Dienstag, 8. Juli 2014

Mit dem Finger auf der Landkarte

In der letzten Nacht hatte es leider ohne Regen etwas Gewitter gegeben, aber bedauerlicher Weise ohne merkliche Abkühlung. Heute früh schien die Sonne mit solch einer Kraft, dass man es an der Luft nicht aushalten konnte. Wir mussten drin frühstücken. Auf Grund der Hitze von 31°C, die auch noch in eine schwüle Phase überging, änderten wir unseren Plan. Kleine Rundtour mit schneller Einkehrmöglichkeit, da es um 13.00 Uhr anfangen sollte zu regnen. Wir zerredeten so lange unseren Plan bzw. Pläne, bis wir entschieden hatten zu Haus zu bleiben. Ich legte mich hin und schlief noch mal weiter. Katrin war noch mal im Dorf. Es hatte wirklich nicht genutzt irgendwas zu machen. 13.45 Uhr ging das Unwetter endlich los, nachdem wir nur noch darauf gewartet hatten. Es wurde ja immer schwüler und in den Nachbarorten hatte es schon ordentlich geballert. Nur bei uns nicht. 
Jetzt sitzen wir hier in der Bude und regenerieren, was eigentlich auch nicht schlimm ist. Diesen Pausentag hätten wir mal in der Mitte der Urlaubszeit haben sollen, dann wäre es uns wahrscheinlich besser ergangen. Wir verdrücken nun unseren Kuchen und unsere geschmierten Brötchen als Brotzeit und da wir noch packen müssen, sollte es bald mal aufhören, aber der Tag ist noch lang und vielleicht drehen wir noch eine kleine Erfrischungsrunde, um nicht in eine langweilige Restzeit zu verfallen. Es hat sich deutlich abgekühlt und wir können nun endlich mal wieder die Bude lüften. Viel getan haben wir bis jetzt also nichts außer mit den Fingern auf der Landkarte rumzufahren, um uns ein Ziel für heute zu suchen, welches wie schon beschrieben ausgefallen war. Vielleicht kommt ja noch ein Erfolg - das werden wir dann aber berichten.
 
