Freitag, 30. Dezember 2011

2 Karpfen unterwegs

Gestern war mir eigentlich nicht so nach Radfahren, doch versprochen war versprochen. Heute morgen zeigte sich der Tag von seiner besten Seite. Sonnenschein, ein paar dunkle Wolken am Horizont und der Wille nach Nahrung für den morgigen Mittagstisch zu jagen waren eine Mischung der man nicht wiederstehen kann. Punkt 10 Uhr stand auch mein Mitfahrer André auf der Matte. Wir zwei wollten also durch den Tag donnern und die Waldwege testen. Die letzten Tage hatte es ja fast endlos geregnet, so dass ich davon ausging, dass wir heute nicht trocken und sauber nach Hause kommen würden. Nach den ersten Einstellungen am Rad von André zogen wir in Richtung Fischer. Bereits jetzt tobten wir uns ein wenig aus, hielten uns aber auch etwas zurück. Immerhin wollten wir noch unter die zivilisierte Menschheit treten und dort normal in Erscheinung treten. 
Beim Fischer war es voll und während zwei Fischermännchen auf meine beiden Karpfen ein letztes mal eindroschen, machte André es sich gemütlich auf der Sonnenliege am Strand des Karpfenteiches. Trotz der 4°C war es in der Sonne sehr angenehm. 
Die 4 Kilo Karpfen waren schnell im Rucksack verstaut worden. Es ging über die Forstautobahn durch den Hütter Wohld zurück. Trocken sollte es auch hier nicht sein. Eine leichte dünne Schlammschicht lag auf den Wegen und machte Spaß. Wir fuhren teilweise schnell, fast zu schnell um die kalte Landschaft zu entdecken. Eher sahen wir die kleinen Punkte auf der Brille, die sich auch auf der Kleidung und im Gesicht breit machten, von den Rädern ganz zu schweigen. Etwas Gleichgültigkeit machte sich breit. Dreckig waren wir schon, was soll also noch passieren? Es ging auf und ab durch den Wohld. André gönnte sich eine kleine Pause und einen großen Schluck aus der Pulle bevor es wieder einmal hinab ging. Da ich die Strecke fast auswendig kenne sind mir auch die Gefahrenstellen bekannt. Die Gefahrenstellen lauteten heute lange schlammige Pfade die man schlecht erkennt. Meine Warnung vor diesen Dingern half nichts. André nahm es gelassen - einfach testen, einfach mal durch.
In Althof gab es noch eine kleine Fotosession mit uns beiden. Ein kleiner Schluck aus der verdreckten Pulle und weiter ging es. Natürlich mussten wir unten durch die "Wiesen" fahren. Loch an Loch - Pfütze an Pfütze. Ich machte es einmal vor wie man über eine drüber springt und dann mit Schwung in der nächsten landet. André zeigte mir dann wie man keine Pfütze auslässt und mit Geschick die trockenen Bereiche umfährt. Klasse.
Dann endlich raus aus den nassen Klamotten, rein in die warme Stube und vor die Glotze gesetzt wurde der restliche Tag faul verbracht. Die Bikes standen während dessen draußen im Regen. Schade für die Räder. Uns hat es jedenfalls Spaß gemacht.

Gruß ein Schlammsteinjäger

Montag, 19. Dezember 2011

Halali oder die Sau war schon tot

Die ganze Woche über hatte ich mich schon auf diesen Tag gefreut, denn ich sollte etwas bekommen wonach ich schon eine ganze Zeit gesucht hatte. Ein neuer Laufradsatz mit Scheibenbremse inkl. allem Zubehör. Diesen bekam ich aber erst auf unserer vorerst letzten Tour des Jahres 2011 mit der MTB-Truppe von einem Mitfahrer. Egal was also am Wochenende für ein Wetter ist, die Fahrt findet statt.
Sonntagfrüh aus meinem süßen Schlaf gerissen schaute ich als erstes aus dem Fenster. Bedeckt, dunkel und es sah gewaltig nach Regen aus. Ich machte mich mit meinem Wagen auf zum Treffpunkt. Mit 14 Mann wollten wir heute durch die Wälder streifen. Schlammschlacht pur. Anfangs ließen wir jedoch die Waldstücke mit den Wurzelwegen aus. Es hatte ja die ganze Woche über geregnet und solch ein Risiko wollten wir dann so kurz vor Weihnachten nicht eingehen. Die Wurzeln sind bei diesem Wetter sehr gefährlich, auch deswegen weil sie sich unter dem Laub verstecken und man sie zu spät sieht. Da hilft auch keine starke Bremse. Da fällt man einfach. Wir nahmen also die Forstautobahn und zogen in Richtung Ivendorf und weiter nach Retschow. Es fing unterwegs leider richtig an zu regnen an. Der Wind kam aus Nordwest und die Handschuhe waren bald durch. Ganz leicht am Horizont zeichnete sich etwas Sonne ab und wir witzelten schon das wir sie sehen werden wenn wir beim Essen sind. In lockerem Tempo zogen wir unsere Bahn über die Straßen. Einfach nur mal mit der Truppe dahingleiten. Einfach toll. 
In Retschow angekommen heulten an der Kreuzung 26 Bremsscheiben (13x2 - ich hab ja keine drauf) auf. Wir wurden aus dem Neubau total blöd angeschaut. Es war aber wirklich ein Höllenkrach. Ganz leicht angetippte und nasse Scheibenbremsen quitschen etwas bis sie wieder trocken sind. Es war ein tolles Schauspiel. Erst begann einer und alle anderen zogen dann nach. Es endete dann mit einem Lachen im Gesicht bei diesem Sch...wetter.
Kaum hatten wir das Dorf verlassen, fing es an zu Hageln an und ging dann über in einen kurzen Schneeschauer. Die Straße war weiß und das Geräusch welches wir verbreiteten klang komisch.
Unsere Wege trennten sich in Glashagen. Ich fuhr mit einigen den Trail durch das Quellental, die anderen suchten den Kick auf der nassen Wieseabfahrt. Jetzt war mir so einiges egal geworden, denn eigentlich wollte ich mich nicht dreckig machen. Doch so wie ich aussah hätte mir man das nicht abgenommen. Von daher tat ich ab jetzt noch mein Bestes. Das Quellental war eine Schlammwüste inkl. nasser Wurzeln und nassen Holzbrücken. An einigen Brücken stiegen wir ab. Das war es uns nicht wert so kurz vor Schluss sich noch mal zu löffeln. Dann ging es weiter mit Regen, Wind, etwas Modder und mehrerer schnellen Trails. Wie dreckig ich jetzt war interessierte mich nun gar nicht mehr. Der Spaß am heutigen Tage war doch in den Vordergrund gerückt. Die Handschuhe waren klatschnass und mein Finalgon begann an der Wade nun mit der nassen Hosse zu reagieren. Etwas zu spät meiner Meinung nach.
Jetzt ging es mit den anderen auf die Zielgerade zu - Froschklause. Die Sonne kam tatsächlich heraus und wärmte ein wenig das Gesicht. Das Spanferkel lag schon seit Stunden im Ofen und "wärmte" sich den Pelz. Seit gestern tot, machte es sich nun auf einem Tablet gemütlich und zeigte uns die angekohlten Ohren. Wir indess wechselten unsere Sachen und warteten auf die Freigabe der kleinen Sau. Wir ließen schlussendlich nur den Schädel übrig und feierten unsere eigene kleine Abschlusstour für das Jahr 2011 und blickten zurück. Was uns für das Jahr 2012 erwartet wissen wir noch nicht. Vielleicht zieht es uns ja gemeinsam mal in den Harz. Ich bin ja nun bestens mit meinen Bremsen ausgerüstet. Auf alle Fälle hol ich noch den Sylvesterkarpfen und zieh vielleicht doch noch mal meine Bahn über die Heimatstrecke.

Wir Sandsteinjäger wünschen Euch ein schönes Weihnachtsfest, eine schöne letzte Arbeitswoche und einen schönen Start in das Jahr 2012.
Eure Sandsteinjäger


Samstag, 12. November 2011

Endlich ...

ja endlich. Ich kann Euch mitteilen, dass wir uns etwas Neues zugelegt haben. Schon seit Jahren haben wir unseren Namen für unseren Blog inne. Es fehlte nur die passende Domain. Wir beide hatten überlegt ob wir das Geld wirklich ausgeben sollten. Da der Name "Sandsteinjäger" aus Katrins Munde kam und sie sehr besessen darauf war, wollten wir ihn nicht einfach so verlieren.
Jetzt könnt ihr uns auch finden unter http://www.sandsteinjaeger.de
Bitte packt Euch die Adresse sofort als Lesezeichen weg, bzw. markiert ihn als Favoriten. Natürlich bleibt der Blog immer noch unter der alten Adresse liegen, aber so könnt ihr nicht unsere tolle Startseite sehen.
Evtl. soll es bald eine weitere Neuerung geben, aber das will ich noch nicht verraten. Immer schön am Ball bleiben und Geschichten lesen.
Im Augenblick schleift es etwas mit meinen Touren. Mal sehen wann ich wieder auf Reisen bin.

