Samstag, 11. Juli 2026
Pausentag oder wie man versehentlich ...
Freitag, 10. Juli 2026
Luft wie Kartoffelbrei
Donnerstag, 9. Juli 2026
Auf Pferdesuche
Mittwoch, 8. Juli 2026
Ausschlafen deluxe, Phoenix-Wald und der St.-Pauli-Zwischenfall
Dienstag, 7. Juli 2026
Kurze Brandrunde
Montag, 6. Juli 2026
DREI
Sonntag, 5. Juli 2026
ZWO
Eure Sandsteinjäger
Samstag, 4. Juli 2026
EINS
Mittwoch, 10. Juni 2026
Zwischen Bikes, Blöcken und ...
Und gleichzeitig ist da dieses Gefühl, dass man plant – aber eigentlich keine Ahnung hat, was Wetter, Laune oder Schulter so vorhaben.
Harz: Sonne, Wind und verbrannte Nasen.
Rund um Wernigerode haben wir viel gesehen, viel gemacht und gut gegessen – und wieder gemerkt, wie schnell draußen alles anders läuft, als man denkt.
Der Dämpfer‑Krimi: Staffel 2
Und als wäre das nicht genug, lief parallel noch mein ganz persönliches Dämpfer‑Drama weiter. Ich hatte den Typen, der meinen Cane Creek reparieren sollte, endlich erreicht. Vor Ostern wollte er ihn fertig haben.
Hat er aber nicht. Also kam der Dämpfer irgendwann im Mai zurück – mit einem „tollen Gruß“ und der Hoffnung, dass jetzt endlich Ruhe ist.
War sie aber nicht.
Nach zwei Fahrten sackte mir der Dämpfer wieder komplett zusammen.
So viel Luft in der Negativkammer, dass das Ding einfach zusammengestaucht blieb – wie ein Luftballon, der falsch herum aufgepustet wurde.
Nochmal anschreiben? Hat nichts gebracht. Funkstille.
Am Ende half nur eins: die KI fragen, was man da macht.
Die Antwort war so simpel wie absurd:
200 psi reinpumpen, den Dämpfer einmal langziehen – und dann zischt es kurz, weil die überschüssige Luft aus der Negativkammer entweicht.
Danach steht das Ding wieder wie es soll.
Manchmal ist Technik eben keine Raketenwissenschaft, sondern nur ein bisschen Physik und ein bisschen Mut.
Sommerurlaub in Sicht – aber mit Fragezeichen
Jetzt geht’s ans Packen für Sachsen.
Diesmal ohne Bike, weil die Bahn mit Baustellen und Zugausfällen die Touren ins Tschechische unmöglich macht. Also wird’s ein Urlaub auf zwei Beinen statt zwei Rädern.
Ein paar Wanderrouten stehen schon. Und dieses Jahr trauen wir uns auch an Wege, die wir früher eher ignoriert hätten – zu kurz, zu unscheinbar, zu „machen wir irgendwann mal“. Jetzt sehen wir sie mit anderen Augen: entdeckerisch, offen, ohne Druck.
Dazu kommen Touren, die wir letztes Jahr schon gemacht haben und diesmal vielleicht ausbauen, verlängern oder einfach anders erleben wollen.
Manchmal reicht ein anderer Startpunkt oder ein anderer Tag – und schon fühlt sich eine bekannte Strecke komplett neu an.
Fazit: Wir lassen kommen, was kommt. Wetter? Kann alles sein.
Schulter? Hoffentlich gnädig. Katrin? Muss schauen, wie es ihr geht.
Und wir? Wir nehmen’s, wie’s kommt.
Der Sommer 2026 darf uns überraschen. Aber nächstes Jahr kommen die Räder wieder mit!
