Der unheilige Samstag war echt etwas für Fans des guten Musikgeschmacks. In Dresden war die Party des Jahres gestiegen. Tolle Kulisse und tolles Publikum. Da ist der Norden doch etwas kühler. Hier stieg am Abend wirklich eine Riesenparty und Katrin und ich haben es genossen.
Für den gestrigen Sonntag, den wir etwas später begannen, hatten wir nur etwas kleines vor. Am Abend waren wir zum Grillen eingeladen und wollten daher auch pünktlich sein. Ich schlug die Tour zum Böhmischen Tor vor. Es ist wirklich nicht weit, jedoch hatte Katrin sehr mit der Steigung zu kämpfen. Erst hinter Kleingießhübel ging der Weg so langsam in eine Waagerechte über.
Unterwegs haben wir richtig schön gegessen und lange Pause gemacht. Katrin sollte heute wieder einmal das Tempo vorgeben. Mit ihrem Drahtesel bekam sie von mir einen riesen Respekt, nachdem sie meinen Bock geschoben hatte und ich mit dem weißen Kettler den Berg hinauf gefahren bin. Alle Achtung - mit einer 8-Gang-Schaltung die Hügel rauf und runter. Aber zu dieser Schaltung später mehr.
Wir fuhren auch am Böhmischen Tor vorbei hinein nach Tschechien. Es ging über Wurzeln und durch Modder. Ein kleiner lustiger Pfad für mich. Toll, toll, toll.
Irgendwann kamen wir dann auf eine Forststraße. Wir fuhren den beschwerlichen Auf-und-Ab-Weg bis zur Kreuzung "Bei den Buchen". Mein Navi hatte sich schon bemerkbar gemacht, zeigte aber immer noch 35 Meter bis zum Punkt an. Sollte ich mich so verhauen haben? Passiert schon mal.
Der nächste Fix-Punkt wurde am Gerät ausgewählt und wir kamen ihm während der Fahrt auch dichter. Irgendwann entfernten wir uns aber wieder. So wurde ich stutzig und wir beide schauten auf die Karte. Es schien aber so richtig zu sein...
Statt es aber hinunter in das Elbtal ging, fuhren wir nur noch hinauf. Irgendwann hatten wir die böse Vorahnung, dass wir diesen einen Berg nun einmal umfuhren und dabei seine höchste Stelle überquerten. Laut Sonnenstand fuhren wir dann auch irgendwann wieder Richtung Süden. Wir waren einfach zu früh abgebogen. Und da beide Straßen (an der benannten Kreuzung) parallel ins Tal gingen, kamen wir auch dem einen Punkt anfangs immer näher. Nach der nächsten Kurve entfernten wir uns dann von diesem Punkt. Egal wie und warum und wen die Schuld hier trifft. Wir beide hatten uns zu sehr darauf versteift das Karte und Navi eine andere Sprache sprechen. Aber auch ohne Navi wären wir dort abgebogen, da dieser Weg, der laut Karte ein Pfad darstellt, für uns eindeutig nach Dolni Zleb führen sollte.
Wir kamen jedenfalls nach unserer Rundtour um den Berg am Ausgangspunkt wieder an und nahmen wieder Kurs auf Böhmisches Tor und Kleingießhübel. So waren wir auf der komplett sicheren Seite. Wir konnten dabei auch sicher gehen, dass dieser Weg ab hier nur noch bergab geht. Wir hatten also freie Fahrt bis zum "...pffffffff...."
Ja so hörte es sich an, als Katrin über ein Krampe fuhr. Und das kurz vor unserem Ziel. Es war zudem auch schon 16.00 Uhr und um 5 sollte das Grillen losgehen. Ok, Schlauchwechsel gut und schön, aber musste es jetzt ausgerechnet das Hinterrad sein? Ich tat es einfach und löste die Muttern, hängte die Kette aus und entsperrte den Schaltungsatz. Zack, raus. Schlauch wechsel, aber jetzt begann das Elend. Alles war fertig, aber ich konnte den Schaltungssatz nicht mehr draufbekommen und sperren. Irgendwas war falsch.
Eine gute halbe Stunde fummelte ich an der Schaltung. Der Horror kam noch als Katrin meinte: "Du? Die Luft ist wieder raus." Bingo. War also noch was in der Decke drin? Mein Fehler. Ich hätte natürlich die Decke richtig kontrollieren müssen. Aber wer denkt schon das man sich auf einer Straße eine Tackernadel einfährt? Im Wald wäre es schon denkbar das andere "Steckelemente" den Fahrspaß verderben und dich zum Zwangsstopp zwingen. Da bleibt öfters mal was stecken.
Also nun den ganzen Mist von vorn. Rad raus, Nadel raus, Schlauch flicken usw.
Die Schaltung bekam ich aber in der nächsten halben Stunde auch nicht hin und so fuhr Katrin mit der Übersetzung von 1:1 in Richtung Heimat. Na ich schob sie dann mehr durch den Ort. Da ging ja gar nichts mehr. Wenigstens änderte sich die Laune von meiner Maus.
Jetzt im Augenblick (Montag 11.07. - 13.00) schläft Katrin ein wenig und ich habe inzwischen die Schaltung repariert bekommen. Das hat keine 2 Minuten gedauert. Zudem ist nun auch ein pannensicherer Decke drauf. Heute machen wir erstmal noch einen ruhigen Tag, bevor es zum Highlight gehen wird. Morgen oder übermorgen wollen wir zum Schneeberg (Sneznik). Die Tour dorthin wird echt schwer, aber sofern wir den Berg erreicht haben (gesehen haben wir ihn schon) geht es nur noch ins Tal hinein.
Eure zermürbten Sandsteinjäger
Katrin und Christoph
P.S. Wir haben schon so einige Videos gedreht und hatten immer vor diese auch ins Netz zu stellen. Leider sind sie über 100 MB groß und daher kann ich sie nicht raufladen. Ich suche noch nach einer Software, um diese etwas zu verkleinern.
Nach Katrins Erholungsschlaf unternahmen wir noch eine kleine Runde rund um Bad Schandau. Einmal hoch nach Rathmannsdorf über die Zaukenstraße und dann über die Straße in den Ort hinein. Katrin und ich fuhren dann mit dem Aufzug auf den Aussichtsturm. Die 81 Stufen zur Plattform mussten ja nicht unbedingt sein, denn morgen soll die große Tour zum Schneeberg starten. Die Räder sind startklar und in Ordnung. Für mich wird es eine Herausforderung, für Katrin fast eine Alpenüberquerung. Ich werde sie schonen und das Tempo wird mein Schatz auch bestimmen. Wir wollen ja auch noch wieder zurück. Also drückt uns die Daumen das alles gut klappt.
Eure Sandsteinjäger