Viele liebe Grüße
Eure Sandsteinjäger (mit gültiger Domain)

Montag, 17. Oktober 2011

Auf in die kalte Saison

In diesem Sommer, der keiner war, fuhren wir mehr durch Schlamm und Pfützen als über trockene Steppen. Dieser Sommer war eine Saison zum Kette ölen. Es wurde mehr geputzt und gereinigt obwohl es nur einen Sinn ergab, den Sinn der Beweglichkeit aller anfälligen Bauteile. Da rüstet man sein Bike Jahr für Jahr auf und während der Fahrten verschwinden die interessanten Schriftzüge auf die man so stolz ist. So viel Geld für teures Material mit schönem Schriftzug. Der verbirgt sich nach 30 Minuten hinter Modder, Dreck und Schlamm. Aber irgendwie fand ich es auch toll. Solch Schlammtouren hatten wir lange nicht. Endlich das tun was wir als Kinder nie durften, und am Ende des Tages ist die Waschmaschine mein bester Freund.
Ich war noch so einige male vor, während und nach starken Regenfällen in unseren heimatlichen Wäldern unterwegs. Mal mit Freunden und mal allein. Jedes mal war es eine wahre Freude ohne langes Suchen überschwemmte Strecken zu durchqueren. Ob das Wasser im Quellental direkt von unten aus der Erde kam, oder uns der Starkregen von oben komplett durchtränkte und die Piste in einen Fluss verwandelte. Egal, wir nahmen es wie es gerade kam – sehr gelassen. Nach dem ich mich zu Hause aufgewärmt und mich wieder mal erholt hatte, wanderte die Fettspritze übers Rad. Nach solch einer Tour knackt und knirscht alles was eine metallische Verbindung hat.
Der Frust sitzt tief. Jetzt kommen wir zudem auch noch in die Zeit der immer kürzer werdenden Tage. Wann soll ich jetzt noch fahren? Ok, am Wochenende wenn es dann passt oder ich die Lust nicht verliere. Und ich will mit dieser mentalen Einstellung im nächsten Jahr das Doberaner Rennen mitfahren? Allein bei dem Engagement sollte ich wohl besser zu Hause bleiben. Trainingsrückstand habe ich zu Genüge.
Doch gab es auch lustige Zeiten. Es war die ersten Sonnenstrahlen nach den stärksten Regenfällen und Überschwemmungen im Land. Nach einer langen Waldtour und übermäßigen Schlammschlacht kamen wir bei bestem Sommerwetter in unserer Raststätte an. Wir wurden mit Staunen und mit leisem Gelächter empfangen. „Schau dir mal das Rad an.“, ich dachte weil es so toll ist und wollte gleich darauf antworten, da kam der zweite Spruch: „wo waren die denn?“, „Boahh sind die dreckig.“ Der Tag sprengte wirklich den Rahmen. Von Helm bis zur Sohle waren wir zwei total eingesaut. Ich wollte meinem Mitfahrer eigentlich nur unseren heimischen Wälder zeigen und zeigen wie wir in M-V MTB fahren. Keine Straßentour und sauber bleiben gibt’s auch nicht. Ich steckte ihn während der Fahrt an und jetzt spielten zwei Kinder im Schlamm. Und so wurden wir zwei dann auch empfangen. Immerhin hat man uns bemerkt. Letztendlich suchten wir uns noch einen Sitzplatz wo uns jeder sehen konnte.
Im Augenblick habe ich nur einen Wunsch: endlich mal wieder eine längere Tour zu unternehmen. Eine Darminfektion, wenig Freizeit, schlechtes Wetter und ein Hinterradproblem machten mir zu schaffen. Das Hinterrad drehte sich schlecht. Fett und Dreck hatten sich festgesetzt. Nachdem ich die Nabe und ihre Innereien komplett entfettet, neu eingestellt und nur noch geölt habe, läuft alles jetzt wieder super. Bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Zu einer Wochenendtour im Oktober wollte ich eine Tour unternehmen, jedoch hat es mich wieder einmal im schönen goldenen Herbst außer Gefecht gesetzt. Eine Woche später zog ich dann mit 8 Leuten durch den matschigen Wald. Wir ließen es richtig krachen. Feuchte und matschige Wiesenabfahrten und steile Waldauffahrten. Alles war wieder dabei. Den Neulingen in der Gruppe, die mit Schutzblech kamen, zeigten wir warum man kein Schutzblech braucht – ganz einfach, weil es ohne mehr Spaß macht. Kurz vor der Fahrt hatte ich mir den 91er Hit "Gonna make you sweat" reingezogen. Wie ich darauf kam, kann ich so recht nicht sagen. Jedenfalls hatte ich den Titel die ganze Zeit im Ohr und ich fühlte mich gut. Wir alle hatten viel Spaß. Nach der Fahrt ließ ich den Dreck am Rad trocknen und ging dann mit einem Kompressor drüber. So bekam ich den feinen Sand aus allen Ecken raus. Der Rest blieb dran - als Tarnung versteht sich, den gestern war es wieder so weit. Treffpunkt beim Fischer um 10 Uhr bei 4°C. Wir trotzten der Kälte und die Sonne gab ihr Bestes. Anfangs zog ich gut mit doch bald verließen mich die Kräfte. Ich erkannte die Gruppe nur noch von hinten. Bergab konnte ich zwar wieder Zeit und Weg gutmachen, doch nach jeder Abfahrt geht’s auch wieder bergauf. So hatte ich lang nicht zu tun. Das einzige was mich noch hielt waren die Ziele die ich mir selbst vorgegeben hatte. Es hatte zwar nicht geregnet doch unsere Lieblingsstellen sollten wohl nicht ausgetrocknet sein. Auch wenn ich öfters weit hinten lag, die Gruppe wartete immer auf mich. Im Kellerswald verloren wir uns einmal, konnten aber via Handy wieder zueinander finden. Ich konnte mich nun etwas erholen. Später ging es dann zum Quellental zum Fitneß-Teller-Essen. Wir haben viel gelacht und ich ließ den Spot meiner heutigen Schwäche über mich ergehen. Meine 4 Kroketten sollten mir den gewissen Energieschub geben. Den brauchte ich für unseren „Schweineberg“, ein kurzer schmaler Kanten mit ein paar tückischen Wurzeln im oberen Drittel. Gewissermaßen verliert man immer mehr an Geschwindigkeit und kriecht den Berg hoch und dann kommen die fiesen Dinger. Oft hatte ich es hier versucht die Ideallinie zu finden. und nie geschafft. Ich begann diesmal die Auffahrt als Erster und schaffte ihn mit letzter Kraft zu bezwingen. Anfangs machten sich einige aus der Gruppe lustig: „… ich warte, denn er schiebt gleich und steht im Wege.“ Die mit der größten Klappe mussten dann schieben während ich schon längst oben war und an meinem Getränk nippte. Ich konnte mich später jedoch revanchieren.
Als letztes wieder einmal auf einem Hügel angekommen, ging es steil in eine Senke. Eine gute 6 Meter unübersichtliche schlammige Stelle machte sich vor mir breit. Während einer links und ein anderer rechts herum schob und ein Mädel vor mir im Sumpf stecken blieb, zeigte ich mit einem gutem Anlauf und einem lauten „Jeepeeeee“ wo mein Reifen die Stollen hat. Endlich hatten die beiden auch mal einen Schwung abbekommen. Ich hab es schön öfters beobachtet wie sie um die Pfützen herumfuhren. Endlich war die Zeit gekommen. Auf unserem Super-Trail jedoch versagten wieder meine Kräfte und ich zog mit unserer Frau, die die Quote an weiblichem Interesse an Mountainbike hochhält, durch diesen „schwierigen“ Teil. Vorbei an gefällten Tannen die hoffentlich bald weggeräumt sind und durch Traktorenspuren hindurch kamen wir als letztes an.
Die Gruppe hatte mich mal wieder an meine Grenzen geführt. Ich fühle es heute noch.

Bis zum nächsten Bericht.
Euer Sandsteinjäger

P.S. Heute bekam ich von meiner Sandsteinjägerin die Nachricht, das wir am 1. Juli in Dresden sein werden. Dort findet das alljährliche Fahrradfest statt. Ich habe mich bereits für die 70 Kilometer-Tour entschieden. Diese hat hat ca. 300 Höhenmeter die in der letzten Hälfte zu bewältigen sind.

