Eure Sandsteinjäger
Sonntag, 14. September 2025
Wenn es mal wieder regnet
Eure Sandsteinjäger
Samstag, 13. September 2025
Zwei alte Bekannte
Der Wecker klingelte um 7:30 Uhr. Wer hat sich das ausgedacht? Wir wollten doch Abenteuer, keine Frühschicht! Aber gut, der Wille war da, der Hintern wurde hochgekriegt. Der Bus um 10:05 Uhr war brechend voll – offenbar wollten auch andere Leute wandern oder einfach nur raus aus dem Alltag. Nach Umsteigen, S-Bahn und nochmal Bus waren wir endlich da: Startpunkt Nikolsdorfer Wände. Die Gegend ist einfach traumhaft. Kleine Pfade, verwunschene Wege, ein Hauch von Alpenfeeling (laut Komoot, also muss es stimmen). Ein schmaler Felsspalt, ein paar Griffe – und zack, durch! Katrin hatte kurz zu kämpfen, aber wie immer: Heldin des Tages. Dann tauchten wir ein in einen Märchenwald. Felsen, Überhänge, Boofenplätze – es fehlten nur noch Elfen und ein sprechender Baum. Doch irgendwann mussten wir weiter. Der Patronenweg führte uns tief ins Tal – nur um uns gleich wieder hochzujagen. Danke, Höhenmeter!
Und dann kam der Moment, der alles veredelte: Erbsensuppe und Würstchen aus unserem neuen Warmahaltegerät von Origin. Ein kulinarisches Highlight mitten im Wald, das uns nicht nur gestärkt, sondern auch emotional gewärmt hat. Wer braucht schon Gourmetrestaurants, wenn man mit heißer Suppe auf einem Waldboden sitzt und sich wie ein König fühlt?
Und dann… der Quirl. Unser alter Feind. Doch was war das? Tolle Aussichten, schöne Plätze, und dann – der Diebskeller! Der Diebskeller, auch liebevoll Diebshöhle genannt, ist die größte Schichtfugenhöhle der Sächsischen Schweiz. 29 Meter lang, bis zu 8 Meter breit und zwei Etagen – das ist kein Keller, das ist ein unterirdisches Schloss für Sandsteinräuber! Mit Stirnlampe bewaffnet wagten wir uns hinein. Im vorderen Bereich: kühl und gemütlich. Im hinteren Teil: feucht, eng und irgendwie mystisch. Gerade stehen? Nur am Ende. Aber hey, wer braucht schon Komfort, wenn man Abenteuer hat! Das Gestein schimmerte in faszinierenden Farben, und wer genau hinschaut, entdeckt vielleicht sogar den geheimen Eingang zum sagenumwobenen Elfenkeller. Nein, wir haben keine Schulklasse beobachtet, die da rausgekrochen ist – aber wir hätten es uns gewünscht.
Die Zeit drängte, also machten wir uns auf Richtung Königstein. Dort gab’s Essen, Füße hochlegen und das stolze Fazit: 10,1 Kilometer, keine Schmerzen, viele Erinnerungen. Manchmal lohnt es sich eben doch, alten Feinden eine zweite Chance zu geben. Der Quirl hat uns überrascht, der Diebskeller hat uns begeistert – und unsere Füße haben uns nicht im Stich gelassen. Also: Rucksack packen, Stirnlampe einstecken und los geht’s. Vielleicht wartet euer nächstes Abenteuer ja genau dort, wo ihr es am wenigsten erwartet.Eure Sandsteinjäger
Freitag, 12. September 2025
Nieselregen, Wochenkarte und Fototerror
Doch dann kam Katrin. Mit dem entschlossenen Blick einer Expeditionsleiterin und der Wochenkarte in der Hand. „Was Kurzes und Leichtes muss her – die Karte muss abgenutzt werden!“ sprach sie, und zack, saßen wir im Ostrauer Aufzug. Hoch ging’s, mit etwas weniger Gepäck als sonst (die Motivation war ja schon schwer genug), über die Ostrauer Scheibe bis zum Wegweiser zur Ostrauer Mühle. Dort, wo die Camper ihre Zelte hüten und der Kaffee morgens nach Abenteuer schmeckt.
