Dienstag, 9. Juli 2024

Nicht anfassen


Oh, war das wieder früh. Da wir den Bus in Richtung Rosenthal kriegen mussten, ist da immer ein Unterfangen. Die Busse in diese Richtung fahren nicht all zu oft. So kommt es, dass man sehr früh raus muss, um eine sehr gute Verbindung zu finden und gleichzeitig zu bedenken, dass man ja auch wieder zurück muss. Tja, das Bielatal – wir waren lange nicht dort und es hat uns wieder prächtig gefallen. Etwas ältere und vergessene Wege. Teils mit Beschilderung aus dem Osten und Wegmarkierungen nach der Wende, sowie Abgrenzungen und Absturzsicherungen aus Kaiserszeit. Die Tour begann mit einer Feldwanderung und Lerchengezwitscher bis zum Großvaterstuhl, dort wo die Flagge von Eiland hängt. Es ging über tolle Aussichten und abenteuerliche Punkte mit Blick auf das Bielatal. Wunderschön. Die Herkulessäulen zeigten sich in sonniger Pracht. Zudem hatten wir wieder bestes Wetter. Zu heiß um zu wandern, aber in den Wäldern war es kühler und angenehmer. Ab Schweizer Mühle begingen wir den Status des 18. Jahrhunderts. Brennnesselwege, Dornenbüsche und teils lose Geländer. „Fass das nicht an“, sprach Katrin und schon hatte ich das altehrwürdige Geländer in der Hand. Das hatte irgendein August vor 200 Jahren angeschraubt und das war es dann. Da komm ich und reiß es ab. Zack, welch Vandalismus. Katrin meinte: „da zieh ich ein Stern ab“ und es sollten weitere Abzüge kommen als wir über die alten Pfade gingen, dort wo Brennnessel gesät wurden und was anderes geertet wird. Dort wo steinerne Türme mit Baustellenschilder gesichert werden und als Privat deklariert werden. In einem Gebiet das die Sächsiche Schweiz einst berühmt machte und den Kaiser nebst Gefolge seine Datschen bauen ließ. Mit Kurort und allem Pipapo. Jetzt leider etwas vergessen, doch immer noch magisch anziehend.

(Essen in der Eiche)


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Montag, 8. Juli 2024

Basteikönige

Die Bastei mal wieder mit dem Rad erkunden. Welch Schmaus. Das Wetter spielte mit und wir waren gut drauf. Mit der Bahn ging es nach Wehlen. Dort setzten wir über. Im Schlepptau eine lustige Gang die ebenfalls wandern wollte, mit den wir im Zug ins Gespräch kamen und die wir bis zum Schluss immer wieder trafen. Wir wurden sie und sie wurden uns nicht los. Ab Wehlen ging es den üblichen Radweg bis hinauf zur Basteistraße rauf. Der Kanten hat es wirklich in sich und schreckt nicht zurück. E-Bikes holt es zum Ende hin den letzten Saft aus dem Akku. Katrin und ich kennen den Weg genau und wissen wie wir die Kräfte einteilen müssen. Früher dicht bewaldet, jetzt teilweise lichtdurchflutet und brütend heiß wenn man sich den Berg hinauf quält. Endlich Basteistraße – nur noch zwei kleine Hügel und wie standen vor den Menschenmassen die erstmal nur zur Bastei liefen. Wir kamen mit unseren normalen Rädern an und ernteten schon komische Blicke: „Wenn es damit geht, dann kann der Weg ja nicht so schwierig sein“. Na, wie man es nimmt. Mir tat jedenfalls nur von der Auffahrt schon der Hintern weh. Da kommt dann immer so ein leichtes ziehen kurz vor der Backe. Bloß nicht aufstehen – sitzen bleiben und weitertreten.

Endlich Basteiausblick – Busse voller Menschen, äh ne, Menschen aus Bussen. Und das am Montagmittag. Wir fanden Platz zum schauen und später auch zum sitzen. Jetzt packten wir wieder unser Mittag aus, wo Andere sich einen Eiskaffee im Plastikbecher für 6,50€ holen, tischten wir heißen Kaffee, Würstchen und reichlich Obst zum „Nulltarif“ auf. Na ja, dafür sind die Rucksäcke auch reichlich gefüllt gewesen und tragen müssen wir es auch. Der Rückweg ging dann über Lohmen und Rathewalde zurück nach Wehlen. Hier noch ein Eis bis zur Fähre und dann mit der Kindergartentruppe in Richtung Bahnhof. Es schlossen sich bereits die Schranken für die Einfahrt des Zuges, d.h. wir konnten nicht den einfachen Weg über die Straße zum Bahnsteig nehmen, sondern mussten wieder Treppen buckeln. Und da stand wieder die Wandergang, die wir bereits heute morgen trafen. „Euch wird man auch gar nicht los“ war die Begrüßung. Wir indes fuhren nur eine Station und weiter ging es den Radweg bis nach Schandau und weiter nach Krippen. Geile Tour.


