Ende hat.


Eure Sandsteinjäger