Eure Sandsteinjäger 

Montag, 7. Juli 2014

Rumburak´s Welt

Das war heute früh echt eine starke Nummer. Aufgestanden wurde um 6.00 Uhr. Draußen war es noch schön ruhig und wir hatten milde Temperaturen. Wir tranken eine Tasse Kaffee und machten uns auf zum Bahnhof. Der Zug ging um kurz nach 7. Der Schaffner bzw. Zugbegleiter der tschechischen Zuggesellschaft erinnerte uns ein wenig an Rumburak. Das Foto auf seinem Ausweis war definitiv vor seiner Ausbildung gemacht worden. Dunkles lockiges Haar mit grauem Ansatz und einem Rauschebart. Dazu war er nicht all zu groß und sehr schmächtig. Er hätte in jedes Märchen gepasst. Zu diesem Film würde Karel Gott irgendetwas über den Zug nach „Nirgendwo“ als featuring singen. Die Bahngleise ab Sebnitz (dahinter beginnt das böhmische Märchenland) waren mehr schlecht als recht. Man könnte denken die wurden noch mit der Hand verlegt, so wie man es in den alten Westernfilmen sehen kann. 1, 2, 3 Hopp und wieder waren 5 Meter Gleise verlegt und schnell zusammen genietet worden. Im Zug fühlte es sich an, als wenn nur Weichen zusammen gebastelt wurden, etwa so wie wir Kinder früher wenn keine Gleise mehr bei der Modellbahn übrig waren und man irgendwas zusammen gestückelt hatte. Hauptsache fertig machen.
Katrin machte dann den Kauf der Fahrkarten klar. 2 Personen inkl. Fahrräder 4,86 € - da war definitiv etwas in die Hose gegangen. Beim Aussteigen hatten wir bemerkt, dass er die Fahrräder vergessen hatte.
Wir waren nun in Rumburk angekommen. Der Schaffner entlud noch ein paar Eisenkisten mit Gold und Edelsteinen und wir verdrückten uns im Park. Hier konnten wir erst einmal unser Frühstück zu uns nehmen. Irgendetwas brauchten wir ja jetzt für unseren Magen. Danach ging es durch die Stadt Rumburk. Wir hatten zwar einen Wegweiser gefunden, der war jedoch nicht eindeutig. Wir merkten uns was so auf der Strecke lag und fuhren dies dann einfach ab. O2 sind dann zum Beispiel Telefonzellen, dann gab es noch Krankenhäuser, Marktplätze, Polizeigebäude und dergleichen. Wir fuhren also definitiv so auf die Grenze nach Deutschland zu und waren so ganz schnell in Seifhennersdorf. Hier begann schon der eigentliche Aufstieg zu unserem Berg, der Frenzelsberg. Ja, man glaubt es kaum. 
Er ist auch auf Wikipedia zu finden. Informiert euch bitte selbst. Jetzt ging der ganze Weg wieder zurück, denn wir fuhren nur diese eine Schleife in das Nachbardorf, um zu diesem Berg zu kommen. Also ging es wieder nach Rumburk zurück und wir sahen so die Stadt auch von ihrer schönen Seite. Diese Grenzstadt lebt noch. Die Radwege sind hier super ausgeschildert und so fanden wir durch die Stadt und auch wieder heraus. Wir mussten nun die Heimreise antreten. Wie bereits gestern erwähnt, sollten es so um die 60 Kilometer werden. Bei 31°C im Schatten war dies eine Menge Arbeit die auf uns wartete. Und gerade weil zu heute zum Nachmittag Gewitter angesagt wurden und ich ein Zeit von 6 Stunden für die Rücktour eingeplant hatte, waren wir ja so früh los gefahren. Es sollte sich wirklich lohnen. Wir fuhren eine wirklich tolle Strecke mit schönen Städten und Dörfern. Zwar gab es auch viel verlassenes, aber das Erhaltene überwiegte. Dazu Wiesen und Wälder, Schatten und Sonne, Schotterpisten und Sandwege – alles war dabei. Wir fuhren durch die heimliche Hauptstadt der Böhmischen Schweiz Krasna Lipa und nah an der Quelle der Kirnitzsch vorbei. Da hätten wir aber noch einen Abstecher machen müssen. Das war es uns aber doch nicht wert. Hinter dem Ausflugslokal „Na Tokani“  ging es fühlbar nur noch bergab. Vorab gab es wieder mal eine der längeren Pausen, die wir wohl alle Stunde einmal durchgeführt hatten. Ich nahm mein Energie-Gel zu mir, da ich wusste, dass es Stellen im Kirnitzschtal gibt, an der ich Katrin schieben müsste. Zudem war ich ausgebrannt. Katrin probierte das Zeug ebenfalls. Nachdem ich gelesen hatte wonach es schmeckte, konnte ich ihr sagen es sei Maracuja, aber scheußlich süß. Sie solle doch auch mal probieren. Das hilft auf alle Fälle gegen schwere Beine und werdende Krämpfe. Ich dachte sie probiert wie man halt probiert wenn man nicht weiß wie eklig es sein kann. Sie nahm einen schönen „Löffel“ voll und schaute mich an. Tja, nun runter damit und ordentlich nachtrinken. Irgendwie war es ihr zuviel. Warum hört sie auch nicht auf mich? Wir befanden uns nun schon auf dem Weg zur Grenze nach Hinter Dittersbach und damit war mehr als die Hälfte der Tour geschafft. Wir rollten nun durch die Wälder an der Kirnitzsch mit Schotterknistern entlang. Hin und wieder schob ich Katrin dann die Hügel hinauf. Erst Asphaltsummen an meinem Stollenreifen sagte mir das ich auf einer heißen Straße entlang fuhr. Katrin setzte sich in meinen Windschatten und wir cruisten bis in den Ort hinein, um einen Eisbecher und dann eine Eisschokolade zu bestellen. Lecker, denn unsere Bordgetränke waren schon alle und die Nahrungsbehälter waren ebenfalls leer.
In Summe waren es heute 62 Kilometer die sehr gut abgeschätzt wurden.