Das Wetter blieb seinem Motto treu: „Ich kann auch feucht.“ Immer wieder nieselte es leicht, als wolle der Himmel uns sagen: „Ihr wolltet doch was Kurzes, oder?“ Im Kirnitzschtal wechselten wir die Talseite – ganz unpolitisch, einfach nur dem Weg folgend – und schlenderten den Flößersteig entlang bis nach Bad Schandau. Immer wieder Pausen. Immer wieder: „Ach, hier könnten wir auch einfach sitzen bleiben.“
Die große Pause gab’s am Abzweig zur Dorfbachklamm. Früher sind wir da mal hoch. Damals, als unsere Knie noch nicht bei jedem Höhenmeter protestierten. „Nur für geübte Wanderer“ steht da. Und wir? Halb geübt, halb bequem. Heute? Nein danke. Aber der Gedanke bleibt: Vielleicht mal wieder. Vielleicht.
In Bad Schandau war Oldtimer-Rallye angesagt. Ich hatte die WP im Blick – nicht die Weltpolitik, sondern die Wertungsprüfung. Die Fahrzeuge sollten weiter nach Gohrisch fahren, wir hingegen überlegten: Fahren sie über Krippen? Bekomme ich dort einen besseren Standort? Ich brauchte Licht, viel Licht für meine Unternehmung. Und weniger Touris im Hintergrund. Am Ende landete ich an einer Kurve, wo die Boliden nach der WP wieder losfuhren. Der Hintergrund? Naja. Die Touris? Viele. Aber der Fototerror begann dann um 16:04 Uhr und endete um 17:23 Uhr mit drei komplett vollen Speicherkarten. 159 Fahrzeuge, 158 erwischt. Beim Wechseln einer Speicherkarte ging mir mir einer durch die Lappen – heimlich, still und leise. Verräterisch.
Jetzt heißt es: am PC aussortieren. Scharf aussortieren. Nur das Beste bleibt. Vielleicht landet was auf Instagram. Vielleicht auch nicht. Unsere Wandertour vom heutigen Tage hatte jedenfalls auch ihre 9 Kilometer – und das zählt für die eigentliche Bilanz.
Morgen steht die große Tour an. Alles Überflüssige bleibt zu Hause. Nur das Nötigste kommt mit. Ich fülle noch schnell die Trinkblasen (nein, keine Party, nur Wasser), packe den Rucksack und überlege: Welche Kamera nehme ich mit? Hauptsache, der Rucksack wird nicht wieder zum mobilen Fitnessstudio.
Und bevor ich mich in die Horizontale verabschiede, muss noch etwas gesagt werden: Katrin ist heute und alle anderen Tage ein paar Extra-Kilometer gelaufen. Warum? Weil sie morgens zum Bäcker geht. Und weil sie den Frühstückstisch so liebevoll deckt, dass selbst die Sonne neidisch wäre – wenn sie denn mal erscheinen würde. Das rechne ich ihr hoch an. Sehr hoch.
Gute Nacht, Sächsische Schweiz. Morgen sehen wir uns wieder – mit weniger Gepäck und noch mehr Geschichten. 24 Stunden noch und und dann könnt ihr Euch wieder durchklicken. Viel Spaß.Eure Sandsteinjäger
Donnerstag, 11. September 2025
Birken, Borkenkäfer und Beinflaute
Also lieber auf Nummer sicher – und auf Altbewährtes. Der Panoramaweg mit dem Scharwändeweg ist wie die Lieblingsjeans: sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Erst mal mit der Kirnitzschtalbahn bis zum Beuthenfall – ein Klassiker, der nie aus der Mode kommt. Danach ging’s am Beuthenbach entlang bergauf. Klingt idyllisch, wäre da nicht der Borkenkäfer, der sich hier als Landschaftsarchitekt versucht hat. Der Wald? Kaum wiederzuerkennen. Der Weg? Ein schmaler Grat am Abgrund, gesäumt von Birken, die aussehen wie Teenager auf dem Weg zur ersten Klassenfahrt – jung, wild und überall.
Die Scharwiese oben ist dann wie ein Wellnessbereich für Wanderseelen. Der Blick? Affensteine, Kleiner Dom, Schrammsteine – ein Panorama, das selbst die müdesten Füße kurz vergessen lässt, dass sie eigentlich streiken wollten. Kaum Treppen, kaum Steigungen, dafür viel „Ahhh“ und „Ohhh“. Das Schonprogramm deluxe.