Eure Sandsteinjäger
Sonntag, 30. November 2025
MTB Team Abschlussfahrt
Eure Sandsteinjäger
Samstag, 22. November 2025
Von der Traumtour zum Naben-Drama – Nachbericht zum 8. September
Wir waren gerade mitten im Flow, als plötzlich die teure Vorderradnabe beschloss, ihren Dienst zu quittieren. Ich nenne es jetzt einfach mal „Totalschaden deluxe“. Statt weiter über Hügel und durch Täler zu rauschen, mussten wir den Rückzug antreten – langsam, fast schleichend, zurück zur Unterkunft. Die Bikes wurden in die Ecke gestellt, beleidigt und stumm, und wir beschlossen: Ab sofort wird der Urlaub eben zu Fuß erledigt.
Natürlich versuchte ich, den Händler zu erreichen, der das Rad damals vor einigen Jahren quasi „zusammen gemeißelt“ hatte. Aber das Telefonat brachte rein gar nichts – keine Lösung, keine Hilfe, nur das Gefühl, dass ich besser Rauchzeichen gesendet hätte.
Zum Glück meldete sich der Hersteller der Nabe blitzschnell zurück. „Das darf nicht passieren!“, hieß es, und schwupps gab es 50 % Rabatt auf eine neue Nabe. Ein halber Sieg, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Mein ursprünglicher Plan war, die Nabe selbst einzuspeichen und dann zentrieren zu lassen. Doch für 70 Euro ließ ich es in unserer Stadt erledigen – mit der kleinen Komplikation, dass beim Zentrieren links und rechts verwechselt wurden. Na ja, solche Details machen die Geschichte erst richtig rund. Am Ende sitzt die Nabe drin und läuft wieder wie sie soll.
Und weil Unglück bekanntlich Appetit macht, habe ich mir gleich noch neue Pedale gegönnt – die Raceface Turbine, passend zum Lenker im Kashmoney-Goldlook. Selten, nicht günstig, aber immerhin im Sale. Jetzt glänzt das Rad nicht nur technisch wieder, sondern auch optisch wie frisch vergoldet.
Beim Durchstöbern meiner Fotos kam dann die große Überraschung: Der Bruch war schon im August sichtbar! Ich bin also noch fröhlich mit kaputter Nabe herumgedonnert – Respekt an das Material, das trotzdem durchgehalten hat. Wahrscheinlich hätte ich den ganzen Urlaub fahren können, ohne dass etwas passiert wäre. Aber jetzt ist alles wieder heile, und ich kann wieder loslegen.
Nur der Dämpfer macht noch Probleme. Die Firma, die ihn zuletzt gewartet hat, scheint es nicht mehr zu geben – klassischer Fall von „Service ins Nirvana“. Aber egal: Die kalte Jahreszeit beginnt, und ich freue mich schon auf den ersten Schnee. Denn das wird richtig geil.
Fazit: Aus einer geplanten Traumtour wurde ein Naben-Drama mit Hotline-Desaster, Zentrier-Chaos und spontanen Fußmärschen. Doch am Ende sind die Sandsteinjäger wieder startklar – mit neuer Nabe, Raceface Turbine Pedalen und Kashmoney-Goldlenker. Bereit für die nächste Runde, diesmal hoffentlich ohne Totalschaden.
Eure Sandsteinjäger
Mittwoch, 17. September 2025
Zwischen Quirl und Chaos – sieben Tage Wanderglück
Und die haben uns zuverlässig getragen: durch die Nikolsdorfer Wände, über den Kleinhennersdorfer Stein und rund um den Quirl, der sich als echtes Highlight entpuppte. Neue Pfade, teils verschlungen wie ein Spaghetti-Teller, wurden mutig erkundet – mit GPS in der einen Hand und Wanderkarte in der anderen. Manchmal war’s unheimlich, manchmal verwirrend, aber hey: Umdrehen geht immer. Und genau das ist auch unser Motto fürs nächste Jahr.