Eure Sandsteinjäger

Sonntag, 6. Juli 2014

Aus technischen Gründen geschlossen

Wir sitzen hier immer Zimmer und lassen die Klimaanlage laufen. Der heutige Tag ist eigentlich schon rum. Da lief heute gar nicht viel. Katrin hat schon Muskelverhärtung in den Waden bekommen. Da hat der Muskel wohl "zugemacht". Zum Wandern nicht gerade ideal. Wir hatten uns auf die Räder geschwungen und den alten Treidelweg ausprobiert der von Bad Schandau nach Königstein führt. Eigentlich gibt es diesen Weg gar nicht, aber er ist trotzdem befahrbar. Er soll in den nächsten Jahren sogar weiter ausgebaut werden, jetzt aber noch führt er über Stock und Stein. Katrin fuhr hinter mir her. Plötzlich schepperte etwas. Katrin stand da und hielt etwas in der Hand. Sie hatte es geschafft, wie auch immer, sich das vordere Schutzblech abzureißen. Irgendwo war sie drüber gefahren und hatte das dann zwischen dieser Spange und den Speichen. Zack und weg. Die Spange hatte glücklicherweise nachgegeben und sich aus der Steckverbindung gezogen. Ich bog das alles wieder gerade und setzte dann alles wieder zusammen. Weiter ging die Fahrt in Richtung Königstein. Dort wollten wir nur ein Eis essen, es war aber alles dicht. Die meisten Läden öffneten erst um 14.00 Uhr. So fuhren wir zurück nach Hause, luden die Sachen ab und fuhren mit der Fähre in die Stadt. Eis bei Mario. Das war wieder lecker bei der Hitze. Uups, wer läuft den da vorbei? Katrin war sich völlig sicher. Erst hatte sie ihn gesehen und seine Frau. Schwups, waren die beiden auch schon vorbei. Wir beide bekugelten uns. Was mögen die hier wohl machen? Und da, jetzt liefen die beiden wieder runter ohne uns zu sehen. Katrin war aus dem Häuschen. Hat der Parkentiner Weg heute Wandertag? Da wir gerade am Zahlen waren, beschlossen wir den beiden hinterher zu gehen. All zu weit konnten sie noch nicht sein. Da standen sie an einer Info-Tafel. Unsere Nachbarn von drei Häusern weiter. Familie B. Die beiden staunten nicht schlecht als wir sie angesprochen hatten. Wir schnackten ein bisschen. Es war den beiden anzumerken, dass sie sich gefreut hatten uns fernab der Heimat zu sehen. Ich muss ehrlich gestehen. Ihn kannte ich ja noch aus der Zeit als ich mit dem Bus unterwegs war und gesehen habe ich ihn in der Stadt ja auch schon öfter, doch sein Frau war mir völlig unbekannt, genauso wie die Familie gegenüber aus dem Neubau-Block :-).
Wir gingen dann zur Fähre und festigten den morgigen Plan. Da der Zug um 9.05 Uhr evtl. wieder voll sein könnte (so wie Samstag), werden wir den Zug um 7.05 Uhr nehmen, um dann um 8.34 Uhr in Rumburk zu sein. Unsere Tour dauert ca. 6,5 Stunden reine Fahrzeit und sollte so um die 60 Kilometer lang sein. Das ist schon heftig, wenn man das mit dem Wetter verbindet. Morgen soll es zum Nachmittag hin Gewitter geben. So sind wir nun auf der sicheren Seite. Gegessen wird dann im Zug.
Da ich heute hier auch noch grillen werde, kommt uns der heutige Tag als Erholung ganz genehm. Also dann bis morgen und drückt uns die Daumen das alles klappt.