Sonntag, 17. Juli 2011

Mission completed

Es war mal wieder ein toller und gelungener Urlaub. Zwar hatte uns der Regen in den ersten Tagen geärgert, doch wir haben uns es nicht vermiesen lassen. Während Katrin sich am ersten Tag zuweilen ausruhen musste, bestritt ich meine erste alleinige Tour auf einen Gipfel. Ich habe es genossen allein ein Trail in meiner Geschwindigkeit zu befahren. Es war sozusagen mein Warm-Up zu den nächsten Tagen. Ich wollte wissen ob ich fit war und übertrieb es ein wenig. Das zudem noch eine Erkältung folgen sollte war für mich eine Strafe. Eine Strafe dessen Schuld ich mir nicht bewusst war. Ich hatte doch nichts getan. 
Katrin kurierte ebenfalls ihre Steißbeinprellung aus. Glücklicher Weise hat es in der Zeit geregnet. Wir brauchten uns also doch keine Vorwürfe machen. Wir hatten also doch nichts verpasst und änderten sofort unsere Strategie. An welchen Tagen wollten wir wohin fahren und wann benutzten wir Fähre oder Bahn? Alles wurde in Erwägung gezogen damit wir am richtigen Tag unsere Monatskarte für die Fahrräder (war billiger) und die Wochenkarte für uns beide kauften. Unsere neuen Ziele waren somit klar - das schöne Wetter konnte kommen. Die Regentage nutzten wir um uns in Bad Schandau umzusehen. Hier kauften wir uns eine Profilkarte der Sächsisch-Böhmischen Schweiz. Es war etwas Besonderes, denn sie half uns bei der weiteren Streckenplanung weiter. Man konnte ja nun die Höhenunterschiede praktisch sehen und fühlen. Die theoretische Streckenansicht mit Angabe der Höhenprofile waren trotzdem wichtig, jedoch nur für die vorraussichtlichen Fahrzeiten. Leider lässt sich diese Karte im A1-Format nicht falten. Sie ist aus Plastik und wird zu Hause im Hauptquartier eingerahmt. Wie verrückt muss man sein?
Unsere Strecken wurden höher und anspruchsvoller als im letzten Jahr. Unsere diesjährige Mission "2011 Reloaded" war aber wettermäßig etwas durchwachsener. Dies spürte ich am Rücksack. Zwar hatten wir beide wie immer noch Ersatzshirts mit, aber es kamen noch Regenjacken oder langärmlige Sachen mit. Neben Proviant und meiner Trinkblase, sowie Werzeug und Ersatzschläuchen war also noch allerhand Kleinzeug dabei. Man weiß ja nie was so passiert. Erst gegen Ende des Urlaubs machten sich meinen Schultern bemerkbar und merkte ich, dass ich sehr lange im Sattel gesessen haben musste. Vielleicht sollte ich mir noch einen anderen Sattel zulegen. Es ist ja nur ein Race-Sattel (also für MTB-Rennen) aus Carbon mit ein wenig Gelpolster und Leder. Andere meinen immer ich könne mich gleich auf die Sattelstütze setzen, da wäre kein Unterschied.
Mit 310 Reisekilometern und 3520 Höhenmetern haben wir aber dennoch einen eigenen neuen Rekord aufgestellt. Dazu kommen noch meine 300 Höhenmeter zum Kohlbornstein dazu und so einige weitere Meter dazu. Die täglich Auffahrt zur Gaststätte "Liethenmühle" beträgt auch schon 120 Meter. 
Leider sind wir aber dies Jahr nicht zum Unger und nicht zur Napoleonschanze gekommen. Viele andere Wege und Gipfel warten weiterhin auf uns. Im nächsten Jahr wird es vorraussichtlich keine Tour in den Süden geben. Sollte dennoch die Möglichkeit bestehen ein paar Tage in die Berge zu fahren, so werde ich am 17. Fahrradfest der SZ teilnehmen. Mein Ziel wird es sein die Strecke mit 70 Km zu fahren und natürlich zu schaffen. Immerhin habe ich ein Jahr Zeit zu trainieren. An diesem Tag wird sich Katrin dann in Dresden rumtreiben oder die 12 Kilometer-Runde fahren und mich dann im Ziel wieder begrüßen. Wäre schon geil. Ach ja, das müssen wir uns aber genau überlegen ob wir im nächsten Jahr dafür Zeit haben.

Bis zum nächsten Trainingsbereicht in unserer Heimat
Eure Sandsteinjäger

Mittwoch, 13. Juli 2011

Einmal zum Gickelsberg

... und nie wieder könnte man sagen, sofern man mit dem Rad unterwegs ist. So ohne war dann die letzte und "leichteste" Tour dann auch nicht mehr. Gleich nach der Haltestelle Ulbersdorf, wo wir den Zug verlassen hatten, ging es wie so oft den ersten Hügel hinauf in den Ort Ulbersdorf. Dieser erstreckt sich zudem auch noch über mehrere Hügelketten. Ich fühlte heute zum ersten mal meine Beine. Anfangs dachte ich dass meine Bremse irgendwo schleift, doch es war meine Kraft die so allmählich dem Ende entgegen geht. In der Nacht zu heute bekam ich auch noch Magen-Darm-Krämpfe. Wahrscheinlich hatte ich mich gestern überfressen. Heute Nacht half mir noch eine Wärmflasche. Das heiße Wasser war so gut, dass ich meine Schmerzen gar nicht mehr spürte und ich mich dann auch wieder etwas strecken konnte. Egal, dass war heute Nacht. Auf der Tour war dann nicht mehr die Rede davon und ich kämpfte wie ein Tier unter wolkigem Himmel. Katrins Beine ließen heute auch schon nach. Zwar gab es keine Krämpfe, aber die Kraft fehlte am Ende gänzlich. Trotz dieser Voraussetzungen fuhren und schoben wir den nicht so gut ausgeschilderten Weg immer weiter hinauf zum Gickelsberg. Der Weg war ab Lohsdorf als Reitweg und als Rundweg ausgeschildert. Nach kurzen Fahrten ging es wieder hinauf. Jetzt kam auch noch die Sonne raus und bratzte uns von oben so richtig einen auf die Rübe. Boah - voll himmlisch und tierisch heiß. Die Sicht in die Ferne war dementsprechend grottenschlecht. Irgendwo auf der Karte und kurz vor dem Ziel hielten wir es für angebracht ein Päuschen zu machen, um den Angriff auf den Gipfel gestärkt aufzunehmen.
Ein Glück das wir etwas gegessen hatten. Auf einem Pfad zwischen Waldkante und Lichtung, getrennt durch einen Koppeldraht ging es später steil nach oben. Wenn ich schon mal steil in den Berichten erwähnt hatte, dann tut es mir Leid. Heute war steil auch richtig steil. Katrin wollte nicht, aber auf halben Wege nach oben "Nein" zu sagen ging dann auch nicht. Ich nahm mir ihren Bock und schob die 18 Kg nach oben. Katrin versuchte es mit meinem Bike. Als ich dann oben war ging ich zurück und holte Katrin mit Fahrrad ebenfalls ab. Endlich oben.
Die Sicht von oben war schön. Immerhin waren wir bei 414 Metern über HN angekommen. Leider war es sehr diesig und viele Berge konnte man nur noch als dunkle Flecken erkennen. Auch unseren gestrigen Schneeberg haben wir wieder gesehen. Wir aßen alles auf was wir an Proviant hatten und hatten schon bedenken wegen der "Abfahrt". Abschieb sollte man es nennen. Es ging leichter als Gedacht, zumal uns der Weg nun nicht mehr soweit vorkam. Ich hatte wieder Katrins Rad und fuhr dann auch den restlichen Teil des Berges hinab. Katrin schraubte wieder mal an meinem Sattel und fuhr mir hinterher. Sie bremste beim abfahren vorne wie hinten - abwechselnd. Später hatte sie mir erzählt das immer das Hinterrad hochkam und sie dann die andere Bremse benutzte. Bergab und vorne bremsen? Also wer diesen Kick braucht sollte sich am besten schon vorher ein paar Schmerztabletten reinpfeifen, damit der Schmerz dann gleich behoben werden kann. Endlich waren wir wieder am Fuße des Berges und hatten alles heil überstanden. Jetzt ging es durch den Ort Goßdorf hindurch und die Straße mit den 18% Gefälle hinunter. Was mich da wieder geritten hatte einem Touristentransporter im Windschatten zu folgen weiß ich bis jetzt immer noch nicht. Während der Transporter mit den zwei dicken Kindern dauernd bremste, kam ich immer dichter. Ich war teilweise sogar schneller und hätte überholen können, aber dann wäre der Windschatten futsch gewesen. Leider bog er später ab und wir zwei Radler fuhren nochmal an der Sebnitz lang. Es begannen die Beine schwerer und schwerer zu werden. Wir mussten noch nach Schandau rein und wollten einen Eisbecher essen, dann Wein und Fleisch kaufen. Als wir dann alles besorgt hatten, schaute Katrin auf die Uhr und meinte das die Fähre seit 3 Minuten weg sei. Die kriegen wir noch.
Also für die Unerfahrenen ist das so mit der Fähre: rechtselbisch hält die Fähre zweimal und linkselbisch einmal. Das heißt Krippen liegt links und Bad Schandau und Postelwitz liegen rechts. Die Fähre fährt von Bad Schandau nach Krippen (rechts nach links) und fährt dann gegenüberliegend nach Postelwitz (rechts) und dann wieder nach Krippen und dann zurück nach Bad Schandau.
Lange Geschichte kurzer Sinn. Wir also im Tempo nach Postelwitz, um dann mit der Fähre nach Krippen zu kommen. Katrin hatte ich dann noch gewaltig abgehängt. Sie war dann fix und fertig. Bei mir ging noch was - Fähre geschafft. 
Sachen für die Heimreise sind dann gepackt. Jetzt gehts noch schnell zur Liethenmühle zum Abschlussessen.

