Los ging’s mit dem Frühbus von Krippen nach
Thürmsdorf. Dort ließen wir uns am „alten Gasthaus“ absetzen – das Gebäude
selbst hatte offenbar schon vor Jahren beschlossen, in den Ruhestand zu gehen.
Trotzdem ein schöner Startpunkt, denn der darauffolgende Schlossgarten wartete mit
spätsommerlicher Eleganz und perfektem Wanderwetter auf uns.
Vom Schlossgarten ging’s gemütlich Richtung
Bärensteine, die wir in nördlicher Richtung umkurvten. Über Felder, durch
Wälder und Wiesen – eigentlich unsere stille Route. Doch heute? Menschen, wohin
das Auge reicht. Offenbar war „Wandertag für alle“ ausgerufen worden. Selbst im
Damengrund, wo sonst nur der Wind durch die Blätter flüstert, herrschte
Gedränge wie beim Sommerschlussverkauf.
In Pötzscha angekommen, warteten wir auf die Fähre –
die war allerdings so voll, dass wir fast dachten, sie würde gleich untergehen.
Auf der anderen Seite: ein Gedränge wie auf dem Weihnachtsmarkt, nur mit
Sonnenbrille und Flip-Flops. Kinderwagen, Hunde, Fahrräder – und mittendrin
wir, leicht überfordert und hungrig nach Ruhe.
Während Katrin den Markt unsicher machte, beobachtete
ich die E-Bike-Nutzer. Es war wie ein Live-Experiment:
- Typ 1: Der 16-Jährige mit E-Bike – fährt
mit 25 km/h am Rentner vorbei, trägt Sonnenbrille und AirPods, hat aber
keine Ahnung, wie man schaltet. Das Bike? Teurer als sein Schulabschluss.
- Typ 2: Die „Ich-hab-mir-was-gönnt“-Fraktion – das E-Bike ist schwerer als ihr Gepäck für zwei Wochen Mallorca,
aber hey, es war im Angebot.
- Typ 3: Die Ehrenvollen – ältere
Herrschaften, die das E-Bike wirklich sinnvoll nutzen. Leider selten, aber
dafür umso sympathischer.
Nach dem Markt ging’s zu Fuß nach Rathen – ein langer
Weg, aber mit Aussicht auf Kuchen am Elbufer. Wir gönnten uns ein Stück, dazu
Kaffee aus dem Rucksack. Der perfekte Abschluss? Noch nicht ganz.
Eure Sandsteinjäger