Der Morgen begann stürmisch. So hatten wir das Wetter nicht
bestellt. Dazu war es noch lausig kalt. Der Bus brachte uns wiedermal zu
unserer Ausgangsposition. Wir wollten zum Kleinen und zum Großen Pohlshorn. Die
Steigung war echt hart, aber gegen das was heute noch folgen sollte, war dies
eine seichte Landstraße.
Das kleine Pohlshorn kam nun immer näher. Die Aussicht
war nicht großräumig, etwas eingeschränkt, aber dennoch imposant. Wir wollten
jedoch weiter und verließen ihn Richtung Großes Pohlshorn. Oben an der Aussicht
angekommen wurde der Wind zu einem Sturm, dazu kam noch der Regen, der mehr von
vorn kam als von oben. Wir wickelten uns in die Folie und machten uns vom
Acker. Hier oben war es im Augenblick zu gefährlich. Zudem wussten wir nicht
wie stark der Regen noch werden würde und ob da noch ein Gewitterchen starten
könnte. Also Abstieg. Eigentlich wäre damit unsere heutige Tour beendet. Es war
aber erst 11.34 Uhr! Bisschen früh für uns beide. Nein es ging weiter und zwar
zum Zeughaus zur ersten richtigen Rast und zum Wäschetrocknen. Trotz der Kühle
verweilten wir hier eine ganze Weile. Wir tankten Kraft für den schweren
Aufstieg zur Goldsteinaussicht. Katrin meinte immer, dass sie hier schon mal
gegangen sei, aber ich konnte mich wahrlich nicht daran erinnern. Es ging immer
weiter bergauf, auf einem Knüppeldamm der sich echt gewaschen hatte, gerade weil
er so ausgewaschen war. Und irgendwann kam die Belobigung für diesen schlechten
Weg – die Goldsteinaussicht. Man hatte eine tolle Aussicht auf die Thorwalder
Wände und die Schlucht die zu den Weberschlüchten führte. Wahnsinn.

Jetzt hieß
es nur noch auf nach Schmilka mit mehreren Umwegen. Unter anderem waren da die
Marienhöhle und der Kleine Kuhstall die wir über einen Bergpfad erreichten, der
schwer zu finden ist. Der grüne Bergpfadpfeil ist nicht gerade vorteilhaft
angebracht. Doch Kenner wissen diesen zu finden und auch zu nutzen. Weil wir
noch nicht hier waren kam die Satellitentechnik zum Vorzug und half uns wieder
mal sehr. Der Weg weiter nach Schmilka führte uns über den Großen Winterberg.
Wir hätten auch um ihn herumlaufen können, doch die Zeit wurde knapp. Dennoch
mussten wir die Gaststätte aufsuchen, aber alles war leer. Von weitem sah es
aus als hätte man 2014 hier die letzte große Saison gehabt. Nichts einladendes,
alles verschlossen, der Rasen (ich meine das Meterhohe Gras) wurde in diesem
Jahr noch nicht geschnitten. Braucht auch nicht mehr, denn das Jahr ist ja bald
um. Wir standen auf der riesigen Terrasse mit hunderten von Stühlen und
Tischen. Keine Servicekraft – kein gar nichts. Ein Schild mit der Aufschrift
vor der zweiten Terrasse warnte: „Bitte besuchen sie unsere große Terrasse oder
unseren Gastraum.“ Da wären wir wohl die Einzigen gewesen. Wir mussten ja
unbedingt hier lang, um uns diesen traurigen Anblick zu holen. Das kann ja
keiner wissen. Wir suchten doch nur was zum sitzen und zum Kaffee schlürfen.
Nun sollte es endlich wieder bzw. weiter hinab gehen. Wir gingen den
Bergsteig in Richtung Schmilka. Anfangs noch mit Stufen versehen ging dieser
Weg uns ganz schön auf die Knie. Später wurden dann aus den Stufen, Wurzeln und
Steine und zum Schluss Sandsteinblöcke als Pflasterung mit einer Neigung von
30°. Eine ¾ Stunde lang gingen wir diesen "netten" Weg. Glücklicherweise hatten
wir unsere Stöcker dabei. Der Weg hätte uns sonst etwas länger aufgehalten und
wir hätten unseren Bus verpasst. Dabei sollte Katrin ja noch ihren Gutschein
einlösen können. Ich verpasste ihr kurz vor 18 Uhr einen 32 Liter Damen
Rucksack. Das ist nun gut für meine Füße und schlecht für die Brieftasche.
Richtig tolles Ding und sie ist richtig stolz drauf. Ach so, bevor ich es
vergesse, heute waren es ungewollte 14 Kilometer mit 682 Höhenmetern.
Eure Sandsteinjäger