Eure heimreisenden Sandsteinjäger

25 Km und 320 Höhenmeter

Dienstag, 12. Juli 2011

Der "Hohe Schneeberg"

Heute war es endlich soweit. Die Reise zum ersehnten "Hohen Schneeberg" sollte und musste heute sein. Die nächsten und damit letzten Urlaubstage sehen wettertechnisch nicht rosig aus. Wir entschieden uns daher den heutigen Tag für die "harte Tour" zu nutzen.
Am gestrigen Abend überschauten wir unsere Karte und setzten für das Bike-Navi die Fixpunkte. Diese Punkte notierte ich mir diesmal mit eigenen Bemerkungen auf einen Zettel und verglich sie wiederum mit der Wanderkarte. Wir nahmen auch mehr Getränke und etwas mehr zum Essen mit. Das spiegelte sich auf das Gewicht meines Rucksacks wieder, obwohl diesmal keine Jacken mitgenommen wurden. Der Wecker klingelte um 7.30 Uhr - herrlich. Ich brauchte etwas mehr Zeit zum aufwachen, aber wir kamen dann allmählich in den Tritt. Nach dem Balkon-Frühstück ging es dann endlich los. Wiedereinmal zogen wir in Richtung Kleingießhübel. Heute aber fuhren wir weiter in den Wald hinein immer am Krippenbach entlang. Es ging nur bergauf.
Den Taubenteich ließen wir links liegen und fuhren weiter zum Fuchsteich. Hier machten wir unsere lang ersehnte Frühstückspause. Es war um 11.40 Uhr. Wir trockneten unsere Sachen in der herrlich lachenden Sonne. Gegen 12 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg. Bergauf natürlich. Und so fuhren wir immer weiter gen Schneeberg in der Hoffnung, dass dieser uns nicht enttäuschen möge. Am Eulenthor angekommen machten wir eine merkwüdige Entdeckung auf der Straße. Die Straße schien abzufallen, sprich es ging optisch bergab. Doch Katrin und ich mussten erbärmlich treten, um weiter voran zu kommen. Katrin fragte mich dauernd ob sie nen Platten hätte? Technisch war alles in Ordnung, sonst wüsste ich nicht. Da es immer noch bergauf ging und es nur so aussah als fuhren wir herunter, machten wir uns keine Gedanken mehr und fuhren weiter. Der Ort Sneznik unterhalb des Schneeberges machte sich sichtbar und wir hatten nach 24 Kilometern die 690 Höhenmeter erreicht auf der das Dörfchen liegt. Jetzt begann es richtig heiter zu werden. Noch 133 Höhenmeter und 3,5 Kilometer Fahrstrecke. Der Asphalt der Straße war so weich das wir unsere Reifenabdrücke für ein paar Wochen dort hinterlassen haben. Es war steil und es ging bergauf. Ich schob Katrins Rad mit, dann tauschten wir die Räder und ich fuhr mit dem "Weißen" wieder ein paar Meter hinauf.
Bei erreichen der Dresdner Aussicht hielten wir ersteinmal inne. Von hier konnte man tatsächlich bis Dresden schauen. Tolles Wetter, tolle Sicht.
Weiter gings zum Aussichtspunkt und wir wurden wirklich nicht enttäuscht. Das war die beste Aussicht seit Jahren. Dieser Berg bietet wirklich etwas. Die Anstrengung hat sich wirklich gelohnt. 
Kurze Mittagspause - und dann begann der Spaß. Ein kleiner lustiger Pfad - nicht breiter als 30-40 cm - schlängelte sich über den Berg. Dies war jetzt unsere Abfahrt. Es war unmöglich die steile Straße hinab zu fahren, von daher war die Wahl des kleinen Weges die bessere Alternative. Bis zu dem Punkt als Felsbrocken die Stufen markierten und ein Fahren unmöglich war. Katrin bekam einen Hals. Wieder hatte sie auf mich gehört und fand das jetzt nicht gerade lustig. Ich hatte von diesem Weg gewusst, aber wie er aussah... Ich wusste nur das der Weg befahrbar sei und dass man gute Fahrkentnisse beherrschen solle.
Zum Glück waren die 200 Meter nicht all zu schwierig. Wir mussten die Räder nur tragen. Dann aber ging es wieder hinab über Wege und Straßen bis in die nächsten Orte Maxdorf und Dolni Zleb.
Diese Abfahrten meisterte Katrin mit bravur. Als ich nichts von ihr gehört hatte wollte ich mich umdrehen und nach ihr schauen. Bums, da steht sie hinter mir und fragt mich warum ich denn bremse... Mit Geschick, Mut und viel Willen gings es langsam aber sicher zur Elbe hinunter, die hier ja Labe heißt. Jetzt ging es den Elberadweg weiter und wir blieben auf einem Niveau. Kein Auf und kein Ab mehr. Schön entspannend. Trotz der Schinderei und dem kleinem schlechtem Teilstück war es eine tolle Tour mit 50 Kilometer und 820 Höhenmetern.
Wir überlegen uns nun noch etwas für die morgige letzte Tour und dann ab in die Federn.
Eure müden Sandsteinjäger

Montag, 11. Juli 2011

Samstag/Sonntag/Montag

Der unheilige Samstag war echt etwas für Fans des guten Musikgeschmacks. In Dresden war die Party des Jahres gestiegen. Tolle Kulisse und tolles Publikum. Da ist der Norden doch etwas kühler. Hier stieg am Abend wirklich eine Riesenparty und Katrin und ich haben es genossen.
Für den gestrigen Sonntag, den wir etwas später begannen, hatten wir nur etwas kleines vor. Am Abend waren wir zum Grillen eingeladen und wollten daher auch pünktlich sein. Ich schlug die Tour zum Böhmischen Tor vor. Es ist wirklich nicht weit, jedoch hatte Katrin sehr mit der Steigung zu kämpfen. Erst hinter Kleingießhübel ging der Weg so langsam in eine Waagerechte über. 
Unterwegs haben wir richtig schön gegessen und lange Pause gemacht. Katrin sollte heute wieder einmal das Tempo vorgeben. Mit ihrem Drahtesel bekam sie von mir einen riesen Respekt, nachdem sie meinen Bock geschoben hatte und ich mit dem weißen Kettler den Berg hinauf  gefahren bin. Alle Achtung - mit einer 8-Gang-Schaltung die Hügel rauf und runter. Aber zu dieser Schaltung später mehr.
Wir fuhren auch am Böhmischen Tor vorbei hinein nach Tschechien. Es ging über Wurzeln und durch Modder. Ein kleiner lustiger Pfad für mich. Toll, toll, toll.
Irgendwann kamen wir dann auf eine Forststraße. Wir fuhren den beschwerlichen Auf-und-Ab-Weg bis zur Kreuzung "Bei den Buchen". Mein Navi hatte sich schon bemerkbar gemacht, zeigte aber immer noch 35 Meter bis zum Punkt an. Sollte ich mich so verhauen haben? Passiert schon mal.
Der nächste Fix-Punkt wurde am Gerät ausgewählt und wir kamen ihm während der Fahrt auch dichter. Irgendwann entfernten wir uns aber wieder. So wurde ich stutzig und wir beide schauten auf die Karte. Es schien aber so richtig zu sein... 
Statt es aber hinunter in das Elbtal ging, fuhren wir nur noch hinauf. Irgendwann hatten wir die böse Vorahnung, dass wir diesen einen Berg nun einmal umfuhren und dabei seine höchste Stelle überquerten. Laut Sonnenstand fuhren wir dann auch irgendwann wieder Richtung Süden. Wir waren einfach zu früh abgebogen. Und da beide Straßen (an der benannten Kreuzung) parallel ins Tal gingen, kamen wir auch dem einen Punkt anfangs immer näher. Nach der nächsten Kurve entfernten wir uns dann von diesem Punkt. Egal wie und warum und wen die Schuld hier trifft. Wir beide hatten uns zu sehr darauf versteift das Karte und Navi eine andere Sprache sprechen. Aber auch ohne Navi wären wir dort abgebogen, da dieser Weg, der laut Karte ein Pfad darstellt, für uns eindeutig nach Dolni Zleb führen sollte.
Wir kamen jedenfalls nach unserer Rundtour um den Berg am Ausgangspunkt wieder an und nahmen wieder Kurs auf Böhmisches Tor und Kleingießhübel. So waren wir auf der komplett sicheren Seite. Wir konnten dabei auch sicher gehen, dass dieser Weg ab hier nur noch bergab geht. Wir hatten also freie Fahrt bis zum "...pffffffff...." 
Ja so hörte es sich an, als Katrin über ein Krampe fuhr. Und das kurz vor unserem Ziel. Es war zudem auch schon 16.00 Uhr und um 5 sollte das Grillen losgehen. Ok, Schlauchwechsel gut und schön, aber musste es jetzt ausgerechnet das Hinterrad sein? Ich tat es einfach und löste die Muttern, hängte die Kette aus und entsperrte den Schaltungsatz. Zack, raus. Schlauch wechsel, aber jetzt begann das Elend. Alles war fertig, aber ich konnte den Schaltungssatz nicht mehr draufbekommen und sperren. Irgendwas war falsch. 
Eine gute halbe Stunde fummelte ich an der Schaltung. Der Horror kam noch als Katrin meinte: "Du? Die Luft ist wieder raus." Bingo. War also noch was in der Decke drin? Mein Fehler. Ich hätte natürlich die Decke richtig kontrollieren müssen. Aber wer denkt schon das man sich auf einer Straße eine Tackernadel einfährt? Im Wald wäre es schon denkbar das andere "Steckelemente" den Fahrspaß verderben und dich zum Zwangsstopp zwingen. Da bleibt öfters mal was stecken.
Also nun den ganzen Mist von vorn. Rad raus, Nadel raus, Schlauch flicken usw.
Die Schaltung bekam ich aber in der nächsten halben Stunde auch nicht hin und so fuhr Katrin mit der Übersetzung von 1:1 in Richtung Heimat. Na ich schob sie dann mehr durch den Ort. Da ging ja gar nichts mehr. Wenigstens änderte sich die Laune von meiner Maus.
Jetzt im Augenblick (Montag 11.07. - 13.00) schläft Katrin ein wenig und ich habe inzwischen die Schaltung repariert bekommen. Das hat keine 2 Minuten gedauert. Zudem ist nun auch ein pannensicherer Decke drauf. Heute machen wir erstmal noch einen ruhigen Tag, bevor es zum Highlight gehen wird. Morgen oder übermorgen wollen wir zum Schneeberg (Sneznik). Die Tour dorthin wird echt schwer, aber sofern wir den Berg erreicht haben (gesehen haben wir ihn schon) geht es nur noch ins Tal hinein.