Natürlich hatte ich mein Stativ und das zweite Objektiv dabei – man weiß ja nie. Und siehe da: ein Falke im Sturzflug! Ich hab ihn erwischt. Also fotografisch. Ob das Bild was taugt? Wird sich am Rechner zeigen. Aber allein der Moment war schon ein Volltreffer.
Weiter ging’s über Mittelndorf nach Altendorf, wo uns ein Doppeldecker AN-2 im Vorgarten anlachte – als Ferienwohnung! Wer braucht schon Airbnb, wenn man in einem Flugzeug schlafen kann? Großartig in Szene gesetzt, fast wie ein Kunstwerk mit Propeller.
Dann zurück Richtung Bad Schandau. Die Füße? Inzwischen eher Brei als Bein. Die Sohlen summten kein Lied, sondern klagten eine Ballade. Am Schlossberg war Schluss mit lustig – wir wollten nur noch essen. Nach 9,5 Kilometern war das Mahl verdient und, wie man so schön sagt: oberlecker.
Und dann, als wäre der Tag nicht schon voll genug, das blaue Wunder auf der Fähre: zwei Eisvögel beim Fischfang. Die Kamera? Natürlich tief im Rucksack vergraben. Timing ist alles – und meins war heute auf Pause.
Und morgen? Morgen soll eine Oldtimer-Rallye durch Krippen rollen. Wenn alles passt, gibt’s wieder Fotos. Vielleicht diesmal mit Kamera außerhalb des Rucksacks.Eure Sandsteinjäger
Mittwoch, 10. September 2025
Wie aus der Kindheit
Der Weg, der dieses Jahr als schönster Wanderweg Deutschlands ausgezeichnet wurde, ist kein Unbekannter für uns. Schon im letzten Jahr haben wir ihn erkundet, doch heute war er anders. Vielleicht lag es am Wetter, vielleicht an der Stimmung – oder einfach am Duft. Dieser Tag roch nach Kindheit: nach frisch gemähtem Heu, nach wilden Wiesen am Badeteich, nach feuchtem Laub und alten Bäumen. Erinnerungen wurden wach, ganz ohne Worte.
Der Weg selbst ist eine gelungene Wiederentdeckung. Im Zuge des CDF-Jahres wurde ordentlich die Trommel gerührt. Jedes Dorf entlang der Strecke kramt seine Caspar-Anekdoten hervor – sei es ein Steak, das er gegessen haben soll, ein Bett, in dem er geschlafen hat, oder eine Katze, die er angeblich gemalt hat. Der Weg wurde freigeschnitten, beschildert und mit viel Liebe neu inszeniert. Und ja, er gefällt uns – sonst wären wir nicht wieder hier.
Oberhalb der Elbe öffnet sich der Blick ins Tal, und wir steigen bis zur Hunskirche hinauf. Die gehört zwar nicht zur offiziellen Route, bietet aber einen traumhaften Blick auf Schmilka. Dort gab’s die erste Pauseration – und den ersten Hauch von Sommerduft: trockene Wiesen, warme Felsen, ein Hauch von Waldhonig in der Luft.
Dann wurde es abenteuerlich. Der Rückweg zur Hauptroute war steil und ungemütlich, also entschieden wir uns für die „Abkürzung“ in den Hirschgrund. Anfangs leicht zu finden, doch bald versperrten umgestürzte Bäume den Weg, und eine seltsame Wegänderung ließ uns zweifeln. Aber wir kamen unten an – direkt an der Straße im Hirschgrund. Perfekt.
Weiter ging’s über den alten Elbhangweg zum Aschersteig, der uns bis zum Fuße der Kaiserkrone führte. Der Himmel zog sich zu, die Luft wurde schwül, und mit ihr kam ein weiterer Duftmoment: feuchte Erde, Pilze, Moos – wie nach einem warmen Sommerregen. Unsere nächste Pause war kulinarisch: warme Nudeln aus der Warmhaltebox. Einfach, ehrlich, lecker.
Durch den Ort ging’s weiter zum Wolfsberg, dann zur Wanderrast. Ein kleines Leckeis zur Belohnung, bevor der Püschelweg uns rief. Der Regen holte uns ein – erst Niesel, dann Landregen. Und mit ihm kam der Duft, der alles überlagerte: Heu, Wald, Pilze, Laub. Ein Tag, der nicht nur in den Beinen, sondern auch in der Nase hängen bleibt. Am Ende: „Zur Eiche“. Rein, Tisch für zwei, lecker essen. Ein würdiger Abschluss.