Die Planung? Sagen wir mal: improvisiert mit Tendenz zur Erholung. Früher war das alles durchgetaktet wie ein Schweizer Uhrwerk – heute eher wie ein alter Kompass mit leichtem Südhang. Aber ab Tag drei war klar: Die Räder bleiben künftig daheim, die Böhmische Schweiz muss warten, und wir machen das, was wir am besten können – Wandern, Wandern, Wandern. Die Wochenkarte wurde ausgereizt, linkselbisch wurde zur Komfortzone, und selbst der Regentag hatte seine Funktion: Zwangspause mit Sofa und Tee.
Der letzte Tag? Ohne Bus, ohne Bahn, aber mit Einkehr in der Liethenmühle – ein würdiger Abschluss. Insgesamt: sieben Wandertage, 73,69 Kilometer, 2220 Höhenmeter und ein Rucksack voller Erinnerungen. Jetzt heißt es: nur noch ein dreiviertel Jahr warten, dann geht’s wieder los. Diesmal wieder mit Bikes, mit Plan – oder auch ohne. Ich fang schon mal an zu tüfteln. Ein paar Routen kann man ja schon mal vorsortieren... 😉.Eure Sandsteinjäger
Montag, 15. September 2025
Wild, nass und wunderschön
Also stapften wir nach einem kräftigen Morgenregen den sagenumwobenen Täppigtsteig (in Komoot steht er als Täppichtsteig) hinauf. Jedes Mal fragen wir uns: Was bedeutet eigentlich „Täppigt“? Klingt wie ein Teppich, den man ausrollt – aber steil. Vielleicht ist es auch einfach sächsisch für „Hoch da mit euch, ihr Wandersleut!“. Die Antwort bleibt mystisch, aber die Aussicht war es definitiv wert.
Mit frischen 12°C und einem Wind, der uns fast die Mütze vom Kopf pfiff, ging’s los. Die Sonne lugte schüchtern hervor, die Wolken verzogen sich langsam – außer an den Berghängen, wo sie offenbar Urlaub machten. Während der Winterberg noch in Nebel gehüllt war, präsentierten sich die Schrammsteine schon in voller Pracht. Ein Naturkino vom Feinsten.
Durch Kleinhennersdorf ging’s am Wildgehege vorbei, Richtung Papststein – aber halt! Der war gar nicht unser Ziel. Stattdessen bogen wir auf einen kleinen Pfad zur Hunskirche ab. Dort gab’s eine wohlverdiente Kaffeepause und einen kleinen Mittagstisch. (Kaffee + Aussicht = Glücksformel.)
Frisch gestärkt ging’s weiter zum Königsteiner Weg, der uns – nach spontaner Routenbesprechung – wieder zum Kleinhennersdorfer Stein führte. An der Kreuzung Suppelsgrund entschieden wir uns für den Pfad „Der Kessel“. Und ja, hier bist du wirklich allein. Ein Märchenwald wie aus dem Bilderbuch, mit Wegen, die Geschichten erzählen.
Der Pfad endete nahe der Aussicht auf den KHS (Kleinhennersdorfer Stein – wir kürzen das jetzt einfach, sonst wird der Text länger als die Wanderung). Bei ordentlich Wind und bester Aussicht gab’s nochmal heißen Kaffee und einen neuen Plan: rüber zum Kohlbornstein. Doch die Uhr war gegen uns, also nahmen wir den Abstieg durch die Formschlucht – was auch immer dieser Name bedeuten mag. Klingt nach Yogaübung, war aber einfach urig und schön.
Zurück in Kleinhennersdorf suchten wir Unterschlupf bei der Feuerwehr – nicht wegen eines Brandes, sondern wegen der nächsten Regenfront, die mit dramatischer Wolkenkulisse heranrollte. Regensachen an, raus – und zack, der nächste Schauer. Also wieder zurück unter die Überdachung. Nach fünf Minuten: Sonne! Und die begleitete uns bis zur Liethenmühle, wo wir unser Abendbrot frühzeitig begannen. Forelle und „Au foir“ – wie immer, perfekt.