Eure zermürbten Sandsteinjäger
Katrin und Christoph

P.S. Wir haben schon so einige Videos gedreht und hatten immer vor diese auch ins Netz zu stellen. Leider sind sie über 100 MB groß und daher kann ich sie nicht raufladen. Ich suche noch nach einer Software, um diese etwas zu verkleinern.


Nach Katrins Erholungsschlaf unternahmen wir noch eine kleine Runde rund um Bad Schandau. Einmal hoch nach Rathmannsdorf über die Zaukenstraße und dann über die Straße in den Ort hinein. Katrin und ich fuhren dann mit dem Aufzug auf den Aussichtsturm. Die 81 Stufen zur Plattform mussten ja nicht unbedingt sein, denn morgen soll die große Tour zum Schneeberg starten. Die Räder sind startklar und in Ordnung. Für mich wird es eine Herausforderung, für Katrin fast eine Alpenüberquerung. Ich werde sie schonen und das Tempo wird mein Schatz auch bestimmen. Wir wollen ja auch noch wieder zurück. Also drückt uns die Daumen das alles gut klappt.

Eure Sandsteinjäger

Freitag, 8. Juli 2011

Nixdorf, wo nix iss

Wir mussten mal was anderes machen. Täglich sind wir zu spät aufgestanden und haben zum Abend hin keine Ruhephase nach den Touren mehr gehabt. Das hatte sich irgendwie so eingeschlichen und blieb dann auch so. Katrin hat dies tierisch geärgert. Heute klingelte daher der Wecker um 7.30 Uhr, denn um 9.15 Uhr fuhr unser Zug in Richtung Sebnitz. Diese Tour hatte ich wieder mal vorgeschlagen. Sie hat nicht dieses dauernde auf und ab auf der Strecke und ist daher gut zu meistern, jedoch der Start ist erschreckend schwer. Man mag gar nicht drüber schreiben, so schlecht ist der Anfang der Strecke. Jedoch lieber anfangs solch Kanten hochschieben, als unterwegs mehrere von diesen noch vor sich haben.
Wir setzten uns also ab und bewältigten dieses Monster von Berg. Nach guten 3 Kilometern die uns wie eine Ewigkeit vorkamen, ging es waagerecht in den Nationalpark hinein. Die Wege waren feucht nach der angeregneten Nacht die wir mal wieder hatten. Spaß machte es trotzdem. Jetzt dürft ihr raten wer das noch mal richtig ausgenutzt hatte...
Wir fuhren die "Hohe Straße" entlang, die sich später als Panoramaweg ausgibt. Und das mit recht. Wir konnten schon sehen wie neues schlechtes Wetter auf uns zu zog. Nach der kleinen Frühstückspause fuhren wir dann auf die nächsten beiden Schutzhütten zu, um weiter zu beobachten und eventuell Schutz zu suchen. In der zweiten Hütte blieben wir dann etwas länger. Der Wind frischte auf und wir hatten nur noch 11,5°C. Schnell die Jacken angezogen. Plötzlich begann der Regen. Wir warteten ca. 1 Stunde bis wir dann entschieden weiter in Richtung Grenze zu fahren. Von weiten war schon die Sonne auszumachen. Noch kurz vor Grenzübertritt stieg die Temperatur wieder an. Wir machten wieder halt an der kleinen Kirche. Katrin hatte einen Vorschlag. Sie würde gern in das Örtchen Nixdorf (jetzt Mikulasovice) weiter rein fahren. Flächendeckend soll das Nest so groß sein wie Sebnitz.
Ich wünschte ich wäre diese Umleitung bzw. diesen Umweg nicht gefahren. Erst Sprüche klopfen: "Heut mal nicht so weit", aber dann nen Umweg machen der echt nicht zu empfehlen ist. Zu aller erst ging es die Straße in den Ort hinab. Straße? Panzerstraße oder Flickenteppich wäre hier wohl angebrachter gewesen. Dann kamen ein paar Schuppen mit Autowracks, dann ein unbeschrankter Bahnübergang mit angrenzendem Bahnhof, Kreuzung mit Abzweig von Wegen, Kriegerdenkmal aus dem 1. Weltkrieg (das komischer Weise gepflegter war als die Umgebung) und eine schiefe Laterne. Unser Weg ging geradeaus auf einen Platz zu. Ich nenne diesen Platz "Festwiese". Gute 200x200 Meter auf einer schiefen Ebene. Bei Google ist hier ein Zirkuszelt zu sehen. Als das Bild gemacht wurde, muss hier echt der Bär gesteppt haben. Wir haben nicht mal ne alte "LPG" gesehen. Also fuhren wir dann erstmal zum Namensgeber des Ortes. Die Kirche St. Mikusla (oder so ähnlich) - na ja früher hieß der Ort Nixdorf. Was das jetzt aber miteinander zu tun hat weiß ich nicht. Wir kamen dort an. Platz, Kirche, Friedhof auf einer Anhöhe. Daneben reihten sich die Gaststätte und andere Häuschen an. Die Gaststätte scheint zu laufen. Die Drogerie ist seit guten 15 Jahren zu und Touri-Andenken gibts hier wohl schon lange nicht mehr. REMAX verkauft aber auch hier ein paar Immobilien. Wer es denn haben will? Eines Tages kann man den ganzen Ort kaufen, nebst Einwohner. Der Ort ist echt heftig. Solch krassen Unterschied auf 4 Kilometer Luftlinie hab ich nicht gesehen. Hrensko ist da ganz anders.
Katrin wollte dann noch zum Supermarkt des Ortes. Das hatte ich ihr dann aber verboten. Ich wollte nur weg und Katrin musste uns herausführen. Wanderkarte raus, den Weg gesucht und es ging wieder hinauf in die Wälder. Die Straße - äh falsch. Das Ding was sich Straße nennt hatte die Bezeichnung eines Radwanderweges. Es war ein Mischung aus Bahndamm ohne Gleise und einem gutem Anteil an Schotter, sowie einer drüber geworfenen Schicht aus Teer. Das ist Katrins gefundener Weg. Vorbei an einem geöffnetem Waldbad, äh falsch. Jeder von Euch kennt ein Waldbad, oder? Was stellt ihr Euch vor? Richtig, Wasser, Wiese, Bäume und schreiende Kinder. Hier reihten sich 4 kleine Teiche aneinander. Es gab Nichtschwimmerteiche mit sichtbaren Absperrungen und allem drum und dran (zwischen Entenflott und Teichrosen). Von weiten sah es aus als liegen dort 4 dreckige Teich seit Jahren verschlafen versteckt im Wald und der Bademeister hatte eines vergessen um sein Geschäft zum Laufen zu bringen. Richtig, das Tor aufmachen. An alles hatte er gedacht. Doch nun hat er einen langen Bart und hat keine Lust mehr auf Kinder.
Wir ärgerten uns über diesen Weg und fuhren (bzw. gingen) in Richtung Weifberg. Dort angekommen gab es eine große Pause mit Resteessen und Augenpflege.
Über die "Emmabank", Hinterhermsdorf und die Niedere Schleuse ging es dann im Eiltempo nach Hause. Wir wollten ja noch was vom Tag haben.
Pizzaessen im Memory: Hier stopften wir uns die Bäuche voll und fuhren nach Hause.