Eure Sandsteinjäger

Samstag, 5. Juli 2014

Sturmbauers Eck - Thema verfehlt

Wir hatten uns heute vorgenommen mit dem Zug der neuen Bahnverbindung nach Rumburk zu fahren und dann zurück zu radeln. Leider sind wir auf Grund der letzten Touren etwas geschwächt. Das nicht einheitliche Wetter tut dazu nicht sein Bestes geben. Anfangs waren es topp Bedingungen. Nicht zu kalt und nicht zu warm, man konnte so gut in Bewegung bleiben. Doch die Sonne wollte uns helfen einen tollen Urlaub zu haben und wir hatten dadurch in den letzten Tagen ansteigende Temperaturen bis zu 27°C, teilweise über 30°C. Anfangs waren es im Schatten 15°. Das schlägt natürlich auf die Physis über. Die Hitze ist kräftezehrend. Früher waren wir auch noch jung und frisch, heute nur noch jung. Da schafft man dann nicht mehr das, was man so machen will und was man sich vorgenommen hat. Kurzum haben wir die große Tour nun auf Montag verschoben und morgen wird sich dann noch mal kurz warm gefahren, denn wir haben auch einen Weg entdeckt, denn wir vom Lilienstein aus gesehen haben. Darüber dann morgen mehr. Heute ging es also auf Schusters Rappen zuerst mit der neuen Bahn nach Sebnitz. Die neue Strecke wurde gestern eingeweiht und heute mit vielen Traditionszügen gefeiert. Da dies nicht nur für sächsische Wanderer eine tolle Route ist, sondern auch die Tschechen anzieht, war der Zug demnach ebenso gut gefüllt wie man sich nur denken kann. Katrin stopfte ich daher in eine sichere Ecke und stellte mich so davor, dass sie nicht bedrängt werden konnte. Sie war knapp davor den Zug wieder zu verlassen, egal wie und wo. Der gute Duft aus einer Mischung aus alten Turnbeuteln, Knoblauch und strengem Schweißgeruch weckte den Geist eines alten D-Zuges der zwischen Berlin und Rostock fuhr, mit wenig guter Belüftung, 40°C im Schatten und 2 Stunden Verspätung, welche man dann in einem Birkenwäldchen irgendwo im Nirgendwo absitzen musste. Dazu kamen dann Leute die ganz nötig auf das Klo mussten, aber leider nicht durch den Zug zu ihrem persönlichen Ziel kamen. Die Schaffnerin versuchte ihr Bestes zu regeln und die Fahrkarten zu kontrollieren, sprang immer wieder auf die Bahnsteige und flutschte ebenso schnell wieder in den Zug. Auf Grund ihrer Körpergröße ging das auch sehr gut, konnte man aber schnell übersehen. Wir wurden nach einer Dreiviertelstunde aus diesem Zug entlassen. Katrin hat ihr persönliches Drama überstanden, mir stand es noch bevor.
Nach dem Besuch des gut besuchten und toll ausgestatteten Bahnhofs mit all den Feierlichkeiten gingen wir zum Busbahnhof, um von dort aus nach Saupsdorf zu fahren. Hier sollte unsere Wanderung starten, keine große Tour aber wir haben etwas für uns getan und es war nicht so anstrengend. Am Ende des Dorfes wollten wir aussteigen, wobei der Fahrer einfach vorbei fuhr. Ich sprang nach vorn und erzählte ihm in drei Worten unsere Meinung. Zwar war der Bus schon einige Meter über das Ziel hinaus geschossen, für mich selbst aber wollte ich unseren Plan ja einhalten und nicht erst nächste Haltestelle aussteigen.
Katrin meinte dann: „Jetzt müssen wir das ganze Dorf zurück, wären wir mal drin geblieben.“ Wir gingen zu dieser Haltestelle und es war dabei wirklich nicht weit – keine 150 Meter, jedoch fehlte hier der Aufgang zu unserem Wanderweg. Es war mal wieder „Privatweg“. Jeder der hier ein Grundstück an einem Wanderweg hat nennt dies meistens gleich sein Eigentum und schreibt: „Privatweg!“ oder „Vorsicht kackender Hund“. So mussten wir tatsächlich zwei Haltestellen zurück. Dabei hatte Katrin gleich zwei Probleme bekommen: Pipi und Hunger. Also Frauen mit Pipi geht noch, die Aggressivität kann man schnell aus dem Wege räumen, aber beides zusammen geht gar nicht. Es gleicht so fast einem Atomunfall, ich nenne es mal GAWaS – Größter anzunehmender Wander Stress. Ich drückte ihr ein Brötchen in die Hand, als wenn man einem Kind die Rassel gibt: „Hier nimm das“. Ab jetzt war erstmal Funkstille bis zur nächsten Bank. Wir konnten nun erstmal etwas essen, gemeinsam und alles war wieder in Butter.
Unser Ziel war jetzt „Sturmbauers Eck“. Vor kurzem erst wieder neu eingerichtet und beidseitig begehbar, also von oben und von unten. Wir kamen von oben und aus dieser Richtung ist also noch nicht so gut eingerichtet wie man sich wünscht. Kurzum, wir hatten unser Ziel verfehlt. Wir gingen einfach den Malerweg weiter und marschierten in Richtung Kleinsteinhöhle und Kleinstein. Für ein paar Minuten hielten wir wieder inne und schauten auf die benachbarten Steine, welche wir vor kurzem gerade besucht hatten. Der Malerweg führte uns dann bis zur Buschmühle. Von hier ging es dann zu Fuß weiter bis zur Felsenmühle. Wir brauchten nicht lange warten und schon kam der Bus, welchen wir auch wieder am Lichtenhainer Wasserfall verließen und in die Kirnitzschtalbahn umstiegen. Mit dieser ging es dann bis zum Ziel Bad Schandau. Hier aßen wir in der besten Gaststube der Stadt und fuhren dann mit der Fähre wieder heim.

