Sonntag, 20. März 2011

Kontakt an Erde

Was für ein frostiges Wetter heut´morgen. 3° Celsius standen auf dem Thermometer. Hurra schreien kann man da wirklich nicht. Die 6°C Marke wurde erst gegen meiner Abfahrt erreicht. Weit und breit keine Sonne zu sehen. Ich machte mir trotzdem noch viele Hoffungen am heutigen Tage.
Treffpunkt war wie immer beim Fischer ausgemacht. Geistig war ich voll da, aber wie siehts mit der Physis aus? Hatte ich mich wieder zu weit aus dem Fenster gelehnt? Insgesamt waren wir doch wieder ein paar Leute mehr als sonst. Mit 7 anderen Fahrern ging es also durch den Wohld. Leider wurden auf der ganzen Tour meine Hoffnung auf viel Dreck Stück für Stück genommen. Das was jetzt immer noch am Rad klebt ..., ja weiß ich nicht wo das her gekommen ist... 
In einem angenehmen Tempo tourten wir hier entlang und das Schönste war das die Sonne seit ca. 11.00 Uhr schien. Und sie schien kräftig. Sie zeigte mit ihrem Schatten den Weg und trocknete leider die Wege etwas aus. Kein Wasser auf den Wegen. Kein Matsch. Nix. Hin und wieder etwas feuchte Erde, welche ich dann mit Bravur durchfuhr. Dann die Ackerabfahrt kurz vor Althof. Hier flog schon etwas Dreck. Am Ende des Weges flog sogar ein Sattel durch die Luft, bzw. das was übrig geblieben war. Beide Streben waren während der Abfahrt eines Mitfahrers gleichzeitig gebrochen. Jetzt stand er da, genau, er stand da und konnte nicht mehr sitzen. Bei Beginn der Fahrt prahlte er mit seinem Sattel: "Selbst bauen lassen, Carbon und so..." Na ja, das wars ja wohl. Dann gings zu mir nach Hause, während die anderen schon den nächsten Wald durchpflügten. Ich hatte da noch ein Relikt aus früheren Zeiten zu liegen. Ich war ganz angetan von dem Teil, konnte es aber verschmerzen mich davon zu trennen. Wieder etwas weniger in der Garage. Zudem brauche ich es gar nicht mehr. Dann trafen wir uns wieder beim Krankenhaus und weiter ging es. Erst durch das Quellholz und dann weiter zum Kellerswald. Einige Neulinge wollten den Wald kennenlernen weil irgendwann hier wieder ein Rennen stattfinden soll. Das schau ich mir an. Dabei sein werde ich auf alle Fälle nicht, aber man soll ja nie "Nie" sagen. Vielleicht nächstes Jahr...
Schon ziemlich geschafft sollte es nun in Richtung Quelltal gehen. Hier wollten wir den üblichen Senjorenteller essen. Der Weg dorthin ist die total verkackte Straße, die stetig bergauf geht. Dazu gabs noch etwas Gegenwind der mich ganz schön störte. Ich fuhr meinen Stil, meine Geschwindigkeit und der Abstand zur Spitzengruppe vergrößerte sich stark, fast tendenziel zunehmend. 100 Meter, 200 Meter 300 Meter - weg. Sie warteten schon im Quellental auf mich.
Nach der leckeren Mahlzeit ging es zurück nach Hütten. Über Stock und Stein, Wurzeln und Bäumchen führte ich nun die Truppe an und hielt brav die Geschwindigkeit. Ich kann die Raserei nicht leiden...
An einer blöden Passage passte ich nicht richtig auf, fuhr etwas zu langsam, kam nicht aus der Kuhle heraus, versuchte dann aus dem Stand weiterzufahren und bekam dann einen Krampf der sich gewaschen hatte. Plumps, fiel ich nach rechts weg und alle Nachfolgenden zogen wieder an mir vorbei. Mal wieder schönen Bodenkontakt gehabt. Ich fiel auch sehr weich in ein schönes grünes Moosbett. Liegenbleiben konnte ich nicht. Weiter ging es und ich hatte noch einige Kilometer vor mir, aber dies sollten dann die schwersten werden. Die Beine wurden schwer und der Wind wieder kam mal wieder von vorn. Ich trank meinen Vorrat aus, um nicht das Gewicht auf dem Rücken zu haben, sondern mehr im Bauch.
Insgesamt 42,2 Kilometer und 280 Höhenmeter.