Eure Sandsteinjäger
42 Kilometer / 610 Höhenmeter

Morgen sind wir dann auf unheiliger Mission in Dresden. Es wird daher am Sonntag eine Kurzfassung geben.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Ritt über die Rauensteine

... genauso könnte man die Tour heute nennen, aber auch "Schatz, heute mal ne kleine Tour - ich kann nicht mehr". Kurzum, ich habe dann auch Rücksicht genommen und etwas kleines mit Katrin besprochen. Mit dem Zug ging es heute früh bei schönstem Sommerwetter von Schandau nach Königstein. Nach kurzem Elberadweg ging es brutal hinauf nach Thürmsdorf. Es ist eine schreckliche Steigung, aber wenig befahren und gut geteert. Doch wie lang dieser Monsterweg ist weiß ich selbst nicht. In Thürmsdorf angekommen weiß man dann was man(n) und Frau getan haben. Danach geht es dann die Schlossstraße auch noch mal kurz hinauf. Von "hinauf" hat Katrin so allmählich die Schnauze voll. Ich sage immer: "Wer hinab will muss auch hinauf mögen". Ok, einige Berge haben es in sich und erst recht für Katrin. Ich hab ein Jahr lang trainiert und dass ist mein großer Vorteil.
Wir waren auf dem Panoramaweg der jetzt weit oberhalb der Elbe entlang führt. Nach unserem kurzem Abstecher zum Mausoleum fanden wir noch einen Weg der uns wiederum zur "Alexander Thielke Aussicht" bringen sollte. Dort waren wir noch nie und es hat sich wieder mal gelohnt einen Abstecher zu machen, welcher nicht geplant war. Vom Mausoleum aus führt auch der alte Panoramaweg nach Weißig, der nur noch von einheimischen MTBlern genutzt wird. Ein schöner Singletrail den ich leider nur kurz begangen habe. Katrin zu liebe folgte ich ihr auf dem neuen Weg. Irgendwann waren wir dann auch in Weißig, dem kleinen Nest unterhalb des Rauensteins. Bei Mittagssonne fuhren wir den Feldweg hinein in den Wald und waren glücklich Schatten gespendet zu bekommen. Mit leichtem Anstieg kamen wir bis zum Fuße des Wurzelweges. Diesen Weg noch rauf und wir waren auf dem höchsten Punkt des Rauensteins den man mit dem Rad erfahren kann. 
Wurzelweg also rauf und lange dumme Gesichter auf der Plattform als ich dort mit dem Rad angekommen bin.
Dort hatten wir was gegessen. Es waren vielmehr die übriggelassenen Reste. Frühstück gab es ja schon anderswo. Mit Katrin besprach ich nun die Abfahrt. Videodreh war angesagt. Gute 800 Meter Trail über den abfallenden Rücken des Rauensteins. Über Wurzeln, Steine und durch ausgewaschene Rinnen führte der Weg. Alles was das Herz begehrt. Das musste nun endlich mal mit der Kamera festgehalten werden. Katrin also fuhr vorweg und wir beide zählten bis 100, dann fuhr ich los und schoss durch die Wildnis ohne zu wissen wo Katrin steht. Dann fuhr sie wieder vor und das ganze nochmal von vorn. Irgendwann kamen wir wieder an diese Schlüsselstelle mit den vielen Steinen. Letztes Jahr hatte ich hier schon mal Anlauf genommen und mich dabei schön gestoßen. Diesmal, bis auf eine kleine Stelle, ging es durch bis unten runter. Nebenbei trafen wir noch Einheimische die uns etwas erzählen wollten. "Mimm Fooradd..." hatte ich noch verstanden. Das wars. Ob es nun negativ gegen mich gemeint weiß ich nicht und fuhr dann weiter. In meinem Kopf sprach ich mehrere mal zu mir: "Bloß nicht löffeln, fahre langsam aber cool, gut gemacht, du bist ein toller.... ", und so weiter. Mit stolzer Brust bin ich dann auch in Pötzscha ohne Verletzungen angekommen.
Mit der Fähre wurden wir dann auf die andere Seite gebracht, wo uns ein Erdbeereisbecher erwartete. Lecker, lecker. Katrin hat bezahlt. 
Nun wollte wir von hier nach Rathen. Katrin hatte meinen Rat gefragt und ich schlug dann auch vor. Ich hatte mich auch gerade warmgefahren, nahm aber trotzdem Rücksicht auf meine "Kleine". Also Radweg bis Rathen, dann den Weg am Gamrig vorbei und hoch nach Waltersdorf. Katrin ärgerte sich ein wenig über meinen Vorschlag und pustete die Berge hoch. Teilweise schob ich sie während der Fahrt. Das ging mir ganz schön in die Oberschenkel, aber ich hatte etwas gut zu machen. Am Lilienstein vorbei - endlich. Jetzt geht es gute 180 Meter runter. Schotterpiste pur mit kleinen Schanzen, die als Regenwasserableiter gebaut wurden und 40 cm hoch sind. Immer wieder bremsen und springen - 40 oder 50 mal? Dann geschafft. Die letzte Kurve in der ich auch 4 verschreckten Omis, die eine 20 Meter-Radius-Kurve für sich beanspruchten, den bösen Christoph zeigte. Böse, dreckig und gemein zog es mich in die Linkskurve. Ich ließ den Splitt nur so fliegen, als ich meine Bremsen betätigte. Katrin bekam wohl die Rache zu spüren. Die 4 wollten überhaupt kein Platz machen. Jetzt war sie wieder geladen, man man.
Es ging nun nur noch zum Bahnhof nach Königstein und mit dem Zug zurück.
24 Kilometer und trotzdem 410 Höhenmeter.
Die eisernen Sandsteinjäger

P.S. Morgen gehts früh los und unser Video stelle ich dann morgen rein.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Zu Besuch bei Wagner