P.S. Die drei Worte waren: „Wir haben gedrückt.“

In diesem Sinne, drücken nicht vergessen.
Eure Sandsteinjäger

Freitag, 4. Juli 2014

Ausgetanzt

Nun ja, die Nacht hatten wir trotz des Gruselkabinetts in der hinteren Reihe des gestrigen Tages sauber überstanden, jedoch klingelte der Wecker meines Erachtens heute zu früh. Das Fenster war die ganze Nacht offen und die Bettdecke fühlte sich demnach eisig an. Wir mussten, ob wir wollten oder nicht, den Zug um 9.20 ab Schandau in Richtung Sebnitz nehmen. Das heißt also früh aufstehen. Sebnitz die verlorene Stadt, so nenne ich sie. Es sieht teilweise richtig verlassen aus, obwohl es vielleicht auch Ecken geben mag an denen es schön sein kann. Wir haben sie aber nicht gesehen. Vom Bahnhof aus fuhren wir dann in Richtung Urzeitpark, um dann in Richtung Tanzplan zu starten. Prompt hatten wir uns auch verfahren. Und da die Katrin ihre Anschlusskarte nicht dabei hatte (welch Fahrlässigkeit), musste in Sebnitz mein Navi weiterhelfen. Irgendwie war sie heute durcheinander, so wie jetzt auch bei der Planung für den nächsten Tag. Jedenfalls machte Katrin heute bei dem Wetter schnell schlapp und ich schob dann die beiden Räder die Hügel hinauf. Vom Tanzplan hat man vom Turm aus eine tolle Sicht über das ganze Areal. Zum Aufgang des Tanzplan stand jedoch in Schönschrift geschrieben, dass die Gaststätte seit 2013 geschlossen sei, aber der Turm für jedermann offen stünde. Die erste Bemerkung ignorierte ich einfach und wollte einfach nur hinauf. Katrin trübte ihre Blicke immer weiter, bis ich auch endlich diese nicht ausgesprochenen Worte verstand. Es ging also um den Tanzplan herum und wir kamen direkt in Tomasov auf einem Hinterhof an. Nun aber schnell die Abfahrt zurück in Richtung Grenze. Tja, Abfahrt, das verstand die Katrin und sie lächelte wieder und ich hatte ebenso meinen Spaß. Auch wenn die zweite Kamera mal wieder ihren Hacker hatte, bekam ich sehr viel Filmmaterial zusammen. Dieser Schotterweg fehlt aber leider und muss mal nachgefügt werden. Es müsste eigentlich für einen Spielfilm reichen. 
Auf dem Panoramaweg endlich die erste große Pause. Wie zwei junge Raupen stürzten wir uns auf den Salat. Das große Buffet war eröffnet, danach legten wir uns in die Sonne. Die Temperaturen waren heute wirklich hoch, es war stickig und nur der Fahrtwind brachte Kühlung. Da kam diese lange Pause ganz recht, besonders der Raupe „Nimmersatt“. Die kann ja futtern. Jedenfalls machten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub und bretterten über den Panoramaweg. Die Jahre zuvor fuhren wir diese Strecke immer entgegen gesetzt. Heute erkannten wir, dass es besser sei die Tour anders herum zu fahren bzw. neu zu gestalten und in Verbindung mit anderen Strecken ab zu radeln. Für solch Experimente braucht es nun 5 Jahre Zeit, um das heraus zu finden. Wahnsinn. Da sieht man, dass auch wir die perfekten Routen noch nicht gefunden haben und das auch wir noch nicht alles kennen.
Jetzt ging es über die Hohe Straße, welche wir uns ein paar mal hinauf gequält haben, schnell bergab und in knapp 15 Minuten waren wir am Lichtenhainer Wasserfall. Im Kirnitzschtal führte Katrin unsere 2er Gruppe und gab das Tempo an. Da musste ich mich auch fragen, woher die Kraft auf einmal kommt. Natürlich, sie hat ja hoch geschoben. Ich macht es mir im Windschatten gemütlich und troddelte im letzten Gang hinterher. Zur Belohnung für diesen Tag gab es noch ein Eis und dann ging es nach Hause. Auf alle Fälle musste ich mich noch mal hinlegen. Die Fitness lässt nun doch allmählich nach. Morgen und übermorgen werden wir wohl Wandertage einlegen müssen, da für Montag die Riesentour von Rumburk über Seifenhennersdorf und dem Frenzelsberg durch die Böhmische Schweiz führen wird. Mit knapp 60 Kilometern wird es eine neue Herausforderung werden.

In diesem Sinne,
"Kommt Zeit, kommt Rad"

Eure Sandsteinjäger

P.S. Es kann möglich sein, dass ein Video der Ringerin von Bahnsteig 1 im dazugehörigen Blog zu finden ist. Ich hoffe es kommt gut rüber :-)

