Sonntag, 5. Juli 2026

ZWO

Unser zweiter Wandertag zwischen Nieselregen, Nervenkitzel und einer Bremsen-Apokalypse

Der zweite Wandertag begann – wie sollte es auch anders sein – mit dem vertrauten 7:45‑Uhr‑Weckerklingeln. Wir wollten es gemütlich angehen, ohne Stress, ohne Hektik, einfach entspannt Richtung Bus schlendern. Nach einem richtig guten Frühstück (die Grundlage jeder erfolgreichen Expedition) ging es los: Der Bus brachte uns nach Kleingießhübel, dem Startpunkt unserer Tour hinauf zum Zschirnstein.

Das Wetter war als „unbeständig“ angekündigt – ein Wort, das Wanderer entweder nervös macht oder ihnen ein müdes Schulterzucken entlockt. Wir entschieden uns für Letzteres. Ein bisschen Nieselregen am Anfang? Geschenkt. Die Temperaturen waren angenehm, die Laune gut, und der lange Marsch hinauf zur Aussicht über den Forststeig machte uns irgendwann hungrig genug, um die Rucksäcke spürbar leichter zu futtern.

Der Rückweg führte über einen anderen Forststeig, der sich als etwas knüppeliger herausstellte. Und dann kamen sie: drei Radfahrer. Ja, richtig gelesen. Drei Menschen, die offenbar beschlossen hatten, dass Mountainbiken auf diesem Weg eine brillante Idee sei. Ich habe selbst schon viel Blödsinn gemacht, aber das hier war eine neue Kategorie. Vermutlich hatten sie sich verfahren – und am Ende gab es nicht einmal Platz zum Umdrehen. Immerhin lachten sie noch. Humor ist eben auch ein Fortbewegungsmittel.

Während wir weiterliefen, meinte Katrin, dass dieser Stein – der Zschirnstein – irgendwie immer etwas Negatives mitbringe. Irgendeinen Ärger, irgendeinen kleinen Zoff. Bis dahin war alles ruhig. Also musste ja noch was kommen. Und es kam.

Erst eine Kreuzung. Dann noch eine. Dann ein Abzweig. Wir blieben auf der richtigen Spur Richtung Wolfsberg. Und kurz vor dem Zwischenziel begann das Unheil: Erst eine Bremse. Dann mehrere. Dann gefühlt hunderte. Anti‑Brumm? Ein Witz. Unsere Körperwärme schien ein Leuchtfeuer für sämtliche Bremsen des Waldes zu sein.

Und als wäre das nicht genug, fing es plötzlich an zu regnen. Wir dachten kurz: „Gerettet! Endlich lassen die Biester von uns ab!“ Aber nein – die Bremsen blieben, wir wurden nur zusätzlich nass. Die Rucksäcke auch. In diesem Moment schrie Katrin durch den Wald, ich solle endlich meinen Regenschutz überziehen – Schutz gegen Regen und wahrscheinlich auch gegen Bremsen. Aber ich hatte genug damit zu tun, mich selbst vor dieser fliegenden Armee zu retten. Multitasking war keine Option.

Wir wurden immer schneller, ich fühlte mich zunehmend unwohl, und meine lange Hose war plötzlich mein bester Freund. Noch zwei oder drei Kilometer durch den Busch – begleitet von einer summenden, stechenden Armee.

Erst am Eingang des Panoramahotels Wolfsberg ließen sie von uns ab. Wir waren in Sicherheit. Endlich. Kuchen, Eis und Kaffee wurden zu unseren persönlichen Helden. Eine lange Pause, Erholung, Panoramaaussicht – wir hatten es uns verdient.

Weiter ging es nach Reinhardtsdorf, über die Wiese in Richtung Kleine Bastei. Eigentlich hätten wir auf den Bus warten sollen. Aber wir zwei wollten es ja mal wieder wissen und wollten Kilometer schruppen. Ab der Kleinen Bastei wurden die Füße schwerer, Katrins Fußsohlen meldeten sich deutlich. Und dann dieser Abstieg ab der Carolahöhe: Steine, Wurzeln, ausgewaschener Weg, Laub, Äste – ein Parcours, der uns alles abverlangte. Die letzten Meter wurden zur Qual. Das hätten wir uns sparen können.

Doch irgendwann tauchte Krippen im Tal auf. Wir hatten es geschafft. 13,8 Kilometer. Und um 19 Uhr wartete ein Tisch für zwei in der Eiche. Wandertag ZWO: bestanden.

Eure Sandsteinjäger 

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Samstag, 4. Juli 2026

EINS

Bereits um 3.30 Uhr sind wir aus dem Bett gestolpert wie zwei übernächtigte Abenteurer, die sich versehentlich für eine Expedition zum Südpol angemeldet haben. Um 4.00 Uhr saßen wir schon im Auto, noch halb im Traum, aber fest entschlossen, die Welt zu bezwingen. Die Autobahn lag ruhig vor uns und wir hatten eine erstaunlich gute Pace, die uns selbst beeindruckt hat. Natürlich ohne Raserei, denn wir wollten nicht als frühmorgendliche Asphaltrowdys enden. Nach exakt 4 Stunden und 51 Minuten standen wir schließlich in Kritzschwitz am Obstbauernhof, diesem sagenumwobenen Ort, an dem wir früher immer vorbeigefahren sind, als wäre er ein streng bewachtes Geheimprojekt. 
Heute jedoch haben wir ernst gemacht und die Sache gründlich unter die Lupe genommen. Wir haben zu erst unser Proviant vertilgt wie zwei hungrige Waldkobolde und uns dann durch die einheimischen Produkte des Markts gestöbert, vom Apfel bis zum Bier. Dabei fragten wir uns, warum es eigentlich keine Bananen gibt. Vielleicht ist sie hier nicht regional genug oder sie hat einfach Urlaub. 
Danach ging es weiter Richtung Königstein zum Edeka, Vorsicht Schleichwerbung. Dort fühlten wir uns wie zwei Undercover-Agenten, die streng geheime Lebensmittelmissionen erfüllen. Anschließend fuhren wir zum Bahnhof für den Wochenkartenvorverkauf, der sich als erstaunlich kompliziert herausstellte. Fahrscheine werden nämlich nur noch mit festem Anfangsdatum verkauft und Fahrpläne gibt es ausschließlich per QR Code. Und hier beginnt das eigentliche Drama. Dieser QR Code ist offenbar der neue Gott des öffentlichen Nahverkehrs. Ohne Smartphone bist du ab sofort ein Bürger zweiter Klasse, der Busse nur noch vom Hörensagen kennt. Was für ein Blödsinn. Der QR Code entscheidet inzwischen sogar, welche Busse existieren dürfen, denn einige fehlten einfach in der Übersicht, die wir herunterladen wollten. Wenn man die Fahrpläne dann doch findet, werden sie irgendwo auf dem Handy gespeichert, vermutlich in einem dunklen Datenverlies, wo sie leise kichern und darauf warten, nie wieder entdeckt zu werden. Also mussten wir neu scannen. 
Und neu scannen. 
Und neu scannen. 
Immerhin half am Ende die Wanderapp Mapy, denn dort stehen Busse drin. Wir wussten allerdings nicht, ob das alles stimmt oder ob Mapy einfach gute Laune hatte und uns ein paar Fantasiebusse präsentiert hat. Trotzdem ist die Tour für morgen fertig geplant. 
Auch wenn es jetzt ein wenig nieselt und das Wetter durchwachsen sein soll, machen wir das schon. Wir sind schließlich wetterfest wie zwei alte Wanderjacken. Unser Schönheitsschlaf von 15.30 bis 17.00 hat uns wieder in die Kategorie „halbwegs funktionierende Menschen“ katapultiert. 
Kuchen und Kaffee gab es ebenfalls schon in der Unterkunft mit Blick auf die Elbe, wo wir kleine gedankliche Rückschauen der letzten Jahre geteilt haben wie zwei nostalgische Philosophen. Jetzt kommt schon wieder der Hunger und gleich essen wir unser frisch eingekauftes Zeug. 
Danach wollen wir noch einmal raus. Vielleicht stolpern wir über einen weiteren QR Code. Vielleicht über eine Banane. Wer weiß. 
In diesem Sinne: schönen Urlaub ;-).