Na den Wagner wollten wir heute mal besuchen. Das Wagner Denkmal in Daube bei Lohmen ist das größte Denkmal Richard Wagners der Welt. Das sollte man also schon mal gesehen haben. 
Gut geschlafen hatten wir beide nicht. Katrin war es draußen zu laut und mir war zu warm, nachdem Katrin in der Nacht das Fenster geschlossen hatte. Ich hatte Atemnot. Als der Morgen graute, hätte ich auch liegen bleiben können. Mein Kopf dröhnte ein wenig. Die Erkältung war somit auf dem Höhepunkt angekommen. Nach dem Balkonfrühstück wurde erstmal die Hausapotheke geplündert und alles in den Kopf geschmissen was brauchbar war und Heilung versprach. Gegen 11.00 Uhr fuhr unser Zug ab Bad Schandau in Richtung Wehlen. Der Fährmann brachte uns dort über die Elbe und wir fuhren weiter am Fluss in Richtung Pirna-Posta. Hier begann der Weg zum Wagner-Denkmal nach Daube. Der Weg war trotz Karte und Navi nicht ganz einfach. Irgendwann fanden wir uns auf einem Trail wieder den ich jedem Biker empfehlen kann. Katrin war da anderer Meinung. Dieser Weg führte uns an die Hauptverkehrsstraße, welche wir nur noch überqueren brauchten. Gedacht war eigentlich das wir diese Straße komplett bis zu diesem Punkt fahren würden. Welch Glück das wir uns vorher anders entschieden hatte, denn diese Straße wäre echt der Graus gewesen. Busse und Laster, Motorräder und schnelle Autos - wie auf einer Autobahn. 
Es ging nach einer kleinen Stärkung weiter über einen langen Feldweg bis zu "Wagner´s". Na ja, fast. Knapp 100 Stufen senkten sich plötzlich in ein Tal. Aber wenn wir die Räder runter tragen, wie dann weiter? Ich ging auf Erkundungstour und schleppte mich hinunter. Was mich aber geritten hat meine Montur mit Rucksack und allem drum und dran anzubehalten, das weiß ich nicht. Ich musste ja auch wieder hoch... 
Unten angekommen las ich dann mehrere Schilder das irgendwelche Brücken und Mühlen gesperrt waren. Wo waren diese Mühlen? Wo waren diese Brücken? Die stehen in keiner Karte. Ich war sauer auf dieser triste Gegend. Irgendwo war nur noch ein Schild "Wagner 50 m". Ich stapfte also die Stufen wieder rauf, um Katrin zu sagen dass sie sich den Typ dann anschauen kann. Auf halber Treppe fiel mir dann ein, dass ich ihn mir ja auch ansehen hätte können. Nach Katrin ging ich dann also nochmal runter. Unsere Räder brauchten ja einen Aufpasser und ein unknackbares Schloss haben wir nicht dabei. Geht also nur so. 
Danach ging es weiter durch den Ort Lohmen hindurch und dann zur Bastei. Wir nahmen eine kleine Umleitung, um nicht die überfüllte Straße zu nehmen. Es ging wieder durch den Wald auf einem tollen Weg. Es war nun schon fast 3 Uhr und wir bekamen wieder Hunger. Bis zur Bastei hätten wir nicht mehr durchgehalten. Also schnell was essen und dann weiter. Im Augenblick wird dort an der Straße gebaut, kurzum Straße ist kein Wort mehr. Baustelle auf 3 Kilometer. Kein Auto darf den Parkplatz an der Bastei mehr anfahren und alle müssen nun den Shuttle nehmen. Das sieht lustig aus. Der Bus war voll wie, ja voll einfach - so wie im Sommer der 80er Jahre wenn die S-Bahn nach Warnemünde fuhr. Zerberstend voll. Katrin musste auch gleich auf den Bus zeigen und lachte laut auf der Straße.
Am Touristenplatz angekommen schnell ein paar Fotos und dann hinunter zur Bastei-Brücke. Noch nie waren wir mit den Rädern dort gewesen.
Nur kurz war der Aufenthalt vor Ort und wir machten uns wieder auf den Weg. Auf uns wartete die 5 Km Abfahrt nach Wehlen hinunter. Es machte wieder mächtigen Spaß bis zur Absperrlinie. Es waren noch ca. 1 Kilometer zu fahren und vor uns lag eine Baustelle auf der nicht gearbeitet wurde und auf die auch nicht hingewiesen wurde. Wir mussten nun hoch in Richtung Steinrückenstraße/Steinerner Tisch, um dann wieder hinunter zu fahren. Doch die Steinrückenstraße ist, wie der Name schon sagt, steinig und vor Jahrhunderten erbaut. Da fährt keiner mit nem Rad hinunter und erlaubt ist es auch nicht - Nationalpark. Als wir dann endlich unten waren wollte Katrin gleich die Information stürmen und sich wegen "guten" Beschilderung beschweren. Die Kraft sollte sie besser schonen, um mir dann lieber ein Eis holen zu können. Das tat sie dann auch. War lecker!
Wir setzten dann in Wehlen wieder nach Pötzscha über und nahmen die S-Bahn bis Schandau. Sofort ging es dann weiter bis zur Liethenmühle, um die verbrannte Energie gleich wieder anzufressen.

45 Kilometer / 750 Höhenmeter

Berg Heil
Eure Sandsteinjäger





Dienstag, 5. Juli 2011

Los geht´s

Der gestrige Tag war komplett bekloppt. Uns hat das Wetter so gefrustet, dass wir keinen neuen Eintrag schreiben brauchten. Gegen abend wollte es leicht aufhören zu regnen und wir zogen unsere Monturen an, um zur Liethenmühle zu fahren. Wir hatten noch nicht einmal das Haus verlassen als der Starkregen wieder begann. Danach probierten wir die "Eiche" aus. Na ja, es war das letzte mal. Heute morgen rissen wir die Augen auf und trauten unseren Augen nicht. Die ganze Nacht musste es geschüttet haben und es regnete wieder. Doch um Punkt 9.55 Uhr (wir wollen das mal hier so festhalten) kam tatsächlich die Sonne raus. Plötzlich stieg die Temperatur auf gute 18°C. Unser Plan von gestern ging also doch noch auf. Als wir mit unseren Sachen fertig waren und alles gepackt hatten, zogen wir gegen Mittag los. Es sollte uns durch das Schrammsteingebiet bis zum Kuhstall führen. Diese Tour war eigentlich immer unsere Einführungstour. Das es diesmal so kommen würde hätten wir nicht gedacht. Es warteten ca. 33 Kilometer auf uns.
Wie immer mussten wir die Straße von Postelwitz nach Ostrau hoch. Der Höhenunterschied den wir überwinden wollten kann ganz schön in die Knochen gehen. Wir beide fuhren jedoch unser Tempo und liessen uns nicht von der Zeit treiben. Diese erste Tour wollten wir ja genießen. Und dann immer wieder diese kurzen knackigen Steigungen. Katrin fiel weit zurück und ich wartete dann am nächsten Punkt auf sie. Nach einer kleinen Pause ging es weiter. An der Kreuzung zur "Wilden Hölle" machten wir dann eine längere Rast. Wandersleute aus Schwaben saßen schon etwas länger dort und wir konnten mitbekommen das sie heute noch zum Kuhstall wollten. Katrin lachte und sprach: "Wer wohl zuerst dort oben ist?" Wir hatten zwar noch den dreifachen Weg vor uns als die Fußgänger, könnten aber trotzdem schneller sein. Irgendwann zogen wir dann los und verabschiedeten uns. Ich wollte schon sagen: "Bis nachher". Das verkniff ich mir aber besser.
Katrin und ich fuhren wieder auf und ab, aber das eine "ab" werde ich so schnell nicht vergessen. Ich fuhr wieder vorran und wusste auch um die Beschaffenheit der Strecke. Starkes Gefälle mit 60-80° Kurven. Dazu kurze Geraden auf denen man besser schon langsamer fährt, um die Kurven satt zu fahren. Ich war etwas zu schnell, aber nur ein bisschen. Meinen Sattel hätte ich vorher doch noch verstellen sollen, aber das half nun nichts mehr. Zu schnell ging es in die Linkskurve. Ich kam immer weiter von der Strecke ab und die Büsche kamen immer dichter. Leichtes Bremsen half nichts mehr. Der Weg war zu lang und die Kurve immer länger. Ich sah dann eine Person den Berg heraufkommen und wollte mich jetzt bloß nicht blamieren. Ich zog straff mit 3"F" an der Bremse und riss das Rad herum. Ich fuhr ja bereits durch den Wegesrand. Erst flog der Splitt durch die Gegend, dann ein bisschen Gras und schwups war ich wieder auf dem Weg. Was ich nun aber erkannte war ein großes Emblem auf dem Ärmel des Wanderers. Oh Scheiße - ein Ranger. Der mahnte mich dann mit eine Handbewegung das ich es doch etwas ruhiger angehen sollte. Ich grüßte freundlich zurück und fuhr den Rest des Berges dann etwas vorsichtiger. Nicht das ich daraus gelernt hatte... 
Nach unserer Pause am Wettinplatz wusste ich wieder an der nächsten Abfahrt wie es um die Straße beschaffen war. Gefälle und Art waren mir noch vom letzten Jahr in guter Erinnerung. Also diesmal Sattel tiefer - sehr tief sogar, dann ein bissl an der Bremse gespielt und ab ging es in die Tiefe. Die Schotterpiste war schön gewalzt und ich wurde immer schneller. Ich wurde auch wieder zu schnell. Nach einer Bodenwelle kam ich wieder zu weit an den Wegesrand. Diesmal half auch kein einfaches Verzögern. Einfach die Buscherei fahren und dann mal kurz am Hebel ziehen. Da ging mir aber auch die Muffe. In der nächsten Zeit sollten keine Hügel mehr kommen, daher war ich mit normalem Fahren mit Katrin beschäftigt. Das Highlight sollte ja auch noch kommen: Die Auffahrt zum Kuhstall.
Die Zeit lief und ich quälte mich die ersten steilen Meter. Danach wurde es etwas "besser". Die Strecke hinauf ist öde. Jeder Baum und jede Kurve sehen gleich aus. Man hat kein Gefühl wie weit es noch bis zum Ziel sein könnte. Anhand meiner Zeit vom letzten Jahr mit 15 Minuten konnte ich mir ungefähr vorstellen wo ich bin. Eine Kurve nach der anderen schlängelt sich durch den Wald den Berg hinauf. Nach dem Überholen zweier Wanderer kam die letzte Kurve - nein doch nicht. Doch noch zwei und ich war endlich oben. Berg Heil. 12 Minuten. 
7 Minuten nach mir traf Katrin dann ein. Mit ihr hatte ich noch gar nicht gerechnet. Wir vertilgten erstmal unsere restliche Nahrung und machten Späße über Touris. Katrin lachte Tränen. 20 Minuten später kamen dann die Schwaben. Wir hatten schon sehnsüchtig auf die 4 gewartet und wollten deren Blicke sehen. Sie haben uns auch wieder erkannt - natürlich mit großen Blicken.
Und weil wir uns so schön hinauf gequält hatten, durften wir schnell auch wieder runter. Ich brauchte 2 Minuten und Katrin traf kurz nach mir ein. 
Jetzt ging es weiter durch das Kirnitzschtal, wo wir noch einige Zerstörungen der Flut vom letzten Jahr gesehen hatten, in Richtung Bad Schandau. Dort genossen wir bei Sonnenschein unsere Eisschokolade und dachten an all die Leute die jetzt leider Arbeiten müssen - oohhhhhhh. Wir habens aber gut.
Weiter zum Fleischer im Ort. Als wir dann in Richtung Rosengasse gingen, schoss mir in den Kopf "TREPPEN". Diese kleine Gasse führte durch ein Haus mit gut 20 Stufen. Ich sagte nichts und Katrin warf mir einen garstigen Blick zu und rief: "Hier fährts du nicht runter". Das kam aber nicht böse, nein, doch mehr befehlend bis strafend. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Katrin hiefte ihren Bock runter. Ich stand vor den Stufen wie ein Skispringen der nur noch auf die Ampel wartet. Sattel runter. Hinter mir reihte sich ein älteres Ehepaar ein. Ich dachte die wollten runter, aber sie schauten nur zu. Toll, endlich Zuschauer, jedoch kein Beifall. Mustergültig schepperte ich die Stufen herunter. Nach 4 Sekunden war alles vorbei und ich freute mich wie ein Schuljunge. Danach ging es wieder über die Brücke nach Krippen zurück. Am Ende waren es dann wegen der Streckenverlängerungen satte 41 Kilometer und 640 Höhenmeter.
Heute abend gehts dann wieder mit dem Bike in die Liethenmühle.