Nach einem kurzen Smalltalk mit dem Wirt ging’s mit einer letzten Regenpause bis Krippen hinunter. Ende des Urlaubs. Die Wanderschuhe dürfen jetzt ruhen, die Erinnerungen nicht.
Ein kleines Fazit folgt in den nächsten Tagen – aber eines steht fest: Tschüss Krippen, du warst wild, nass und wunderschön..Eure Sandsteinjäger
Sonntag, 14. September 2025
Wenn es mal wieder regnet
Eure Sandsteinjäger
Samstag, 13. September 2025
Zwei alte Bekannte
Der Wecker klingelte um 7:30 Uhr. Wer hat sich das ausgedacht? Wir wollten doch Abenteuer, keine Frühschicht! Aber gut, der Wille war da, der Hintern wurde hochgekriegt. Der Bus um 10:05 Uhr war brechend voll – offenbar wollten auch andere Leute wandern oder einfach nur raus aus dem Alltag. Nach Umsteigen, S-Bahn und nochmal Bus waren wir endlich da: Startpunkt Nikolsdorfer Wände. Die Gegend ist einfach traumhaft. Kleine Pfade, verwunschene Wege, ein Hauch von Alpenfeeling (laut Komoot, also muss es stimmen). Ein schmaler Felsspalt, ein paar Griffe – und zack, durch! Katrin hatte kurz zu kämpfen, aber wie immer: Heldin des Tages. Dann tauchten wir ein in einen Märchenwald. Felsen, Überhänge, Boofenplätze – es fehlten nur noch Elfen und ein sprechender Baum. Doch irgendwann mussten wir weiter. Der Patronenweg führte uns tief ins Tal – nur um uns gleich wieder hochzujagen. Danke, Höhenmeter!
Und dann kam der Moment, der alles veredelte: Erbsensuppe und Würstchen aus unserem neuen Warmahaltegerät von Origin. Ein kulinarisches Highlight mitten im Wald, das uns nicht nur gestärkt, sondern auch emotional gewärmt hat. Wer braucht schon Gourmetrestaurants, wenn man mit heißer Suppe auf einem Waldboden sitzt und sich wie ein König fühlt?
Und dann… der Quirl. Unser alter Feind. Doch was war das? Tolle Aussichten, schöne Plätze, und dann – der Diebskeller! Der Diebskeller, auch liebevoll Diebshöhle genannt, ist die größte Schichtfugenhöhle der Sächsischen Schweiz. 29 Meter lang, bis zu 8 Meter breit und zwei Etagen – das ist kein Keller, das ist ein unterirdisches Schloss für Sandsteinräuber! Mit Stirnlampe bewaffnet wagten wir uns hinein. Im vorderen Bereich: kühl und gemütlich. Im hinteren Teil: feucht, eng und irgendwie mystisch. Gerade stehen? Nur am Ende. Aber hey, wer braucht schon Komfort, wenn man Abenteuer hat! Das Gestein schimmerte in faszinierenden Farben, und wer genau hinschaut, entdeckt vielleicht sogar den geheimen Eingang zum sagenumwobenen Elfenkeller. Nein, wir haben keine Schulklasse beobachtet, die da rausgekrochen ist – aber wir hätten es uns gewünscht.