Eure Sandsteinjäger 

Nachtrag: Als wir dann gestern Abend nochmal los waren, um die Karten zu kaufen, trafen wir weder auf QR-Codes oder irgendwelche Bananen. Statt dessen wurden wir auf dem Bahnhof 30 Jahre zurück versetzt. Irgendwann in das Jahr 1987. Ein Bahnhof in einer Ostdeutschen Provinz, Fahrkartenschalter bereits seit 15:00 Uhr zu. Stille, Leere, Einsamkeit. Woher den Zugfahrschein jetzt nehmen? Also nach der Wende waren wir doch echt verwöhnt worden, überall wurden Automaten aufgebaut und man konnte einen Fahrschein nach Berlin über Bonn und Bentwisch kaufen. Das gibts jetzt nicht mehr. Der Automat war weg. Alles nur noch digital? Ich will Papier und dann abstempeln!!! Und warum steht neben dem Automaten, der nicht mehr da ist, ein Entwerter? Die Digitalisierung in ihrem vollem Lauf - wir sind gespannt ob der Busfahrer heute noch Bargeld annimmt.

Mittwoch, 10. Juni 2026

Zwischen Bikes, Blöcken und ...

Der Frühsommer 2026 fühlt sich an wie eine Zwischenwelt: nicht mehr Winter, noch nicht richtig Sommer, und irgendwo dazwischen jonglieren wir mit Fahrradfahren, Bouldern und der Vorbereitung auf unseren Sommerurlaub.
Und gleichzeitig ist da dieses Gefühl, dass man plant – aber eigentlich keine Ahnung hat, was Wetter, Laune oder Schulter so vorhaben.

Harz: Sonne, Wind und verbrannte Nasen.
 
Bevor es Richtung Sachsen geht, haben wir uns ein paar Tage im Harz gegönnt. Eiskalte Morgen, warme Tage, Wind wie auf einem Hochplateau und Sonne, die uns das Gesicht geröstet hat, als wären wir drei Wochen am Mittelmeer gewesen.
Rund um Wernigerode haben wir viel gesehen, viel gemacht und gut gegessen – und wieder gemerkt, wie schnell draußen alles anders läuft, als man denkt.

Der Dämpfer‑Krimi: Staffel 2
Und als wäre das nicht genug, lief parallel noch mein ganz persönliches Dämpfer‑Drama weiter. Ich hatte den Typen, der meinen Cane Creek reparieren sollte, endlich erreicht. Vor Ostern wollte er ihn fertig haben.
Hat er aber nicht. Also kam der Dämpfer irgendwann im Mai zurück – mit einem „tollen Gruß“ und der Hoffnung, dass jetzt endlich Ruhe ist.
War sie aber nicht.

Nach zwei Fahrten sackte mir der Dämpfer wieder komplett zusammen.
So viel Luft in der Negativkammer, dass das Ding einfach zusammengestaucht blieb – wie ein Luftballon, der falsch herum aufgepustet wurde.
Nochmal anschreiben? Hat nichts gebracht. Funkstille.

Am Ende half nur eins: die KI fragen, was man da macht.

Die Antwort war so simpel wie absurd:
200 psi reinpumpen, den Dämpfer einmal langziehen – und dann zischt es kurz, weil die überschüssige Luft aus der Negativkammer entweicht.  
Danach steht das Ding wieder wie es soll.
Manchmal ist Technik eben keine Raketenwissenschaft, sondern nur ein bisschen Physik und ein bisschen Mut.

Sommerurlaub in Sicht – aber mit Fragezeichen
Jetzt geht’s ans Packen für Sachsen.
Diesmal ohne Bike, weil die Bahn mit Baustellen und Zugausfällen die Touren ins Tschechische unmöglich macht. Also wird’s ein Urlaub auf zwei Beinen statt zwei Rädern.

Ein paar Wanderrouten stehen schon. Und dieses Jahr trauen wir uns auch an Wege, die wir früher eher ignoriert hätten – zu kurz, zu unscheinbar, zu „machen wir irgendwann mal“. Jetzt sehen wir sie mit anderen Augen: entdeckerisch, offen, ohne Druck.

Dazu kommen Touren, die wir letztes Jahr schon gemacht haben und diesmal vielleicht ausbauen, verlängern oder einfach anders erleben wollen.
Manchmal reicht ein anderer Startpunkt oder ein anderer Tag – und schon fühlt sich eine bekannte Strecke komplett neu an.

Fazit: Wir lassen kommen, was kommt. Wetter? Kann alles sein.
Schulter? Hoffentlich gnädig. Katrin? Muss schauen, wie es ihr geht.
Und wir? Wir nehmen’s, wie’s kommt.

Der Sommer 2026 darf uns überraschen. Aber nächstes Jahr kommen die Räder wieder mit!

Eure Sandsteinjäger 

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Sonntag, 30. November 2025

MTB Team Abschlussfahrt

Morgens um 10 Uhr in Doberan ging es los, das Wetter war frisch, aber immerhin nicht so kalt, dass man gleich wieder ins Bett wollte, und nach einer Woche Dauerregen wussten wir natürlich, dass die Wälder nicht wie ein gepflegter Park aussehen würden, sondern eher wie ein Schlammspielplatz für Erwachsene, ich selbst war allerdings so gar nicht in Bestform, denn die Muskelschwäche vom Bouldern hing mir noch in den Knochen und als wäre das nicht genug, war auch noch der Sattel falsch eingestellt, es passte einfach gar nichts, trotzdem rollten wir los und verbrachten drei Stunden im Wald, insgesamt 23 Kilometer, begleitet von einer Handdrohne, die uns wie ein hyperaktiver Hund hinterherflog, dabei ordentlich Krach machte und uns fast durch die Schlammlöcher gescheucht hätte, irgendwann fühlte es sich an, als ob wir nicht mehr das MTB-Team waren, sondern die Hauptdarsteller in einem Actionfilm mit Spezialeffekten, und dann kam mein persönliches Highlight, ich habe mich zum ersten Mal die Treppe am Bahnhof hinuntergetraut, bisher war das immer mein Endgegner, diesmal habe ich es gemeistert und fühlte mich kurz wie ein Profi, nach der Tour wartete im Doberaner Weihnachtsdorf ein reservierter Tisch, an dem wir bis um drei saßen, Glühwein tranken, erzählten und über alte Geschichten und Touren schwärmten, die Stimmung war so gut, dass man fast vergessen konnte, wie hoch mein Puls zwischendurch war, angeschlagene 200, gesund ist das sicher nicht, aber immerhin ein Beweis dafür, dass ich noch lebe, sauber war es natürlich auch nicht, aber genau das gehört dazu, am Ende bleibt eine Abschlussfahrt, die mehr nach Abenteuer als nach Sport klang, und in diesem Sinne: einen schönen Advent und möge der nächste Sattel besser eingestellt sein.

Eure Sandsteinjäger 

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Samstag, 22. November 2025

Von der Traumtour zum Naben-Drama – Nachbericht zum 8. September

Der 8. September sollte eigentlich ein Highlight unseres Urlaubs werden: eine richtig schöne Fahrradtour durch die Landschaft, Sonne im Gesicht, Wind um die Nase, und das Gefühl von Freiheit auf zwei Rädern. Doch wie es manchmal so läuft, wurde aus der Traumtour ein technisches Abenteuer, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Wir waren gerade mitten im Flow, als plötzlich die teure Vorderradnabe beschloss, ihren Dienst zu quittieren. Ich nenne es jetzt einfach mal „Totalschaden deluxe“. Statt weiter über Hügel und durch Täler zu rauschen, mussten wir den Rückzug antreten – langsam, fast schleichend, zurück zur Unterkunft. Die Bikes wurden in die Ecke gestellt, beleidigt und stumm, und wir beschlossen: Ab sofort wird der Urlaub eben zu Fuß erledigt.

Natürlich versuchte ich, den Händler zu erreichen, der das Rad damals vor einigen Jahren quasi „zusammen gemeißelt“ hatte. Aber das Telefonat brachte rein gar nichts – keine Lösung, keine Hilfe, nur das Gefühl, dass ich besser Rauchzeichen gesendet hätte.