Heute Nacht soll es durchregnen. Wir hoffen auf besseres Wetter morgen. Die Planung steht bis Samstag – und wer weiß, vielleicht wartet noch ein Sonnenuntergang auf der Kaiserkrone auf uns.Eure Sandsteinjäger
Dienstag, 9. September 2025
Platte Füße
Dann kam der Nebel. Und zwar nicht so ein bisschen mystisch-romantischer Schleier, sondern die volle Suppe – Sichtweite gleich null, Elbtal im Tarnmodus. Damit war klar: Der Lilienstein würde heute keine Show liefern. Katrin war plötzlich ganz entspannt, fast schon erleichtert. Der Nebel hatte ihr die Entscheidung abgenommen, und das ganz ohne Schuldgefühle. Also blieben wir einfach liegen. Kein schlechtes Gewissen, kein Sonnenaufgang, dafür ein sehr gemütlicher Start in den Tag – um Punkt 9 Uhr, mit warmem Bett und ohne Waldgeräusche.
Unsere eigentliche Tour begann dann ganz zivilisiert mit der Fähre und dem Bus nach Schmilka. Früh, ruhig, fast meditativ – wenn man Meditation mit Wanderschuhen und Müsliriegeln betreibt. Vorbei an der Mühle, rauf zur Zwieselhütte, weiter zum Lehnsteig. Der Lehnsteig ist wie ein Fitnessstudio mit Aussicht – viele Stufen, wenig Strecke, aber dafür ordentlich Höhenmeter. Kilometer macht man da nicht, aber Waden wie aus Granit.
Oben angekommen, ging’s über den Reitsteig und Zurückesteig – ja, der heißt wirklich so, und nein, man geht nicht rückwärts. Am Kleinen Dom gab’s dann die verdiente Pause. Die Aussicht: top. Die Wanderer: bunt gemischt. Von „Ich genieße jeden Schritt“ bis „Wo bin ich und warum schwitzt mein Rucksack?“ war alles dabei. Und trotz geschlossener Gaststätten und gestiegener Preise war ordentlich Betrieb – offenbar ist Wandern das neue Wellness.
Dann kam Katrins Moment: die Treppe am Sandloch. Eine Konstruktion, die aussieht, als hätte ein Huhn mit Höhenangst sie entworfen. Muffensausen inklusive, aber sie hat’s gemeistert – mit Stil und einem leichten Adrenalinkick. Weiter ging’s durch das Sandloch, über den Jordanweg (nein, kein religiöser Umweg) zum Nassen Grund. Dort wartete die Kirnitzschtalbahn – ein Klassiker, der uns zurück nach Bad Schandau schaukelte.
Die zehn Kilometer hatten ihre Spuren hinterlassen – vor allem an den Füßen. Aber was macht man nach einer gelungenen Tour? Richtig: Stadtbummel, neues Wanderaccessoire (man gönnt sich ja sonst nichts), und zwei Döner an der Elbe. Der war nicht nur verdient, sondern auch verdammt lecker. Jetzt ist die Sonne weg, die Beine müde, und der Kopf voller neuer Pläne. Morgen ruft – mal sehen, ob die Wettergöttin diesmal mit uns spielt oder wieder ihr eigenes Drehbuch schreibt.Eure Sandsteinjäger
Montag, 8. September 2025
Keine Zeit verschwenden - Weiter gehts
Wir sind durchs Kirnitzschtal geradelt – frisch um die Oberarme, aber mit ordentlich Sonnenschein im Gepäck. Am Lichtenhainer Wasserfall ging’s dann bergauf Richtung Lichtenhain (das liegt irgendwo zwischen Altendorf und Sebnitz, für alle, die gerade die Landkarte zücken). Da muss man echt strampeln wie ein Hamster im Laufrad. Früher war’s hier schattiger, als noch Bäume ringsherum standen. Heute knallt die Sonne direkt auf den Schädel – in Lichtenhain kein Baum, kein Strauch, nur Sonne satt. Aber hey, man gewöhnt sich dran.
