Die heutige Strecke hatte ich mir ein wenig anders vorgestellt. Verabredet mit ein paar Forum-Freunden wollten wir ganz neue Wege gehen. Das ist nicht immer einfach, denn auf den Wegen die man kennt teilt man sich die Kraft so ein wie man sie braucht und später auch abrufen kann. Heute dagegen kam alles anders. Zuerst habe ich 20 Minuten auf die anderen gewartet. Nicht schön bei -3,5°C (gefühlt -7°C). Dazu keinen Sonnenschein - also typisches Winterwetter. Auf eines freute ich mich jedoch schon: Mein Navi fürs Bike. Der zeigt alle wichtigen Daten an und man kann sie später auf eine Internetplattform einstellen. Wenn es dann auch noch möglich ist, lädt man sich die gefahrene Tour auf die eigene Homepage. So wie ihr sie unten seht. Das Ding hat einen riesigen Vorteil: man kann nicht schummeln. Jedoch ohne Gedanken an mein Navi zu verschwenden suchte ich die Kraft, die ich heute noch richtig brauchen würde. Schon anfangs merkte ich, dass dies heute kein Zuckerschlecken wird. Schon die ersten Kilometer gingen für mich gegen den eisigen Nord-Ost-Wind. Der machte schon zu schaffen. Im Wald war es da schon "angenehmer".
Bei den Abfahrten war Vorsicht geboten. Kleine armdicke Äste unter dem Laub brachte den einen oder anderen schon in arge Bedrängnis. Dazu der harte Boden. Es verlief also nicht immer optimal, aber der Spaß war trotzdem da. Desöfteren waren wir gezwungen die Wege von kleinen Bäume zu befreien. Es war so eine Art Waldarbeit. Da ich sehr oft heute hinten fuhr, räumten die Vorderen schon am Weg herum und schafften Platz während ich mich den Gefahrenstellen erst näherte. Einen Teil der Äste legen viele Fußgänger dorthin, weil sie sich von den Radlern gestört fühlen. Den anderen Teil legen sich die Reiter hin, um mit den Gäulern ihre tollen Hindernisse zu überspringen, der andere Teil nennt sich Waldsterben.
Für uns ging es heute auf und ab. Einer Abfahrt folgte sofort eine neue Auffahrt. Langsam bekam ich Probleme mit meiner Wade und hinkte etwas hinterher. Ich wurde dann in die Mitte genommen und konnte dann etwas besser mithalten. Ich freute mich schon auf den Seniorenteller im Quellental, doch der war noch weit weg. Ungreifbar Nahe, also weit weg, sehr weit weg.
Endlich angekommen im Tal der Quelle, zeigte sich die Sonne etwas. Wir wollten schon draußen essen, aber das war wohl etwas riskant. Da wird das Essen ja ganz kalt, so wie das Powergetränk eines Fahrers. Dies war nämlich auf der Fahrt gefroren. Mein heißer Tee hingegen wärmte mir immer schön den Rücken und würde nicht so schnell einfrieren.
Es hieß also Einkehr mit einer etwas längeren Pause. Mein Navi nahm natürlich diese Zeit mit auf und verfälschte die Durchschnittsgeschwindigkeit. Sie verringerte sich von aktuell 15 km/h auf satte 6,5 km/h. Pech gehabt, aber interessiert nur mich persönlich.
Danach ging es wieder in die Kälte. Komisch war es. So klammig und kalt. Alles noch eisiger als vorher. Die Beine waren noch schwerer geworden, aber irgendwie wollte man weiter, denn die schönsten Stellen kommen ja noch.
Erster Tophalt war das Krankenhaus in Doberan - nein, nichts passiert. Es ging zum Hubschrauberlandeplatz der auf einer schönen Anhöhe am KKH liegt. Hier führt eine schöne Treppenpassage hinauf, nur nicht für uns. Wir wollten diese jedoch nur runter. Wie am Faden gezogen fuhren wir die Treppe hinunter - noch mal raufgetragen und wieder runter, und so weiter. Vom KKH hat man gute Einsicht zum Platz. Es wurde bestimmt schon gewettet, wer gleich zum Haupteingang hinein kommt und Hilfe braucht.
Als langsamster übernahm ich nun die Führung der Truppe, musste jedoch an den nächsten Kuppen erfahren wo im Augenblick die Schmerzgrenze liegt. Hinab ging ja noch, aber rauf ....
Irgendwann ging dann hinab auch nicht mehr. Durch das Aufstellen auf die Pedale bekam ich immer wieder einen Krampf. So verabschiedete ich mich in Althof von der Truppe, um mich selbst nach Hause zu bringen. Aber eines musste ich noch tun. Ich fuhr noch mal zu Klaus, das heißt noch mal durch die Stadt und bergauf. Da das Tempo nun aber überhaupt nicht mehr so hoch war, ging alles glatt. Ich kam dann auch zu Hause heil an und legte mich gleich hin.
So sieht die Grafik dann aus, wenn ihr Java-Script aktiviert habt. Das ist also meine heutige Tour gewesen.
Gruß mit Wadenkrampf
Christoph