Zum Glück meldete sich der Hersteller der Nabe blitzschnell zurück. „Das darf nicht passieren!“, hieß es, und schwupps gab es 50 % Rabatt auf eine neue Nabe. Ein halber Sieg, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Mein ursprünglicher Plan war, die Nabe selbst einzuspeichen und dann zentrieren zu lassen. Doch für 70 Euro ließ ich es in unserer Stadt erledigen – mit der kleinen Komplikation, dass beim Zentrieren links und rechts verwechselt wurden. Na ja, solche Details machen die Geschichte erst richtig rund. Am Ende sitzt die Nabe drin und läuft wieder wie sie soll.

Und weil Unglück bekanntlich Appetit macht, habe ich mir gleich noch neue Pedale gegönnt – die Raceface Turbine, passend zum Lenker im Kashmoney-Goldlook. Selten, nicht günstig, aber immerhin im Sale. Jetzt glänzt das Rad nicht nur technisch wieder, sondern auch optisch wie frisch vergoldet.

Beim Durchstöbern meiner Fotos kam dann die große Überraschung: Der Bruch war schon im August sichtbar! Ich bin also noch fröhlich mit kaputter Nabe herumgedonnert – Respekt an das Material, das trotzdem durchgehalten hat. Wahrscheinlich hätte ich den ganzen Urlaub fahren können, ohne dass etwas passiert wäre. Aber jetzt ist alles wieder heile, und ich kann wieder loslegen.

Nur der Dämpfer macht noch Probleme. Die Firma, die ihn zuletzt gewartet hat, scheint es nicht mehr zu geben – klassischer Fall von „Service ins Nirvana“. Aber egal: Die kalte Jahreszeit beginnt, und ich freue mich schon auf den ersten Schnee. Denn das wird richtig geil.

Fazit: Aus einer geplanten Traumtour wurde ein Naben-Drama mit Hotline-Desaster, Zentrier-Chaos und spontanen Fußmärschen. Doch am Ende sind die Sandsteinjäger wieder startklar – mit neuer Nabe, Raceface Turbine Pedalen und Kashmoney-Goldlenker. Bereit für die nächste Runde, diesmal hoffentlich ohne Totalschaden.


Eure Sandsteinjäger 

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Mittwoch, 17. September 2025

Zwischen Quirl und Chaos – sieben Tage Wanderglück

Es waren mal wieder diese typischen Sandsteinjäger-Urlaubstage: voller Entdeckungen, kleiner Pannen und großer Momente. Der Fahrraddefekt gleich zu Beginn war zwar ein Dämpfer für die geplanten Super-Spezial-Touren, aber wie heißt es so schön – wer braucht schon zwei Räder, wenn er zwei Beine hat?

Und die haben uns zuverlässig getragen: durch die Nikolsdorfer Wände, über den Kleinhennersdorfer Stein und rund um den Quirl, der sich als echtes Highlight entpuppte. Neue Pfade, teils verschlungen wie ein Spaghetti-Teller, wurden mutig erkundet – mit GPS in der einen Hand und Wanderkarte in der anderen. Manchmal war’s unheimlich, manchmal verwirrend, aber hey: Umdrehen geht immer. Und genau das ist auch unser Motto fürs nächste Jahr.

Die Planung? Sagen wir mal: improvisiert mit Tendenz zur Erholung. Früher war das alles durchgetaktet wie ein Schweizer Uhrwerk – heute eher wie ein alter Kompass mit leichtem Südhang. Aber ab Tag drei war klar: Die Räder bleiben künftig daheim, die Böhmische Schweiz muss warten, und wir machen das, was wir am besten können – Wandern, Wandern, Wandern. Die Wochenkarte wurde ausgereizt, linkselbisch wurde zur Komfortzone, und selbst der Regentag hatte seine Funktion: Zwangspause mit Sofa und Tee.

Der letzte Tag? Ohne Bus, ohne Bahn, aber mit Einkehr in der Liethenmühle – ein würdiger Abschluss. Insgesamt: sieben Wandertage, 73,69 Kilometer, 2220 Höhenmeter und ein Rucksack voller Erinnerungen. Jetzt heißt es: nur noch ein dreiviertel Jahr warten, dann geht’s wieder los. Diesmal wieder mit Bikes, mit Plan – oder auch ohne. Ich fang schon mal an zu tüfteln. Ein paar Routen kann man ja schon mal vorsortieren... 😉.

Eure Sandsteinjäger 

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Montag, 15. September 2025

Wild, nass und wunderschön

Nachdem wir gestern wettertechnisch eher das „Indoor-Programm“ gefahren sind – sprich: wir haben rein gar nichts erlebt außer dem Soundtrack des Regens auf dem Fensterbrett – wollten wir es heute nochmal wissen. Letzter Tag, letzte Chance, letzte Tour. Und siehe da: unsere Wochenkarte für die Öffis war erschöpft, die Wanderlust aber nicht. Timing? Perfekt.

Also stapften wir nach einem kräftigen Morgenregen den sagenumwobenen Täppigtsteig (in Komoot steht er als Täppichtsteig) hinauf. Jedes Mal fragen wir uns: Was bedeutet eigentlich „Täppigt“? Klingt wie ein Teppich, den man ausrollt – aber steil. Vielleicht ist es auch einfach sächsisch für „Hoch da mit euch, ihr Wandersleut!“. Die Antwort bleibt mystisch, aber die Aussicht war es definitiv wert.

Mit frischen 12°C und einem Wind, der uns fast die Mütze vom Kopf pfiff, ging’s los. Die Sonne lugte schüchtern hervor, die Wolken verzogen sich langsam – außer an den Berghängen, wo sie offenbar Urlaub machten. Während der Winterberg noch in Nebel gehüllt war, präsentierten sich die Schrammsteine schon in voller Pracht. Ein Naturkino vom Feinsten.

Durch Kleinhennersdorf ging’s am Wildgehege vorbei, Richtung Papststein – aber halt! Der war gar nicht unser Ziel. Stattdessen bogen wir auf einen kleinen Pfad zur Hunskirche ab. Dort gab’s eine wohlverdiente Kaffeepause und einen kleinen Mittagstisch. (Kaffee + Aussicht = Glücksformel.)

Frisch gestärkt ging’s weiter zum Königsteiner Weg, der uns – nach spontaner Routenbesprechung – wieder zum Kleinhennersdorfer Stein führte. An der Kreuzung Suppelsgrund entschieden wir uns für den Pfad „Der Kessel“. Und ja, hier bist du wirklich allein. Ein Märchenwald wie aus dem Bilderbuch, mit Wegen, die Geschichten erzählen.

Der Pfad endete nahe der Aussicht auf den KHS (Kleinhennersdorfer Stein – wir kürzen das jetzt einfach, sonst wird der Text länger als die Wanderung). Bei ordentlich Wind und bester Aussicht gab’s nochmal heißen Kaffee und einen neuen Plan: rüber zum Kohlbornstein. Doch die Uhr war gegen uns, also nahmen wir den Abstieg durch die Formschlucht – was auch immer dieser Name bedeuten mag. Klingt nach Yogaübung, war aber einfach urig und schön.

Zurück in Kleinhennersdorf suchten wir Unterschlupf bei der Feuerwehr – nicht wegen eines Brandes, sondern wegen der nächsten Regenfront, die mit dramatischer Wolkenkulisse heranrollte. Regensachen an, raus – und zack, der nächste Schauer. Also wieder zurück unter die Überdachung. Nach fünf Minuten: Sonne! Und die begleitete uns bis zur Liethenmühle, wo wir unser Abendbrot frühzeitig begannen. Forelle und „Au foir“ – wie immer, perfekt.

Nach einem kurzen Smalltalk mit dem Wirt ging’s mit einer letzten Regenpause bis Krippen hinunter. Ende des Urlaubs. Die Wanderschuhe dürfen jetzt ruhen, die Erinnerungen nicht.

Ein kleines Fazit folgt in den nächsten Tagen – aber eines steht fest: Tschüss Krippen, du warst wild, nass und wunderschön..