Gruß, ein schwacher Sandsteinjäger 

Montag, 14. März 2011

Saisonbeginn?

Für mich beginnt jede Saison am 01. Januar, also Radsaisonbeginn ist nicht gemeint. Was ich meine ist der Beginn der Saison für kurze Hosen. Die Krokusse blühen, der Frost hat sich verzogen, das Eis der Seen ist fast geschmolzen und die Sonne zeigt sich von der besten Seite. Heute (13.03.) war also wieder einmal der Tag gekommen, um meinem Bike die Sporen zu geben. Bei 10°C entschied ich mich jedoch noch für die längere Beinvariante. Einerseits um die kühleren Ecken in den Wäldern etwas geschützt zu durchfahren, andererseits den direkten Dreck von den Beinen fernzuhalten. 
Nach den ersten Steigungen wurde mir ganz schön warm, aber so richtig schwitzig warm. Am liebsten hätte ich meine dicke Jacke ausgezogen und wäre dann weitergeradelt. Ich war jedoch sinnig und behielt alles an.
Der Boden war durch die letzten Tage mit Regen gut durchgeweicht, also für mich fast perfekt. Jedoch war mein Vorderreifen mit den Dreckmassen ordentlich überfordert. Die Stollen sind schon weit abgefahren, so dass sich dieser nur noch als Notreifen einsetzen lässt.
Es ging über meinen Lieblingstrail durch einen Buchenwald und dann durch einen dunklen Hänsel-und-Gretel-Mystik-Nadelwald. Vorbei an Mosen und klarer kühler Waldluft. Der Weg brachte mich direkt in das Zentrum das Waldes. Hier sah ich mal wieder den Raubbau an der Natur. Es sah aus als wenn demnächst hier eine Autobahn gebaut wird. Lauter Buchenstämme von ca. 80 cm Durchmesser lagen hier an den Wegen. Der Wald ist einfach nicht mehr wieder zu erkennen. Ich bin froh wenn ich den geschützten Bereich einfahren werde. Sichtbar neben den Wegen standen "Heinzi", "Jockel" und "Onkel Bertram" an ihrem dicken Wagen. Sie hatten sich aufgemacht heute Holz zu machen. "Heinzi" gab den Takt mit der teuren Kettensäge an und die beiden Kollegen tanzten durch die Buscherei. Alles Kleinholz was Heinzis-Motor-Ketten-Ungetüm übrig ließ, fingerten sie eilig in ihren Anhänger. "Tante Grete" tanzte statt dessen durch den Busch und suchte nach Reisig. Das war das einzig Lustige was ich heute gesehen hatte. Ich konzentrierte mich weiter auf meine Tour, die jetzt richtig beginnen sollte.
Als ich dann die Forstautobahn verließ und wieder in den tiefen dunklen Wald einfuhr machte ich mir schon Gedanken über den heutigen Titel meiner Geschichte. Mir fiel absolut nichts gutes ein. Egal, ich musste ersteinmal auf den beschwerlichen Weg schauen, der mit seinen Wurzeln nicht immer einfach ist. Herrlich dieser Wald. Ich mag ihn sehr. Man trifft staubige Strecken und kurze Zeit später tiefe schlammige Löcher, welche es gilt mit aller Macht zu durchqueren. Leider bekam ich diesen Dreck nicht aus den Reifen. Es klebte wie Scheiße am Schuh. Eine unlösbare Aufgabe. Erst auf der Straße sollten sich die Teilchen größtenteils entfernen, doch diese war noch weit. Also sammelte ich weiter Dreck, Kilometer und Höhenmeter. Ich verbrannte dabei ziemlich viel Kohlenhydrate auf diesen 18 Kilometern. 
Als ich in Althof angelangt war gab es eine angenehme Selbstreinigung. Ich spürte es im Gesicht und im Nacken. Aus sicherer Entfernung muss es schon eigenartig ausgesehen haben wie sich der Dreck der Reifen in hohem Bogen über mich verteilte. 
Dann ging es weiter durch die Wälder unserer Stadt. Hier war der Boden etwas trockener und ließ es möglich machen etwas schneller und risikoreicher zu den Wald zu düsen. Nach gut 1h50Min war ich dann wieder zu Hause und hatte mächtigen Hunger. In der Freude auf die nächste Tour freue ich mich schon riesig, denn es regnet ja schon seit Stunden und ich hoffe das es bis Donnerstag so bleibt.


In der Hoffnung auf Schlamm und Modder
grüße ich Euch ganz lieb, Christoph