Samstag, 11. Juli 2026

Pausentag oder wie man versehentlich ...

... zum Landschaftsgärtner wird.

Eigentlich war der Plan glasklar: Pausentag! Schließlich war Samstag und wir hatten beide so überhaupt keine Lust, irgendwelche großen Unternehmungen zu starten.
Nun ja... zumindest dachte ich das.
Katrin kam irgendwann auf die Idee, in die Stadt zum Shoppen zu fahren. Ich hätte mich – notgedrungen – wohl geopfert und wäre mitgegangen. Doch dann kam der entscheidende Satz:

„Ich geh auch allein.“
Tja... und damit war der Drops gelutscht.

Also setzte sich Katrin in die Fähre und schipperte davon, während ich es mir gemütlich auf dem Hof machte. Natürlich im Schatten – in der Sonne hätte man vermutlich Spiegeleier auf der Motorhaube braten können.

Während ich also versuchte, mich erfolgreich vom Nichtstun zu erholen, begannen unsere Gastgeber damit, den Garten auf Vordermann zu bringen. Hier wurde ein Busch geschnitten, dort der Rasen getrimmt, überall summten und brummten Maschinen.
Ich hielt es ganze zehn Minuten aus.
Dann bot ich meine Hilfe an. Erst nur ein bisschen... ganz unverbindlich... schließlich wollte ich mich ja nicht überarbeiten.

Denkste!

Plötzlich griff ein Zahnrad ins andere und wir arbeiteten im perfekten Team. Jeder wusste irgendwann, was zu tun war, und der Garten verwandelte sich Stück für Stück in eine Vorzeigeanlage.
Die musikalische Untermalung lieferte dabei Paloma Radio. Gefühlt liefen sämtliche Überlebens-Hits der letzten Jahrzehnte einmal komplett durchs Elbtal. Nach dem zwanzigsten Schlager war klar: Entweder das Radio oder ich...
Inzwischen kehrte auch Katrin erfolgreich von ihrer Shoppingtour zurück. Tasche abgestellt, Handschuhe angezogen und im nächsten Moment hing sie kopfüber im Beet und zog Disteln aus, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.

Zwischendurch durfte ich mir immer wieder anhören:
„Ach, so sieht das also aus, wenn man im Urlaub mal nichts macht...“

Als Paloma Radio schließlich endgültig an meinen Nerven sägte, griff ich kurzerhand zur Heckenschere. Die Rotbuche schrie förmlich nach einem neuen Haarschnitt. Paloma war nun weit weg und kaum zu hören.

Was soll ich sagen? Ein Meisterwerk des Baumschnittes!

Vorher hatte ich bereits den Fliederbusch geschniegelt und gestriegelt – natürlich mit einer frisch geschärften Schere. Weil das Schärfen so gut funktionierte, bekamen die anderen Gartenscheren gleich ebenfalls eine Wellnessbehandlung. Wenn schon, denn schon.

Irgendwann waren wir dann tatsächlich fertig. Körperlich am Ende, aber ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis.

Also Grill an...
...dumm nur, dass keine Kohle mehr da war.

Also nochmal schnell zum Lidl, neue Säcke geholt und dann konnte der gemütliche Teil endlich beginnen.
Am Ende wurde es ein richtig schöner Abend, der sich bis 1 Uhr nachts zog – mit gutem Essen, netten Gesprächen und dem Gefühl, im Urlaub unfreiwillig den Garten des Jahres gestaltet zu haben.

Und morgen?
Mal sehen... entscheiden wir nach dem Aufstehen.
Im Moment wird Erholung jedenfalls ganz groß geschrieben. Wobei wir inzwischen gelernt haben, dass dieses Wort bei uns offenbar eine sehr kreative Bedeutung hat.

Eure Sandsteinjäger