Eure Sandsteinjäger 

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Sonntag, 14. September 2025

Wenn es mal wieder regnet

Es ist Sonntag, ja Sonntag ohne Sonne - es regnet wie aus Eimern und wir hatten einen Plan. Leider verbringen wir die Zeit damit, endlich mal auszuschlafen und die Füße und schonen - welche Pech aber auch. Bis morgen

Eure Sandsteinjäger 

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Samstag, 13. September 2025

Zwei alte Bekannte

Es war einmal – also irgendwann zwischen dem letzten Dinosaurier und dem ersten GPS-Gerät – da machten wir eine Tour zum Quirl. Voller Tatendrang, wild und neugierig. Und was bekamen wir? Einen Stein. Einen enttäuschenden Stein. Der Quirl war für uns gestorben. Punkt. Basta. Aus. Wir haben ihn aus unserem Wanderherzen verbannt und ihm nie wieder einen Blick gegönnt. Doch wie das Leben so spielt: Vor ein paar Jahren zog es uns zu den Nikolsdorfer Wänden. Schluchten, Pfade, Magie! Leider auch ein Unwetter, das uns zur Umkehr zwang. Aber wir wären nicht die Sandsteinjäger, wenn wir nicht irgendwann sagen würden: „Neuer Anlauf!“ Und diesmal sollte es nicht nur zurück zu den Nikolsdorfer Wänden gehen, sondern auch dem Quirl eine zweite Chance gegeben werden. Zwei alte Bekannte, ein neuer Blick.

Der Wecker klingelte um 7:30 Uhr. Wer hat sich das ausgedacht? Wir wollten doch Abenteuer, keine Frühschicht! Aber gut, der Wille war da, der Hintern wurde hochgekriegt. Der Bus um 10:05 Uhr war brechend voll – offenbar wollten auch andere Leute wandern oder einfach nur raus aus dem Alltag. Nach Umsteigen, S-Bahn und nochmal Bus waren wir endlich da: Startpunkt Nikolsdorfer Wände. Die Gegend ist einfach traumhaft. Kleine Pfade, verwunschene Wege, ein Hauch von Alpenfeeling (laut Komoot, also muss es stimmen). Ein schmaler Felsspalt, ein paar Griffe – und zack, durch! Katrin hatte kurz zu kämpfen, aber wie immer: Heldin des Tages. Dann tauchten wir ein in einen Märchenwald. Felsen, Überhänge, Boofenplätze – es fehlten nur noch Elfen und ein sprechender Baum. Doch irgendwann mussten wir weiter. Der Patronenweg führte uns tief ins Tal – nur um uns gleich wieder hochzujagen. Danke, Höhenmeter!

Und dann kam der Moment, der alles veredelte: Erbsensuppe und Würstchen aus unserem neuen Warmahaltegerät von Origin. Ein kulinarisches Highlight mitten im Wald, das uns nicht nur gestärkt, sondern auch emotional gewärmt hat. Wer braucht schon Gourmetrestaurants, wenn man mit heißer Suppe auf einem Waldboden sitzt und sich wie ein König fühlt?

Und dann… der Quirl. Unser alter Feind. Doch was war das? Tolle Aussichten, schöne Plätze, und dann – der Diebskeller! Der Diebskeller, auch liebevoll Diebshöhle genannt, ist die größte Schichtfugenhöhle der Sächsischen Schweiz. 29 Meter lang, bis zu 8 Meter breit und zwei Etagen – das ist kein Keller, das ist ein unterirdisches Schloss für Sandsteinräuber! Mit Stirnlampe bewaffnet wagten wir uns hinein. Im vorderen Bereich: kühl und gemütlich. Im hinteren Teil: feucht, eng und irgendwie mystisch. Gerade stehen? Nur am Ende. Aber hey, wer braucht schon Komfort, wenn man Abenteuer hat! Das Gestein schimmerte in faszinierenden Farben, und wer genau hinschaut, entdeckt vielleicht sogar den geheimen Eingang zum sagenumwobenen Elfenkeller. Nein, wir haben keine Schulklasse beobachtet, die da rausgekrochen ist – aber wir hätten es uns gewünscht.

Die Zeit drängte, also machten wir uns auf Richtung Königstein. Dort gab’s Essen, Füße hochlegen und das stolze Fazit: 10,1 Kilometer, keine Schmerzen, viele Erinnerungen. Manchmal lohnt es sich eben doch, alten Feinden eine zweite Chance zu geben. Der Quirl hat uns überrascht, der Diebskeller hat uns begeistert – und unsere Füße haben uns nicht im Stich gelassen. Also: Rucksack packen, Stirnlampe einstecken und los geht’s. Vielleicht wartet euer nächstes Abenteuer ja genau dort, wo ihr es am wenigsten erwartet.

Eure Sandsteinjäger 

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Freitag, 12. September 2025

Nieselregen, Wochenkarte und Fototerror

Meine Güte, haben uns heute früh die Füße gebrannt. Und das nicht, weil wir über heiße Lava gelaufen sind – sondern einfach, weil die Lust auf Wanderschuhe irgendwo zwischen „nö“ und „lass uns einfach liegen bleiben“ lag. Der Himmel war grau, die Luft feucht, und die Sonne? Die hatte wohl Urlaub eingereicht.

Doch dann kam Katrin. Mit dem entschlossenen Blick einer Expeditionsleiterin und der Wochenkarte in der Hand. „Was Kurzes und Leichtes muss her – die Karte muss abgenutzt werden!“ sprach sie, und zack, saßen wir im Ostrauer Aufzug. Hoch ging’s, mit etwas weniger Gepäck als sonst (die Motivation war ja schon schwer genug), über die Ostrauer Scheibe bis zum Wegweiser zur Ostrauer Mühle. Dort, wo die Camper ihre Zelte hüten und der Kaffee morgens nach Abenteuer schmeckt.

Das Wetter blieb seinem Motto treu: „Ich kann auch feucht.“ Immer wieder nieselte es leicht, als wolle der Himmel uns sagen: „Ihr wolltet doch was Kurzes, oder?“ Im Kirnitzschtal wechselten wir die Talseite – ganz unpolitisch, einfach nur dem Weg folgend – und schlenderten den Flößersteig entlang bis nach Bad Schandau. Immer wieder Pausen. Immer wieder: „Ach, hier könnten wir auch einfach sitzen bleiben.“

Die große Pause gab’s am Abzweig zur Dorfbachklamm. Früher sind wir da mal hoch. Damals, als unsere Knie noch nicht bei jedem Höhenmeter protestierten. „Nur für geübte Wanderer“ steht da. Und wir? Halb geübt, halb bequem. Heute? Nein danke. Aber der Gedanke bleibt: Vielleicht mal wieder. Vielleicht.

In Bad Schandau war Oldtimer-Rallye angesagt. Ich hatte die WP im Blick – nicht die Weltpolitik, sondern die Wertungsprüfung. Die Fahrzeuge sollten weiter nach Gohrisch fahren, wir hingegen überlegten: Fahren sie über Krippen? Bekomme ich dort einen besseren Standort? Ich brauchte Licht, viel Licht für meine Unternehmung. Und weniger Touris im Hintergrund. Am Ende landete ich an einer Kurve, wo die Boliden nach der WP wieder losfuhren. Der Hintergrund? Naja. Die Touris? Viele. Aber der Fototerror begann dann um 16:04 Uhr und endete um 17:23 Uhr mit drei komplett vollen Speicherkarten. 159 Fahrzeuge, 158 erwischt. Beim Wechseln einer Speicherkarte ging mir mir einer durch die Lappen – heimlich, still und leise. Verräterisch.

Jetzt heißt es: am PC aussortieren. Scharf aussortieren. Nur das Beste bleibt. Vielleicht landet was auf Instagram. Vielleicht auch nicht. Unsere Wandertour vom heutigen Tage hatte jedenfalls auch ihre 9 Kilometer – und das zählt für die eigentliche Bilanz.

Morgen steht die große Tour an. Alles Überflüssige bleibt zu Hause. Nur das Nötigste kommt mit. Ich fülle noch schnell die Trinkblasen (nein, keine Party, nur Wasser), packe den Rucksack und überlege: Welche Kamera nehme ich mit? Hauptsache, der Rucksack wird nicht wieder zum mobilen Fitnessstudio.