Die Zeit drängte, also machten wir uns auf Richtung Königstein. Dort gab’s Essen, Füße hochlegen und das stolze Fazit: 10,1 Kilometer, keine Schmerzen, viele Erinnerungen. Manchmal lohnt es sich eben doch, alten Feinden eine zweite Chance zu geben. Der Quirl hat uns überrascht, der Diebskeller hat uns begeistert – und unsere Füße haben uns nicht im Stich gelassen. Also: Rucksack packen, Stirnlampe einstecken und los geht’s. Vielleicht wartet euer nächstes Abenteuer ja genau dort, wo ihr es am wenigsten erwartet.Eure Sandsteinjäger
Freitag, 12. September 2025
Nieselregen, Wochenkarte und Fototerror
Doch dann kam Katrin. Mit dem entschlossenen Blick einer Expeditionsleiterin und der Wochenkarte in der Hand. „Was Kurzes und Leichtes muss her – die Karte muss abgenutzt werden!“ sprach sie, und zack, saßen wir im Ostrauer Aufzug. Hoch ging’s, mit etwas weniger Gepäck als sonst (die Motivation war ja schon schwer genug), über die Ostrauer Scheibe bis zum Wegweiser zur Ostrauer Mühle. Dort, wo die Camper ihre Zelte hüten und der Kaffee morgens nach Abenteuer schmeckt.
Das Wetter blieb seinem Motto treu: „Ich kann auch feucht.“ Immer wieder nieselte es leicht, als wolle der Himmel uns sagen: „Ihr wolltet doch was Kurzes, oder?“ Im Kirnitzschtal wechselten wir die Talseite – ganz unpolitisch, einfach nur dem Weg folgend – und schlenderten den Flößersteig entlang bis nach Bad Schandau. Immer wieder Pausen. Immer wieder: „Ach, hier könnten wir auch einfach sitzen bleiben.“
Die große Pause gab’s am Abzweig zur Dorfbachklamm. Früher sind wir da mal hoch. Damals, als unsere Knie noch nicht bei jedem Höhenmeter protestierten. „Nur für geübte Wanderer“ steht da. Und wir? Halb geübt, halb bequem. Heute? Nein danke. Aber der Gedanke bleibt: Vielleicht mal wieder. Vielleicht.
In Bad Schandau war Oldtimer-Rallye angesagt. Ich hatte die WP im Blick – nicht die Weltpolitik, sondern die Wertungsprüfung. Die Fahrzeuge sollten weiter nach Gohrisch fahren, wir hingegen überlegten: Fahren sie über Krippen? Bekomme ich dort einen besseren Standort? Ich brauchte Licht, viel Licht für meine Unternehmung. Und weniger Touris im Hintergrund. Am Ende landete ich an einer Kurve, wo die Boliden nach der WP wieder losfuhren. Der Hintergrund? Naja. Die Touris? Viele. Aber der Fototerror begann dann um 16:04 Uhr und endete um 17:23 Uhr mit drei komplett vollen Speicherkarten. 159 Fahrzeuge, 158 erwischt. Beim Wechseln einer Speicherkarte ging mir mir einer durch die Lappen – heimlich, still und leise. Verräterisch.
Jetzt heißt es: am PC aussortieren. Scharf aussortieren. Nur das Beste bleibt. Vielleicht landet was auf Instagram. Vielleicht auch nicht. Unsere Wandertour vom heutigen Tage hatte jedenfalls auch ihre 9 Kilometer – und das zählt für die eigentliche Bilanz.
Morgen steht die große Tour an. Alles Überflüssige bleibt zu Hause. Nur das Nötigste kommt mit. Ich fülle noch schnell die Trinkblasen (nein, keine Party, nur Wasser), packe den Rucksack und überlege: Welche Kamera nehme ich mit? Hauptsache, der Rucksack wird nicht wieder zum mobilen Fitnessstudio.
Und bevor ich mich in die Horizontale verabschiede, muss noch etwas gesagt werden: Katrin ist heute und alle anderen Tage ein paar Extra-Kilometer gelaufen. Warum? Weil sie morgens zum Bäcker geht. Und weil sie den Frühstückstisch so liebevoll deckt, dass selbst die Sonne neidisch wäre – wenn sie denn mal erscheinen würde. Das rechne ich ihr hoch an. Sehr hoch.
