Wir mussten mal was anderes machen. Täglich sind wir zu spät aufgestanden und haben zum Abend hin keine Ruhephase nach den Touren mehr gehabt. Das hatte sich irgendwie so eingeschlichen und blieb dann auch so. Katrin hat dies tierisch geärgert. Heute klingelte daher der Wecker um 7.30 Uhr, denn um 9.15 Uhr fuhr unser Zug in Richtung Sebnitz. Diese Tour hatte ich wieder mal vorgeschlagen. Sie hat nicht dieses dauernde auf und ab auf der Strecke und ist daher gut zu meistern, jedoch der Start ist erschreckend schwer. Man mag gar nicht drüber schreiben, so schlecht ist der Anfang der Strecke. Jedoch lieber anfangs solch Kanten hochschieben, als unterwegs mehrere von diesen noch vor sich haben.
Wir setzten uns also ab und bewältigten dieses Monster von Berg. Nach guten 3 Kilometern die uns wie eine Ewigkeit vorkamen, ging es waagerecht in den Nationalpark hinein. Die Wege waren feucht nach der angeregneten Nacht die wir mal wieder hatten. Spaß machte es trotzdem. Jetzt dürft ihr raten wer das noch mal richtig ausgenutzt hatte...
Wir fuhren die "Hohe Straße" entlang, die sich später als Panoramaweg ausgibt. Und das mit recht. Wir konnten schon sehen wie neues schlechtes Wetter auf uns zu zog. Nach der kleinen Frühstückspause fuhren wir dann auf die nächsten beiden Schutzhütten zu, um weiter zu beobachten und eventuell Schutz zu suchen. In der zweiten Hütte blieben wir dann etwas länger. Der Wind frischte auf und wir hatten nur noch 11,5°C. Schnell die Jacken angezogen. Plötzlich begann der Regen. Wir warteten ca. 1 Stunde bis wir dann entschieden weiter in Richtung Grenze zu fahren. Von weiten war schon die Sonne auszumachen. Noch kurz vor Grenzübertritt stieg die Temperatur wieder an. Wir machten wieder halt an der kleinen Kirche. Katrin hatte einen Vorschlag. Sie würde gern in das Örtchen Nixdorf (jetzt Mikulasovice) weiter rein fahren. Flächendeckend soll das Nest so groß sein wie Sebnitz.
Ich wünschte ich wäre diese Umleitung bzw. diesen Umweg nicht gefahren. Erst Sprüche klopfen: "Heut mal nicht so weit", aber dann nen Umweg machen der echt nicht zu empfehlen ist. Zu aller erst ging es die Straße in den Ort hinab. Straße? Panzerstraße oder Flickenteppich wäre hier wohl angebrachter gewesen. Dann kamen ein paar Schuppen mit Autowracks, dann ein unbeschrankter Bahnübergang mit angrenzendem Bahnhof, Kreuzung mit Abzweig von Wegen, Kriegerdenkmal aus dem 1. Weltkrieg (das komischer Weise gepflegter war als die Umgebung) und eine schiefe Laterne. Unser Weg ging geradeaus auf einen Platz zu. Ich nenne diesen Platz "Festwiese". Gute 200x200 Meter auf einer schiefen Ebene. Bei Google ist hier ein Zirkuszelt zu sehen. Als das Bild gemacht wurde, muss hier echt der Bär gesteppt haben. Wir haben nicht mal ne alte "LPG" gesehen. Also fuhren wir dann erstmal zum Namensgeber des Ortes. Die Kirche St. Mikusla (oder so ähnlich) - na ja früher hieß der Ort Nixdorf. Was das jetzt aber miteinander zu tun hat weiß ich nicht. Wir kamen dort an. Platz, Kirche, Friedhof auf einer Anhöhe. Daneben reihten sich die Gaststätte und andere Häuschen an. Die Gaststätte scheint zu laufen. Die Drogerie ist seit guten 15 Jahren zu und Touri-Andenken gibts hier wohl schon lange nicht mehr. REMAX verkauft aber auch hier ein paar Immobilien. Wer es denn haben will? Eines Tages kann man den ganzen Ort kaufen, nebst Einwohner. Der Ort ist echt heftig. Solch krassen Unterschied auf 4 Kilometer Luftlinie hab ich nicht gesehen. Hrensko ist da ganz anders.
Katrin wollte dann noch zum Supermarkt des Ortes. Das hatte ich ihr dann aber verboten. Ich wollte nur weg und Katrin musste uns herausführen. Wanderkarte raus, den Weg gesucht und es ging wieder hinauf in die Wälder. Die Straße - äh falsch. Das Ding was sich Straße nennt hatte die Bezeichnung eines Radwanderweges. Es war ein Mischung aus Bahndamm ohne Gleise und einem gutem Anteil an Schotter, sowie einer drüber geworfenen Schicht aus Teer. Das ist Katrins gefundener Weg. Vorbei an einem geöffnetem Waldbad, äh falsch. Jeder von Euch kennt ein Waldbad, oder? Was stellt ihr Euch vor? Richtig, Wasser, Wiese, Bäume und schreiende Kinder. Hier reihten sich 4 kleine Teiche aneinander. Es gab Nichtschwimmerteiche mit sichtbaren Absperrungen und allem drum und dran (zwischen Entenflott und Teichrosen). Von weiten sah es aus als liegen dort 4 dreckige Teich seit Jahren verschlafen versteckt im Wald und der Bademeister hatte eines vergessen um sein Geschäft zum Laufen zu bringen. Richtig, das Tor aufmachen. An alles hatte er gedacht. Doch nun hat er einen langen Bart und hat keine Lust mehr auf Kinder.
Wir ärgerten uns über diesen Weg und fuhren (bzw. gingen) in Richtung Weifberg. Dort angekommen gab es eine große Pause mit Resteessen und Augenpflege.
Über die "Emmabank", Hinterhermsdorf und die Niedere Schleuse ging es dann im Eiltempo nach Hause. Wir wollten ja noch was vom Tag haben.
Pizzaessen im Memory: Hier stopften wir uns die Bäuche voll und fuhren nach Hause.
Eure Sandsteinjäger
42 Kilometer / 610 Höhenmeter
Morgen sind wir dann auf unheiliger Mission in Dresden. Es wird daher am Sonntag eine Kurzfassung geben.