Donnerstag, 3. Juli 2014

Symphonie des Grauens in Reihe 13

Nachdem es ja nun heute (ich schreibe im „Jetzt“ obwohl es schon „gestern“ war) etwas für das Gemüt werden sollte, hatten wir vor dem Theater eine Wanderung geplant. Wir wollten von Walthersdorf, da hatten wir dann auch unser Auto stehen lassen, zur Kleinen Bastei und dann zum Lilienstein wandern. 15 Kilometer in 4,5 h, dazu 600 Höhenmeter schien für uns auch machbar. Es war zwar warm, aber immer noch angenehm. Es ging vorbei an der Pferdewiese. Hier standen die Pferde für das abendliche Kulturprogramm der Felsenbühne und warteten auf Ihren Einsatz. Wir wanderten also zur Kleinen Bastei und dann hinunter nach Rathen. Von hier aus mussten wir den ganzen Weg zurück über den Kotteweg und später durch den Lottersteig hinauf zum Fuße des Lilienstein. Der Lottersteig trägt seinen Namen in aller Ehre. Unsere Frühstückspause nahmen wir dann mit Blick auf den Brandrücken. Jetzt begann der harte Teil, der Aufstieg über die Nordseite auf den Lilienstein. Katrin hatte da aber mächtig zu tun, nicht mit der Luft, sondern mit der Höhe. Das ist schon sehr eigenartig, denn beim letzten Male lief sie hier noch umher. An der Baude nahmen wir dann jeder eine Eisschokolade zu einem wahnwitzigen Preis. Egal, die Abkühlung tat dann etwas gut und wir begannen nach der kleinen Rundumwanderung auf dem Stein den Abgang über die Südseite und wanderten dann wieder in Richtung Walthersdorf. Hier wurde sich am Auto noch mal frisch gemacht und umgezogen. Es ging dann nach Rathen hinein. Hier durften wir dann wieder zu Abendbrot essen. Katrin wurde mit ihrem Wildgulasch nicht satt und knallte sich dann auch noch einen überbackenen Camembert auf die Rippen. Vorweg der halbe Liter. Satt war sie immer noch nicht, aber es geht so. Eine Wurst würde sie vielleicht noch vertragen können. Es war aber auch wirklich etwas wenig, wenn man die Portionen betrachtet. Wir machten uns auf zur Freilichtbühne. Es lief das Musical Dracula und ist wirklich empfehlenswert. Vielleicht sollte man aber etwas Vorwissen über die gesamte Geschichte mitbringen, oder sich das übliche Programmheft kaufen. Spät am Abend, es war schon dunkel, zogen wir dann in Richtung Parkplatz Walthersdorf zurück. Wir waren da nicht die Einzigen, die so nach Rathen gekommen waren. Der Rest fuhr aber mit der Fähre, also die allabendliche Prozedur – Fähre, drängeln, S-Bahn oder Auto, dann vom Parkplatz herunter kommen etc.
Das Stück war sehr gut, aber wenn die Schulklassen mit wirklich halb verblödeten Kindern auftaucht, die wirklich nicht wissen wie ein C aussieht und sie meinen sie sitzen in Block F oder Sätze benutzen wie: „der hat voll die scheiße Gesischt, mit so seine Pickel über der Auge“, oder „guck macht der jetzt voll die Prozess“. Dürfte man die Note 7 vergeben, er hätte sie sicherlich bekommen. Da hülft och keen Nachhilfeassi. Die Pfeifen waren aber zum Ende des Stückes ziemlich unruhig, wahrscheinlich mussten sie ins Bett oder die Windeln sollten gewechselt werden. Am Besten war die Szene hinter uns in Reihe 13 als einer meinte er könne die Multiplikation der 9 auswendig. Hammer, und fing auch an 9, 18, 27 … usw. (das war noch vor dem Stück) und stellte dabei originelle Dinge fest. Der  Clown M. fragt dann: „wass isch dass, eh was willst du“, der gut wesentlich bessere T. erklärte ihm die Situation, da sprach ein anderer Schüler S.: „eh 9 mal 17“, sein Nachbar M. rechnete nun auch und als die anderen Deppen die Frage wieder vergessen hatten, rechnete, nein, zählte M. immer noch. Böse kam eine Antwort von ihm als man ihn störte: „was störst du allder, bin schon bei 133, lass misch“. Soll ich euch was sagen, ich dachte er schafft es bis zum Ende der Vorstellung, aber mittlerweile hatte er es auch schon wieder geistig verdrängt und war dabei sich an einer Tüte Pistazien zu verschlucken.

