Nachdem ich ja im letzten Post so davon geschwärmt habe mit dem Bike auf den Kohlbornstein zu fahren, überkam es mich tatsächlich wenige Minuten später. Rechner aus, angezogen, Katrin noch 3 mal geweckt und gefragt wo sie was hingelegt hat und dann ab in den Wald. Gleich am Anfang habe ich gemerkt das mein brutaler Vorderreifen (den ich mir schon in DBR aufgezogen hatte) auf Asphalt nicht der Beste ist, aber es sollte sich trotzdem lohnen. Viel Straße brauchte ich nicht zu fahren und schwups war ich im Gelände. Ich hatte 277 Höhenmeter zu überwinden und das auf einer Strecke von ca. 5 Kilometern. Hammersteil und viel Geröll. Teilweise musste ich schieben und sogar das Rad schultern. Das Bike komplett auf dem Rücken tragen ist schon etwas einfacher, doch irgendwann werden auch die Arme lahm - wieder Pause. Früher sind wir diesen Weg öfters gelaufen und haben auch einen sehr steilen Reitweg benutzt. Hier fuhr ich aber lieber einen Umweg der außen herumführte. Er war etwas länger, aber ich konnte lange Zeit fahren. Endlich angekommen am letzten Kreuzungspunkt sah ich die vielen Stufen die zum Gipfel hinaufführten. Das Rad wieder auf die Schultern und ab ging es in die Höhe. Stufe für Stufe wurde so erklommen und ich war mir sehr sicher, dass ich oben ankommen würde. Ein Hindernis versperrte nicht mir sondern meinem Rad den Weg. An einer schmalen Stelle konnte ich das Rad nicht mehr tragen geschweige denn schieben. Diesen Punkt hatte ich also nicht bedacht. Jetzt war ich umsonst die Stufen hoch? Oh ja, aber das sollte sich bald relativieren. Die Abfahrt war so geil - einfach nicht zu beschreiben. Sattel runter gestellt und hinab ging es in den Ort hinein. Während der Fahrt taten mir die Finger vom bremsen weh und ich spürte alles das, was die Gabel nicht verdaute, in den Armen. Schweiß unterm Helm und Wasser im Gesicht. Volle Konzentration an den Schlüsselstellen. Geröll lag auf dem Weg und die großen Steine waren nass. Am Ende war ich einfach happy. Ich hatte mich doch noch mal aufgerafft irgendwas zu machen. Ich hatte mich gequält und bin glücklich geworden.
Steiniger Gruß eines Sandsteinjägers
