Die Nacht von gestern zu heute war katastrophal. Regen und Sturm mit Windstärke 8. Wir dachten bereits unseren Plan aufgeben zu müssen. Der Morgen zeigte sich jedoch besser als erwartet. Nur 10°C Grad auf dem Thermometer.
6.30 Uhr aufstehen, denn gegen acht fuhr unser Zug in Richtung Tschechien. Hier setzten wir mit dem Boot über und warteten bei der Kälte auf unseren Bus, der uns weit in das Böhmische brachte. Es ist immer eine Zeitreise. Man fährt eine halbe Stunde Bus und wird um Jahre zurück versetzt, dann geht man 7 Stunden zurück und befindet sich wieder in der Neuzeit. Nein, nein. So krass ist das nicht mehr. Die Jungs im böhmischen Nationalpark haben da mächtig aufgeholt. Außerhalb der Touri-Routen bekommt man aber noch die alten Gerüche des Sozialismus zu sehen. Die Bus-Tour kostete sagenhafte 2 Euro für 2 Personen.
Unsere Wanderung begann zusammen mit einer großen Menschentraube zum Marienfels. Fast Hand in Hand gingen wir alle dort hoch. Es war viel los auf dieser Route. Im Laufe des Tages lösten die sich zwar auf, aber immer wieder trafen wir Wanderer die den gleichen Weg und Gedanken hatten.
Am Marienfels selbst blieb die Katrin unten stehen und ich konnte mit all den anderen Menschen heute und hier auf der Spitze stehen und den Ausblick genießen. Was ein Genuss. Für nicht schwindelfreie ist das nicht zu empfehlen, ist aber zu machen und zu schaffen. Auf der Wilheminenwand hatten Katrin und ich zusammen einen schönen Blick in die Täler. Sogar der Marienfels war gut zu erkennen. Der dritte Fels war dann der Rudolfstein. Hier stellte man eine Kopie der Aussichtsplattform vom Marienfels hin. Ungeübte würden denken, sie würden im Kreis laufen. Dabei hatte der erste mit dem dritten Fels keinesfalls Ähnlichkeit. Hier braucht man echt Mumm. Stufen im Fels waren nur ausgetretene Schleifspuren der Jahre. 2 kurze steile Leitern brachten mich jeweils auf ein Podest. Von dort ging die Kletterei und Rutscherei weiter. Bis zur Spitze. Genau, der Handlauf endete an der Spitze, dann war Schluss. Die restlichen fünf Meter fast auf allen Vieren bis zum Häuschen. Die Aussicht war genial. Besser als sonstwo. Kurze Pause und zurück. Unser Marsch ging nun weiter zur Felsenburg Schauenstein. Eigentlich war die Route anders gedacht. Uns ging es aber gut und wir lagen super in der Zeit. Tja, Felsenburg Schauenstein – ich bin hoch und die Kraxelei hat sich wirklich gelohnt. Versucht mal selber Fotos über die Tortur beim Aufstieg zu finden. Ich hatte mit mir zu tun. Alles war eng, steile Leitern, Stahlbleche auf rostigen Stahlprofilen u.s.w. Aber oben war wieder so eine geniale Sicht. Langsam kam nun auch die Sonne raus und es gab ein tolles Wolken-Sonne-Spiel. Nun mussten wir aber weiter.

Es begann der Rückweg, aber zurück konnten wir nicht mehr und so ging es stark nahe dem Abgrund den Pfad entlang in Richtung Rauschenberg. Den mussten wir auch noch überqueren. Ja richtig, überqueren. Statt runter in das Tal ging es wieder hoch. Langsam war es nervend. Da kommt einem der Gedanke: „Wiso gehe ich hoch, wenn ich doch zum Ausgangspunkt runter will?“ Irgendwann ging es dann auch runter, aber unbequem und steil. Aber ich muss gestehen, dass dies eines der besten Touren war, die wir je bestritten haben. So viele Aussichtspunkte auf 16 Kilometer Länge ist schon beachtlich. Dazu noch 750 Höhenmeter. Das merken wir jetzt leider in den Füßen.
Eure Sandsteinjäger