In dem Sinne, esst langsam und lasst die 17 gerade sein.
Eure Sandsteinjäger

Mittwoch, 2. Juli 2014

Damenwahl

Katrin hatte heute wieder mal eine grandiose Idee. Ihre beliebte Steilstrecke von Königstein nach Thürmsdorf hinauf. Vorab mussten wir jedoch an der Elbe bis nach Halbestadt fahren. Wir setzten dann über und Katrin begann später ihre Leidenstour bei einer 12% Steigung. Ist schon heftig wenn man ihren Bock schieben muss. Oben in Thürmsdorf angekommen fuhren wir diesmal nicht in Richtung Weißig und Rauenstein, sondern gleich zu den Bärensteinen. Irgendwie wollten wir uns da durchschlängeln. Es war jedoch nicht sicher ob es Stufen geben würde. Und was kommt? Richtig, Stufen. So änderten wir schnell die Richtung und schlugen den nächsten Pfad ein. Dieser wiederum machte auf Grund seines älteren Daseins einen gepflasterten Eindruck. Sandsteinbrocken vor ca. 200 Jahren als Straße oder Weg gedacht und somit gut befahrbar. Später ging es quer über Wiesen am Waldesrand vorbei. So umfuhren wir die Bärensteine und konnten beide zusammen erstmals in dieser Pracht so sehen. Weiter ging es in das nächste Örtchen Nauendorf. Jetzt hatten wir die Wahl. Den ersten Weg waren wir schon mal in entgegen gesetzter Richtung gegangen. Der sollte es nicht sein. Katrin meinte darauf hin wir nehmen den zweiten, obwohl da noch die Straße wäre. Da wir noch genug Asphalt heute bekämen, schlug ich den Damengrund vor. Hört sich nach frisch gewischten und gefliesten Waldboden mit Handlauf an. Wenn möglich auch beleuchtet. Nix da, die ersten Hundert Meter waren geschlagene Sandsteinblöcke die dann schnell in Stufen endeten. Einige Stufen fehlten gänzlich, der Weg war ausgewaschen. Grandioses Domizil für waghalsige Biker. Ich war mit dem ersten Schwung schon sehr weit gekommen und wartete auf Katrin. Die wiederum fühlte sich nicht wohl auf ihrem ausgesuchten Weg. Es ist nicht verboten hier mal lang zu „radeln“ und sofern ich selbst immer noch Rücksicht auf Wanderer nehme ist doch alles in Ordnung. Es kamen uns wirklich welche entgegen und da machten wir fein Platz.
Die Strecke endete dann in Pötzscha, wo wir nach Rathen übersetzten, uns ein Eis gönnten und dann durch den Uttewalder Grund zur Bastei hinauf fuhren. Warum wir immer wieder zur Bastei fahren, ist uns eigentlich unverständlich. Dauernd nörgeln wir über diese Touri-Burg, aber selber fahren wir mit den Bikes bis zum Aussichtspunkt. Aus Angeberei vielleicht? Mag sein, aber der Zug sollte spätestens in diesem Jahr abgefahren sein, da so einige mit den Rädern oben waren. Die Meisten jedoch mit der Energie aus gut gefüllten Akkus.
Wir zogen auch schnell wieder weiter und nutzten die Bastei nur zur schnellen Einkehr bzw. Durchreise. Weiter ging es über das Feld bis nach Rathewalde, um dann in die Ziegenrückenstraße mit ihren tollen Abfahrten einzubiegen. Die Kameras liefen wieder mit und zeigten spektakuläre Asphaltraserei von zwei Sandsteinjägern, die ihrem Namen alle Ehre machten. Leider nahm diese Tour in Waltersdorf ein schnelles Ende, wir mussten rechts abbiegen und nahmen einen kleinen Wanderweg der uns nach Prossen führte. Hatten wir so noch nie gemacht und sollte nicht in Vergessenheit geraten. So waren wir dann auch schnell wieder nach ein paar Pedalumdrehungen in der Heimat und konnten den Tag wieder mal als gelungene Aktion im Blog vermerken. Fazit ist auch, dass Katrin öfters mal Radwege suchen solle, dann hab ich mehr Spaß. Es ist ja nicht das erste Mal mit Damenwahl.

