Dienstag, 6. Juli 2010

Geschwächt über den Rauenstein

Das der Regen heute unseren Plan durchkreuzt hat war nur ein kleines Übel, aber dazu später mehr. Jedenfalls war heute Weckzeit um 9.00 Uhr damit wir den Zug ab Krippen um 10.07 Uhr nach Königstein nehmen konnten. Es regnete jedoch aus Eimern und nach dem Frühstück war noch mal "Frühruhe" angesagt. Heute sollte es von Königstein aus über Thürmsdorf und dem Malerweg nach Weißig gehen und von dort aus über den Rauenstein nach Pötzscha. Der Weg zurück sollte je nach Lust und Laune entweder am Gamrig und am Lilienstein vorbeiführen oder direkt über den Elberadweg nach Bad Schandau zurück nach Hause. Das war unser Plan, denn die Strecke ist nicht so schwierig und sollte als Erholung dienen nach dem gestrigen Programm. Doch es kam alles anders. 
Gegen 12.00 Uhr schaute ich nach dem ersten Erholungsschlaf noch mal ins Netz um die Regenprognose abzuklären. Rechnerisch wäre alles um 14.00 Uhr vorbei gewesen. Gegen 13.30 Uhr, nach dem zweiten Schlaf, war noch leichter Nieselregen zu sehen und wir glaubten an die Prognose gegen 14.00 Uhr. Langsam machten wir uns bereit, vielleicht zu langsam. Im Rallytempo ging es nun zum Bahnhof nach Krippen. Noch 4 Minuten bis zur Zugabfahrt. Wir lagen gut in der Zeit. Nur noch mit den Rädern durch die Unterführung durch und rein in den Zug. Auf der Treppe dann ein Schrei und Stillstand der Brigade. Katrin war gerade mit dem Fuß umgeknickt. Das war´s dann wohl für heute. Ich selbst hätte wahrscheinlich alles hingeschmissen in dem Augenblick, doch als der Zug einfuhr meinte sie nur: "los schnell der Zug fährt gleich". 
Mit großen Schritten noch ein paar Stufen rauf und rein in den Zug. Ich hatte ihrem Gesicht aber angesehen, dass es ihr nicht gut geht. In Königstein selbst besuchten wir noch eine Apotheke und füllten unsere Mittel auf. Mit Bandage und Eisspray sollte die Tour jetzt weitergehen. So etwas von Kampfeswillen, einfach weitermachen zu wollen, habe ich selten erlebt. Hut ab, ich hätte nicht weitergemacht. Man muss ja wissen wo Schluss ist und das wäre bei mir hier der Fall gewesen. Der Rückzug war jedenfalls angeboten worden.
Über eine lange Steigung ging es von Königstein aus nach Thürmsdorf hoch. Vorbei am Penafall, einem unscheinbarem Wasserfall direkt an der Straße, weiter hinauf in den Ort mit einer alten Schlossanlage. Auf dieser Höhenlage hatte man eine ganz andere Sicht über die Gegend und zur Festung Königstein selbst. Es begann nun der Malerweg der sich hoch über der Elbe in das Dorf Weißig erstreckte. Vorbei an einem alten Mausoleum zogen wir über Wiesen, Wälder und Felder. Angekommen in Weißig erblickten wir den Rauenstein in seiner Schönheit. Hier wollten wir wieder rauf, um am anderen Ende des Rauensteins in wilder Manier hinunter zu fahren. Downhillqualitäten sind hier aber gefragt. Nach unserem Aufenthalt auf dem Rauenstein ging es eben diesen wilden Weg hinunter nach Pötzscha. Anfangs lustig, moddrig, feucht und befahrbar stießen wir auf das schwierige Ende. Anfangs kam ich noch klar, doch auch ich musste abbrechen, da ich meine Spur verlassen musste und auf den Felsen nicht weiterkam und mir mein Leben wichtiger erschien.
In Pötzscha angekommen zogen wir nun den Elberadweg in Richtung Rathen entlang und machten ein Pause auf der Klangterrasse. Nach dem ein paar Wolken meinten die Sonne verdecken zu müssen ging es weiter nach Königstein wo unsere Reise begann. Hier  setzten wir mit der Fähre über und fuhren auf der anderen Seite nach Bad Schandau rein, um dort gleich zu essen. Es war ja schon nach 19.30 Uhr. Im Café "Memory" ließen wir es uns noch mal gut gehen bevor wir die Reise nach Hause antraten.
Fazit: 29 Km bei angenehmen Temperaturen.

Eure Sandsteinjäger