Weiter ging’s zur altbekannten Rasthütte, wo wir immer Pause machen. Kurz vor dem Panoramaweg gibt’s nochmal einen Spot mit richtig schöner Aussicht – perfekt, um die Wäsche zu trocknen. Alles schön drapiert, Fotos gemacht, Sattel nochmal zurechtgerückt… und dann: uhh, was ist das? Die Nabe ist angebrochen, vier Speichen baumeln lose herum, als hätten sie Feierabend. Nicht mehr an der Nabe befestigt. Wie kann das denn passieren? Das Problem hatte ich schon mal bei einem anderen Bike gesehen und dachte damals: „Einzelfall, passiert nie wieder.“ Zack – jetzt hat’s mich erwischt.
Glücklicherweise hatten wir erst 13 Kilometer hinter uns. Was nun? Plan A: Bis Amtshainersdorf fahren, dort in den Zug steigen und heimrollen. Plan B: Bis Lichtenhain und hoffen, dass ein Bus kommt. Plan C: Den gleichen Weg langsam zurückradeln. Die Felge hatte noch keine „Acht“, Spannung war noch da. Die restlichen 28 Speichen mussten jetzt zeigen, was sie draufhaben – und zum Glück ging’s nur noch bergab.
Ich hab die losen Teile mit Kabelbindern an die noch festen Speichen gezurrt, das Ganze mit einer ordentlichen Portion Klebeband umwickelt – und dann noch eine Prise Hoffnung dazu. Fertig war die Laube. Ab ins Tal!
Jetzt sitzen wir hier und überlegen, wie’s weitergeht. Fahrradfahren ist erstmal gestorben. Also: Wandern bis der Arzt kommt. Es gibt jetzt nur noch diese eine Richtung. Dann wollen wir mal.Eure Sandsteinjäger
Sonntag, 7. September 2025
Menschenmassen und E-Bike-Soziologie
Los ging’s mit dem Frühbus von Krippen nach
Thürmsdorf. Dort ließen wir uns am „alten Gasthaus“ absetzen – das Gebäude
selbst hatte offenbar schon vor Jahren beschlossen, in den Ruhestand zu gehen.
Trotzdem ein schöner Startpunkt, denn der darauffolgende Schlossgarten wartete mit
spätsommerlicher Eleganz und perfektem Wanderwetter auf uns.
Vom Schlossgarten ging’s gemütlich Richtung
Bärensteine, die wir in nördlicher Richtung umkurvten. Über Felder, durch
Wälder und Wiesen – eigentlich unsere stille Route. Doch heute? Menschen, wohin
das Auge reicht. Offenbar war „Wandertag für alle“ ausgerufen worden. Selbst im
Damengrund, wo sonst nur der Wind durch die Blätter flüstert, herrschte
Gedränge wie beim Sommerschlussverkauf.
In Pötzscha angekommen, warteten wir auf die Fähre –
die war allerdings so voll, dass wir fast dachten, sie würde gleich untergehen.
Auf der anderen Seite: ein Gedränge wie auf dem Weihnachtsmarkt, nur mit
Sonnenbrille und Flip-Flops. Kinderwagen, Hunde, Fahrräder – und mittendrin
wir, leicht überfordert und hungrig nach Ruhe.
Während Katrin den Markt unsicher machte, beobachtete
ich die E-Bike-Nutzer. Es war wie ein Live-Experiment:
- Typ 1: Der 16-Jährige mit E-Bike – fährt
mit 25 km/h am Rentner vorbei, trägt Sonnenbrille und AirPods, hat aber
keine Ahnung, wie man schaltet. Das Bike? Teurer als sein Schulabschluss.
- Typ 2: Die „Ich-hab-mir-was-gönnt“-Fraktion – das E-Bike ist schwerer als ihr Gepäck für zwei Wochen Mallorca,
aber hey, es war im Angebot.
- Typ 3: Die Ehrenvollen – ältere
Herrschaften, die das E-Bike wirklich sinnvoll nutzen. Leider selten, aber
dafür umso sympathischer.
Nach dem Markt ging’s zu Fuß nach Rathen – ein langer
Weg, aber mit Aussicht auf Kuchen am Elbufer. Wir gönnten uns ein Stück, dazu
Kaffee aus dem Rucksack. Der perfekte Abschluss? Noch nicht ganz.
Eure Sandsteinjäger
Samstag, 6. September 2025
Tag 0
Die Reise verlief überraschend ruhig – vermutlich, weil wir bereits um halb vier aufgestanden sind und frühzeitig auf der Autobahn unterwegs waren. Der frühe Vogel und so. Aufgrund der Fahrräder am Heck haben wir bewusst eine gemächliche Durchschnittsgeschwindigkeit gewählt. Punkt zehn Uhr waren wir dann auch schon in unserem Zielgebiet.