Gute Nacht, Sächsische Schweiz. Morgen sehen wir uns wieder – mit weniger Gepäck und noch mehr Geschichten. 24 Stunden noch und und dann könnt ihr Euch wieder durchklicken. Viel Spaß.Eure Sandsteinjäger
Donnerstag, 11. September 2025
Birken, Borkenkäfer und Beinflaute
Also lieber auf Nummer sicher – und auf Altbewährtes. Der Panoramaweg mit dem Scharwändeweg ist wie die Lieblingsjeans: sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Erst mal mit der Kirnitzschtalbahn bis zum Beuthenfall – ein Klassiker, der nie aus der Mode kommt. Danach ging’s am Beuthenbach entlang bergauf. Klingt idyllisch, wäre da nicht der Borkenkäfer, der sich hier als Landschaftsarchitekt versucht hat. Der Wald? Kaum wiederzuerkennen. Der Weg? Ein schmaler Grat am Abgrund, gesäumt von Birken, die aussehen wie Teenager auf dem Weg zur ersten Klassenfahrt – jung, wild und überall.
Die Scharwiese oben ist dann wie ein Wellnessbereich für Wanderseelen. Der Blick? Affensteine, Kleiner Dom, Schrammsteine – ein Panorama, das selbst die müdesten Füße kurz vergessen lässt, dass sie eigentlich streiken wollten. Kaum Treppen, kaum Steigungen, dafür viel „Ahhh“ und „Ohhh“. Das Schonprogramm deluxe.
Natürlich hatte ich mein Stativ und das zweite Objektiv dabei – man weiß ja nie. Und siehe da: ein Falke im Sturzflug! Ich hab ihn erwischt. Also fotografisch. Ob das Bild was taugt? Wird sich am Rechner zeigen. Aber allein der Moment war schon ein Volltreffer.
Weiter ging’s über Mittelndorf nach Altendorf, wo uns ein Doppeldecker AN-2 im Vorgarten anlachte – als Ferienwohnung! Wer braucht schon Airbnb, wenn man in einem Flugzeug schlafen kann? Großartig in Szene gesetzt, fast wie ein Kunstwerk mit Propeller.
Dann zurück Richtung Bad Schandau. Die Füße? Inzwischen eher Brei als Bein. Die Sohlen summten kein Lied, sondern klagten eine Ballade. Am Schlossberg war Schluss mit lustig – wir wollten nur noch essen. Nach 9,5 Kilometern war das Mahl verdient und, wie man so schön sagt: oberlecker.
Und dann, als wäre der Tag nicht schon voll genug, das blaue Wunder auf der Fähre: zwei Eisvögel beim Fischfang. Die Kamera? Natürlich tief im Rucksack vergraben. Timing ist alles – und meins war heute auf Pause.
Und morgen? Morgen soll eine Oldtimer-Rallye durch Krippen rollen. Wenn alles passt, gibt’s wieder Fotos. Vielleicht diesmal mit Kamera außerhalb des Rucksacks.Eure Sandsteinjäger
Mittwoch, 10. September 2025
Wie aus der Kindheit
Der Weg, der dieses Jahr als schönster Wanderweg Deutschlands ausgezeichnet wurde, ist kein Unbekannter für uns. Schon im letzten Jahr haben wir ihn erkundet, doch heute war er anders. Vielleicht lag es am Wetter, vielleicht an der Stimmung – oder einfach am Duft. Dieser Tag roch nach Kindheit: nach frisch gemähtem Heu, nach wilden Wiesen am Badeteich, nach feuchtem Laub und alten Bäumen. Erinnerungen wurden wach, ganz ohne Worte.
Der Weg selbst ist eine gelungene Wiederentdeckung. Im Zuge des CDF-Jahres wurde ordentlich die Trommel gerührt. Jedes Dorf entlang der Strecke kramt seine Caspar-Anekdoten hervor – sei es ein Steak, das er gegessen haben soll, ein Bett, in dem er geschlafen hat, oder eine Katze, die er angeblich gemalt hat. Der Weg wurde freigeschnitten, beschildert und mit viel Liebe neu inszeniert. Und ja, er gefällt uns – sonst wären wir nicht wieder hier.