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Sonntag, 7. Juli 2024

Schon wieder gammeln

Sonntag ausruhen und gammeln

Ja das muss auch mal wieder sein. Der gestrige Tag saß uns etwas in den Knochen. Nur bergab war es ja doch nicht. Wir mussten auch treten. So kam es, dass wir diesen Tag ganz ruhig angingen und uns zu 18.00 Uhr einen Tisch bestellt hatten in Schöna. Vorher waren wir noch im Dorfladen einkaufen und Honig holen. Der Tag tat unseren Gelenken ganz gut.

Abends stiegen wir zum Sonnenuntergang noch mal zur Kaiserkrone hinauf. Schon war der Tag gelaufen.


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Samstag, 6. Juli 2024

145 km/h

Ankunft Mikulasovice gegen 10.00. Da waren wir wieder auf dem Bahnhof in der Böhmischen Schweiz, um in einen anderen Zug einzusteigen. Dieser brachte uns dann in die Hauptstadt der Böhmischen Schweiz. Die Sonne zeigte alle Künste und ließ die Temperaturen steigen. Der heiße Asphalt brannte schwarze Striche auf die Reifen. Die Route nach Kyiov war uns bekannt und führte vorbei an alten Häusern, Wiesen, Auen und kleinen Wäldchen. Wir hatten wunderbares Wetter bekommen. Schon vorausschauend hatten wir die Tour auf den heutigen Tag verlegt. Die Bahn fuhr uns mit Umsteiger bis in das böhmische Land hinein und die 40 Kilometer Rückweg saßen wir also auf unseren Rädern praktisch ab. Na ja, wir hatten schon so einige Passagen zu überwinden, aber dennoch nahmen wir jeden Berg mit Lust und Laune. Und wenn mal was nicht fahren konnte, dann wurde geschoben. Abwärts ging es dann ja auch irgendwann mal. Mit 46 km/h ging es durch das schmale Tal hinter „Na Tokani“ wieder zurück in Richtung Grenze. Diese Kilometer spulten wir in kürzester Zeit ab. Bei „Na Tokani“ trockneten wir unsere Sachen und hatten unsere große Malzeit. Alle vorbeifahrenden staunten nicht schlecht, wie wir unsere überfüllten Rucksäcke ausgepackt hatten. In dieser tiefen Wildnis hatte ich alles dabei und war auch darauf vorbereitet. Bei einem E-Biker war die Schaltung komplett gebrochen. Ich konnte ihm nicht helfen, aber darauf war ich schon vorbereitet. Was macht man da am besten?

In dieser Landschaft hat sich viel verändert. Ich hatte es ja bereits vor ein paar Tagen erwähnt. Die Nadelwälder sind tot. Als erstes kommen jetzt die Birken und Büsche, dann folgen die Buchen zusammen mit ein paar Tannen. In 40 Jahren sieht es hier anders aus.

Auf der nächsten Pause bereits hinter der Grenze hatte mein GPS dann kein Empfang mehr, so dass ich dann innerhalb von 30 Metern einen Anstieg auf 1250 Metern gemacht hatte und wieder hinab. Ui, das lohnt sich und damit kann man dann richtig auf die K**** hauen, aber wenn die Höchstgeschwindigkeit auf 145 Km/h steigt, dann veröffentlicht man den Trip doch lieber nicht im Netz bei den einschlägigen Routenplanern.

Unser letzes Ziel war heute dann Memory mit Pizza. Das war riesig lecker.

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Freitag, 5. Juli 2024

Caspar der alte Hund


Heute, ja heute sollte sie starten. Die Erlebnisabenteuer-Tour des Malers der die Welt im Augenblick in Atem hält und mit sich im Augenblick auch alles verkaufen lässt. Der Rundweg geht einmal rund um Reinhardtsdorf-Schöna und beginnt in Krippen mit einer klassischen Bergaufpassage. Wie immer versteht sich. Der CDF Weg zieht viele Wanderer magisch an und so kommt es auch, dass der Weg etwas voller ist als gewohnt. Vor ein paar Jahren mussten wir den Pfad noch suchen und uns durch Brennnesselbüsche schlagen. Heute alles fein, Schilder gestellt, Bänke neu, Bäume gefällt und Hinweistafeln angebracht. Der CDF verkauft sich halt gut, bis er in Vergessenheit gerät.