Und bevor ich mich in die Horizontale verabschiede, muss noch etwas gesagt werden: Katrin ist heute und alle anderen Tage ein paar Extra-Kilometer gelaufen. Warum? Weil sie morgens zum Bäcker geht. Und weil sie den Frühstückstisch so liebevoll deckt, dass selbst die Sonne neidisch wäre – wenn sie denn mal erscheinen würde. Das rechne ich ihr hoch an. Sehr hoch.

Gute Nacht, Sächsische Schweiz. Morgen sehen wir uns wieder – mit weniger Gepäck und noch mehr Geschichten. 24 Stunden noch und und dann könnt ihr Euch wieder durchklicken. Viel Spaß.

Eure Sandsteinjäger 

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Donnerstag, 11. September 2025

Birken, Borkenkäfer und Beinflaute

Heute war Wandern auf Sparflamme angesagt. Die Füße meldeten sich schon beim Frühstück mit einem leisen „Bitte nicht schon wieder!“ – also dachten wir uns: etwas Kleines, Leichtes. Aber wer in der Sächsischen Schweiz „leicht“ sagt, bekommt gerne mal 500 Höhenmeter gratis dazu. Willkommen im Fitnessstudio der Natur.

Also lieber auf Nummer sicher – und auf Altbewährtes. Der Panoramaweg mit dem Scharwändeweg ist wie die Lieblingsjeans: sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Erst mal mit der Kirnitzschtalbahn bis zum Beuthenfall – ein Klassiker, der nie aus der Mode kommt. Danach ging’s am Beuthenbach entlang bergauf. Klingt idyllisch, wäre da nicht der Borkenkäfer, der sich hier als Landschaftsarchitekt versucht hat. Der Wald? Kaum wiederzuerkennen. Der Weg? Ein schmaler Grat am Abgrund, gesäumt von Birken, die aussehen wie Teenager auf dem Weg zur ersten Klassenfahrt – jung, wild und überall.

Die Scharwiese oben ist dann wie ein Wellnessbereich für Wanderseelen. Der Blick? Affensteine, Kleiner Dom, Schrammsteine – ein Panorama, das selbst die müdesten Füße kurz vergessen lässt, dass sie eigentlich streiken wollten. Kaum Treppen, kaum Steigungen, dafür viel „Ahhh“ und „Ohhh“. Das Schonprogramm deluxe.

Natürlich hatte ich mein Stativ und das zweite Objektiv dabei – man weiß ja nie. Und siehe da: ein Falke im Sturzflug! Ich hab ihn erwischt. Also fotografisch. Ob das Bild was taugt? Wird sich am Rechner zeigen. Aber allein der Moment war schon ein Volltreffer.

Weiter ging’s über Mittelndorf nach Altendorf, wo uns ein Doppeldecker AN-2 im Vorgarten anlachte – als Ferienwohnung! Wer braucht schon Airbnb, wenn man in einem Flugzeug schlafen kann? Großartig in Szene gesetzt, fast wie ein Kunstwerk mit Propeller.

Dann zurück Richtung Bad Schandau. Die Füße? Inzwischen eher Brei als Bein. Die Sohlen summten kein Lied, sondern klagten eine Ballade. Am Schlossberg war Schluss mit lustig – wir wollten nur noch essen. Nach 9,5 Kilometern war das Mahl verdient und, wie man so schön sagt: oberlecker.

Und dann, als wäre der Tag nicht schon voll genug, das blaue Wunder auf der Fähre: zwei Eisvögel beim Fischfang. Die Kamera? Natürlich tief im Rucksack vergraben. Timing ist alles – und meins war heute auf Pause.

Und morgen? Morgen soll eine Oldtimer-Rallye durch Krippen rollen. Wenn alles passt, gibt’s wieder Fotos. Vielleicht diesmal mit Kamera außerhalb des Rucksacks.

Eure Sandsteinjäger 

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Mittwoch, 10. September 2025

Wie aus der Kindheit

Heute war einer dieser seltenen Tage, an denen die Natur nicht nur mit ihrer Schönheit, sondern auch mit ihren Gerüchen verführt. Der Caspar-David-Friedrich-Weg – kurz CDF-Weg – hat uns erneut in seinen Bann gezogen. Von Krippen bis Krippen, im Uhrzeigersinn, sind wir die 15,1 Kilometer gewandert, diesmal ohne Abstecher zur Kaiserkrone, die wir uns für einen Sonnenuntergang aufheben wollen.

Der Weg, der dieses Jahr als schönster Wanderweg Deutschlands ausgezeichnet wurde, ist kein Unbekannter für uns. Schon im letzten Jahr haben wir ihn erkundet, doch heute war er anders. Vielleicht lag es am Wetter, vielleicht an der Stimmung – oder einfach am Duft. Dieser Tag roch nach Kindheit: nach frisch gemähtem Heu, nach wilden Wiesen am Badeteich, nach feuchtem Laub und alten Bäumen. Erinnerungen wurden wach, ganz ohne Worte.

Der Weg selbst ist eine gelungene Wiederentdeckung. Im Zuge des CDF-Jahres wurde ordentlich die Trommel gerührt. Jedes Dorf entlang der Strecke kramt seine Caspar-Anekdoten hervor – sei es ein Steak, das er gegessen haben soll, ein Bett, in dem er geschlafen hat, oder eine Katze, die er angeblich gemalt hat. Der Weg wurde freigeschnitten, beschildert und mit viel Liebe neu inszeniert. Und ja, er gefällt uns – sonst wären wir nicht wieder hier.

Oberhalb der Elbe öffnet sich der Blick ins Tal, und wir steigen bis zur Hunskirche hinauf. Die gehört zwar nicht zur offiziellen Route, bietet aber einen traumhaften Blick auf Schmilka. Dort gab’s die erste Pauseration – und den ersten Hauch von Sommerduft: trockene Wiesen, warme Felsen, ein Hauch von Waldhonig in der Luft.

Dann wurde es abenteuerlich. Der Rückweg zur Hauptroute war steil und ungemütlich, also entschieden wir uns für die „Abkürzung“ in den Hirschgrund. Anfangs leicht zu finden, doch bald versperrten umgestürzte Bäume den Weg, und eine seltsame Wegänderung ließ uns zweifeln. Aber wir kamen unten an – direkt an der Straße im Hirschgrund. Perfekt.

Weiter ging’s über den alten Elbhangweg zum Aschersteig, der uns bis zum Fuße der Kaiserkrone führte. Der Himmel zog sich zu, die Luft wurde schwül, und mit ihr kam ein weiterer Duftmoment: feuchte Erde, Pilze, Moos – wie nach einem warmen Sommerregen. Unsere nächste Pause war kulinarisch: warme Nudeln aus der Warmhaltebox. Einfach, ehrlich, lecker.

Durch den Ort ging’s weiter zum Wolfsberg, dann zur Wanderrast. Ein kleines Leckeis zur Belohnung, bevor der Püschelweg uns rief. Der Regen holte uns ein – erst Niesel, dann Landregen. Und mit ihm kam der Duft, der alles überlagerte: Heu, Wald, Pilze, Laub. Ein Tag, der nicht nur in den Beinen, sondern auch in der Nase hängen bleibt. Am Ende: „Zur Eiche“. Rein, Tisch für zwei, lecker essen. Ein würdiger Abschluss.

Heute Nacht soll es durchregnen. Wir hoffen auf besseres Wetter morgen. Die Planung steht bis Samstag – und wer weiß, vielleicht wartet noch ein Sonnenuntergang auf der Kaiserkrone auf uns.

Eure Sandsteinjäger 

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Dienstag, 9. September 2025

Platte Füße

Da war sie wieder – die Wettergöttin mit ihrem Hang zur Dramaturgie. Ursprünglich wollten Katrin und ich um 4 Uhr morgens auf den Lilienstein kraxeln, mitten in der Nacht, mit Stirnlampe und dem festen Glauben an einen epischen Sonnenaufgang. Doch je näher der Wecker rückte, desto mehr verwandelte sich unser Abenteuergeist in eine Mischung aus „Huch, ist das da draußen ein Wildschwein?“ und „Warum klingt der Wald wie ein Horrorfilm mit Surround-Sound?“ Die Geräusche waren eindeutig nicht von Disney inspiriert, und die Vorstellung, im Dunkeln durch den Wald zu tapsen, ließ Katrins Motivation auf ein Niveau sinken, das man nur noch mit einem sehr guten Kaffee hätte retten können.