Erstmal schnell zum Bäcker und zum Fleischer, ein paar Dinge für die kommende Woche eingekauft – und ab in die Ferienwohnung. Der Hunger war riesig. Trotz unseres „Überlebenskits“ in Form eines kalorienreichen Brötchens hatten wir tierischen Appetit. Zwischendurch machte sich die Müdigkeit bemerkbar. Also: erst essen, dann auspacken – und schon lag ich auf der Couch. Nur zehn Minuten Augenpflege, dachte ich. Daraus wurden dann anderthalb Stunden. Auch Katrin hat sich danach hingelegt.
Kaum wieder wach, gab es schon wieder etwas zu essen – diesmal Kuchen und Kaffee. Es wird wirklich viel gegessen. 😄
Am Abend mussten wir uns noch etwas organisieren: schnell die Bikes startklar gemacht, Helmut besucht und dann zur Liethenmühle hinaufgeradelt. Irgendwie ging es erstaunlich flott den Berg hinauf – aber ich habe ganz schön geschnauft. Mit dem Alter scheint der Berg jedes Jahr ein bisschen steiler und höher zu werden. 😉
In der Liethenmühle gab es dann Leber mit Kartoffelstampf – herrlich! Jetzt wird für morgen geplant. Vermutlich müssen wir schon um 8:00 Uhr wieder raus. Die Lust ist da, aber das Bett hat auch seinen Reiz. Morgen geht’s zum Natur-Markt nach Wehlen – wir freuen uns schon!
Nun ist der Tag auch wieder zu Ende. Morgen werden wir dann von einem tollen Tag berichten.
Eure Sandsteinjäger
Sonntag, 17. August 2025
Neuer Glanz bei den Sandsteinjägern
Ein besonderer Funke für diesen Neustart kam übrigens von ganz woanders: von der Donau. Auf einer Flusskreuzfahrt, fernab von Wanderwegen und Gipfeln, haben wir uns eine Pause gegönnt – ganz ohne Blogeintrag, ganz ohne Tracking, einfach nur Urlaub. Und genau dort, zwischen Weinbergen, Klöstern und dem sanften Dahingleiten des Schiffs, kam die Inspiration zurück. Neue Ideen, frischer Mumm und der Wunsch, die Webseite nicht nur zu überarbeiten, sondern neu zu denken. Manchmal braucht es eben genau das: Abstand, um wieder Nähe zu finden – zu den Geschichten, zu den Bildern, zu dem, was uns antreibt.
Eure Sandsteinjäger
Montag, 11. August 2025
Zwischen Abenteuerlust und Entspannung – Ein Update nach der Funkstille
Es ist lange her, dass wir etwas gepostet haben – zu lange, wenn man bedenkt, wie viel wir in der Zwischenzeit erlebt haben. Auch wenn es hier auf dem Blog still war, waren wir keineswegs untätig. Im Gegenteil: Dank unseres treuen Fahrradträgers haben wir viele kleine, spontane Touren unternommen, die uns neue Perspektiven eröffnet und alte Sehnsüchte neu entfacht haben. Die sächsische Schweiz, das Elbsandsteingebirge, versteckte Pfade, sonnige Felsplateaus – all das werden wir nun 2025 wiederentdecken, diesmal oft auf zwei Rädern oder mit viel Gepäck.
Donnerstag, 17. Oktober 2024
Einmal um den ganzen See
Eure Sandsteinjäger
Freitag, 12. Juli 2024
Etwas für die Fettverbrennung
Persönlich gesehen hätte ich gern auf dem alten Viadukt ein paar Fotos gemacht. Da führte aber leider kein Weg hin.
Am Ende dieser Tour brannten die Füße genauso wie der uns bekannte Stern. Es tat vieles weh. Die zwei Wochen machten sich heute extrem bemerkbar. Nochmal 16 Kilometer Fußmarsch bei ächzender Hitze, die wir anfangs nicht bemerkten, da wir heute viel im Wald waren. Am Ende jedoch waren wir froh diese Runde gegangen zu sein alle Vorschläge gesehen zu haben. Es war ein schöne Runde mit einem Schlussakkord in Katrins Lieblingsfleischerei. Etwas für die Fettverbrennung getan, in zweierlei Hinsicht.
