Statt einer Sommerzusammenfassung, welche ich zwar versprochen hatte, kommt nun eine kleine Jahresendstimmung in unser Tun. Unterwegs im Sandstein zum Advent, mit kaltem Hintern und Ohrensausen inklusive. Zu einer Zeit in der die Bürgersteige nur noch zum Wochenende heruntergeklappt werden, außer natürlich die überlaufenen Großstädte. Dresden zum Beispiel mit seinen ach so vielen Weihnachtsmärkten ist da natürlich die Ausnahme. Für Weihnachtsmarktjunkies das A und O. Ein Muss für Liebhaber der Plauener Spitze bis zum Nußknacker aus veredelter Karl-Marx-Städter Birke. Alle was das Fensterbrett gesehen haben muss, alles das was am 28.12. wieder in die heimische Kiste wandert, um es nächstes Jahr hervorzukramen. Endlich mal einen Weihnachtsmarkt ohne Rummel, Losbude, Zuckerwatte, Mutzen oder Ledertaschen aus chilenischer Gebirgslaus. Die Dresdner Märkte hatten wir an einem Tag durch und Tage später dann auch den altertümlichen Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein bei eisigem Wind und gefühlten -10°C. Viereinhalb Stunden schlichen wir von Stand zu Stand. Warme Getränke halfen nur noch im Viertelstundentakt. Letztendlich bekam ich dann von Katrin ihren Amaretto noch ins Gesicht, aber das half dann auch nicht mehr. Sie meinte es auch nur gut. Immerhin hatte ich noch bis zum Abend diesen zimtigen und alkoholischen Geruch in der Nase. Wanderungen gab es nebenbei natürlich auch. Am Geburtstag zog es uns durch die Schwedenlöcher hoch zur Bastei. Der Wind war eisig. Teilweise konnte uns die Sonne etwas wärmen sofern man ein windschattiges Plätzchen gefunden hatte. Wir wollten tatsächlich auf die Bastei. Dem überlaufenen Gipfel mit Aussichtspunkt. Diesmal denke ich waren wir vielleicht auf der Brücke so um die 10 Personen. Unterwegs trafen wir nur ein einziges Pärchen auf dem sonst so überlaufenen Weg durch die Schwedenlöcher. Es war richtig toll. Beim Heimweg mussten wir uns beeilen, denn zum Abend waren wir eingeladen. Auf Grund meines Jahrestages wurde mir unwissentlich ein Geheimkonzert gegeben. Die „Krippentaler Muntermacher“ hatten ihr alljährliches Weihnachtsfest. Durch den Ältestenrat konnten wir dem beitreten und gesellten uns dazu, konnten dabei nicht nur der Musik fröhnen die uns vorgespielt wurde, sondern auch Einblick in alte Weihnachtsfeiern und sonstige „Auftritte“ dank der digitalen Technik nehmen. Bis in die Nacht wurde musiziert und gelacht. Wahnsinn, einfach wahnsinn.
Unser letzter Wandertag ging in die Schrammsteine. Am Morgen lag leicht puderig der Schnee. Eisig die Kälte. Nachtsüber frostig kalt. Bei Minusgraden sind wir losgewandert. Bei stürmischem Süd-Ost Wind mussten wir über die Anhöhe von Ostrau. Von dort ging es in den geschützten Wald. Durch das „Sandloch“ wollten wir hinauf zum „Kleinen Dom“. Stiegen und vereiste Treppen machten das Klettern beschwerlich. Erst beim Abstieg am Frienstein wurden wir dann wieder in die Schranken gewiesen. Völlig vereiste Stufen machten uns den Abstieg schwer. Hier im Schatten machten sich die Temperaturen deutlich bemerkbar. Langsam wurde es dunkel. Die Sonne war bereits untergangen, aber dennoch war es leicht hell. Dadurch verloren wir viel Zeit und lagen knapp in der Zeit. Unsere Bahn sollte 15.02 Uhr abfahren. Es war 15.00 Uhr. Wir hörten ein quietschen durch das Tal und meinten diese noch zu bekommen. Warum nur dieser Streß? Zu Fuß ging es dann zum Lichtenhainer Wasserfall – dem Startpunkt der Bahn. Wir wärmten uns im warmen Kaminzimmer auf und tranken unseren Kaffee und Kakao. Bitter nötig hatten wir es beide. Leicht angekühlt tauten wir wieder auf und konnten dann die letzte Bahn in Richtung Heimat nehmen.
Dieser kurze Ausritt in die Sächsische Schweiz tat mal wieder gut nach dem langen Sommerurlaub. Diesen hatten wir leider schon verdaut und fast vergessen. Das Einzige was blieb waren die Fotos. Nächstes Jahr geht es dann wieder los. Wir haben uns diesmal für Bad Schandau und Rørvik entschieden. Also zweimal im Jahre 2018 Urlaub und wir wünschen uns gutes Wetter.
Frohes neues Jahr Eure Sandsteinjäger