Dann kam der Nebel. Und zwar nicht so ein bisschen mystisch-romantischer Schleier, sondern die volle Suppe – Sichtweite gleich null, Elbtal im Tarnmodus. Damit war klar: Der Lilienstein würde heute keine Show liefern. Katrin war plötzlich ganz entspannt, fast schon erleichtert. Der Nebel hatte ihr die Entscheidung abgenommen, und das ganz ohne Schuldgefühle. Also blieben wir einfach liegen. Kein schlechtes Gewissen, kein Sonnenaufgang, dafür ein sehr gemütlicher Start in den Tag – um Punkt 9 Uhr, mit warmem Bett und ohne Waldgeräusche.

Unsere eigentliche Tour begann dann ganz zivilisiert mit der Fähre und dem Bus nach Schmilka. Früh, ruhig, fast meditativ – wenn man Meditation mit Wanderschuhen und Müsliriegeln betreibt. Vorbei an der Mühle, rauf zur Zwieselhütte, weiter zum Lehnsteig. Der Lehnsteig ist wie ein Fitnessstudio mit Aussicht – viele Stufen, wenig Strecke, aber dafür ordentlich Höhenmeter. Kilometer macht man da nicht, aber Waden wie aus Granit.

Oben angekommen, ging’s über den Reitsteig und Zurückesteig – ja, der heißt wirklich so, und nein, man geht nicht rückwärts. Am Kleinen Dom gab’s dann die verdiente Pause. Die Aussicht: top. Die Wanderer: bunt gemischt. Von „Ich genieße jeden Schritt“ bis „Wo bin ich und warum schwitzt mein Rucksack?“ war alles dabei. Und trotz geschlossener Gaststätten und gestiegener Preise war ordentlich Betrieb – offenbar ist Wandern das neue Wellness.

Dann kam Katrins Moment: die Treppe am Sandloch. Eine Konstruktion, die aussieht, als hätte ein Huhn mit Höhenangst sie entworfen. Muffensausen inklusive, aber sie hat’s gemeistert – mit Stil und einem leichten Adrenalinkick. Weiter ging’s durch das Sandloch, über den Jordanweg (nein, kein religiöser Umweg) zum Nassen Grund. Dort wartete die Kirnitzschtalbahn – ein Klassiker, der uns zurück nach Bad Schandau schaukelte.

Die zehn Kilometer hatten ihre Spuren hinterlassen – vor allem an den Füßen. Aber was macht man nach einer gelungenen Tour? Richtig: Stadtbummel, neues Wanderaccessoire (man gönnt sich ja sonst nichts), und zwei Döner an der Elbe. Der war nicht nur verdient, sondern auch verdammt lecker. Jetzt ist die Sonne weg, die Beine müde, und der Kopf voller neuer Pläne. Morgen ruft – mal sehen, ob die Wettergöttin diesmal mit uns spielt oder wieder ihr eigenes Drehbuch schreibt.

Eure Sandsteinjäger 

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Montag, 8. September 2025

Keine Zeit verschwenden - Weiter gehts

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so richtig, was ich schreiben soll. Aber eins steht fest: Ich hab mich auf den heutigen Tag gefreut wie ein Eichhörnchen auf die Nuss. Endlich ging’s wieder los mit dem Bike! Bei richtig schönem Wetter sind wir gegen Mittag losgezogen – ganz gemütlich, ohne Stress. Eigentlich war der Plan, um vier Uhr aufzustehen und mit der Kamera auf den Lilienstein zu kraxeln. Aber stattdessen hab ich den Wecker einfach ausgemacht, mich umgedreht und weitergepennt. Tja, so wurde aus dem Fotoprojekt eine Biketour. Auch nicht schlecht.

Wir sind durchs Kirnitzschtal geradelt – frisch um die Oberarme, aber mit ordentlich Sonnenschein im Gepäck. Am Lichtenhainer Wasserfall ging’s dann bergauf Richtung Lichtenhain (das liegt irgendwo zwischen Altendorf und Sebnitz, für alle, die gerade die Landkarte zücken). Da muss man echt strampeln wie ein Hamster im Laufrad. Früher war’s hier schattiger, als noch Bäume ringsherum standen. Heute knallt die Sonne direkt auf den Schädel – in Lichtenhain kein Baum, kein Strauch, nur Sonne satt. Aber hey, man gewöhnt sich dran.

Weiter ging’s zur altbekannten Rasthütte, wo wir immer Pause machen. Kurz vor dem Panoramaweg gibt’s nochmal einen Spot mit richtig schöner Aussicht – perfekt, um die Wäsche zu trocknen. Alles schön drapiert, Fotos gemacht, Sattel nochmal zurechtgerückt… und dann: uhh, was ist das? Die Nabe ist angebrochen, vier Speichen baumeln lose herum, als hätten sie Feierabend. Nicht mehr an der Nabe befestigt. Wie kann das denn passieren? Das Problem hatte ich schon mal bei einem anderen Bike gesehen und dachte damals: „Einzelfall, passiert nie wieder.“ Zack – jetzt hat’s mich erwischt.

Glücklicherweise hatten wir erst 13 Kilometer hinter uns. Was nun? Plan A: Bis Amtshainersdorf fahren, dort in den Zug steigen und heimrollen. Plan B: Bis Lichtenhain und hoffen, dass ein Bus kommt. Plan C: Den gleichen Weg langsam zurückradeln. Die Felge hatte noch keine „Acht“, Spannung war noch da. Die restlichen 28 Speichen mussten jetzt zeigen, was sie draufhaben – und zum Glück ging’s nur noch bergab.

Ich hab die losen Teile mit Kabelbindern an die noch festen Speichen gezurrt, das Ganze mit einer ordentlichen Portion Klebeband umwickelt – und dann noch eine Prise Hoffnung dazu. Fertig war die Laube. Ab ins Tal!

Jetzt sitzen wir hier und überlegen, wie’s weitergeht. Fahrradfahren ist erstmal gestorben. Also: Wandern bis der Arzt kommt. Es gibt jetzt nur noch diese eine Richtung. Dann wollen wir mal.

Eure Sandsteinjäger 

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Sonntag, 7. September 2025

Menschenmassen und E-Bike-Soziologie

Der Tag ist zwar noch nicht ganz vorbei, aber wir haben schon genug erlebt, um ein ganzes Kapitel im Wanderbuch zu füllen – inklusive einer kleinen Feldstudie über die Spezies „E-Bikerus Teenagerus“.

Frühstart mit Charme

Los ging’s mit dem Frühbus von Krippen nach Thürmsdorf. Dort ließen wir uns am „alten Gasthaus“ absetzen – das Gebäude selbst hatte offenbar schon vor Jahren beschlossen, in den Ruhestand zu gehen. Trotzdem ein schöner Startpunkt, denn der darauffolgende Schlossgarten wartete mit spätsommerlicher Eleganz und perfektem Wanderwetter auf uns.

Katrin hatte heute ein Ziel: den Naturmarkt in Wehlen. Ein Event, das jährlich stattfindet, aber uns bisher immer durch die Lappen ging. Heute sollte es endlich klappen – mit festem Willen und vollem Rucksack.

Wanderlust und Menschenflut

Vom Schlossgarten ging’s gemütlich Richtung Bärensteine, die wir in nördlicher Richtung umkurvten. Über Felder, durch Wälder und Wiesen – eigentlich unsere stille Route. Doch heute? Menschen, wohin das Auge reicht. Offenbar war „Wandertag für alle“ ausgerufen worden. Selbst im Damengrund, wo sonst nur der Wind durch die Blätter flüstert, herrschte Gedränge wie beim Sommerschlussverkauf.

Katrin hatte keine Chance auf eine stille Minute – selbst das Bedürfnis nach einem stillen Örtchen musste bis Wehlen warten. Tapfer, diese Frau.

Fähre voll, Markt voller

In Pötzscha angekommen, warteten wir auf die Fähre – die war allerdings so voll, dass wir fast dachten, sie würde gleich untergehen. Auf der anderen Seite: ein Gedränge wie auf dem Weihnachtsmarkt, nur mit Sonnenbrille und Flip-Flops. Kinderwagen, Hunde, Fahrräder – und mittendrin wir, leicht überfordert und hungrig nach Ruhe.