Oberhalb der Elbe öffnet sich der Blick ins Tal, und wir steigen bis zur Hunskirche hinauf. Die gehört zwar nicht zur offiziellen Route, bietet aber einen traumhaften Blick auf Schmilka. Dort gab’s die erste Pauseration – und den ersten Hauch von Sommerduft: trockene Wiesen, warme Felsen, ein Hauch von Waldhonig in der Luft.
Dann wurde es abenteuerlich. Der Rückweg zur Hauptroute war steil und ungemütlich, also entschieden wir uns für die „Abkürzung“ in den Hirschgrund. Anfangs leicht zu finden, doch bald versperrten umgestürzte Bäume den Weg, und eine seltsame Wegänderung ließ uns zweifeln. Aber wir kamen unten an – direkt an der Straße im Hirschgrund. Perfekt.
Weiter ging’s über den alten Elbhangweg zum Aschersteig, der uns bis zum Fuße der Kaiserkrone führte. Der Himmel zog sich zu, die Luft wurde schwül, und mit ihr kam ein weiterer Duftmoment: feuchte Erde, Pilze, Moos – wie nach einem warmen Sommerregen. Unsere nächste Pause war kulinarisch: warme Nudeln aus der Warmhaltebox. Einfach, ehrlich, lecker.
Durch den Ort ging’s weiter zum Wolfsberg, dann zur Wanderrast. Ein kleines Leckeis zur Belohnung, bevor der Püschelweg uns rief. Der Regen holte uns ein – erst Niesel, dann Landregen. Und mit ihm kam der Duft, der alles überlagerte: Heu, Wald, Pilze, Laub. Ein Tag, der nicht nur in den Beinen, sondern auch in der Nase hängen bleibt. Am Ende: „Zur Eiche“. Rein, Tisch für zwei, lecker essen. Ein würdiger Abschluss.
Heute Nacht soll es durchregnen. Wir hoffen auf besseres Wetter morgen. Die Planung steht bis Samstag – und wer weiß, vielleicht wartet noch ein Sonnenuntergang auf der Kaiserkrone auf uns.Eure Sandsteinjäger
Dienstag, 9. September 2025
Platte Füße
Dann kam der Nebel. Und zwar nicht so ein bisschen mystisch-romantischer Schleier, sondern die volle Suppe – Sichtweite gleich null, Elbtal im Tarnmodus. Damit war klar: Der Lilienstein würde heute keine Show liefern. Katrin war plötzlich ganz entspannt, fast schon erleichtert. Der Nebel hatte ihr die Entscheidung abgenommen, und das ganz ohne Schuldgefühle. Also blieben wir einfach liegen. Kein schlechtes Gewissen, kein Sonnenaufgang, dafür ein sehr gemütlicher Start in den Tag – um Punkt 9 Uhr, mit warmem Bett und ohne Waldgeräusche.
Unsere eigentliche Tour begann dann ganz zivilisiert mit der Fähre und dem Bus nach Schmilka. Früh, ruhig, fast meditativ – wenn man Meditation mit Wanderschuhen und Müsliriegeln betreibt. Vorbei an der Mühle, rauf zur Zwieselhütte, weiter zum Lehnsteig. Der Lehnsteig ist wie ein Fitnessstudio mit Aussicht – viele Stufen, wenig Strecke, aber dafür ordentlich Höhenmeter. Kilometer macht man da nicht, aber Waden wie aus Granit.
Oben angekommen, ging’s über den Reitsteig und Zurückesteig – ja, der heißt wirklich so, und nein, man geht nicht rückwärts. Am Kleinen Dom gab’s dann die verdiente Pause. Die Aussicht: top. Die Wanderer: bunt gemischt. Von „Ich genieße jeden Schritt“ bis „Wo bin ich und warum schwitzt mein Rucksack?“ war alles dabei. Und trotz geschlossener Gaststätten und gestiegener Preise war ordentlich Betrieb – offenbar ist Wandern das neue Wellness.