P.S. Vielen Dank an meine Lieblingsschwiegermutter für die Post. Ich Dussel hab nämlich für unsere Tschechien-Touren meinen Ausweis zu Hause liegen lassen.

Viele liebe Grüße 
Eure fröhlichen Sandsteinjäger




Sonntag, 3. Juli 2011

Regentropfen die an mein Fenster klopfen

Da wir wussten wie das Wetter heute sein wird, haben wir heute bis um 10 Uhr geschlafen und den (Sonn)tag als freien Tag genutzt. Der Regen kam seit der Nacht von links nach rechts. Richtig, er fiel nicht wie jeder Regen von oben nach unten, sondern kam von der Seite. Sprühregen und Sturmwarnung. Teilweise sogar mit Gewittereinlagen. Grässlich nass wie Novemberwetter. Noch sind die Temperaturen im Plus-Bereich. Aber das ist noch nicht alles. Nach dem Frühstück gegen 11.30 breiteten wir uns in unserem Wohnzimmer aus, in dem wir das komplette Kartenmaterial ausgebreitet hatten. Ich saß am Rechner und suchte in der Zeit, in der Katrin mit ihrer Nase im Infomaterial steckte, eine kurze Anfangstour aus. Wir wollten ja irgendwann los. Wenn nicht heute, dann morgen. Aber so wie es aussieht wird es morgen wohl auch nichts. Das Wetter soll sich erst zum Dienstag ändern. Ich hoffe auch, dass sich meine kleine Erkältung nicht weiter verschlimmert. Ich fühle mich nicht gerade wohl, aber noch funktioniert es. Ich sitze jetzt vor dem PC und schlürfe meinen heißen Tee in der Hoffnung keine Medizin nehmen zu müssen. Dagegen kann Katrin schon wieder aufrecht stehen. Na ja, ihre Schmerztabletten sind ja auch fast alle. Es sollte zumindest etwas wirken. Vielleicht hat sie aber nur Angst vor dem Doktor den sie eigentlich besuchen wollte. Das Haus der Praxis machte jedenfalls keinen guten Eindruck und liegt gut versteckt hinter großen dunklen Bäumen und erinnert mich an die Serie: "Der Doktor und das liebe Vieh". Irgendwann lagen wir in den Betten und schauten TV. Total Assi. Irgendwelche Wiederholungen der Privatsender waren aber interessanter als Wetterprognosen zu schauen oder sich weiterhin mit Lieblingstouren zu beschäftigen. Gegen 19.00 Uhr machten wir uns dann auf und fuhren wie gestern zur Liethenmühle zum Abendbrot.
Morgen soll es nach Schandau rein gehen. Vielleicht kaufen wir uns warme Sachen zum anziehen. Jedenfalls haben wir in den letzten Tagen etwas Geld gespart. Morgen ist der Tag zum Ausgeben.

P.S. Ein Glück ich war gestern schon mal unterwegs.

Eure gefrusteten Sandsteinjäger

Samstag, 2. Juli 2011

Gesagt getan (II. Bericht)

Nachdem ich ja im letzten Post so davon geschwärmt habe mit dem Bike auf den Kohlbornstein zu fahren, überkam es mich tatsächlich wenige Minuten später. Rechner aus, angezogen, Katrin noch 3 mal geweckt und gefragt wo sie was hingelegt hat und dann ab in den Wald. Gleich am Anfang habe ich gemerkt das mein brutaler Vorderreifen (den ich mir schon in DBR aufgezogen hatte) auf Asphalt nicht der Beste ist, aber es sollte sich trotzdem lohnen. Viel Straße brauchte ich nicht zu fahren und schwups war ich im Gelände. Ich hatte 277 Höhenmeter zu überwinden und das auf einer Strecke von ca. 5 Kilometern. Hammersteil und viel Geröll. Teilweise musste ich schieben und sogar das Rad schultern. Das Bike komplett auf dem Rücken tragen ist schon etwas einfacher, doch irgendwann werden auch die Arme lahm - wieder Pause. Früher sind wir diesen Weg öfters gelaufen und haben auch einen sehr steilen Reitweg benutzt. Hier fuhr ich aber lieber einen Umweg der außen herumführte. Er war etwas länger, aber ich konnte lange Zeit fahren. Endlich angekommen am letzten Kreuzungspunkt sah ich die vielen Stufen die zum Gipfel hinaufführten. Das Rad wieder auf die Schultern und ab ging es in die Höhe. Stufe für Stufe wurde so erklommen und ich war mir sehr sicher, dass ich oben ankommen würde. Ein Hindernis versperrte nicht mir sondern meinem Rad den Weg. An einer schmalen Stelle konnte ich das Rad nicht mehr tragen geschweige denn schieben. Diesen Punkt hatte ich also nicht bedacht. Jetzt war ich umsonst die Stufen hoch? Oh ja, aber das sollte sich bald relativieren. Die Abfahrt war so geil - einfach nicht zu beschreiben. Sattel runter gestellt und hinab ging es in den Ort hinein. Während der Fahrt taten mir die Finger vom bremsen weh und ich spürte alles das, was die Gabel nicht verdaute, in den Armen. Schweiß unterm Helm und Wasser im Gesicht. Volle Konzentration an den Schlüsselstellen. Geröll lag auf dem Weg und die großen Steine waren nass. Am Ende war ich einfach happy. Ich hatte mich doch noch mal aufgerafft irgendwas zu machen. Ich hatte mich gequält und bin glücklich geworden. 

Steiniger Gruß eines Sandsteinjägers

Aller Anfang ... (I. Bericht)

... ist bekanntlich schwer. Es kann aber auch Scheiße sein. Katrin hat Schmerzen im Bereich des Steißbeins und wird sich wohl am Montag von Dr. Pfusch erst einmal fitspritzen lassen müssen. Vorher wird aber der Rest der alten Schmerztabletten vertilgt. Nebenwirkungen? Klar, Müdigkeit. Also kurzum ist sie nicht zu gebrauchen. Während sie pennt mache ich mir über Kurztouren schon Gedanken die ich eben mal so nebenbei abfahren könnte. Da wäre der Kohlbornstein. Der reizt mich schon sehr. Hoch müsste ich mein Rad stückchenweise tragen. Aber runter gehts dann sehr schnell. Aber leider haben wir mit dem Wetter auch nicht solch ein Glück. Auf der Fahrt in den Süden hat es manchmal geregnet. Wir hatten aber immer Glück den großen Regengüssen aus dem Wege zu "gehen". In Dresden selbst schien sogar die Sonne. Nun nieselt, regnets oder stürmt es hin und wieder mal. Das Schlechte daran ist aber die Temperatur. Diese liegt so um die 12° - also nicht sehr warm.
Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, nahmen wir unsere Regensachen und fuhren nach Schandau rein. Da schauten wir hier und da, vielleicht auch etwas mal dort und mal dahinten. Es hat sich einiges geändert. Wir hatten die Schäden der letzten Hochwasser gesehen und leere Schaufenster entdeckt. Aufschwung Ost in Bad Schandau? Fehlanzeige. Viele junge und neue Läden gibts nicht mehr, aber die ganz alten Geschäfte können sich immer noch halten. Wenig Leute und Gäste im Ort. Liegts am Wetter? Egal. Ich will endlich in die Berge fahren. Ich bin also etwas enttäuscht bzw. unzufrieden mit der Situation. Ich werde nachher mit dem Rad zur Liethenmühle und dabei ein paar Runden durch den Wald drehen. Katrin geht zu Fuß. Mit dem Bier wirds ja dann wohl nichts.