Ich zog mich in eine Ecke zurück, bis man mich schließlich „rettete“ und an einer Straßenecke absetzte. Dort begann mein persönliches Highlight: die E-Bike-Soziologie.

E-Bike-Studie: Status, Stil und Stromverbrauch

Während Katrin den Markt unsicher machte, beobachtete ich die E-Bike-Nutzer. Es war wie ein Live-Experiment:

  • Typ 1: Der 16-Jährige mit E-Bike – fährt mit 25 km/h am Rentner vorbei, trägt Sonnenbrille und AirPods, hat aber keine Ahnung, wie man schaltet. Das Bike? Teurer als sein Schulabschluss.
  • Typ 2: Die „Ich-hab-mir-was-gönnt“-Fraktion – das E-Bike ist schwerer als ihr Gepäck für zwei Wochen Mallorca, aber hey, es war im Angebot.
  • Typ 3: Die Ehrenvollen – ältere Herrschaften, die das E-Bike wirklich sinnvoll nutzen. Leider selten, aber dafür umso sympathischer.
Ich sage mal so: Wenn man glaubt, man braucht ein E-Bike, dann soll man halt. Aber man muss es nicht gleich wie ein Statussymbol durch die Fußgängerzone schieben, als wäre es ein Lamborghini auf zwei Rädern.

Kuchen, Kaffee und kosmische Pläne

Nach dem Markt ging’s zu Fuß nach Rathen – ein langer Weg, aber mit Aussicht auf Kuchen am Elbufer. Wir gönnten uns ein Stück, dazu Kaffee aus dem Rucksack. Der perfekte Abschluss? Noch nicht ganz.

Heute Abend steht noch ein Besuch in Reinhardtsdorf/Schöna an – eine Gaststätte mit gutem Essen und noch besserer Aussicht. Danach geht’s zur Mondfinsternis. Wenn das kein würdiger Abschluss für einen Tag voller Abenteuer, Menschenmassen und E-Bike-Philosophie ist, dann weiß ich auch nicht.

Eure Sandsteinjäger 

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Samstag, 6. September 2025

Tag 0

Die Reise verlief überraschend ruhig – vermutlich, weil wir bereits um halb vier aufgestanden sind und frühzeitig auf der Autobahn unterwegs waren. Der frühe Vogel und so. Aufgrund der Fahrräder am Heck haben wir bewusst eine gemächliche Durchschnittsgeschwindigkeit gewählt. Punkt zehn Uhr waren wir dann auch schon in unserem Zielgebiet.

Erstmal schnell zum Bäcker und zum Fleischer, ein paar Dinge für die kommende Woche eingekauft – und ab in die Ferienwohnung. Der Hunger war riesig. Trotz unseres „Überlebenskits“ in Form eines kalorienreichen Brötchens hatten wir tierischen Appetit. Zwischendurch machte sich die Müdigkeit bemerkbar. Also: erst essen, dann auspacken – und schon lag ich auf der Couch. Nur zehn Minuten Augenpflege, dachte ich. Daraus wurden dann anderthalb Stunden. Auch Katrin hat sich danach hingelegt.

Kaum wieder wach, gab es schon wieder etwas zu essen – diesmal Kuchen und Kaffee. Es wird wirklich viel gegessen. 😄

Am Abend mussten wir uns noch etwas organisieren: schnell die Bikes startklar gemacht, Helmut besucht und dann zur Liethenmühle hinaufgeradelt. Irgendwie ging es erstaunlich flott den Berg hinauf – aber ich habe ganz schön geschnauft. Mit dem Alter scheint der Berg jedes Jahr ein bisschen steiler und höher zu werden. 😉

In der Liethenmühle gab es dann Leber mit Kartoffelstampf – herrlich! Jetzt wird für morgen geplant. Vermutlich müssen wir schon um 8:00 Uhr wieder raus. Die Lust ist da, aber das Bett hat auch seinen Reiz. Morgen geht’s zum Natur-Markt nach Wehlen – wir freuen uns schon!

Nun ist der Tag auch wieder zu Ende. Morgen werden wir dann von einem tollen Tag berichten.


Eure Sandsteinjäger 

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Sonntag, 17. August 2025

Neuer Glanz bei den Sandsteinjägern

Asche auf mein Haupt. Ich habe es tatsächlich geschafft, unseren Blog über einen viel zu langen Zeitraum so gründlich zu vernachlässigen, dass er fast schon wie ein vergessenes Kletterseil in der Ecke Staub angesetzt hat. Aber keine Sorge: Wir sind wieder da, mit frischer Energie, neuen Ideen – und einer komplett überarbeiteten Webseite.

sandsteinjaeger.de erstrahlt nun in neuem Glanz. Ich habe ordentlich geputzt, die Spinnweben weggekehrt und das Ganze ein wenig aufgeräumt. Die Seite ist übersichtlicher geworden, einfacher zu bedienen und macht hoffentlich auch mehr Lust zum Stöbern. Kurz gesagt: Die Sandsteinjaeger haben sich ein digitales Facelift gegönnt.

Damit ist die Arbeit aber noch längst nicht abgeschlossen. In den nächsten Wochen werde ich Stück für Stück weitere Inhalte hinzufügen, die Galerie sortieren, neue Tourenberichte schreiben und ein paar Tipps rund ums Klettern und Draußensein ergänzen. Es wird also noch ein bisschen geschraubt, gefeilt und poliert – eben wie bei einer Route, die man sich über die Jahre Stück für Stück erarbeitet.

Ich freue mich sehr, den Blog wieder mit Leben zu füllen. Schließlich gibt es mehr als genug Geschichten aus Sandstein, Wald und Fels, die darauf warten, erzählt zu werden. Und wer weiß – vielleicht ist es ja sogar ganz spannend, die Entwicklung der Seite live mitzuverfolgen.

Ein besonderer Funke für diesen Neustart kam übrigens von ganz woanders: von der Donau. Auf einer Flusskreuzfahrt, fernab von Wanderwegen und Gipfeln, haben wir uns eine Pause gegönnt – ganz ohne Blogeintrag, ganz ohne Tracking, einfach nur Urlaub. Und genau dort, zwischen Weinbergen, Klöstern und dem sanften Dahingleiten des Schiffs, kam die Inspiration zurück. Neue Ideen, frischer Mumm und der Wunsch, die Webseite nicht nur zu überarbeiten, sondern neu zu denken. Manchmal braucht es eben genau das: Abstand, um wieder Nähe zu finden – zu den Geschichten, zu den Bildern, zu dem, was uns antreibt.

Danke an alle, die trotz der langen Pause ab und zu vorbeigeschaut haben. Ab jetzt heißt es wieder: Schuhe schnüren, Rucksack packen und die Abenteuer mit den Sandsteinjägern teilen. Denn wir sind zurück – mit Wind in den Segeln und Sandstein im Herzen.

Eure Sandsteinjäger 

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Montag, 11. August 2025

Zwischen Abenteuerlust und Entspannung – Ein Update nach der Funkstille


Es ist lange her, dass wir etwas gepostet haben – zu lange, wenn man bedenkt, wie viel wir in der Zwischenzeit erlebt haben. Auch wenn es hier auf dem Blog still war, waren wir keineswegs untätig. Im Gegenteil: Dank unseres treuen Fahrradträgers haben wir viele kleine, spontane Touren unternommen, die uns neue Perspektiven eröffnet und alte Sehnsüchte neu entfacht haben. Die sächsische Schweiz, das Elbsandsteingebirge, versteckte Pfade, sonnige Felsplateaus – all das werden wir nun 2025 wiederentdecken, diesmal oft auf zwei Rädern oder mit viel Gepäck.

Was früher immer unter dem Motto „höher, weiter, wilder“ lief, bekommt langsam eine neue Nuance. 2025 läuft in vollen Zügen, und wir haben große Pläne für den September geschmiedet. Manche davon sind abenteuerlich, andere eher gemütlich – aber alle sind geprägt von unserer Liebe zur Natur, zur Bewegung und zur Fotografie. Ob mit dem Bio-Bike durch die Täler der sächsischen Schweiz, mit der Kamera im Anschlag auf der Jagd nach dem perfekten Licht, oder einfach nur mit einem guten Buch auf einer warmen Felsplatte liegend (na ja) – wir lassen uns treiben. Und ja, auch das Faulenzen gehört inzwischen dazu.

