Sonntag, 12. Juli 2020

Tanz auf dem Vulkan

Das wir heute Abend so fertig sind, hätte ich wohl nicht zu träumen erwartet. Wir sind fix und fertig. Wir hatten uns heute früh mal keinen Wecker gestellt, wollten aber schon noch eine bestimmte Tour machen. Da wir aber den Zug nicht mehr bekommen konnten, fiel die Wahl auf Fähre und Kirnitzschtalbahn. Wir wanderten also in einer kleinen Kurzfassung durch die Dorfbachklamm hinauf, dann hinunter an die Sebnitz (also wieder ins Tal), dann wieder hinauf zum Goßdorfer Raubschloss. Dieses auf und ab war komplett in Ordnung und konnte uns noch lange nicht erledigen. Als wir über einen Kamm wandern mussten hatte Katrin fast wieder einen Bolzen in der Hose. Links und rechts ging es hinab, der Kamm nur ca. 1,5 Meter breit und stetig nach oben laufend, jedoch mit Bäumen weitreichend bedeckt. Es war schon komisch, aber kindgerecht. Diesen Weg sind wir noch nie gegangen, von daher für uns Neuland. Endlich waren wir irgendwann mal oben und konnten weit über ein Feld laufen. Unser Ziel der Hankehübel mit seiner tollen Rundumsicht. Wir haben diesen ehemaligen Vulkan total unterschätzt und haben uns sehr gefreut. Hier konnten wir unseren Kuchen genießen und Kaffee trinken. Die Sonne zeigte sich von der besten Seite. Trotz der unbeständigen Temperaturen hatten wir hier oben endlich das Glück in der Sonne zu liegen und mit dem Wind die Sachen trocknen zu lassen. Wir mussten jedoch weiter, denn wir hatten den Tag so spät begonnen. Selbst der Fährmann staunte nicht schlecht und meinte: „Ach, jetzt geht’s erst los?“. Katrin meinte dann: „Ja, nur ne kleine Runde drehen“.
Die kleine Runde war hier auf dem Hankehübel noch lange nicht zu Ende. Weiter ging es zu den Aussichten in Waitzdorf. Auch hier wieder mit einem tollen Blick mit vorherigem Auf und Ab. So langsam ging es nun doch in die Füße. An den Aussichtspunkten durften wir noch einmal die Fernsicht genießen und die Reste vertilgen. Nun sollten wir mal auf den Fahrplan schauen wann der letzte Bus von unserem Zielort abfährt. 19.26 Uhr, der vorletzte schon um 17.26 Uhr, also in 10 Minuten – Luftlinie 4 Kilometer. Dann wollen wir mal.
Beim Abstieg von Waitzdorf zur Straße war dann schon langsam der Fußbereich langsam zu spüren. Wir machten das Beste daraus und liefen einfach die Straße bis in den nächsten Ort und sollten (mussten) tatsächlich noch 1,5 Stunden warten bis zum nächsten Bus. Warten und Füße schonen? Nein, weiter ging es bis hinein nach Bad Schandau, geradewegs zur Pizzastätte. Der Weg war doch früher nicht so weit?! Oh doch. Der Tag hatte uns nicht geschafft, wir hatten den Tag geschafft. Mit gut 18 Kilometern bei 660 Höhenmetern waren wir heute dabei. Es war ein grandioser Tag mit Besuch bei Ritter Kunibert und heißen Füßen auf dem Vulkan.

Eure Sandsteinjäger 

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