In dem Sinne,
Eure Sandsteinjäger

Dienstag, 1. Juli 2014

Die Ringerin von Bahnsteig 1

Die große Radtour ging heute früh mit dem Zug in das „Böhmische“ hinein. Ich war fasziniert was Katrin sich da ausgedacht hatte, bzw. welch tollen Tipp sie aus der Informationsbroschüre erhascht hatte. Wir mussten nach Decin und von dort aus weiter nach Ceska Kamenice. Habt ihr schon mal auf einen Anschlusszzug in Tschechien gewartet? Es geht nicht um die Zuverlässigkeit, nein es geht darum, von welchem Bahnsteig der Zug wohl fahren wird. Das ist kein Scherz. Kein Zug ist mit Ankunftsbahnsteig und mit Abfahrtsbahnsteig auf den Tafeln deklariert. Schaut man sich dann aber in der Bahnhofshalle um, so sieht man eine riesige Tafel mit den nächsten Zügen, welche dann auf die Bahnsteige gelost werden. Dazu noch der Bahnhof hat 4 Bahnsteige, aber 8 Gleise. Bis wir das kapiert haben, dass die Zahl hinter dem Bahnsteig das Gleis bedeutet, hat schon etwas gedauert. Wir hatten es aber dann verstanden. Als wir im frisch gesäuberten Zug dann eingestiegen waren, entwickelte sich ein kleines Gespräch zwischen dem Lokführer und uns. Er erklärte uns die Sache mit dem Bahnsteig und mit den Gleisen noch mal und wir waren zufrieden. Plötzlich sprang der Schaffner in den Zug und meinte uns zu belehren. Was er genau meinte wissen wir nicht. Unsere Fahrräder standen angeblich falsch, denn diese muss man hier an die Wand des Zuges hängen. Das hatten wir nicht getan, ich stellte mich stattdessen davor und hielt sie während der Fahrt fest. Er sah jetzt wieder zufrieden aus, besonders dann wenn wieder Mädels mit großer Oberweite den Zug bestiegen. Er ging voll auf in seinem Beruf. Er stieg auch jedes Mal auf den Bahnsteig, hob seine Pappkelle und blies in seine Pfeife. Dabei stand auf jedem der Bahnhöfe (mehr oder weniger Bahnsteig mit Haus) eine Frau mit roter Mütze, weißer Bluse und blauem Rock und zeigte, während der Zug im Bahnhof stand, ihre Präsenz. Kein Gruß, kein Winken. Wenn jemand weiß wie diese Damen heißen, melde er sich bitte. Sie verkaufen auch angeblich Souvenirs und Fahrkarten. Und genau um die Eine geht es jetzt: Wir stiegen in Kamenice aus, dabei wollte der Schaffner Katrin beim Tragen helfen, denn der Bahnsteig lag mal wieder 50 cm tiefer und war 1 Meter breit. Er wusste aber nicht wo er hätten anfassen sollen. Sie tat es dann allein. Wir standen nun auf dem Bahnsteig und mussten aufpassen, dass wir nicht auf das andere Gleis fielen. Na ja, fielen ist übertrieben, ein Schritt und der Nachbarzug würde die nur über die Füße fahren. Da fuhr aber nichts und wird die nächsten Jahre auch nicht fahren. Die Bahnhofsvorsteherin hatte alles im Blick. Alles in Ordnung, sie war für die Sicherheit da. Dort wo andere Security brauchen, da stand sie. Kräftige Statue einer Russischen Ringerin. Auf Bahnsteig 1 stand sie da. Vorbau wie Rubens es wollte, nein sie war etwas mehr als das was Rubens je verewigt hatte. Dazu die Uniform – Schulmädchenreport 3.0. Ich hatte Angst, jedoch so lange der Zug den Bahnhof nicht verlassen hatte, stand sie immer noch auf ihrem Posten und starrte auf die Gleise. Schnell weg.
Jetzt begann unsere Reise durch ein trostloses Land, vorbei an alten Ruinen einer Textilfabrik. Bunkern und alten Zäunen. Das war mal verbotenes Land und jetzt sieht es scheiße aus. Verlassen und der Natur zurückgegeben. Die hatte es aber in den letzten 25 Jahren noch nicht geschafft etwas zu bewegen. Der nächste Ort war nicht weit. Ebenso trostlos und verkommen. Das Einzige was hier wohl noch läuft sind „Restaurace“, also Restaurants, Kneipen, Gaststätten und Hotels. Ich glaube aber das diese Zeiten der Restaurants wohl dem Ende entgegen geht. Ein Dorf hatte geschätzt 20 Gaststätten. Da waren wohl die meisten Besitzer auch die besten Gäste. Hin und wieder standen auch Autos vor der Tür, aber die meisten waren doch Tschechen.

Nach unserer trostlosen Straßenrallye auf nicht befahrenen Straßen bogen wir zum ersten Highlight ab. Es ging zur Grundmühle. Diese war bis ca. 1930 noch Hotel und Mühle, sah aber so aus als wären die Gebäude im Mittelalter verlassen worden. Hochwasser und Natur schaffen ihr bestes. Trotzdem war es sehr schön. Eigentlich wollten wir nun den Weg zurück und dann weiter die Straße bis zur nächsten Mühle fahren. Jetzt wird abgekürzt, ich wollte keine Mühle mehr sehen. Ich fahre doch für 3 Mühlen keine 47 Kilometer. Katrin nahm die Karte und suchte den nächsten Radweg hier im Nationalpark heraus, der führte dann auch nach Jelove und nannte sich wirklich Fahrradweg. Wieder mal hatte Katrin einen Radweg gefunden, der zwar den Namen nicht verdient, aber dennoch Abenteuer verspüren lässt. Es ging mit dem Spaß nun richtig los, bis wir irgendwann auf eine Straße kamen, die uns dann auch wieder in ein trostloses Dorf brachte. Es wurde schon besser und die Stimmung stieg an, denn die Straße ging jetzt nur noch bergab und das auf eine Länge von guten 4-5 Kilometern. Einmal konnte ich einen Blick auf das Tacho werfen. 57 km/h zeigte es an. Der Vorteil an dieser Straße war, dass sie lang und gerade war. Ein paar kleine Kurven und wieder begann ich den Schwung aufzunehmen, den ich gerade verloren hatte. Endlich kamen wir in Hrensko an und fuhren dann bis Schmika und setzten dann mit der Fähre über dann schnell nach Hause zu fahren. Ich musste mich auf Grund meiner Kopfschmerzen hinlegen und es hatte auch geholfen. Morgen wird’s dann mit einer bekannten Tour etwas besser.

Tierische Grüße,
Eure Sandsteinjäger


Die Ringerin von Bahnsteig 1 im Video