Der Pfad begeht sich sehr gut. Katrin hatte den Weg im Netz gefunden, nachdem dieser neu eingeweiht und beschrieben wurde. Gleich mit negativen Bewertungen. Der Weg war bereits in der Öffentlichkeit vertreten, aber noch lange nicht bereit ihn wirklich zu genießen. Trotzdem konnte man ihn sehr gut gehen. Auch die Tafeln waren sehr hinweisreich mit den Beschreibungen wie der Maler welche Skizzen von welchem Standpunkt aus er auf Papier gebracht hatte. Ganz schön geschummelt der Bursche – die KI des 19. Jahrhunderts? Immer wieder konnte wir Pause machen und den Weg dort oben oberhalb der Elbe genießen. Später bogen wir jedoch ab, auf den Aussichtspunkt der Hundskirche bei Reinhardtsdorf. Was ein toller Blick von beiden Punkten aus auf Schmilka und Elbe. Hätte der Maler auch mal von hier schauen müssen, aber dazu hat die Kraft wohl nicht mehr gereicht.

Wir mussten vom Aussichtspunkt wieder ein Stück zurück, um auf den alten Weg zu kommen. Dieser führte uns nun in Richtung Aschersteig, der es nochmal in sich hatte und uns unterhalb des Fußes der Kaiserkrone bringen sollte. Endlich in Schöna angekommen und ab zum Restaurant Zirkelstein. Hier speisten wir vorzüglich. Katrin meinte, es sei da Beste Essen in diesem Urlaub. Das wird dann wohl nicht das letzte Mal gewesen sein.

Hinunter nach Krippen ging es dann über den Wolfsberg und den Püschelweg. Es ist die eigentliche Route, die wir bis jetzt schon sehr oft gegangen sind und der immer wieder gemütlich ist. Der komplette CDF Weg ist somit begangen. Mit 15 Kilometern und reinen 3 Stunden und 53 Minuten ist die eigentliche Gehzeit unterboten. Das ist aber nicht unser Ziel – es ist der Genuss den auch der Casper wohl am Ende in Krippen gefühlt hatte.

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Donnerstag, 4. Juli 2024

Lange Hose im Sommer?


Schon wieder lange Hose heute? Katrin wollte in kurz gehen, doch mir war das alles suspekt. Zwar hatte ich mir nur ein Shirt angezogen, aber die lange Hose blieb. Wir marschierten zum Bahnhof, bei der Katrin sich ganz schön in der Zeit verzettelt hatte und wir 20 Minuten zu früh auf dem Bahnhof waren. Es ging heute von Wehlen aus über den Steinbrecherpfad nach Dorf Wehlen und dann wieder zurück. Also eine kleine Runde für die geschwächten Füße. Außerdem müssen wir aufpassen, dass wir uns keine Erkältung holen. Wie unbeständig ist das Wetter bloß. Dicke Jacken haben wir absichtlich zu Hause gelassen. 15°C Grad und Sonnenschein – nicht der wahre Sommer. So zog sich das auch heute den ganzen Tag durch. Der Steinbrecherpfad ist uns bekannt und wir schon öfters dort gewesen. Dort kann man super Fotos machen, alles mystisch dort, alt und verlassen – eine andere Welt. Doch leider holt sich auch hier die Natur alles zurück und es wird auch der Natur überlassen. Der Weg verwarlost ein wenig und das zum CDF Jahr – oh mein Gott (Scherz). Jeder brüstet sich mit CDF, aber die Wege anzulegen und auch in Ordnung zu halten, das ist schwer.

Wir wollten weiter bis zum Pavillon, den ein paar Künstler vor 100 Jahren mal genutzt hatten. Ich hatte damals schon schöne Fotos dort gemacht und wollte es wieder tun, da es die alten Fotos nicht mehr gibt (digitales Unvermögen). Leider sahen wir zwei Ziegen, die vor Jahren bei einem Filmdreh entwischt sind und sich selbstständig gemacht haben. Diese kleine Herde haust in diesem kleinen Wäldchen. Mit Ziegen sollte man sich nicht anlegen, klar. Aber Katrin machte gleich einen Rückzieher und ging mit mir nicht weiter. Also Rückzug und ab nach Dorf Wehlen und zurück nach Stadt Wehlen.