Dann kam Katrins Moment: die Treppe am Sandloch. Eine Konstruktion, die aussieht, als hätte ein Huhn mit Höhenangst sie entworfen. Muffensausen inklusive, aber sie hat’s gemeistert – mit Stil und einem leichten Adrenalinkick. Weiter ging’s durch das Sandloch, über den Jordanweg (nein, kein religiöser Umweg) zum Nassen Grund. Dort wartete die Kirnitzschtalbahn – ein Klassiker, der uns zurück nach Bad Schandau schaukelte.
Die zehn Kilometer hatten ihre Spuren hinterlassen – vor allem an den Füßen. Aber was macht man nach einer gelungenen Tour? Richtig: Stadtbummel, neues Wanderaccessoire (man gönnt sich ja sonst nichts), und zwei Döner an der Elbe. Der war nicht nur verdient, sondern auch verdammt lecker. Jetzt ist die Sonne weg, die Beine müde, und der Kopf voller neuer Pläne. Morgen ruft – mal sehen, ob die Wettergöttin diesmal mit uns spielt oder wieder ihr eigenes Drehbuch schreibt.Eure Sandsteinjäger
Montag, 8. September 2025
Keine Zeit verschwenden - Weiter gehts
Wir sind durchs Kirnitzschtal geradelt – frisch um die Oberarme, aber mit ordentlich Sonnenschein im Gepäck. Am Lichtenhainer Wasserfall ging’s dann bergauf Richtung Lichtenhain (das liegt irgendwo zwischen Altendorf und Sebnitz, für alle, die gerade die Landkarte zücken). Da muss man echt strampeln wie ein Hamster im Laufrad. Früher war’s hier schattiger, als noch Bäume ringsherum standen. Heute knallt die Sonne direkt auf den Schädel – in Lichtenhain kein Baum, kein Strauch, nur Sonne satt. Aber hey, man gewöhnt sich dran.
Weiter ging’s zur altbekannten Rasthütte, wo wir immer Pause machen. Kurz vor dem Panoramaweg gibt’s nochmal einen Spot mit richtig schöner Aussicht – perfekt, um die Wäsche zu trocknen. Alles schön drapiert, Fotos gemacht, Sattel nochmal zurechtgerückt… und dann: uhh, was ist das? Die Nabe ist angebrochen, vier Speichen baumeln lose herum, als hätten sie Feierabend. Nicht mehr an der Nabe befestigt. Wie kann das denn passieren? Das Problem hatte ich schon mal bei einem anderen Bike gesehen und dachte damals: „Einzelfall, passiert nie wieder.“ Zack – jetzt hat’s mich erwischt.
Glücklicherweise hatten wir erst 13 Kilometer hinter uns. Was nun? Plan A: Bis Amtshainersdorf fahren, dort in den Zug steigen und heimrollen. Plan B: Bis Lichtenhain und hoffen, dass ein Bus kommt. Plan C: Den gleichen Weg langsam zurückradeln. Die Felge hatte noch keine „Acht“, Spannung war noch da. Die restlichen 28 Speichen mussten jetzt zeigen, was sie draufhaben – und zum Glück ging’s nur noch bergab.
Ich hab die losen Teile mit Kabelbindern an die noch festen Speichen gezurrt, das Ganze mit einer ordentlichen Portion Klebeband umwickelt – und dann noch eine Prise Hoffnung dazu. Fertig war die Laube. Ab ins Tal!
Jetzt sitzen wir hier und überlegen, wie’s weitergeht. Fahrradfahren ist erstmal gestorben. Also: Wandern bis der Arzt kommt. Es gibt jetzt nur noch diese eine Richtung. Dann wollen wir mal.Eure Sandsteinjäger



