Heute verlief alles nach Plan. Der Wecker klingelte pünktlich um 8.00 Uhr. Die Getränke waren schon gestern vorbereitet und kühl gestellt. Es konnte also nichts passieren. Frühstück, fertig, los!
Mit dem Zug fuhren wir weit bis hinter Sebnitz hinaus. In Langenwolmsdorf enstiegen wir dem Zug. Au wei - man stelle sich den Wilden Westen vor: Bahnschiene, Zug kommt, Zug hält, 2 Mann steigen aus, kein anderer weit und breit zu sehen, Bahnhofshaus nicht besetzt und nicht mehr intakt. Es ist warm, nein heiß - hier wird vielleicht in den nächsten 100 Jahren mal ein Dorf oder eine Stadt enstehen, sofern die neuen Einwohner kommen und sich hier niederlasen möchten. Aber wir schreiben Wirklichkeit und verlassen schnell den Bahnsteig bevor die Räuber kommen.
Schnell radeln wir hinab ins nächste Dorf. Es heißt Polenz und hier hat die dörfliche Gemeinsamkeit bereits Einzug gehalten. Wir möchten aber uns damit nicht beschäftigen und suchen den Weg der uns an der Polenz entlang führt. Er soll uns an einigen Mühlen vorbei führen, die vor langer Zeit einst richtig zu tun hatten und später dann als Gastronomieeinrichtung der Konsumgenossenschaft nicht um ihre Existens fürchten mussten.
Erst breit, dann immer schmaler werdend, schlängelte der Weg durch den Wald und immer an der Polenz entlang. Immer sehr gut befahrbar. Er machte sehr viel Spaß. Mit kleinen leichten Steigungen kamen wir gut zurecht. Nur Baumwurzeln in den steilen Wegen ließen uns stoppen. Auch gab es 2 Passagen an der wir halt machen mußten, um die Räder hinauf zu tragen. Doch auch das wurde toll gemeistert. Und wieder schlängelte sich die Polenz nebenher und lud zum abkühlen ein. An den Wiesen der Märzenbecher vorbei, die leider nicht mehr blühten und über Stock und Stein fuhren wir an den alten Mühlen vorbei. Dann ging es weiter zur Rußigmühle. Hier fand heute ein Oldtimerrennen statt. Leider kamen wir etwas zu spät, konnten uns aber noch ein paar schöne Wägelchen anschauen.
Dann gings es hinauf nach Hohnstein. In einer langen Prozedur erreichten wir über den alten Hohnstein Weg die Stadt an der höchsten Stelle. Hier hatten wir richtig zu kämpfen. Der Vorteil bestand jedoch darin, dass wir bis jetzt nur im Schatten waren. In Hohnstein selbst schleckerten wir schnell ein Eis und fuhren dann, ärgerlicher Weise, am Waldbad vorbei. Es ging wieder mal hinauf und hinaus aus der Stadt
Über die alte Böhmische Glasstraße zogen wir mit Staub und Sonne im Nacken in Richtung Goßdorf, ebenfalls mit Waldbad ausgestattet. Am Gickelsberg vorbei eilten wir durch Goßdorf. Das Waldbad konnte uns nicht hindern die steilste Abfahrt von Gossdorf nach Kohlmühle zu nehmen. 18% Gefälle - einfach herrlich mit 55 km/h durch das Schattenreich des Waldes zu fahren. Leider asphaltiert...
In Kohlmühle angekommen gab es nur einen Ausweg aus diesem Tal zu kommen. Hinüber nach Porschdorf und dann weiter nach Rathmannsdorf.
In Bad Schandau schleckten wir wieder Eis und ließen uns nochmal die Sonne ins Gesicht scheinen.
Trotz brütender Hitze teilten wir uns unsere Kraft sehr gut ein und haben wieder 34 Km geschafft.
Viele liebe Grüße Eure Sandsteinjäger