Abends ging es dann zur Liethenmühle, mit dem Rad versteht sich. Oh, ich habe mächtig gepumpt diesen blöden Berg hinauf zu kommen. Katrin kam bis zu ihrem Punkt, den sie sich auch vorgenommen hatte mit bravur. Am Tisch ruhten wir uns aus und warteten auf die Bedienung, die uns dann klar gemacht hatte, dass wir etwas warten müssten. Die Köchin war unterwegs uns sollte in der nächsten Stunde eintreffen. Für uns war das kein Problem und wir durchstöberten die Wanderkarte für unsere nächsten Touren.

Plötzlich begann der Starkregen, der auch so erwartet war. Geschützt und sicher haben wir geschlemmt, erzählt und geplant. Schöner Abend.

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Mittwoch, 3. Juli 2024

Eiszeit

Heute nahmen wir uns den Wachberg vor und zwar mit dem Fahrrad. Die Route lautete von Schandau durch das Kirnitzschtal bis zum Lichtenhainer Wasserfall und dann hinauf, hinauf, hinauf bis kurz vor den Ort Lichtenhain. Dann ging es weiter hinauf in Richtung Hexenbaum und Hohe Straße. Alles nur rauf rauf rauf. Da haben wir beide dann auch irgendwann mal geschoben. Die neuerdings teilasphaltierten Waldstraßen konnte man gut fahren, aber sobald der faustgroße Schotter hinzukam, liefen wir beide nebenher. Wir mussten knapp 400 Meter Höhe überwinden, um später endlich in den Genuss zu kommen hinab zu fahren. Mit so einigen Pausen in windschattigen Plätzen versuchten wir den Sommer zu genießen, sofern er denn da war. Die Temperaturen verliefen sich, ja sie verliefen sich im 15er Bereich. Da hatte man schon das eine oder andere dicke Jäckchen rausgeholt, wenn es mal abwärts ging und es in den gefühlten Frostbereich ging. Dabei tränten die Augen und leckte die Nase. Irgendwann kam auch mal wieder die Sonne raus und ging bergauf. Es wurde wieder gekeucht und geschoben.

Endlich kam Tomasov in Reichweite. Es war mehr als die Halbzeit, aber die Spitze des „Eisbergs“ (in zweierlei Hinsicht). Es folgte nun der Wachberg und wir durchfuhren den altbekannten Wald der keiner mehr war. Mondlandschaft mit einer leichten Überzuckerung von Birkenbäumen und Büschen. Würde man mich hier aussetzen, ich hätte nicht gewusst wo ich wäre und würde wahrscheinlich auf den Harz tippen. Hier stand eigentlich nichts mehr. Dieser Wald hat echt gelitten.

Pausentee auf dem Wachberg. Die Gaststätte hatte heute geschlossen, aber das war uns bekannt. Es ist leider nicht mehr so wie „früher“, wo es nur einen Tag in der Woche gab, der Geschäftsfrei war. Wir machten es uns auf der Bank gemütlich und wärmten uns am Kaffee und aßen unsere Reste und wollten diese Ruhe genießen. Stille wie im Märchenland, doch horch, wer kommt. Eine kleine Reisegruppe eines tschechischen Ferienlagers. Hui, da war Leben drin und die 8 bis 14 jährigen machten sich über den Spielplatz her und besetzten Kirche, Schule und alle anderen Häuser des Spielplatzes, aber wussten sich zu beschäftigen.

Wir indes machten uns auf den Rückweg über den Pfad nach Saupsdorf. Der Weg, der vor drei Jahren noch ein toller Weg war und zum wandern ideal, war nur noch schmaler Trail von 20 cm Breite mit nicht sichtbaren Wurzeln und Steinen. Man hat das Spaß gemacht. Mir stand das Wasser in den Augen und die Knie zitterten als ich im Dorf angekommen war. Jetzt ging es wieder zusammen mit Katrin den Asphalt hinab in das Kirnitzschtal, anfangs mit viel Schwung die der Straße und ihrer Neigung geschuldet war. Später dann musste ich ordentlich reintreten, um mit Katrin mithalten zu können. Im Tal hatten wir dazu noch ordentlich Gegenwind. Sobald ich dann ordentlich Vorsprung erzielen konnte, kam sie wieder an und klingelte und machte sich mit ihrer quitschenden Bremse bemerkbar, was dann in etwa hieß „wegen Dir muss ich bremsen, fahr schneller“.

Gegessen wurde in der Eiche. Morgen wird dann gewandert.

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