Unsere kleine Pfingsttour begann heute ziemlich spät. Am späten vormittag fuhren wir erst los. Was man sich anziehen sollte war bis dato nicht bekannt. Ich versuchte es mit kurzer Hose und einfacher Jacke, die mir dann irgendwann zu warm wurde. Leider war der Wind doch ziemlich frisch, die Sonne hingegen gab ihr Bestes. Wir fuhren diesmal über kleine Dörfer und Straßen und Feldwege. Fast verlassene Dörfer und Alpaka-Gehäge machten die Sache richtig spannend. Es lohnte sich wirklich, denn gegnerische Radfahrer brauchten wir hier nicht zu fürchten. Die erste große Pause machten wir dann in der Nähe der Crossbahn von Zweedorf. Mit Kartoffelsalat und Würstchen saßen wir in der Sonne und lauschten dem Motorengeräusch der Crossmaschinen, die uns an die alten Zeiten von Teterow erinnerten. Uns kam selbst später auf einem Pfad jemand entgegen, der sich auf seinem Bock freundlich bedankte nachdem wir Platz gemacht hatten. So geht´s auch miteinander. Am Salzhaff pausierten wir wieder und ich ging dann mal ins Wasser. Die 30 cm waren schon gut warm. Es reichte aber dennoch nicht für ein Vollbad. Nun waren wir kurz vor Rerik. Bis jetzt waren uns nur auf den Hauptverkehrswegen einige Radfahrer begegnet, um so schlimmer war das Erwachen in der Stadt selbst. Wo und wie die jetzt hier alle hergekommen waren wochten wir gar nicht wissen bzw. vorstellen. Der Hafen war rappelvoll. Kein freier Sitzplatz mehr. So fuhren wir dann nach einer kleinen Schleife direkt zum Bäcker Graf, der etwas oberhalb liegt. Was sag ich da, zwei Plätze nur für uns direkt im Windschatten und in der prallen Sonne. Jetzt erstmal wieder freimachen. Katrin holte Verpflegung und ich lauschte dem Minnesänger mit Vollakustik. Die Ein-Mann-Live-Show-Band gab alles und zauberte einen Knüller nach dem anderen aus dem Hut. "Wenn der Schwan singt" (oder sinkt) von Karat und Udo Lindenberg´s "Ich mach mein Ding" waren nur einige Vertreter der Top 1000. Aber hier war wenigstens was los. Als der Interpret dann seine Künstlerpause antrat, traten wir von der Bühne und dann wieder in die Pedale. Querfeldein über Feldwege und Straßen fuhren wir in Richtung Kühlung, die uns den Weg etwas abschneiden sollte. Aber so langsam neigte sich die Sonne und es wurde frischer, so dass es in der Kühlung richtig kalt wurde. Kurz vor Doberan emfing uns der letzte Hügel dann mit offenen Armen. Den nahmen wir dann auch noch fast im Sprint, aber das war es auch für diesen Tag. Ich muss gestehen, dass es einen schöne, aber dennoch anstrengende Tour war. Zwar verließen uns noch nicht die Kräfte, aber der körperinterne Akku meinte schon an die Steckdose zu wollen. Der Hintern brannte etwas. Das könnte aber auch einem meinem Sattel liegen. Ich hätte da ja schon längst was unternehmen können, aber er sieht halt noch immer gut aus. Warum dann sich was Neues kaufen?
54 Kilometer bei artigem Wetter.
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Noch ein paar Wochen und die Extremreise geht los.
Wir freuen uns riesig und die Lena ganz besonders.
Eure Sandsteinjäger