(Essen Kegelbahn)Eure Sandsteinjäger
Donnerstag, 11. Juli 2024
Kein guter Stern der keinen Namen trägt
Ein Baum, kein Baum, da liegt ein Baum. Die geplante Runde war eigentlich gar nicht so schlecht. Hinauf auf den unteren Weg des Kohlbornsteins und dann zur Pionierlagerstraße. Schlechte und gesperrte Wege machten ein Fahren fast unmöglich. Wir mussten um den Kohlbornstein herum und nahmen die für uns beste Route. Wir schoben wir über die Ostflanke des Berges in Richtung aller vorhandenen Wegekreuzungen. Nächste Sperrung wegen Baumfällarbeiten – Umleitung. Das gab es dann in 10-facher Ausfertigung. Also der erste Teil hat mächtig geschlaucht.
Die Tour stand also schon nach den ersten 4 Kilometern unter keinem guten Stern. Das
Wasser lief mit unter dem Helm über das Gesicht. Lust hatte ich gar nicht mehr.
Und dann konnten wir etwas fahren. Bis zur nächsten Schiebeeinheit hinauf zur
Pionerlagerstraße. Oh, eine umgekippte Buche. Warum auch nicht? Durch diese kletterten wir mit den Bikes direkt hindurch. Ja warum denn nicht? Die fehlte eigentlich noch. Langsam kam
jetzt auch noch ein kleines Regengebiet auf uns zu. An der nächsten Rast
machten wir eine ausgiebige Pause. Trockneten die Sachen im mückenreichsten Gebiet. Für mich war nun alles vorbei. Katrin heckte indes
drei neue Pläne aus und durchforstete die Karte. Etwas Ausdauer hatte ich noch,
aber ich wusste auch nicht wie lange Katrin jetzt noch mitmachen würde und lies
sie jetzt entscheiden. Der Ursprungsplan wurde kurzer Hand verworfen und der Neue für gut befunden. Die Sonne schien jetzt wieder prächtig und wir fuhren in
Richtung Papstdorf hinunter und zum Papststein hinauf, bevor wir die „Alte Jäke“ wieder hinunterfuhren. Für
mich war das das Highlight – Dreck, Schlamm, Wurzeln, Steine, Abfahrt – man war das
Geil. Im nächsten Café in Gohrisch konnte (musste) ich mich dann erstmal waschen und
frisch machen. Ich muss böse ausgesehen haben. Nach einer Eisschokolade ging es
dann weiter in Richtung Königstein über die Schöne Aussicht. Hier gab es
nochmal eine kleine Erholung bis es nach Königstein hinunter ging. Jetzt war es
nicht mehr weit bis nach Hause und wir entschieden uns dem schlechten Wetter mit Speed vorauszufahren. Langsam aber sicher wollte es uns einholen. Katrin gab
ordentlich Kette und mit Windböen von hinten kamen wir ganz schnell an unser
Ziel. Glücklicher Weise zog das Gewitter dann an uns vorbei.
Zum Essen ging es dann Abends zum bestellten Tisch auf den Zirkelstein, alles selbst hinauf geschleppt und wieder heruntergetragen.
Eure Sandsteinjäger
Mittwoch, 10. Juli 2024
Dicker K.
Heute hatten wir uns eine kleine Runde vorgenommen, um für die nächsten letzten Tage frisch und fit zu sein. Daher hieß es zur „Hohen Liebe“ und dann mit der K.-Bahn wieder zurück oder vielleicht sogar den Flößersteig entlang. In Ostrau angekommen sahen wir schon das Unwetter auf uns zukommen. Wir gingen den Steinbrecherweg entlang, der dann später auf den Wenzelsweg führt. Hier entschied ich dann, dass wir den Rückmarsch antreten. Bis zur nächsten Bushaltestelle waren es nur 17 Minuten Gehzeit. Also dann.
Der Bus kam pünktlich. Dieser fuhr uns dann leicht gekühlt bis in die Stadt zurück. Es ging sofort in das nächste Café, denn es sollte wirklich schlechtes Wetter werden. Als die Plätze eingenommen wurden, begann auch gleich der große Schauer und wir schlemmten dicken Kuchen im Café mit Blick auf die nasse Straße.
Eure Sandsteinjäger