Früher war das keine Option. Unsere Touren waren durchgetaktet, jeder Tag ein Projekt, jede Stunde ein Ziel. Aber die letzten Monate haben uns gezeigt, dass auch das Innehalten seinen Reiz hat. Dass man nicht immer auf dem Gipfel stehen muss, um das Gefühl von Freiheit zu spüren. Manchmal reicht ein Blick ins Tal, ein stiller Moment am Bach, ein Sonnenuntergang, den man nicht fotografiert, sondern einfach nur erlebt.

Natürlich bleibt das Wandern ein zentraler Bestandteil unserer Reisen. Die Kamera ist weiterhin unser dritter Begleiter – neben dem Bike und der Neugier. Aber wir erlauben uns auch, sie mal in der Tasche zu lassen. Nicht jeder Moment muss festgehalten werden, manche dürfen einfach nur passieren.

Für 2026 haben wir unsere Ziele schon gesteckt. Es wird weitergehen, vielleicht etwas langsamer, aber nicht weniger intensiv. Wir wollen neue Regionen erkunden, vielleicht auch mal abseits der bekannten Pfade. Vielleicht zieht es uns in den Harz, vielleicht in die böhmische Schweiz, vielleicht sogar weiter weg. Die Ideen sprudeln, und die Vorfreude wächst. Es gibt noch viel zu erleben und jünger werden wir nicht.

Was bleibt, ist unsere Leidenschaft für die Natur, für das Draußensein, für das Unterwegssein. Und was kommt, ist eine neue Gelassenheit, ein neues Gleichgewicht zwischen Abenteuer und Ruhe. Wir freuen uns darauf, euch wieder mitzunehmen – in Bildern, in Geschichten, in Momenten.

Bleibt neugierig, bleibt draußen – und vielleicht auch mal einfach liegen.

Eure Sandsteinjäger.

Donnerstag, 17. Oktober 2024

Einmal um den ganzen See

Es war mal wieder so weit, und wir können von einer ganz besonderen Tour berichten: unsere Reise nach Plau am See. Katrin hatte den Wunsch, einmal um den See und in der Gegend von Plau Fahrrad zu fahren. Eine Dreitagestour sollte es werden, bei der wir unsere Ziele hochgesteckt hatten. Die Tour um den See war landschaftlich reizvoll, doch hatten wir uns in der Zeit völlig verschätzt. Die Wurzelteppiche machten Katrin zu schaffen, und zudem mussten wir einmal umkehren, da ein Nebenteich übergelaufen war und uns den Weg versperrte. Also hieß es: umkehren und eine andere Route wählen.
Komoot war hier leider nicht sehr hilfreich. Die ständige Ansage: „Sie befinden sich auf einer falschen Strecke. Bitte schalten Sie das Internet ein oder schauen Sie auf die Karte“, war wenig nützlich. Wir mussten tief in den Wald und auf einer anderen Route weiterfahren, bis wir wieder auf der ursprünglichen Strecke waren. Wir hatten jedoch Glück, denn wir durften Kraniche beobachten. Wenn die Zeit es zuließ, nahmen wir unseren Pausentee ein und genossen den Blick auf den See. Weit waren wir noch nicht gekommen. Als wir schließlich Werder erreichten, telefonierte Katrin mit dem Hotel. Unser Abendessen war für 18:30 Uhr geplant, das wir dann nach hinten verlegten, um sicher zu gehen. Wir hatten noch ein ordentliches Stück vor uns. Spätestens als wir um 18:15 Uhr im Hotel ankamen, war uns bewusst, wie lang die Tour mit Pausen tatsächlich war. Die Navigation mit dem Komoot-Navi war ebenfalls nicht einfach, was möglicherweise an der Bedienung lag. Am nächsten Tag lief es jedoch viel besser. Die Tour war zwar nur 40 Kilometer lang, doch wussten wir am Ende des Tages, was wir getan hatten. Die Runde über Plauerhagen und Karow war landschaftlich sehr schön und auch navigationsmäßig bedeutend einfacher. Hier lief alles reibungslos.
Am Ankunftstag hatten wir bereits eine kleine Stadttour unternommen. Diese führte uns durch den Stadtwald bis in die Stadt hinein und dann wieder zurück zum Hotel. Obwohl es leicht nieselte, fühlten wir uns wohl und hatten riesigen Spaß. Wer die Tour um den Plauer See kennt, weiß, dass es einige Kilometer sind. Da kann man sogar noch ein paar zusätzliche Kilometer durch Umleitungen oder kleine Irrfahrten dazu packen.
Es war trotz der 105 Kilometer und etlichen Höhenmeter wunderschön.

Eure Sandsteinjäger 

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Freitag, 12. Juli 2024

Etwas für die Fettverbrennung

Das war heute mal eine Tour der angenehmen Art – Kilometertechnisch gesehen jedenfalls. Angefangen hat heute alles mit dem Auto. Klimatechnisch kühl und leider nicht so umweltbewusst wie sonst von uns gedacht. Startpunkt war Dürrrersdorf mit 3R. Immer an der Wesenitz entlang, durch tiefe und mückenreiche Wälder. Teilweise waren Wege so stark mit Brombeeren überwuchert, dass wir dachten wir bleiben hängen. An den Beinen sahen wir dementsprechend auch aus. Die Kratzwunden, die nicht sichtbar waren, spürte man nach dem einbalsamieren mit Mückenschutz. Angepriesen war die Tour heute mit 5 Wanderstiefeln von denen wir persönlich einen abziehen müssen. Die große Runde war im Großen und Ganzen eine gute Tour. Wir hatten auch öfters das eine oder andere AHA auf den Lippen. Die gewissen Highlights oder das gepflegte Etwas der Beschilderung und Wege fehlte leider. Auch der Schlossgarten der so angepriesen wird, liegt doch noch in einem verwunschenen Dornröschenschlaf. Es gibt bestimmt Leute die so etwas mögen. Selbst die „Schöne Höhe“ schläft wohl noch einen langen Schlaf. Der Aussichtsturm hat nur dann auf, wenn die Gaststätte auf hat, dagegen haben der Kastanien-See und die Zwergenhöhle, sowie die Stromschnellen von Dittersbach alle ein Ausrufezeichen verdient. Niedlich war auch hier die Zwergenhöhle, die eigentlich gar nicht mehr so in den Kräfteplan hinein wollte, aber wir den Abstecher dennoch gemacht hatten. Da standen wir nun vor dem 1 Meter breiten Schlitz. Unser Pfad führte nun durch diesen hindurch. Katrin sah den Weg auf der digitalen Karte und dachte nun 50 Meter Höhlenpfad müsse sie jetzt gehen, um am Ende auf den Hauptweg zu treffen. Ein klares „Nein, da geh ich nicht durch“ kam von ihr. Wie spaßig. Dieser Felsspalt wurde künstlich mit einem Deckel versehen und so wurde dieser Spalt zu einer Minihöhle von 5 Metern? Länge. Echt 5 Meter? Danach ging es durch wildes Gestrüpp einen kleinen Minipfad hinauf bis zur Schönen Höhe. Na ja.
Persönlich gesehen hätte ich gern auf dem alten Viadukt ein paar Fotos gemacht. Da führte aber leider kein Weg hin.

Am Ende dieser Tour brannten die Füße genauso wie der uns bekannte Stern. Es tat vieles weh. Die zwei Wochen machten sich heute extrem bemerkbar. Nochmal 16 Kilometer Fußmarsch bei ächzender Hitze, die wir anfangs nicht bemerkten, da wir heute viel im Wald waren. Am Ende jedoch waren wir froh diese Runde gegangen zu sein alle Vorschläge gesehen zu haben. Es war ein schöne Runde mit einem Schlussakkord in Katrins Lieblingsfleischerei. Etwas für die Fettverbrennung getan, in zweierlei Hinsicht.

(Essen Kegelbahn)

Eure Sandsteinjäger 

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